A Writer’s Diary #1

Wie schreibt man eigentlich ein Buch? Diese Frage stelle ich mir seit Jahren. Seit so vielen Jahren brennt in mir dieses Vorhaben ein Buch zu schreiben. Getriggert von einem „sehr gut“ bewerteten Aufsatz in der 10. Klasse. Es weckte die Lust und Motivation in mir zu schreiben. Ich schreibe also schon seit fast 17 Jahren. Meistens über Musik. Dann eine Ewigkeit auf Myspace. Über den Alltag, nichts ernsthaftes. Es hatte keinen roten Faden, eher so Momentaufnahmen. Irgendwann hörte ich damit auf. Ich schrieb gar nicht mehr. Der Alltag stellte sich meiner Schreibfeder in den Weg. Baute Mauern. Nein, meine Schreibfeder war gefangen wie Rapunzel. Ohne einen Zopf und ohne einen Prinzen und ohne einen heldenhaften Befreiungseinsatz.

Ich liebe Bücher. Ich liebe es zu lesen. Man kann in ihnen so herrlich entspannen, in andere Welten und Menschen abtauchen. Schon als kleines Kind türmte ein Stapel Bücher neben meinen Bett. Ich las mal mehr mal weniger. Jetzt im Zuge meines Vorhabens, ein Buch zu schreiben, mehr als je zuvor.

Warum eigentlich ein Buch? Ich liebe halt Bücher und was die in ihn beherbergten Geschichten bei Menschen auslösen. Irgendwie gibt es da dieses Bedürfnis nicht nur einfach so leben zu wollen, sondern etwas schaffen zu wollen. Bücher sind zeitlos. Kunst ist zeitlos. Menschen kommen und gehen. Beziehungen jeglicher Art kommen und gehen, aber Bücher sind zeitlos. Goethe verweilt ja auch schon Jahrzehnte in den Schulen und das nicht nur in Deutschland. Es klingt hart, aber Kunst hat im Endeffekt mehr wert als Menschen. Sind wir mal ehrlich, wir erinnern uns immer an Werke, weniger an die, die sie erschaffen haben. Wir merken uns die Namen und irgendwann geht er abhanden, aber das Werk fällt uns immer ein. Oder wisst ihr wer den Radiergummi erfunden hat? Nein? Ich auch nicht.

Letztes Jahr stürzte der Turm ein und ich hatte meine geliebte Schreibfeder wieder. Der Grund dafür, dass der Turm einstürtzte? Burnout. Aber darüber soll es hier nicht gehen.

Ich glaub das Wirrwarr von mehreren kleineren Geschichten existiert schon knapp 2 Jahre in meinem Kopf. Ich schrieb keine nieder. ich behielt alles im Kopf. Auch wenn ich mal zu tief ins Glas schaute, verschwanden die Geschichten nicht. Auch Liebeskummer, Wut und andere krasse Emotionen katapultierten sie nicht raus aus meinem Hirn. Alles blieb an Ort und Stelle.

Im August hab ich drei Wochen Urlaub. Alles sollte dann starten. Plot, detailierte Beschriebeung der Figuren, Orte und so weiter. Doch dann las ich von Joel Dicker „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“. Mein Herz versank in Dickers Worten und irgendwie merkte ich, das ich die ganzen Geschichten in meinem Kopf auch einfach miteinander verbinden könnte. Warum auch nicht? Ich lebe in einer Großstadt und hier passieren ja auch vieles gleichzeitig. Vielleicht ist das auf einem Dorf anders, aber das Feeling, dass man in einer Großstadt fühlt, liegt mir mehr.

Ich nahm ein Notizbuch zur Hand und fing an …

Es gibt Tage, die entpuppen sich als Flauten und andere Tage laufen besser. Aber ich bin noch im Stadium „Ich schreibe mein Notizbuch voll, bevor ich mich an den Notebook setze“. Eine Schreibmaschine wäre mir lieber. Ich würde mich dann wie Capote, Kerouac oder Salinger fühlen. Oder es mir zu mindestens einbilden.

