Lesemonat Mai/Juni 2019

Wieder zwei Lesemonate vorbei. Die Bücherliste wird länger und länger und die Lust zu Lesen nimmt nicht ab. Sie bleibt konstant. Ich blogge ja gerade nicht sehr viel. Bin mit meinem Kopf, Gefühlen und Emotionen zu sehr bei der Geschichte meines Buches. Blogbeitrag dazu folgt. Soo nun aber zu den kleinen – teilweise dicken – Schätzen der vergangenen Wochen.

Mai

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert von Joël Dicker

Klappentext: Es ist der Aufmacher jeder Nachrichtensendung. Im Garten des hochangesehenen Schriftstellers Harry Quebert wurde eine Leiche entdeckt. Und in einer Ledertasche direkt daneben: das Originalmanuskript des Romans, mit dem er berühmt wurde. Als sich herausstellt, dass es sich bei der Leiche um die sterblichen Überreste der vor 33 Jahren verschollenen Nola handelt und Quebert auch noch zugibt, ein Verhältnis mit ihr gehabt zu haben, ist der Skandal perfekt. Quebert wird verhaftet und des Mordes angeklagt. Der einzige, der noch zu ihm hält, ist sein ehemaliger Schüler und Freund Marcus Goldman, inzwischen selbst ein erfolgreicher Schriftsteller. Überzeugt von der Unschuld seines Mentors – und auf der Suche nach einer Inspiration für seinen nächsten Roman – fährt Goldman nach Aurora und beginnt auf eigene Faust im Fall Nola zu ermitteln …

Fazit: Diese Geschichte hat mich verschlungen. Eine Mischung aus Krimi, Liebesgeschichte und gesellschaftskritische Nuancen kreieren einen Roman, den ich so in der Form noch nicht gelesen habe. Der Mix hat es mir echt angetan. Die Zeiten springen hin und her. Spannungshalter würde ich sagen. Man switch zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Man fühlt mit den Figuren. Spürt ihre Emotionen. Manchmal ist die lang-gehaltene Spannung auch sehr langatmig und man bekommt das eine oder andere kribbeln in den Fingern zu spüren, aber irgendwie mag man dem nicht nachgehen, weil man so mittendrin in der Geschichte ist und es einem respektlos erscheint weiter zu blättern. Ich kann euch dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es gehört zu diesen Büchern, die man getrost verschenken kann, wenn man nicht weiß, was die zu beschenkende Person gerne liest. Mich hat es gepackt und lässt mich auch jetzt immer noch nicht los.

5/5 Bücher


Die Geschichte der Baltimores von Joël Dicker

Klappentext: Bis zum Tag der Katastrophe gab es die Goldmans aus Baltimore und die Goldmans aus Montclair. Die Baltimores hatten alles, was man sich vom Leben wünschen kann: Talent, Geld, Erfolg, ein prachtvolles Heim, zwei hochbegabte Söhne. Marcus Goldman, inzwischen erfolgreicher Schriftsteller, gehörte zu den weniger glamourösen Montclairs. Er verbrachte all seine Sommer bei den Baltimores und war für sie wie ein Sohn. Nun, acht Jahre nach der Katastrophe, beginnt Marcus, die Geschichte der Baltimores aufzuschreiben – und erkennt erst jetzt die wahren Gründe für die schrecklichen Ereignisse.

Fazit: Ehrlich gesagt habe ich ewig gebraucht, um in dieses Buch hinein zu kommen. Wenn nicht sogar über 200 Seiten. Ich war hin und weg von DWÜDFHQ, das ich nicht wahrhaben wollte, das jene Geschichte des Zweitlings mich nun enttäuschen würde. Ich konnte diesmal so gar nichts mit dem switchen zwischen Vergangenheit und Gegenwart anfangen. Immer wieder diese Kindheitserinnerungen, aber dann, irgendwann nach gefühlten unzähligen Seiten ergab alles einen Sinn und Dicker hatte mich erneut in seinen Bann gezogen. Tiefschürfend, hoch emotional und ergreifend. Ich hätte ab einem bestimmten Punkt nur noch heulen können. Das Schicksal der Goldmans aus Baltimore kann einem nur ans Herz gehen. Ich finde, dass der Zweitling von Dicker wirklich seines gleichen sucht. Für den Tiefgang und Haufen an Emotionen muss man gemacht sein.

