Musikfilme


Musikfilme gehören zu meinen persönlichen Lieblingsfilmen, weil ein Genre ist es glaube ich nicht?! Ich meine aber keine Musical-Filme á la My fair Lady oder Hair. Eher die Filme, die Geschichten verstorbener KünstlerInnen erzählen oder sympathische Charaktere deren Lebensinhalt die Musik ist. Folgende Filme liegen mir besonders am Herzen.


Jeder der Musik liebt und sie als einen essentiellen Teil des eigenen Lebens betrachtet, wird Almost Famous von Cameron Crowe lieben! Almost Famous beherbergt alles was Musik ausmacht: vom Musiker über Musik Magazine bis hin zum Groupie. Cameron Crowe erzählt hier eine rührende Geschichte basierend auf seinem eigenen Leben. Er hat das natürlich für die große Leinwand aufgehübscht. Die Story handelt von dem jungen William Miller (gespielt von Parick Fugit), bekam von seiner Schwester (gespielt von Zoey Deschanel), die sich mit der Mutter (Frances McDormand) nur noch gestritten hat und dann auszog um Stewardess zu werden, die komplette Musiksammlung. William entdeckte, eine für ihn unvorstellbare neue Welt – die Musik! Er fängt an in seiner Freizeit Musikartikel zu schreiben. Die Artikel landen irgendwann beim berühmten Rolling Stone Magazine. Auf einem Konzert der Band Black Sabbath lernt er Backstage die auftrebende Band Stillwater kennen. Auch wenn seine Mutter davon nicht begeistert ist, lässt sie ihn mit Stillwater auf Tour gehen. Für William beginnt eine aufregende Zeit bestehend aus Bekanntschaften mit Groupies, die keine Groupies zu sein scheinen, Drogen, Kehrseiten des Ruhms & neue Freundschaften. Toller Soundtrack! Toller Cast! Seit diesem Film bin ich Fan von Philip Seymour Hoffman. Zurecht hat der Film einen Oscar für das beste Drehbuch erhalten.


1969 fand das bis dahin größte Musikfestival der Musikgeschichte statt: das Woodstock Festival! Taking Woodstock erzählt die Geschichte des legendären Festivals. Elliot Teichberg (hier gespielt von Demetri Martin) erfährt zufällig das Michael Lang (hier gespielt von Jonathan Groff ) eine Örtlichkeit für sein geplantes Festival sucht. Seine Eltern besitzen ein Stück Land auf dem ein familienbetriebenes Motel ist. Das Land der Eltern plus dem Land des Nachbarn bietet Lang die Möglichkeit das geplante Festival statt finden zu lassen. Das Motel wird das Organisationsbüro und Elliot’s Eltern wittern einen finanziellen Clou, da das Motel ja kurz vor dem aus steht. Das Festival rückt näher und die Reservierungen der Zimmer im Motel werden nicht weniger. Normale 1-Bett-Zimmer werden dann mal zu 3-Bett-Zimmern. Keiner ahnt welches Ausmaß das Festival schließlich nehmen wird. Das Festival zieht unzählige Menschen und wahnwitzige Charaktere an. Elliot erlebt, neben berauschenden Drogenexperimenten, wohl den schönsten Sommer seines Lebens und Janis Joplin & Co liefern den Soundtrack.


Love & Mercy erzählt die Geschichte von Brian Wilson (gespielt von John Cusack, alt), dem kreativen Kopf der The Beach Boys. Paul Dano spielt Brain Wilson in den Anfängen und ruhmreichen Jahren der Band. Dano ist hier der Star des Films. Brain Wilson wird von Panikattacken heimgesucht und geht daher mit der Band nicht auf Tour, sondern zieht sich ins Studio zurück um am Album PET SOUNDS zu arbeiten. Vermehrt hört er Stimmen und verliert immer mehr den Bezug zur Wirklichkeit. Der Film springt zwischen Vergangenheit und Realität hin und her. Wir sehen Brian Wilson dann als älteren gezeichneten Mann der von seinem Therapeuten auf Schritt und Tritt begleitet wird – ich will jetzt hier nicht weiter Spoilern, nur soviel sei gesagt: Dieser Film ist wirklich einer der besten Musikfilme, den ich gesehen habe. Gefühlvoll, emotional und tiefgründig erzählt. Ich bin kein Fan der Beach Boys, aber gelegentlich ertappe ich mich beim hören des einen oder anderen Songs der Band.


Mitte der 60er Jahre erlebte der Rock´n´Roll seinen Höhepunkt in Großbritannien und die Radio Sender spielten davon nur sehr wenig. Wie gut das es Radio Rock gibt. Ein Piratensender auf hoher See, gejagt von der britischen Regierung. Die Vorlage für Radio Rock Revolution, bietet der damalige Piratensender Radio Caroline. Der Sender wird von verschobenen, charismatischen DJs geführt und erfreut sich einer großen Beliebtheit bei der Hörerschaft auf dem Festland. Beiläufige Liebesgeschichten und ein unsagbar guter Cast holen musikverliebte Zuschauer ab und schippern mit ihnen auf den Wellen der Sixties.