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Anders als gedacht und doch irgendwie gut

Anfang Mai schrieb ich meinen letzten Blogbeitrag. Also ein guter Monat Schreibabstinenz. Doch was war los? Ich hatte Blogbeiträge angefangen und schon genau überlegt, wann sie online gehen sollten. Doch dann kam etwas dazwischen. Nicht nur das, es sollte mein Schreibverhalten von Grund auf verändern.

Ich verfiel den Werken von Joel Dicker. Ich wollte nur noch lesen. Und dann auf einmal … ich begann die vielen kleinen Geschichten in meinem Kopf auf Papier festzuhalten und tue es immer noch. Ich begann mit dem Arbeiten an meinem ersten Buch. Zwar bespaße ich noch das Notizbuch und die Lust am Lesen ist auch nicht weniger geworden, aber das Bloggen hier fließt demnach nicht mehr so, wie ich es mir erst vorgenommen hatte. Hoch motiviert war ich zu Beginn des Jahres. So mit Konzept und so. So mit Wochenplan und so. Die Gedanken flossen nur so und Spaß und Arbeit wurden eins. Ich blogge immer noch gerne, nur gerade kann ich meine Gedanken und Schreibambitionen nicht in zwei teilen. Wäre ich Schizophren würde das ja gehen (ohne jemanden mit der Krankheit zu nahe zu treten).

Ich lese wieder viel, weil es mir für das Buch reihenweise Inspiration schenkt. Von Schreibstil über Beschreibungen von Situationen und Charakteren. Was lohnt sich ausführlicher beschrieben zu werden und was wiederum weniger zu beschreiben. Ich sauge das förmlich auf, wie das Wasser meine Kehle an einem hitzigen Sommertag.

Ende Juni veröffentliche ich wieder einen Beitrag zum Lesemonat Mai/Juni. Es sind wunderbare und brillante Bücher dabei.

Wie das hier jetzt weitergeht?

Gute Frage. Nur die Antwort bleibt aus. Ich glaube auf den Moment mit dem Buch hab ich lange gewartet und mag ich nicht mehr hergeben. Der Blog bleibt ja. Nur werde ich nicht mehr, so lange das Buch in arbeit ist, an den vorbestimmten Tagen und in den vorbestimmten Kategorien bloggen. Das überlasse ich meiner Spontanität.

Ich weiß nicht wie lange man für ein Buch an Zeit benötigt. Ich schreibe ja auch nicht jeden Tag, aber ich denke jeden Tag daran und mein Kopf wirkt dabei wie eine Cloud und merkt sich soviel und alles landet dann in meinem Notizbuch.

Nebenbei gehe ich ja noch arbeiten, schlafe, esse, trinke, liebe gelegentlich und entspanne im Kino. Die Hitze schafft mich, aber das ist nichts neues.

Ich bin also nicht verschwunden oder gar abgetaucht. Ich schreibe viel. Nur halt eben nicht hier.

Vom eigenen Schatten überspringen und einfach mal machen

Ich habe schon lange mal mit dem Gedanken gespielt mich fotografieren zu lassen. Keine Bewerbungsfotos, keine typischen Bloggerfotos, sondern Fotos die sehr viel mehr von mir zeigen. Fotos bei denen ich über meinen eigenen Schatten springe und ich mich einfach mal komplett zeige. So wie Gott … naja eigentlich meine Eltern … mich schufen.

Ich selbst wäre dennoch nie auf die Idee gekommen, einen Fotografen oder eine Fotografin anzusprechen bzw. anzuschreiben, um solche Fotos von mir machen zu lassen – nämlich ein Boudoir Shooting.

Mit dem Gedanken spielen, ob man sich sowas vorstellen könnte – ja! Es dann umzusetzen eigentlich auch nur, weil ich angefragt wurde.