4/5 Bücher


Das Verschwinden der Stephanie Mailer von Joël Dicker

Klappentext: Es ist der 30. Juli 1994 in Orphea, ein warmer Sommerabend an der amerikanischen Ostküste: An diesem Tag wird der Badeort durch ein schreckliches Verbrechen erschüttert, denn in einem Mehrfachmord sterben der Bürgermeister und seine Familie sowie eine zufällige Passantin. Zwei jungen Polizisten, Jesse Rosenberg und Derek Scott, werden die Ermittlungen übertragen, und sie gehen ihrer Arbeit mit größter Sorgfalt nach, bis ein Schuldiger gefunden ist. Doch zwanzig Jahre später behauptet die Journalistin Stephanie Mailer, dass Rosenberg und Scott sich geirrt haben. Kurz darauf verschwindet die junge Frau … 

Fazit: Es ist definitiv und ganz unverkennbar ein Dickersches Werk. An der Schreibweise zu den beiden Vorgängern hat sich nichts verändert. Doch irgendwie hat mich diese Geschichte nicht ganz so gepackt wie die Vorgänger. Ich kam zwar gut rein und zeitweise hat mich die Geschichte voll und ganz gepackt. Fühlte mit und konnte das Buch dann auch nicht aus der Hand legen, aber ich weiß jetzt, das sein viertes Buch von mir gelesen wird, aber die Geschichte muss mich dann umso mehr packen und in ihren Bann ziehen.

3/5 Bücher


Ruf mich bei deinem Namen von André Aciman

Klappentext: Völlig überraschend trifft Elio seine erste große Liebe: Der Harvard-Absolvent Oliver ist für sechs Wochen bei Elios Familie an der italienischen Riviera zu Gast. Oliver ist weltgewandt, intelligent und schön. Er ist alles, was Elio will, vom ersten Moment an. Die Zuneigung ist gegenseitig, doch Schüchternheit und Unsicherheit veranlassen beide zur Zurückhaltung. Ein fast unerträgliches Spiel von Verführung und Zurückweisung beginnt.

Fazit: Ich sah den Film Call me by your name und musste das Buch lesen. Und was soll ich sagen. Ich hab im Mai tatsächlich ein gutes Händchen für gute Bücher. Erst Dicker, jetzt Aciman. Gefühlvoll, empathisch und fließend ließ es sich so dahin. Die Worte sprangen nur so in mein Herz und ich verliebte mich. Ich will mehr von ihm lesen. Will mehr Worte von ihm inhalieren. Eine Perle in Buchgestalt. Nein. Ein Juwel! Mein erstes Buch über sexuelle Orientierung bzw. Gehversuche der gleichgeschlechtlichen Liebe und dann gleich so ein Goldstück. Warum liest man Aciman nicht in der Schule? Bitte unbedingt einführen. Danke!

5/5 Bücher


Juni

Asymmetrie von Lisa Halliday

Klappentext: Zwei ungleiche Geschichten: eine Liebe in New York, Verhöre in London. Lisa Halliday schreibt über Liebe und Leiden, Macht und Ehrgeiz. Es beginnt mit einer Eiswaffel, auf einer Bank im Central Park. Hals über Kopf stürzt sich Alice in eine Lovestory mit dem berühmten Schriftsteller Ezra Blazer. Sie ist 25, er in seinen Siebzigern. Ein erotisches, tragikomisches Kammerspiel – doch dann setzt eine ganz andere Erzählung ein. Amar, ein amerikanisch-irakischer Doktorand auf dem Weg nach Nahost, wird am Londoner Flughafen in Gewahrsam genommen. Und landet im Vakuum von Wartesälen und endlosen Verhören. Subtil verwebt Lisa Halliday die zwei so ungleichen Geschichten zu einem kühnen, provokanten Roman. Sie schreibt über die Machtgefälle, die unsere Welt durchziehen, zwischen Jung und Alt, Glück und Talent, dem Persönlichen und Politischen.

