A Writer’s Diary #1

Wie schreibt man eigentlich ein Buch? Diese Frage stelle ich mir seit Jahren. Seit so vielen Jahren brennt in mir dieses Vorhaben ein Buch zu schreiben. Getriggert von einem „sehr gut“ bewerteten Aufsatz in der 10. Klasse. Es weckte die Lust und Motivation in mir zu schreiben. Ich schreibe also schon seit fast 17 Jahren. Meistens über Musik. Dann eine Ewigkeit auf Myspace. Über den Alltag, nichts ernsthaftes. Es hatte keinen roten Faden, eher so Momentaufnahmen. Irgendwann hörte ich damit auf. Ich schrieb gar nicht mehr. Der Alltag stellte sich meiner Schreibfeder in den Weg. Baute Mauern. Nein, meine Schreibfeder war gefangen wie Rapunzel. Ohne einen Zopf und ohne einen Prinzen und ohne einen heldenhaften Befreiungseinsatz.

Ich liebe Bücher. Ich liebe es zu lesen. Man kann in ihnen so herrlich entspannen, in andere Welten und Menschen abtauchen. Schon als kleines Kind türmte ein Stapel Bücher neben meinen Bett. Ich las mal mehr mal weniger. Jetzt im Zuge meines Vorhabens, ein Buch zu schreiben, mehr als je zuvor.

Warum eigentlich ein Buch? Ich liebe halt Bücher und was die in ihn beherbergten Geschichten bei Menschen auslösen. Irgendwie gibt es da dieses Bedürfnis nicht nur einfach so leben zu wollen, sondern etwas schaffen zu wollen. Bücher sind zeitlos. Kunst ist zeitlos. Menschen kommen und gehen. Beziehungen jeglicher Art kommen und gehen, aber Bücher sind zeitlos. Goethe verweilt ja auch schon Jahrzehnte in den Schulen und das nicht nur in Deutschland. Es klingt hart, aber Kunst hat im Endeffekt mehr wert als Menschen. Sind wir mal ehrlich, wir erinnern uns immer an Werke, weniger an die, die sie erschaffen haben. Wir merken uns die Namen und irgendwann geht er abhanden, aber das Werk fällt uns immer ein. Oder wisst ihr wer den Radiergummi erfunden hat? Nein? Ich auch nicht.

Letztes Jahr stürzte der Turm ein und ich hatte meine geliebte Schreibfeder wieder. Der Grund dafür, dass der Turm einstürtzte? Burnout. Aber darüber soll es hier nicht gehen.

Ich glaub das Wirrwarr von mehreren kleineren Geschichten existiert schon knapp 2 Jahre in meinem Kopf. Ich schrieb keine nieder. ich behielt alles im Kopf. Auch wenn ich mal zu tief ins Glas schaute, verschwanden die Geschichten nicht. Auch Liebeskummer, Wut und andere krasse Emotionen katapultierten sie nicht raus aus meinem Hirn. Alles blieb an Ort und Stelle.

Im August hab ich drei Wochen Urlaub. Alles sollte dann starten. Plot, detailierte Beschriebeung der Figuren, Orte und so weiter. Doch dann las ich von Joel Dicker „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“. Mein Herz versank in Dickers Worten und irgendwie merkte ich, das ich die ganzen Geschichten in meinem Kopf auch einfach miteinander verbinden könnte. Warum auch nicht? Ich lebe in einer Großstadt und hier passieren ja auch vieles gleichzeitig. Vielleicht ist das auf einem Dorf anders, aber das Feeling, dass man in einer Großstadt fühlt, liegt mir mehr.

Ich nahm ein Notizbuch zur Hand und fing an …

Es gibt Tage, die entpuppen sich als Flauten und andere Tage laufen besser. Aber ich bin noch im Stadium „Ich schreibe mein Notizbuch voll, bevor ich mich an den Notebook setze“. Eine Schreibmaschine wäre mir lieber. Ich würde mich dann wie Capote, Kerouac oder Salinger fühlen. Oder es mir zu mindestens einbilden.