Von der Anfrage bis zum Shoot vergingen mehrere Wochen und am Dienstag war es soweit. Da stand ich inmitten meines Wohnzimmers und kam mir etwas unbehaglich vor. Ich fotografiere mich ja selbst nicht so oft und lasse mich auch nicht großartig fotografieren, weils mich auch nicht so reizt. Ich schau mir lieber andere Menschen auf Fotos an. Ich mach von mir eher ein paar Fotos und die reichen dann für eine Weile.

Dann lag ich auf meinem Bett. In Unterwäsche und irgendwie verkrampft, keine Peilung von irgendwas. Ich habe mir nicht wirklich Gedanken gemacht, geschweige denn was ich für Unterwäsche bzw. Dessous habe um mich darin ablichten zu lassen. Ich musste auch feststellen, ich hab da nicht wirklich viel. Könnte ich ändern, aber die wirklich schönen Teile kosten auch Unmengen von Geld. Ganz so blöde hab ich mich dann doch nicht angestellt, jedenfalls bestätigte mir das der Fotograf, aber bis auf ein paar wenige Bilder, konnte ich mich mit mir auf den Bildern nicht so wirklich anfreunden. Wir sind zwar nicht ganz fertig geworden und wollen noch ein zweites Shooting machen, aber das Bedürnis jetzt regelmäßig Fotos von mir zu machen habe ich jetzt nicht verspürt.

Das liegt keinesfalls am Fotografen, aber angezogen fühle ich mich doch irgendwie wohler.

Ich mag mich so wie ich bin, aber ich glaube ich bin weit von Selbstliebe entfernt und der vollkommenen Akzeptanz meines Körpers gegenüber. Ein ewiges Hin und Her. Von ich fühl mich ja wohl so wie ich bin und ich würde mich gern zum Mond schießen. Zumindest bin ich nicht prüde. Das ausziehen viel mir nicht schwer und unwohl fühlte ich mich nicht. Zumindest fühlte ich mich ohne Kleidung wohler als mit, aber das anschauen der Fotos war dann doch etwas anderes.

Vielleicht muss ich mich nur daran gewöhnen mehr Fotos mit mir anzuschauen? Vielleicht ist das auch einfach nichts für mich … Jetzt. Zu diesem Zeitpunkt, stehe ich eher etwas irritiert neben mir, aber irgendwie fühlte es sich auch richtig und wichtig an.

Irrungen und Wirrungen pur!

Monatsreflexion 04/19

April geschafft. Obwohl. Das Highlight erwartet mich noch am letzten Tag. Dienstag. Wenn ich es nicht mache, dann ist es ja doof, wenn ich davon erzähle! Also, ich schweige vor mich hin.

Was war sonst noch so los? Ich war nur einmal im Kino. Gestern. Avengers: Endgame! Schreib vielleicht noch ne Review. Ich sammel mich noch, weil ich noch verwirrt bin, was ich da gesehen habe. Schock. Trauer. Und dennoch Freude. Ein Wechselbad der Gefühle.

Sooo, ansonsten schleift meine Lesechallenge, obwohl ich ein paar Bücher verschlungen habe, war es nicht meine Bestleistung.

Dann arbeite ich wieder an ein paar kleinen Änderungen bezüglich der Optik des Blogs.