Fazit: Nun, um ehrlich zu sein, ich habe das Buch nach 116 Seiten abgebrochen. Die Dialoge wiederholten sich bei der ersten Geschichte nur! Ich hatte dafür wirklich nicht die ausreichende Geduld um mich der Geschichte komplett hinzugeben. Ein hoch gelobtes Buch. Und irgendwie entpuppte es sich für mich zum Fehlgriff, aber ich habe es ja auch im letzten Sommer kurz nach dem erscheinen gekauft und vielleicht muss es wie andere auch erstmal in meinem Bücherregal reifen, bevor ich es erneut zur Hand nehme und es selbst in den Himmel lobe!

ohne Bewertung


Vom Ende einer Geschichte von Julian Barnes

Klappentext: Wie sicher ist Erinnerung, wie unveränderlich die eigene Vergangenheit? Tony Webster muss lernen, dass Geschehnisse, die lange zurückliegen und von denen er glaubte, sie nie mehr hinterfragen zu müssen, plötzlich in einem ganz neuen Licht erscheinen.
Als Finn Adrian in die Klasse von Tony Webster kommt, schließen die beiden Jungen schnell Freundschaft. Sex und Bücher sind die Hauptthemen, mit denen sie sich befassen, und Tony hat das Gefühl, dass Adrian in allem etwas klüger ist als er. Auch später, nach der Schulzeit, bleiben die beiden in Kontakt. Bis die Freundschaft ein jähes Ende findet.Vierzig Jahre später, Tony hat eine Ehe, eine gütliche Trennung und eine Berufskarriere hinter sich, ist er mit sich im Reinen. Doch der Brief eines Anwalts, verbunden mit einer Erbschaft, erweckte plötzlich Zweifel an den vermeintlich sicheren Tatsachen der eigenen Biographie. Je mehr Tony erfährt, desto unsicherer scheint das Erlebte und desto unabsehbarer die Konsequenzen für seine Zukunft.Ein Text mit unglaublichen Wendungen, der den Leser auf eine atemlose Achterbahnfahrt der Spekulationen mitnimmt.

Fazit: Neben Aciman und Dicker, habe ich mich tatsächlich in den Schreibstil von Julian Barnes verknallt. Barnes war ein Spontankauf und sogar kein schlechter. Nein. Sogar ein sehr Guter. Mit Charme, Ironie, Witz und einer herzlichen Ehrlichkeit, hat er mich gepackt. Nur schlappe 182 Seiten ist dieses kleine Juwel lang. Es gibt Momente in denen man Tony für getanes verachtet und ihn dann wieder für seine Erkenntnisse zum Leben und überhaupt gern hat. Es liest sich fließend. In einem Ruck kann man es durch haben.

4/5 Bücher


Die einzige Geschichte von Julian Barnes

Klappentext: Julian Barnes´ kunstvoller Roman über eine unkonventionelle erste Liebe, die zur lebenslangen Herausforderung wird.»Würden Sie lieber mehr lieben und dafür mehr leiden, oder weniger lieben und weniger leiden? Das ist, glaube ich, am Ende die einzig wahre Frage.«
Die erste Liebe hat lebenslange Konsequenzen, aber davon hat Paul im Alter von neunzehn keine Ahnung. Mit neunzehn ist er stolz, dass seine Liebe zur verheirateten, fast 30 Jahre älteren Susan den gesellschaftlichen Konventionen ins Gesicht spuckt. Er ist ganz sicher, in Susan die Frau fürs Leben gefunden zu haben, alles andere ist nebensächlich. Erst mit zunehmendem Alter wird Paul klar, dass die Anforderungen, die diese Liebe an ihn stellt, größer sind, als er es jemals für möglich gehalten hätte.

Fazit: Die gute, alte Liebe ist so facettenreich. Barnes kann das gut in Worte fassen. Der 19 jährige Protagonist spricht so klug und reflektiert über die Liebe und wie seine erste große Liebe sich mit den Jahren entwickelt, verändert bzw. sogar in etwas umschlägt, was er zu Beginn nicht vermag zu glauben. Ich habe hier meinen Zweitling von Barnes gelesen. Es liegen noch andere Bücher dazwischen und ich will sie alle lesen. Ich hab so viele Klebchen in dem Buch verloren, dass ich irgendwann nicht mehr mitgezählt habe, wie viele eigentlich. Tolles Buch über die Schönheit und die Tücken der Liebe.

5/5 Bücher


Das Gegenteil von Einsamkeit von Marina Keegan

Klappentext: Meisterhafte Stories voller Lebenslust!
Wenige Tage nach ihrem Yale-Abschluss starb Marina Keegan bei einem Autounfall. Sie war ein Ausnahmetalent, das der Welt brillante Texte voller Lebenslust hinterließ. Selbstbewusst und authentisch schrieb sie über Themen, die sie wie viele junge Erwachsene beschäftigten: Liebe, Lust, Eifersucht, Selbstzweifel, Geborgenheit, Ablehnung, Familie und Zukunft. Marina Keegans Stories und Essays vereinen schwerelosen, sensiblen und mitreißenden Optimismus mit ungeheurer literarischer Reife: hoffnungsvoll, wild und melancholisch. Man liest sich atemlos, lachend und mit Tränen in den Augen durch das ganze fulminante Buch.