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Anders als gedacht und doch irgendwie gut

Anfang Mai schrieb ich meinen letzten Blogbeitrag. Also ein guter Monat Schreibabstinenz. Doch was war los? Ich hatte Blogbeiträge angefangen und schon genau überlegt, wann sie online gehen sollten. Doch dann kam etwas dazwischen. Nicht nur das, es sollte mein Schreibverhalten von Grund auf verändern.

Ich verfiel den Werken von Joel Dicker. Ich wollte nur noch lesen. Und dann auf einmal … ich begann die vielen kleinen Geschichten in meinem Kopf auf Papier festzuhalten und tue es immer noch. Ich begann mit dem Arbeiten an meinem ersten Buch. Zwar bespaße ich noch das Notizbuch und die Lust am Lesen ist auch nicht weniger geworden, aber das Bloggen hier fließt demnach nicht mehr so, wie ich es mir erst vorgenommen hatte. Hoch motiviert war ich zu Beginn des Jahres. So mit Konzept und so. So mit Wochenplan und so. Die Gedanken flossen nur so und Spaß und Arbeit wurden eins. Ich blogge immer noch gerne, nur gerade kann ich meine Gedanken und Schreibambitionen nicht in zwei teilen. Wäre ich Schizophren würde das ja gehen (ohne jemanden mit der Krankheit zu nahe zu treten).

Ich lese wieder viel, weil es mir für das Buch reihenweise Inspiration schenkt. Von Schreibstil über Beschreibungen von Situationen und Charakteren. Was lohnt sich ausführlicher beschrieben zu werden und was wiederum weniger zu beschreiben. Ich sauge das förmlich auf, wie das Wasser meine Kehle an einem hitzigen Sommertag.

Ende Juni veröffentliche ich wieder einen Beitrag zum Lesemonat Mai/Juni. Es sind wunderbare und brillante Bücher dabei.

Wie das hier jetzt weitergeht?

Gute Frage. Nur die Antwort bleibt aus. Ich glaube auf den Moment mit dem Buch hab ich lange gewartet und mag ich nicht mehr hergeben. Der Blog bleibt ja. Nur werde ich nicht mehr, so lange das Buch in arbeit ist, an den vorbestimmten Tagen und in den vorbestimmten Kategorien bloggen. Das überlasse ich meiner Spontanität.

Ich weiß nicht wie lange man für ein Buch an Zeit benötigt. Ich schreibe ja auch nicht jeden Tag, aber ich denke jeden Tag daran und mein Kopf wirkt dabei wie eine Cloud und merkt sich soviel und alles landet dann in meinem Notizbuch.

Nebenbei gehe ich ja noch arbeiten, schlafe, esse, trinke, liebe gelegentlich und entspanne im Kino. Die Hitze schafft mich, aber das ist nichts neues.

Ich bin also nicht verschwunden oder gar abgetaucht. Ich schreibe viel. Nur halt eben nicht hier.

Vom eigenen Schatten überspringen und einfach mal machen

Ich habe schon lange mal mit dem Gedanken gespielt mich fotografieren zu lassen. Keine Bewerbungsfotos, keine typischen Bloggerfotos, sondern Fotos die sehr viel mehr von mir zeigen. Fotos bei denen ich über meinen eigenen Schatten springe und ich mich einfach mal komplett zeige. So wie Gott … naja eigentlich meine Eltern … mich schufen.

Ich selbst wäre dennoch nie auf die Idee gekommen, einen Fotografen oder eine Fotografin anzusprechen bzw. anzuschreiben, um solche Fotos von mir machen zu lassen – nämlich ein Boudoir Shooting.

Mit dem Gedanken spielen, ob man sich sowas vorstellen könnte – ja! Es dann umzusetzen eigentlich auch nur, weil ich angefragt wurde.

Von der Anfrage bis zum Shoot vergingen mehrere Wochen und am Dienstag war es soweit. Da stand ich inmitten meines Wohnzimmers und kam mir etwas unbehaglich vor. Ich fotografiere mich ja selbst nicht so oft und lasse mich auch nicht großartig fotografieren, weils mich auch nicht so reizt. Ich schau mir lieber andere Menschen auf Fotos an. Ich mach von mir eher ein paar Fotos und die reichen dann für eine Weile.