Ach, dann hab ich fast jeden Monat einen Aha-Moment! Im April: Schreibe nie wieder einem wildfremden Mann aus der WordPress-Community eine Mail. Der ganze Dialog ging in eine Richtung … Ja, ich weiß ja nicht, ob der Knilch real einen an der Waffel hat, aber irre ich mich oder entscheidet man sich nicht immer individuell wie man jemanden schreibt? Also die Wortwahl … und hat es nicht irgendwie mit Mansplaining zu tun, wenn er mir erzählen wollte, dass ich nur so tue als ob und scheinheilig in der Online-Welt etwas vorgebe zu sein, was ich beim Wortwechsel mit ihm nicht zu sein scheine … ich las jede einzelne Mail ein paar Mal und dachte mir: der muss wirklich einen an der Waffel haben! Ich weiß ja nicht, was es mit der angeblichen Scheinheiligkeit auf sich hat, wenn ich von meinem Single-Leben schreibe, wenn ich davon schreibe … naja, ihr wisst schon … man kann etwas suchen, aber ich bin nicht Captain America, der an jemanden hängt und nicht los lassen kann und sich deshalb in der Gegenwart nicht fallen lassen kann. Klar, sowas ist schön, aber das ist Hollywood. Die Realität sieht halt anders aus. Mein Herz sucht, aber mein Unterleib kann sich auch fallen lassen. Ich betreibe ja kein Dating- bzw. Sexmarathon. Nicht jede Bekanntschaft zerre ich in mein Bett. Ich hab ein Jahr Ebbe hinter mir und robbe immer noch am trockenen Strand entlang. Und wenn mir dann jemand schreibt, er würde mich gerne auf die **** küssen und es könnte ja mehr sein … da würde ich gern mein Waffeleisen nehmen und es ihm um die Ohren hauen! Wenn ein Mann sich durch meine Texte über Sex und was weiß ich nicht animiert fühlt mir sowas zu schreiben, weil ich ja so versext erscheine, ist für mich ein typischer Mann! Ja, ich schreibe über Sex. Ja, ich mag Sex. Und? Ist das ein Grund mir so ungeniert versaut entgegen zu kommen? Nein! Und mir dann noch so blöde entgegen kommen, das ich ne Therapie brauche! Junge, nun ändere mal dein Waffelrezept! Achja, im übrigen betreibe ich Online-Dating schon seit meinen Teengerjahren … japp über 20 Jahre und ja auch ohne Computer und Smartphone habe ich Männer kennengelernt. Egal, ob online oder real, da war halt bisher noch nix dabei … die Welt geht davon nicht unter. Mein Opa hat die wahrhaftige Liebe erst mit 80 kennengelernt. Meine erste Liebe und die Geschichte meines Opas haben mich geprägt. Vor allem dieses ganz bestimmte Gefühl von damals halte ich in Ehren. Wenn mir irgendwann mal jemand begegnet, der genau dieses Gefühl von Sicherheit und Glückseligkeit wieder in mir auslöst, werde ich ihn nicht mehr los lassen, aber bis dahin erfreue ich mich an gelegentliche Vergnügungen. Was ist dein Problem? Ach, lassen wir das, dass würde ja doch nur in einer sinnlosen Belanglosigkeit enden ….

Ich freu mich auf den Mai!

Haters gonna hate

Mein Blog ist ein Gedankenkarussell. Kein Leitfaden. Ich bin kein Moralapostel. Manch einer findet das vielleicht doch. Meine Worte kommen mal so und mal so an. Die eine Seite fühlt sich verstanden, die andere Seite muss jedes einzelne Wort auf die Goldwaage legen. Einen damit aufziehen und über einen herfallen. Naja, dass spiegelt mir halt online – real erlebe ich das pausenlos – das typische Bild unserer Gesellschaft wieder.

Ich befinde mich mit meinem Blog noch in der Findungsphase. Ich bin im zweiten Jahr und teste was lesenswert sein könnte und was nicht. Und ja ich bin direkt und ja ich bin offen, aber ich allein entscheide wie offen und wie direkt! Ach ja, so mach ich das auch mit Kommentaren. Ich entscheide was online geht, dass hat nix mit Egoismus oder einer Sucht nach virtueller Anerkennung zu tun. Ich glaube, dass das bei den kommentierenden Personen eher mit dem Gefühl des beleidigt sein zu tun hat. Die Personen denken sich bestimmt: das ist nicht nett, meine Worte sind wichtig!