Fazit: Es handelt sich hierbei um keinen Roman, sondern eher eine Sammlung von Kurzgeschichten und Essays. Und die sind gut. Richtig gut. Keegan hatte ein gutes Gespür für die Empfindungen ihrer Figuren. Leichtigkeit im Schreibstil und Schwermütigkeit im Wort. Also, nicht das man verstimmt, aber ihre Worte und Geschichten haben einen Nachhall, was mehr als gut ist. Würde sie noch unter uns weilen, hätte sie bestimmt schon Preise gewonnen. Nicht, dass das wichtig wäre, aber es ist halt traurig so früh und so unvorhergesehen Talente zu verlieren.

5/5 Bücher


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A Writer’s Diary #1

Wie schreibt man eigentlich ein Buch? Diese Frage stelle ich mir seit Jahren. Seit so vielen Jahren brennt in mir dieses Vorhaben ein Buch zu schreiben. Getriggert von einem „sehr gut“ bewerteten Aufsatz in der 10. Klasse. Es weckte die Lust und Motivation in mir zu schreiben. Ich schreibe also schon seit fast 17 Jahren. Meistens über Musik. Dann eine Ewigkeit auf Myspace. Über den Alltag, nichts ernsthaftes. Es hatte keinen roten Faden, eher so Momentaufnahmen. Irgendwann hörte ich damit auf. Ich schrieb gar nicht mehr. Der Alltag stellte sich meiner Schreibfeder in den Weg. Baute Mauern. Nein, meine Schreibfeder war gefangen wie Rapunzel. Ohne einen Zopf und ohne einen Prinzen und ohne einen heldenhaften Befreiungseinsatz.

Ich liebe Bücher. Ich liebe es zu lesen. Man kann in ihnen so herrlich entspannen, in andere Welten und Menschen abtauchen. Schon als kleines Kind türmte ein Stapel Bücher neben meinen Bett. Ich las mal mehr mal weniger. Jetzt im Zuge meines Vorhabens, ein Buch zu schreiben, mehr als je zuvor.

Warum eigentlich ein Buch? Ich liebe halt Bücher und was die in ihn beherbergten Geschichten bei Menschen auslösen. Irgendwie gibt es da dieses Bedürfnis nicht nur einfach so leben zu wollen, sondern etwas schaffen zu wollen. Bücher sind zeitlos. Kunst ist zeitlos. Menschen kommen und gehen. Beziehungen jeglicher Art kommen und gehen, aber Bücher sind zeitlos. Goethe verweilt ja auch schon Jahrzehnte in den Schulen und das nicht nur in Deutschland. Es klingt hart, aber Kunst hat im Endeffekt mehr wert als Menschen. Sind wir mal ehrlich, wir erinnern uns immer an Werke, weniger an die, die sie erschaffen haben. Wir merken uns die Namen und irgendwann geht er abhanden, aber das Werk fällt uns immer ein. Oder wisst ihr wer den Radiergummi erfunden hat? Nein? Ich auch nicht.

Letztes Jahr stürzte der Turm ein und ich hatte meine geliebte Schreibfeder wieder. Der Grund dafür, dass der Turm einstürtzte? Burnout. Aber darüber soll es hier nicht gehen.

Ich glaub das Wirrwarr von mehreren kleineren Geschichten existiert schon knapp 2 Jahre in meinem Kopf. Ich schrieb keine nieder. ich behielt alles im Kopf. Auch wenn ich mal zu tief ins Glas schaute, verschwanden die Geschichten nicht. Auch Liebeskummer, Wut und andere krasse Emotionen katapultierten sie nicht raus aus meinem Hirn. Alles blieb an Ort und Stelle.

Im August hab ich drei Wochen Urlaub. Alles sollte dann starten. Plot, detailierte Beschriebeung der Figuren, Orte und so weiter. Doch dann las ich von Joel Dicker „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“. Mein Herz versank in Dickers Worten und irgendwie merkte ich, das ich die ganzen Geschichten in meinem Kopf auch einfach miteinander verbinden könnte. Warum auch nicht? Ich lebe in einer Großstadt und hier passieren ja auch vieles gleichzeitig. Vielleicht ist das auf einem Dorf anders, aber das Feeling, dass man in einer Großstadt fühlt, liegt mir mehr.

