Die schönste Erfahrung im Leben ist das älter werden

Ich habe mal gehört, dass man mit 30 erwachsen ist und das jetzt alles komplizierter wird. Der Alltag bekommt durch einen Job einen Kompass, der uns durch den Tag führt. Irgendwann kommen im Normalfall, so wie es uns die Gesellschaft einredet, ein PartnerIn und ein Kind dazu. Doch nicht jedes Leben verläuft normal.

Ich habe einen Job. Ich habe viele Interessen. Ich habe Freunde. Ich habe die Freiheit alles tun zu können was ich will. Kein Partner. Kein Kind oder Haustier. Ich könnte die Welt bereisen und tue es nicht. Ich lebe in Berlin. Ich hab mir sagen lassen, das Berlin eine der coolsten Städte der Welt ist – warum verreisen? Naja, so denke ich nicht wirklich, aber ich war schon reisen und andere Städte sind schön und entdeckungswürdig, aber ich bin mittlerweile so IN LOVE mit Berlin, das ich mich auf jeden Frühling, Sommer, Herbst und Winter mit ihr freue.

Die Freiheit alles tun zu können tut gut und stimmt einen nachdenklich zugleich. Ich frage mich, ob sich dieser Zustand irgendwann mal ändern wird und ich irgendwann Kompromisse eingehe, die alles verändern werden und ob es dann auch noch gut ist bzw. wird und überhaupt und sowieso. Und dann stelle ich fest, ich bin zwar 31 und führe hauptberuflich ein geregeltes Leben, aber als Nebentätigkeit bin ich Vagabund. Ich streife durchs Leben und beobachte das Geschehen von außen. Ganz still und unauffällig. Ich lebe mit der Welt und doch für mich.

Je älter ich werde umso gelassener werde ich. Meine Sinnessuche nach dem warum ist noch lange nicht abgeschlossen. Ich jage nicht mehr so nach dem Warum wie noch vor 5 Jahren. Ich suche immer noch leichtfüßig,  aber entspannt, weil ich weiß, dass das Abhetzen nur anstrengt und das die Findungssuche nicht schneller voran geht, als man erst glauben mag.

Das ist das schöne am Älter werden, man denkt sich viel öfter „erstmal abwarten und Tee trinken“.

Es gibt immer mal Momente, da möchte ich rennen so schnell ich kann und dann würde ich stehen bleiben und mich selbst ermahnen, nicht schon wieder so zu hetzen. Ich weiß doch, dass das Abhetzen sinnlos ist, Es wird sowieso passieren, wenn nicht jetzt dann irgendwann.

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Autor: Ramona Luft

Ich glaube an Märchen, leben will ich aber in keinem! aboutlifeandtheotherthings.wordpress.com