Dann ab in die Politik mit euch! Traut euch. Werdet Politiker, aber verschont mich und meinem kleinen Blog! Ich wüte auch nicht in anderen Kommentarboxen! Ich klick gern auf GEFÄLLT MIR, aber schreibe eher selten etwas. Nur selten, weil der Text mir nicht zwingend eine Frage entgegen donnert um sie auch zu beantworten. Wer real nicht gehört wird versucht es halt virtuell – in dem man den Schreibenden oder die Schreibende schlecht macht und die zu kennende Persönlichkeit versucht schlecht zu reden und des praktizierenden Widerspruchs bezichtigt.

Wenn ich von meinem Singledasein berichte, merke ich das ich mit meinen Gedankengängen nicht allein dastehe. Das man es widersprüchlich findet das ich einerseits Liebe suche, aber zu einer oder mehreren unverbindlichen Nächten auch ja sagen kann, versteht nicht jeder, aber unverstanden bleibe ich deshalb nicht. Jeder braucht Nähe. Körperliche Nähe. Streicheleinheiten… Muss ich das weiter ausführen? Ich glaube nicht. Das das nichts mit der Liebe an sich zu tun hat, weiß ich. Man nennt es Bedürfnisse stillen. Wer das nur in Kombination mit einem geliebten Menschen kann ist doch ok und nicht verwerflich, aber verurteilt die bitte nicht, die das nicht so praktizieren.

Das ich einen herberen Ton an den Tag lege, was die eine oder andere männliche Bekanntschaft betrifft ist normal. Ich geh ja nicht permanent happy durchs Leben und mach nur positive Erfahrungen. Aus manchen Erfahrungen mit Männern geht man gefrusteter heraus als bei manch anderer. Das hat ja nichts mit der Person an sich zu tun, sondern mit dem Verhalten! Ich halte es meistens allgemein, weil mir das beim Schreiben irgendwie einfacher fällt. Mir liegt ja nichts daran Hasstriaden auf einzelne Männer zu halten.

Scheiße, ein Widerspruch! Klar, benenne den einen Mann, damit wir uns nicht ALLE angesprochen fühlen, sondern nur die Person die es betrifft!

Kann ich, aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht wie lange ich die Kategorie HOW TO BE A SINGLE? noch befüllen werde. Ich verarbeite in der Kategorie Erfahrungen aus meinen Zwanzigern. Ja, der Erfahrungsschatz ist auch langsam aufgebraucht und ich, auch wenn ich Single bin, zufrieden. Ich lerne nur zu gerne neue Menschen und andere Gedanken kennen und wenn sich etwas daraus ergibt – warum nicht?

Liebe Damen, die ihr das hier liest, wurde euch auch schon mal gesagt, wer Online-Dating betreibt ist eine Schlampe? Das hab ich der Tage indirekt an den Kopf geworfen bekommen. Erfahrungen damit? Gerne in die Kommentar-Box damit. Ach ja, ich meine hierbei ausschließlich die Damen!!!

Ich schreibe diese Zeilen, weil ich mir und meinem Kopf mal Luft machen muss.

Mich erreichten Nachrichten und Kommentare von Männer, die mir genau das mitteilten. Ich würde eine Doppelmoral vertreten, scheinheilig sein und mich als jemand beschreiben, der offen für Kritik zu sein scheint (und die war nicht mal konstrunktiv, eher gefrustet, weil ich ihnen nicht das antwortete was sie hören wollten), aber nicht so agiere, wie sie es sich erhofften.

Ich bin in meinem zweiten Blogjahr und weiß, dass es hier genauso irre zugehen kann, wie außerhalb dieser vier virtuellen Wände, aber ehrlich gesagt werde ich in Zukunft alles unkommentiert löschen. Was soll ich mich mit frustrierten, sonderbaren Menschen beschäftigen, die nichts von der Impressumspflicht (die in Deutschland herrscht) halten und der Meinung sind nur weil ich hier über Sex schreibe mir mit annäherungsunwürdigen Buchstabenfirlefanz entgegen zu kommen, dann immerzu Blogbeiträge wie diesen zu schreiben?

Nö! Nervt mich schon allein, dass ich diesen merkwürdigen Erscheinungen einen eigenen Blogbeitrag widme!

Frohe Ostern.