Ich nahm ein Notizbuch zur Hand und fing an …

Es gibt Tage, die entpuppen sich als Flauten und andere Tage laufen besser. Aber ich bin noch im Stadium „Ich schreibe mein Notizbuch voll, bevor ich mich an den Notebook setze“. Eine Schreibmaschine wäre mir lieber. Ich würde mich dann wie Capote, Kerouac oder Salinger fühlen. Oder es mir zu mindestens einbilden.

Anders als gedacht und doch irgendwie gut

Anfang Mai schrieb ich meinen letzten Blogbeitrag. Also ein guter Monat Schreibabstinenz. Doch was war los? Ich hatte Blogbeiträge angefangen und schon genau überlegt, wann sie online gehen sollten. Doch dann kam etwas dazwischen. Nicht nur das, es sollte mein Schreibverhalten von Grund auf verändern.

Ich verfiel den Werken von Joel Dicker. Ich wollte nur noch lesen. Und dann auf einmal … ich begann die vielen kleinen Geschichten in meinem Kopf auf Papier festzuhalten und tue es immer noch. Ich begann mit dem Arbeiten an meinem ersten Buch. Zwar bespaße ich noch das Notizbuch und die Lust am Lesen ist auch nicht weniger geworden, aber das Bloggen hier fließt demnach nicht mehr so, wie ich es mir erst vorgenommen hatte. Hoch motiviert war ich zu Beginn des Jahres. So mit Konzept und so. So mit Wochenplan und so. Die Gedanken flossen nur so und Spaß und Arbeit wurden eins. Ich blogge immer noch gerne, nur gerade kann ich meine Gedanken und Schreibambitionen nicht in zwei teilen. Wäre ich Schizophren würde das ja gehen (ohne jemanden mit der Krankheit zu nahe zu treten).

Ich lese wieder viel, weil es mir für das Buch reihenweise Inspiration schenkt. Von Schreibstil über Beschreibungen von Situationen und Charakteren. Was lohnt sich ausführlicher beschrieben zu werden und was wiederum weniger zu beschreiben. Ich sauge das förmlich auf, wie das Wasser meine Kehle an einem hitzigen Sommertag.

Ende Juni veröffentliche ich wieder einen Beitrag zum Lesemonat Mai/Juni. Es sind wunderbare und brillante Bücher dabei.

Wie das hier jetzt weitergeht?

Gute Frage. Nur die Antwort bleibt aus. Ich glaube auf den Moment mit dem Buch hab ich lange gewartet und mag ich nicht mehr hergeben. Der Blog bleibt ja. Nur werde ich nicht mehr, so lange das Buch in arbeit ist, an den vorbestimmten Tagen und in den vorbestimmten Kategorien bloggen. Das überlasse ich meiner Spontanität.

Ich weiß nicht wie lange man für ein Buch an Zeit benötigt. Ich schreibe ja auch nicht jeden Tag, aber ich denke jeden Tag daran und mein Kopf wirkt dabei wie eine Cloud und merkt sich soviel und alles landet dann in meinem Notizbuch.

Nebenbei gehe ich ja noch arbeiten, schlafe, esse, trinke, liebe gelegentlich und entspanne im Kino. Die Hitze schafft mich, aber das ist nichts neues.

Ich bin also nicht verschwunden oder gar abgetaucht. Ich schreibe viel. Nur halt eben nicht hier.

Mal wieder ganz smoothy daten

Ich hatte letztens ein schönes Date. Ein wirklich schönes Date. Es war so richtig schön smoothy. Es war keins dieser Dates mit hohen Erwartungsansprüchen. Es war spontan. Es war gut.

Dates müssen nicht ausschließlich dafür dienen krampfhaft eine Suche nach diesem einen bestimmten Menschen zu beenden. Sie können auch einfach nur schön sein. Eine schöne Zeit…

Ok, langsam übertreibe ich es mit dem Wort schön!

Ich hab mein Mindset was Dates betrifft jetzt endlich geändert bekommen. Verkrampfte ich in den letzten Jahren noch an Erwartungen und permanentem Wunschdenken, gehe ich jetzt einfach los und freu mich über neue Bekanntschaften. Hab eine unterhaltsame und interessante Zeit oder denk mir Shit happens. Es ist alles möglich und kann alles daraus werden.

