Von sexuellen Missverständnissen und männlichen Fehlschlägen

Ich singel mich durchs Leben in einer Großstadt. Ob es mir in einer Kleinstadt anders ergangen wäre? Etwas, was ich nicht mehr erfahren werde. Da ich nicht wegen einem Studium (ich studiere ja nicht) woanders hinziehen werde, geschweige gewollt in eine Kleinstadt umziehen werde. Ich bleibe in Berlin. Meine Heimat und Herzensstadt.

Männer sind wie ein Glas Wasser. Man fängt an aus ihm zu trinken und fühlt sich erfrischend wohl und am Ende bleibt die Leere und der fade Geschmack! Ich bin keinesfalls liebesresistent, aber rückblickend frage ich mich manchmal, mit was für Exemplaren ich mich da verabredet habe. Man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Definitiv! Wenn da dieses aber nur nicht wäre …

Da gab es die beständigen Liebhaber, die eine Weile blieben und dann wieder einverständlich gingen, dann gab es die selbstbestimmten Liebhaber, die kamen und gingen wann sie wollten – Naja, von denen trennte ich mich ganz fix! Die unentschlossen Liebhaber ließen mich immer wie ein Fragezeichen stehen, weil bei ihnen immer ein Funken Hoffnung auf etwas festes im Raum stand. Zurück blieb ein zerfetztes Herz und ein wütendes Ich. Um die unentschlossenen mache ich mittlerweile einen großen Bogen. Sie gleichen einem Virus, der einen krank macht.

Wieviele Stunden ich schon in der Gemüseabteilung verbracht habe, in der Hoffnung, nach dem Apfel greift auch der Eine. Im Baumarkt hab ich es auch mal probiert, aber da halten sich in der Regel Herren jenseits der 35 auf. Wer schnell und unkompliziert mal eben kurzfristig Langeweile bekämpfen will, der gehe in eine Bar oder Club. Für mehr dienen diese Venues nicht. Selbst Konzerte gleichen einem Gral der Frustration. Dunkelheit und schubsende Zeitgenossen die nach alkoholischen Getränken gieren – als wäre die Bar ihr Messias. Der Parkaufenhalt, sobald die Temperaturen auf dem Thermometer wieder steigen, ist auch nicht zwingend die beste Option. Die Wiesen bestehen aus Pärchen, die den Platz wie Blumen einnehmen und die dazu passenden Kinder sind die Blütenstaub sammelnden Bienen. Die einzelnen Single Exemplare, vergraben sich einem dicken Wälzer und wirken nichtssuchend.

Dating-Apps hingegen sind praktisch, aber gleichen qualitativ einem Labyrinth vollgepackt mit Niveaulosigkeit und Primitivität, dass erst nach Stunden des Umherirrens etwas abwirft. Ob der Gewinn vielversprechend ist, zeigt sich in der Regel nach den ersten Sätzen.

Was ist mir dann beim daten aufgefallen? Meistens geht man dann abends etwas trinken oder essen. Vom abendlichen trinken gehen, kann ich nur abraten. Zu oft findet man sich dann in einer Situation wieder, die man so nicht geplant hat. Meistens in einem fremden Bett mit einer Erfahrung auf die man auch gern verzichtet hätte. Oder beflügelt mit neuem Selbstbewusstsein. Da bestehen keine Grenzen. Essen gehen kann ich nur empfehlen. Man lernt die kulinarischen Vorlieben und die Tischmanieren kennen. Aber am Ende stellt sich die Frage – wer zahlt? Als moderne Frau der Neuzeit, hab ich kein Problem damit selbst zu zahlen. Die Herren hingegen lassen sich in vier Typen des Bezahlens einordnen.

  • Typ 1: er zahlt aus Höflichkeit, weil er es von Haus aus so kennt. Achtung! Hier lässt sich schlecht einschätzen, ob es ein zweites Treffen geben wird. Da er immer höflich bleibt und kein Anschein von Desinteresse vermittelt.
  • Typ 2: er zahlt, weil er ein Ziel verfolgt. Nämlich dich noch am gleichen Abend ins Bett zu kriegen. Diese Herren der Schöpfung sind leicht zu durchschauen. Finger weg!
  • Typ 3: er zahlt, weil er dich wirklich sympathisch findet! Jackpot Baby! Knutschen zum Abschied erlaubt, aber nur in einer kleinen Dosis! Date Nummer 2 ist in der Regel garantiert.
  • Typ 4: ihr zahlt beide getrennt, er ist vielleicht unentschlossen oder du zu schnell mit der Geldbörse am Start. Dieser Typ Mann begegnete mir zu selten um ein abschließendes Urteil abzugeben.

Dann gibt es noch die Rubrik sexuelle Missverständnisse. Berauscht vom Date und gegenseitiger Sympathie passiert dann doch mal der eine oder andere One Night Stand. Hierbei muss vorher unbedingt geklärt werden, ob wirklich nur eine Nacht angedacht ist. Meine Erfahrungen der frühen zwanziger, waren da sehr lehrreich. Klar, man weiß ja in den seltensten Fällen wohin die Reise gehen soll, aber eine kurze Klärung ist hilfreich. Die Frage, ob man dann zum Frühstück bleibt erschließt sich von selbst – Nein!

Klar, es gibt des öfteren männliche Fehlschläge, aber selbst die haben ihre Daseinsberechtigung… Irgendwie. Wie soll man sonst heraus finden, was einem gefällt und was man eigentlich vom anderen Geschlecht erwartet.

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Autor: Ramona Luft

Ich glaube an Märchen, leben will ich aber in keinem! aboutlifeandtheotherthings.wordpress.com