Könnt ihr mir helfen?

Ich recherchiere gerade für meine nächste „Tabu-Edition“ und dafür bedarf es auch andere Meinungen. Es geht um das Thema: Beziehungsmodelle! Diverse-Dating-Apps sind gut um mit den Herren der Schöpfung, die mit ihrer Partnerin nicht monogam lieben, in Kontakt zu treten. Nur, verschieben sich immer wieder die Verabredungen, weil irgendwie gefühlt immer ein Weltuntergang dazwischen kommt! Wenn nichts dazwischen kommt, habe ich nach Ostern ein Treffen … aber ein Tag steht noch nicht fest, hmpf! Dann mag mir die Autorin eines Buches, dass ich zu meiner Recherche hinzugezogen habe, gern ein paar Fragen beantworten ….

Alles schön und gut, aber was haltet ihr davon, wenn ihr mir helfen würdet? Und wie? – fragt ihr euch jetzt bestimmt!

Wer selbst keine Erfahrungen hat, könnte mir doch einfach schreiben, was er davon hält? Würde etwas anderes als Monogamie in Frage kommen? Wer Erfahrungen damit hat oder sogar Bekannte oder Freundschaften hat die nicht monogam leben … immer her damit?

Gerne verweise ich auf meinen Blogbeitrag „VERLOREN IM HOLLYWOOD-MÄRCHENWALD ODER WIE MAN ZWISCHENMENSCHLICHE NÄHE AUCH ANDERS KONSUMIEREN KANN“

Kommentiert gerne unten in der Kommentar-Box oder schreibt mir eine Email an ramonaluft.berlin[at]gmail.com

Es gibt zwar nichts zu gewinnen, aber ewige Dankbarkeit!

Danke!

GHOSTING & Co – Nachrichten ins Leere! Wir müssen wieder mehr miteinander kommunizieren als uns zu konsumieren

Zwei Menschen lernen sich kennen. Sie haben Dates. Kommen sich näher. Treffen sich regelmäßiger. Sie verstehen sich gut. Es könnte mehr sein als eine Affäre. Auch wenn sie sich nicht sehen, schicken sie sich Kurznachrichten. Sagen einander das sie sich mögen und die Zeit die sie miteinander verbringen unendlich erscheint. Die Wochen vergehen. Plötzlich, wie aus dem Nichts meldet sich einer nicht mehr. Versendete Nachrichten nehmen Platz im Wartesaal der Leere. Keine Antwort. Die Fragezeichen summieren sich und die anfängliche Verliebtheit schwindet mehr und mehr. Irgendwann werden keine Nachrichten mehr versendet, denn Geister können nicht antworten.

Das Geister doch antworten können beweist uns Patrick Swayze in „Ghost – Nachricht von Sam“. Doch kann man Sam nicht mit den Geistern aus der wahren Welt vergleichen. Männer und Frauen zugleich. Anfängliches Interesse verschwindet wie eine Flasche im Leergutautomaten.

In Zeiten des Online-Datings wird es immer schwieriger sein Gegenüber zu durchschauen. Haben die flüchtigen Berührungen etwas zu bedeuten? Sollen die verschenkten Komplimente mir nur imponieren? Küssen wir für den Frieden oder für die Liebe? Haben WIR einfach nur Spaß oder DU allein?

Was betreiben wir da eigentlich mit uns und den Menschen um uns herum? Je nach Lust und Laune melden wir uns. Die eine Bekanntschaft halten wir uns warm auf der Ersatzbank, die andere wird blockiert und landet somit auf dem Dating-Friedhof. Ein Friedhof auf dem Zombies aus ihrem Grab entsteigen und genauso verkorkst durch die Dating-Landschaft spazieren wie die, die die Zombies erschaffen haben. Könnten wir uns mal bitte auf das besinnen das zählt wenn sich zwei Menschen begegnen: KOMMUNIKATION!