Es wird ja eh immer anders als man denkt. Auch wenn man beim Schreiben schon irgendwie abklärt, was gesucht und nicht gefunden werde möchte, kann man letztendlich die verbrachte Zeit und die Geschehnisse nur minimal lenken und wenden. Das ist das tolle an Spontanität.

Dann findest du dich auf einem Konzert zu zweit wieder. Unterhältst dich anregend und findest alles interessant und spannend. Und eh du dich versiehst hängst du an den Lippen deines Gegenübers und genießt diesen Moment. Es sind diese Momente, die in dein Leben stolpern und dich Lächeln lassen.

Alles kann, aber nichts muss. Es muss daraus nichts entstehen und du musst dich auch nicht festlegen wie es weitergeht. Es geht einzig und allein ums genießen. Nicht zuviel denken. Nicht wieder gleich die Zukunft vor Augen haben, sondern die Gegenwart und ein Date einfach mal Date sein lassen. Halt alles ganz smoothy.

Wie oft hängen wir in diesen verkrampften Dates fest. Denken uns wieder ein Date-Unfall. Wieder ein männlicher/weiblicher Reinfall aus Schwachsinnshausen. Diese Erwartungshaltung gepaart mit Hoffnung und dem Gedanken „das muss jetzt endlich mal was werden“ treibt uns eher an den Abgrund der Verzweiflung als in die Arme eines Menschen.

Mehr strahlen von innen. Du kannst das. Ich kann das. Wir können das. Wir sollten uns weniger Bilder von der Grumpy Cat anschauen als vielmehr Bilder von Doug the Pug.

Wenn man immer trotzig sein Gegenüber mit Nachrichten in die Hölle verbannen möchte und sich dann fragt warum man blockiert wurde, dann wird es Zeit für ein Upgrade deines Mindsets. Dein Gegenüber merkt sehr schnell, dass du ein gebranntes Kind bist. Das du viele enttäuschende Dates hattest und du zu Kurzschlussreaktionen neigst. Drei Tage ohne Antwort oder Reaktion erscheinen nur einem selbst sehr lang. Eine Arbeitswoche von 5 Tagen vergeht hingegen schneller. Was tut man da? Sich ablenken. Sich nicht zu sehr an der Hoffnung festkrallen.

Klar, ghosting und Konsorten sind nicht nett oder haben den Respekt nicht gepachtet, aber sind wir mal ehrlich. Jeder macht es irgendwann mal. Wenn nicht mit Dates, dann zumindest mit lapidaren Freundschaften, ehemalige Bekanntschaften aus dem Job oder sogar Familienmitglieder. Blut ist zwar dicker als Wasser, aber das ist auch schon alles.

Nun fragt sich der eine oder die andere: wie macht man das?

Wie hab ich das gemacht? Ich glaube, ich hatte halt von mir selbst und meinem Verhalten genug. Es war irgendwie gut, dass im letzten Jahr nicht soviel bei mir lief und ich eine Dating-Pause hatte. Ich weiß nicht, ob es für jeden sinnvoll ist eine längere Pause einzulegen, aber im Akkord von Date zu Date zu düsen bringt glaube ich nichts. Es ist auch sinnvoll Erwartungen und Hoffnungen in den Hintergrund zu stellen und sich einfach treiben zu lassen. Denn nur wenn wir uns in der Gegenwart eines Menschen fallen lassen können, können wir auch ankommen. Jede Bremse, jede Schranke sorgt eigentlich nur dafür, dass wir stehen bleiben und uns irgendwann gar nicht mehr trauen weiter zu gehen.

Keep it smoothy!

Richtungswechsel

Love, Sex & the City klingt wie die Kolumne von Carrie Bradshaw. Ihre hieß jedoch „Sex & the City“ wie die gleichnamige Serie, die uns sechs Staffeln und zwei Filme bescherte. Eine Serie die süchtig macht und doch irgendwie einen Blickwinkel an den Tag legt, der stutzig macht. Es ist nicht normal 10 Jahre hinter einem Mann her zu rennen und nach seiner Liebe zu betteln und dann wenn man mit ihm dann doch abgeschlossen hat auf einmal vor einem steht und sagt das du doch die Eine bist! Wer möchte denn bitte sowas? Carrie Bradshaw hat das auf eine ziemlich emotional, erdrückende Weise irgendwie gewollt. Ich hab daran kein Interesse.

