Vom Singledasein und entscheidungsUNfreudigen Halunken!

Ich bin Single! Ich bekomme meistens das Gefühl vermittelt, ich sollte mich deswegen schlecht fühlen. Wenn um dich herum alle in einer Beziehung sind, heiraten, den Planeten mit neuen Erdlingen bereichern und du als Zuschauer daneben stehst, mag das zwar nicht der beste Blickwinkel mit Anfang 30 sein, aber es kann auch durchaus Vorteile mit sich bringen!

Berlin ist schließlich kein Märchenwald – gefüllt mit ehrbaren Prinzen –  sondern eine Großstadt mit entscheidungsUNfreudigen Halunken!

„Du findest schon noch deinen Deckel!“, „Irgendwann kommt der Richtige!“, „So hübsch und Single?“ – die Kette der Kommentare die mich regelmäßig erreichen, könnte ewig so weiter gehen.  Vermehrt darf man sich auch anhören „man sei doch nicht so anspruchsvoll“! Klar! Mal ernsthaft, würde ich mit 31 immer noch die Männer daten die ich mit 21 gedatet habe, dann würde ich gar keine Verabredung mehr annehmen wollen. Durch jahrelanges daten, lernt man das männliche Geschlecht gut kennen. Und ich hab hierbei einiges gelernt: 1.) man muss viele Frösche küssen, denn 2.) Berlin ist eine Großstadt und kein Märchenwald – Männer kommen nicht auf einem weißen Schimmel angeritten, sondern mit der Tram und 3.) Männer sind entscheidungsUNfreudige Halunken! Männer wissen mit Anfang 20 genauso wenig, wie mit Anfang 30. Ich hab ja Verständnis, wenn man beruflich erstmal Fuß fassen möchte und nur eine nebenbei Geschichte haben möchte – aber ernstlich Männer mit spätestens 35 sollte doch allmählich mal mit dem Nebenbeigebumse Schluss sein, oder?

Wenn wir Frauen nicht wissen was wir wollen, dann wissen Männer ehrlich gesagt gar nichts!

Ich frag mich dann immer in welchem Männerkatalog meine Freundinnen geblättert haben. Ein paar Dates und dann fanden sie sich in einer neuen Beziehung wieder! Mein Männerkatalog war beim durchblättern bisher eher enttäuschend. Wenn ich einen Mann gesucht habe, der sich eine Zukunft mit einer Frau aufbauen möchte, begegneten mir Exemplare wie „ich lass es auf mich zukommen“ oder „ich weiß nicht, ich hab mich da noch nicht festgelegt“ oder „ich hab gerade eine langjährige Beziehung hinter mir und will erstmal keine Beziehung, aber wenn sich was ergibt auch gut“ – ich frage mich, warum man uns Frauen hinterher sagt wir wüssten nicht was wir wollen? Wenn wir Frauen nicht wissen was wir wollen, dann wissen Männer ehrlich gesagt gar nichts!

Ich bin auch nicht mehr frustriert wie mit 28. Mit 31 kann ich nur noch so denken, entweder er kommt oder  er kommt nicht mehr. Ich date trotzdem fleißig weiter und erfreue mich an der Gesellschaft von abenteuerlustigen Sexgefährten, Schmusis* und philosophischen Weltverbesserern. Die Hoffnung noch einmal die Liebe zu finden, habe ich nicht aufgegeben, aber das Jagen danach reizt mich nicht mehr. Wie gesagt entweder er kommt oder er kommt nicht!

Das Singleleben hat durchaus Vorteile:

  • kontinuierliche Weiterentwicklung der Persönlichkeit
  • man hat das Bett für sich alleine
  • Rasieren ist kein muss
  • Knutschen wen man will
  • man gibt sich Mühe beim Sex
  • keine Schwiegereltern
  • keine Pärchenabende
  • keine Trennungen – als Single bleibt einem das halt erspart
  • keine Kompromisse beim TV schauen
  • den Ansporn was aus mir zu machen
  • Kochkreationen müssen nicht aufgegessen werden
  • kein Musikkonflikt

Singlesein sein heißt nicht gleich Einsamkeit! Viele Menschen glauben, nur zu zweit ist man vollständig, erfüllt und glücklich – Bullshit! Wer glaubt nur mit Partner als vollständig zu gelten, scheint von sich selbst nicht sehr viel zu halten und sollte dringend mal alleine sein für einige Zeit. Eine Partnerschaft ist wie ein Unternehmen mit zwei Chefs. Beide leisten und verdienen gleich. Ein für- und miteinander. Eine Partnerschaft macht ja auch keinen Sinn, wenn der Eine gibt und der Andere nicht. Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er sein Leben gestalten will – man sollte seine Lebensauffassung nur nicht anderen aufdrücken wollen.


*Schmusis = Männer, die einem Teddybär ähneln