Neben Almost Famous gehört High Fidelity zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Nick Hornby. Rob, ein sympathischer Plattenladenbesitzer und leiden-schaftlicher Musikliebhaber in spe, wird hier von John Cusack gespielt, er erlebt zu Beginn der Geschichte die Trennung von seiner Freundin Laura (gespielt von Iben Hjejle). Er fängt an seine in die Brüche gegangen Beziehungen zu anlysieren. Nach und nach sucht er jede einzelne auf, mit der Erkenntnis… – die ich hier nicht spoilern werde! Neben Beziehungs-analysen schlägt sich Rob mit seinem Alltag im Plattenladen herum. Seine Freunde Barry und Dick schlagen Tag für Tag im Laden auf und zusammen diskutieren sie klugscheißerisch, meistens lautstark und herablassend, über Musik und erstellen eine Top 5 nach der anderen. Der Film ist Schuld daran, dass ich selbst Top 5 und Top 10 Listen von allem möglichen erstelle. Das Ergebnis könnt ihr ja gerade lesen. Charmant, witzig & begleitet von einem hörenswerten Soundtrack, kann ich euch diesen Film wirklich nur empfehlen! Wie ist eure Top 5 an Songs, die ihr an einem Sonntag morgen hören würdet?


Hätte ich damals Jack Black als Musiklehrer gehabt, dann wäre ich jetzt wahrscheinlich Rockstar. School of Rock ist der Film für die vielen Erwachsenen, die einen fürchterlichen Musikunterricht in der Schule über sich ergehen lassen mussten – meiner war nicht schlecht, aber die Unterrichtsstunden in School of Rock sind halt besser! Jack Black schlüpft hier in die Rolle eines Vertretungslehrers. Weder qualifiziert noch sonderlich ambitioniert ein vorzeigbarer Lehrer zu sein, nutzt er das musikalische Können der Kids für eigene Zwecke. Kurz vorm Finale von Battle of the Bands, wird er von seiner Band rausgeschmissen. Überrascht von den Kids, schmiedet er einen Racheplan gegen seine ehemaligen Bandkollegen mit den Kids beim Battle of the Bands aufzutreten. Er kreiert ein neues Fach: Rockmusik! Die Erzeugerfraktion, sowie die gesamte Lehrerschaft der Kinder darf davon natürlich nichts mitbekommen. Jeder Schüler erhält eine bestimmte Funktion. Black ist zudem schockiert von den rock-geschichtlichen Kenntnissen der Kids, so dass er ihnen zusätzlich alles über Rockmusik lehrt. Willkommen in der School of Rock, die Schule die ihren Kindern lehrt ein rebellischer Rockmusiker zu werden!


Warum Cadillac Records hierzulande keine große Beachtung fand, kann ich auch heute immer noch nicht nachvollziehen. Der Film strahlt mit einem großartigen Cast! Das reale Label Chess Records, war DAS Blues-Label, dass afroamerikanische Musiker unter Vertrag genommen hat. Der Film erzählt die Entstehungsgeschichte des Labels und den Aufstieg vieler uns bekannter Künstler wie z.B. Muddy Waters, Etta James und Chuck Berry. Leonard Chess gespielt von Adrian Brody bandelt irgendwann mit Beyonce an, die Etta James spielt und somit bekommt der Film auch eine komplizierte Wendung einer hoffnungslosen Liebe. Holt die Plattenspieler raus und genießt den unvergleichbaren Sound der 50er!


Walk the Line darf natürlich nicht fehlen! Joaquin Phoenix als Johnny Cash und Reese Witherspoon als June Carter Cash spielen sich mit ihrer herausragenden Leistung in die Herzen der Zuschauer und Kritiker. Der Film basiert auf dem Leben von Johnny und June. Johnny’s musikalischer Werdegang polarisiert die Geschichte. Liebe, Drogen, Musik gepaart mit liebenswürdigen, eigensinnigen Persönlichkeiten versetzen uns in eine Zeit, in der Tonträger noch einen Wert hatten…


Ray Charles ist auch heute noch der King of Soul. Er kombinierte Rhythm und Blues mit Gospel – der Soul entstand! Bei Ray handelt es sich erneut um ein BioPic. Ich bereue es bis heute zutiefst mir diesen Juwel, unter meinen ganzen Lieblingen in der Kategorie Musikfilm, nicht im Kino angeschaut zu haben. Kurz vor Ende der Dreharbeiten verstarb Ray Charles (gespielt von Jamie Fox und konnte die Lobeshymnen, die der Film einheimste, nie miterleben. Der Film erzählt Ray’s Geschichte auf dem Weg zur Soul Legende und die dramatischen Tiefpunkte bis in die 70er Jahre. Wir erfahren, dass er als Kind an einem Glaukom erkrankt ist, sowie er anhand eines einfachen Tricks, trotz seiner Blindheit erkennt, ob eine Frau (für seinen Geschmack) hübsch oder nicht hübsch ist. Ich sag nur hit the road Jack!


A Star Is Born lief erst dieses Jahr im Kino, hat sich aber sofort einen Platz in meinem Herzen gesichert. Die Story ist schon sehr alt, fiktiv und wurde schon mehrmals verfilmt. Die Story : Eine junge Frau mit einem unglaublichen Gesngstalent trifft auf einen Mann (der wiederum mit Selbstzweifel vollgepackt ist), der ein erfahrener Dude im Showbusiness ist und wie so oft den Drogen verfallen ist. Keine unbekannte Story. Lady Gaga und Bradley Cooper spielen hier mit viel Leidenschaft, Tiefe und Hingabe. Es hat sich ausgezahlt, das Lady Gaga darum gebeten hat, dass Musik und Gesang von den Darstellern selbst performt werden soll. Ein ergreifender Soundtrack gepaart mit einen erstklassigen Schauspiel, katapultiert sich der Film zu einem der beste Filme des Jahres 2018.