Man könnte sich jetzt fragen: Was will sie denn? Wir kommunizieren doch miteinander! Nein, wir konsumieren! Das ist ein Unterschied! Das was wir da betreiben ist Recherche am Gegenüber um einschätzen zu können, was die Person von einem möchte. Der typische Small Talk und immer ganz flirty dabei. Das Internet ist unsere Realität. Wir die Digital Natives, die Millennials, die die Babyboomer belächeln. Die Generation WHY (beziehungsweise die Generation Z), die auf die Straße geht und demonstriert, die Missstände beim Namen nennt, öffentlich kritisiert und den Generationen der vergangenen Zeit gepflegt den Mittelfinger zeigen kann ist dennoch verkorkst.

Liebe wirkt wie ein Weltwunder und Sex ist so einfach zu bekommen, wie das Brot im Supermarkt.

Unsere Generation ist eine der kommunikationsfreudigsten Genrationen. Wir haben so viele Möglichkeiten mit anderen in Kontakt zu treten. Beruflich, wie privat schweben wir in einer Kontaktblase der Leichtigkeit. Andererseits können diese vielen Möglichkeiten von allem, einen auch erdrücken und dann sehnen wir uns nach etwas mehr Tiefe, mehr Beständigkeit und mehr Zuverlässigkeit. Diese Phase der Zeit, in der wir Leben, erscheint mir fast wie die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Nur das die Menschen damals alles verloren haben und sich alles wieder aufbauen mussten. Sie wollten wieder etwas besitzen, sie sehnten sich nach Stabilität und nach klaren Verhältnissen. Heutzutage können wir uns sowas nicht mehr wirklich vorstellen. Nur die Erzählungen älterer Generationen holt uns von Zeit zu Zeit auf den Boden der Tatsachen zurück – bis zum nächsten digitalen Fortschritt!

Wir sind keinesfalls beziehungsunfähig! Doch die Schnelllebigkeit, der unaufhaltsame Fortschritt und der gesellschaftliche Druck blockieren uns und das natürliche Bedürfnis sich binden zu wollen. Wir haben Kontakte, aber selten mit der Tiefe und Wahrhaftigkeit, die uns die Hollywood Studios versuchen zu verkaufen.

Wenn wir Online sind, sind wir auch irgendwie in der Realität, weil wir ja permanent Online sind. Selten Offline und vollkommen greifbar. Seit über 10 Jahren gehören soziale Netzwerke zu unserem Leben. Was mit MySpace und StudiVZ begann, stagniert gerade mit Facebook, Instagram, Twitter & Co. Anfänglich haben wir in sozialen Netzwerken unsere realen Kontakte eingesammelt und Dinge die wir mögen in einer digitalen Wolke abgespeichert. Uns daran erfreut und so wie es war für gut befunden.

Neben Netzwerken, Freunde wieder finden und die Präsentation vom Musikgeschmack fingen wir auch an nach der Liebe zu suchen. Während die Kontakte, die man real kennen lernte immer weniger wurden, tummelten sich online immer mehr potenzielle Frösche zum Küssen. Es fing mit chatten bei Spinchat und Konsorten an. Wochenlang schreiben und Fotos austauschen und nun wischen wir Fotos nach links oder rechts auf Tinder. Gefällt dem Betrachter*in das was er/sie sieht, folgt eine Konversation und relativ schnell ein Treffen.

Dann findet man sich im Datinggeschehen wieder. Wo hingegen früher – also wirklich früher, so richtig früher – eine Verabredung reichte um zu wissen, ob man den Mann oder die Frau vom Fleck weg heiraten will, verhält es sich heute ganz anders. Da können sich in einem Menschleben um die 100 Dates ansammeln, die Lippen wund geküsst werden und die Bettwäsche in einem nie endenden Waschvorgang vor sich hin waschen.

Wir sammeln unbewusst und irgendwann wird das Sammeln zum konsumieren. Wir konsumieren Menschen! Bei Kaffee und Brot versteh ich das, aber Menschen? Ab wann geriet das eigentlich aus dem Ruder?