Ich habe aber ein Interesse daran meinen Blog von Zeit zu Zeit weiterzuentwickeln. Die Kategorie HOW TO BE A SINGLE? mochte ich sehr, aber irgendwie kategorisierte sie das Single-Dasein. Dieses typische Single-Ding. Single sein ist befreiend und beklemmend zugleich. Man selbst genießt die Freiheit. Das Gefühl alles machen zu können was man will. Dieses Wechselbad der Gefühle, wenn einem das halbvolle Bett dann doch eher halbleer vorkommt und die Sehnsucht nach einem Menschen, der länger bleibt. Länger als das Frühstück am nächsten Morgen.

Die Kategorie funktionierte die letzten Monate ganz gut, doch irgendwie wollte es beim Schreiben, dann doch nicht mehr so richtig … naja … es passt halt nicht mehr. Mit der neuen Kategorie hab ich ein wenig mehr Spielraum. Ich werde weiterhin Single-Anekdoten von mir geben und auch weiterhin Einblicke abtippen, aber es gibt thematisch mehr Luft nach oben, kaum vorstellbar wenn man den Titel liest, aber es stimmt – wirklich:)

Es wird noch zynischer, ein ticken kritischer und unter Umständen humorvoller.

Vom eigenen Schatten überspringen und einfach mal machen

Ich habe schon lange mal mit dem Gedanken gespielt mich fotografieren zu lassen. Keine Bewerbungsfotos, keine typischen Bloggerfotos, sondern Fotos die sehr viel mehr von mir zeigen. Fotos bei denen ich über meinen eigenen Schatten springe und ich mich einfach mal komplett zeige. So wie Gott … naja eigentlich meine Eltern … mich schufen.

Ich selbst wäre dennoch nie auf die Idee gekommen, einen Fotografen oder eine Fotografin anzusprechen bzw. anzuschreiben, um solche Fotos von mir machen zu lassen – nämlich ein Boudoir Shooting.

Mit dem Gedanken spielen, ob man sich sowas vorstellen könnte – ja! Es dann umzusetzen eigentlich auch nur, weil ich angefragt wurde.

Von der Anfrage bis zum Shoot vergingen mehrere Wochen und am Dienstag war es soweit. Da stand ich inmitten meines Wohnzimmers und kam mir etwas unbehaglich vor. Ich fotografiere mich ja selbst nicht so oft und lasse mich auch nicht großartig fotografieren, weils mich auch nicht so reizt. Ich schau mir lieber andere Menschen auf Fotos an. Ich mach von mir eher ein paar Fotos und die reichen dann für eine Weile.

Dann lag ich auf meinem Bett. In Unterwäsche und irgendwie verkrampft, keine Peilung von irgendwas. Ich habe mir nicht wirklich Gedanken gemacht, geschweige denn was ich für Unterwäsche bzw. Dessous habe um mich darin ablichten zu lassen. Ich musste auch feststellen, ich hab da nicht wirklich viel. Könnte ich ändern, aber die wirklich schönen Teile kosten auch Unmengen von Geld. Ganz so blöde hab ich mich dann doch nicht angestellt, jedenfalls bestätigte mir das der Fotograf, aber bis auf ein paar wenige Bilder, konnte ich mich mit mir auf den Bildern nicht so wirklich anfreunden. Wir sind zwar nicht ganz fertig geworden und wollen noch ein zweites Shooting machen, aber das Bedürnis jetzt regelmäßig Fotos von mir zu machen habe ich jetzt nicht verspürt.

Das liegt keinesfalls am Fotografen, aber angezogen fühle ich mich doch irgendwie wohler.

Ich mag mich so wie ich bin, aber ich glaube ich bin weit von Selbstliebe entfernt und der vollkommenen Akzeptanz meines Körpers gegenüber. Ein ewiges Hin und Her. Von ich fühl mich ja wohl so wie ich bin und ich würde mich gern zum Mond schießen. Zumindest bin ich nicht prüde. Das ausziehen viel mir nicht schwer und unwohl fühlte ich mich nicht. Zumindest fühlte ich mich ohne Kleidung wohler als mit, aber das anschauen der Fotos war dann doch etwas anderes.