Das Dating 2.0 oder haben wir schon 3.0 oder sogar 4.0? Keine Ahnung. Auf jeden Fall ist das heute verrückter und merkwürdiger denn je. Während vor ein paar Jahren Ehrlichkeit und Offenheit das oberste Gebot waren mit Sätzen wie „ich suche etwas festes“ oder „ich will nur das eine“, werden wir heute hingegen mit „mal schauen, wenn es passt“ oder „ich suche eine Freundschaft+“ in die Ratlosigkeit gedatet.

Sex hat heute nur noch selten eine Bedeutung in der Phase des Kennenlernens. Die an den Haaren herbei gezogenen Dating-Regeln à la „nicht beim ersten Date miteinander schlafen“ oder „erst drei Tage nach dem Date melden“ fanden und finden keinen Anklang oder wurden und werden geschmeidig ignoriert. Wir machen das worauf wir Lust haben, ohne über die Konsequenzen unseres Handelns noch einmal gründlich nachzudenken oder wirklich zu wissen was wir wollen!

Wir wollen Nähe, Beständigkeit, Wärme und obendrein den besten Sex, den Adam und Eva abliefern können. Das gleiche gilt natürlich auch für Adam & Adam oder Eva & Eva oder oder.

Wir sind nicht scheu mit unseren Worten und landen auch oft im Sexting. Während die weniger intelligente Liga der Männlichkeit Dickpics verschickt und viele Frauen ein verschobenes Bild von Weiblichkeit anerzogen bekommt und darauf ausgerichtet ist dem Mann und generell der Außenwelt zu gefallen, prallen antike und aktuelle Weltansichten permanent aufeinander. Dinge die Frau oder Mann machen sollen um zu gefallen und heiratswürdig zu erscheinen gepaart mit junger Arroganz und Überheblichkeit katapultieren wir uns dahin, wo wir nie ankommen, nämlich ins irgendwo und wofür? Ja, wofür eigentlich? Mit Liebe und ankommen hat das nichts zu tun. Eher mit einem Wettbewerb der Sinnlosigkeit und Befriedigung des eigenen Egos.

Wir betreiben stattdessen Ghosting, Benching, Breadcrumbing, Submariningund Casparing. Von allem ein bisschen gut dosiert!

Statt uns bei jedem Date zu fragen WAS WÄRE WENN und es könnte ja noch etwas besseres kommen, wäre es doch genau jetzt an der Zeit, bei der ganzen Schnelllebigkeit, im Herzen eines anderen Menschen wieder so etwas wie Stabilität zu finden. So etwas wie Heimat. Wir sind alle beziehungsfähig! Wir haben Freunde. Wir verstehen uns mit Kollegen*innen. Wir hören mache Bands und Künstler schon seit mehr als 10 Jahren. Wir strahlen, wenn wir König der Löwen sehen. Wir haben ein Lieblingskneipe oder zumindest eine Lokalität in der wir uns gerne mit unseren Kontakten treffen. All das sind Indizien dafür, dass wir beziehungsfähig sind. Zu all diesen Dingen haben wir eine Bindung! Wir haben sie ganz bewusst oder unbewusst in unser Herz geschlossen und sie mit unserem Alltag kompatibel werden lassen.

Es liegt an uns und wie wir den Menschen begegnen. Doch sollten wir immer genau hinhören und das aufmerksam. Und auch wenn es bei einer Nacht bleibt oder die Begierde nur einen Sommer oder einen Winter lang hält. Wir sollten den Menschen mit mehr Tiefe betrachten und nicht nur Nutzen aus der Bekanntschaft ziehen. Wir sollten ehrlich kommunizieren und sagen wenn wir kein Interesse mehr oder generell haben. Nicht hirnlos Ersatzbänke füllen mit Mitspieler, die eh nie wirklich auf das Spielfeld dürfen. Wir sollten uns vor Augen halten was das alles mit uns macht und wohin das eigentlich führt.

Weniger Idiotie, mehr Philosophie!