Vielleicht muss ich mich nur daran gewöhnen mehr Fotos mit mir anzuschauen? Vielleicht ist das auch einfach nichts für mich … Jetzt. Zu diesem Zeitpunkt, stehe ich eher etwas irritiert neben mir, aber irgendwie fühlte es sich auch richtig und wichtig an.

Irrungen und Wirrungen pur!

Monatsreflexion 04/19

April geschafft. Obwohl. Das Highlight erwartet mich noch am letzten Tag. Dienstag. Wenn ich es nicht mache, dann ist es ja doof, wenn ich davon erzähle! Also, ich schweige vor mich hin.

Was war sonst noch so los? Ich war nur einmal im Kino. Gestern. Avengers: Endgame! Schreib vielleicht noch ne Review. Ich sammel mich noch, weil ich noch verwirrt bin, was ich da gesehen habe. Schock. Trauer. Und dennoch Freude. Ein Wechselbad der Gefühle.

Sooo, ansonsten schleift meine Lesechallenge, obwohl ich ein paar Bücher verschlungen habe, war es nicht meine Bestleistung.

Dann arbeite ich wieder an ein paar kleinen Änderungen bezüglich der Optik des Blogs.

Ach, dann hab ich fast jeden Monat einen Aha-Moment! Im April: Schreibe nie wieder einem wildfremden Mann aus der WordPress-Community eine Mail. Der ganze Dialog ging in eine Richtung … Ja, ich weiß ja nicht, ob der Knilch real einen an der Waffel hat, aber irre ich mich oder entscheidet man sich nicht immer individuell wie man jemanden schreibt? Also die Wortwahl … und hat es nicht irgendwie mit Mansplaining zu tun, wenn er mir erzählen wollte, dass ich nur so tue als ob und scheinheilig in der Online-Welt etwas vorgebe zu sein, was ich beim Wortwechsel mit ihm nicht zu sein scheine … ich las jede einzelne Mail ein paar Mal und dachte mir: der muss wirklich einen an der Waffel haben! Ich weiß ja nicht, was es mit der angeblichen Scheinheiligkeit auf sich hat, wenn ich von meinem Single-Leben schreibe, wenn ich davon schreibe … naja, ihr wisst schon … man kann etwas suchen, aber ich bin nicht Captain America, der an jemanden hängt und nicht los lassen kann und sich deshalb in der Gegenwart nicht fallen lassen kann. Klar, sowas ist schön, aber das ist Hollywood. Die Realität sieht halt anders aus. Mein Herz sucht, aber mein Unterleib kann sich auch fallen lassen. Ich betreibe ja kein Dating- bzw. Sexmarathon. Nicht jede Bekanntschaft zerre ich in mein Bett. Ich hab ein Jahr Ebbe hinter mir und robbe immer noch am trockenen Strand entlang. Und wenn mir dann jemand schreibt, er würde mich gerne auf die **** küssen und es könnte ja mehr sein … da würde ich gern mein Waffeleisen nehmen und es ihm um die Ohren hauen! Wenn ein Mann sich durch meine Texte über Sex und was weiß ich nicht animiert fühlt mir sowas zu schreiben, weil ich ja so versext erscheine, ist für mich ein typischer Mann! Ja, ich schreibe über Sex. Ja, ich mag Sex. Und? Ist das ein Grund mir so ungeniert versaut entgegen zu kommen? Nein! Und mir dann noch so blöde entgegen kommen, das ich ne Therapie brauche! Junge, nun ändere mal dein Waffelrezept! Achja, im übrigen betreibe ich Online-Dating schon seit meinen Teengerjahren … japp über 20 Jahre und ja auch ohne Computer und Smartphone habe ich Männer kennengelernt. Egal, ob online oder real, da war halt bisher noch nix dabei … die Welt geht davon nicht unter. Mein Opa hat die wahrhaftige Liebe erst mit 80 kennengelernt. Meine erste Liebe und die Geschichte meines Opas haben mich geprägt. Vor allem dieses ganz bestimmte Gefühl von damals halte ich in Ehren. Wenn mir irgendwann mal jemand begegnet, der genau dieses Gefühl von Sicherheit und Glückseligkeit wieder in mir auslöst, werde ich ihn nicht mehr los lassen, aber bis dahin erfreue ich mich an gelegentliche Vergnügungen. Was ist dein Problem? Ach, lassen wir das, dass würde ja doch nur in einer sinnlosen Belanglosigkeit enden ….

Ich freu mich auf den Mai!