Dann lag ich auf meinem Bett. In Unterwäsche und irgendwie verkrampft, keine Peilung von irgendwas. Ich habe mir nicht wirklich Gedanken gemacht, geschweige denn was ich für Unterwäsche bzw. Dessous habe um mich darin ablichten zu lassen. Ich musste auch feststellen, ich hab da nicht wirklich viel. Könnte ich ändern, aber die wirklich schönen Teile kosten auch Unmengen von Geld. Ganz so blöde hab ich mich dann doch nicht angestellt, jedenfalls bestätigte mir das der Fotograf, aber bis auf ein paar wenige Bilder, konnte ich mich mit mir auf den Bildern nicht so wirklich anfreunden. Wir sind zwar nicht ganz fertig geworden und wollen noch ein zweites Shooting machen, aber das Bedürnis jetzt regelmäßig Fotos von mir zu machen habe ich jetzt nicht verspürt.

Das liegt keinesfalls am Fotografen, aber angezogen fühle ich mich doch irgendwie wohler.

Ich mag mich so wie ich bin, aber ich glaube ich bin weit von Selbstliebe entfernt und der vollkommenen Akzeptanz meines Körpers gegenüber. Ein ewiges Hin und Her. Von ich fühl mich ja wohl so wie ich bin und ich würde mich gern zum Mond schießen. Zumindest bin ich nicht prüde. Das ausziehen viel mir nicht schwer und unwohl fühlte ich mich nicht. Zumindest fühlte ich mich ohne Kleidung wohler als mit, aber das anschauen der Fotos war dann doch etwas anderes.

Vielleicht muss ich mich nur daran gewöhnen mehr Fotos mit mir anzuschauen? Vielleicht ist das auch einfach nichts für mich … Jetzt. Zu diesem Zeitpunkt, stehe ich eher etwas irritiert neben mir, aber irgendwie fühlte es sich auch richtig und wichtig an.

Irrungen und Wirrungen pur!

Monatsreflexion 04/19

April geschafft. Obwohl. Das Highlight erwartet mich noch am letzten Tag. Dienstag. Wenn ich es nicht mache, dann ist es ja doof, wenn ich davon erzähle! Also, ich schweige vor mich hin.

Was war sonst noch so los? Ich war nur einmal im Kino. Gestern. Avengers: Endgame! Schreib vielleicht noch ne Review. Ich sammel mich noch, weil ich noch verwirrt bin, was ich da gesehen habe. Schock. Trauer. Und dennoch Freude. Ein Wechselbad der Gefühle.

Sooo, ansonsten schleift meine Lesechallenge, obwohl ich ein paar Bücher verschlungen habe, war es nicht meine Bestleistung.

Dann arbeite ich wieder an ein paar kleinen Änderungen bezüglich der Optik des Blogs.

Ach, dann hab ich fast jeden Monat einen Aha-Moment! Im April: Schreibe nie wieder einem wildfremden Mann aus der WordPress-Community eine Mail. Der ganze Dialog ging in eine Richtung … Ja, ich weiß ja nicht, ob der Knilch real einen an der Waffel hat, aber irre ich mich oder entscheidet man sich nicht immer individuell wie man jemanden schreibt? Also die Wortwahl … und hat es nicht irgendwie mit Mansplaining zu tun, wenn er mir erzählen wollte, dass ich nur so tue als ob und scheinheilig in der Online-Welt etwas vorgebe zu sein, was ich beim Wortwechsel mit ihm nicht zu sein scheine … ich las jede einzelne Mail ein paar Mal und dachte mir: der muss wirklich einen an der Waffel haben! Ich weiß ja nicht, was es mit der angeblichen Scheinheiligkeit auf sich hat, wenn ich von meinem Single-Leben schreibe, wenn ich davon schreibe … naja, ihr wisst schon … man kann etwas suchen, aber ich bin nicht Captain America, der an jemanden hängt und nicht los lassen kann und sich deshalb in der Gegenwart nicht fallen lassen kann. Klar, sowas ist schön, aber das ist Hollywood. Die Realität sieht halt anders aus. Mein Herz sucht, aber mein Unterleib kann sich auch fallen lassen. Ich betreibe ja kein Dating- bzw. Sexmarathon. Nicht jede Bekanntschaft zerre ich in mein Bett. Ich hab ein Jahr Ebbe hinter mir und robbe immer noch am trockenen Strand entlang. Und wenn mir dann jemand schreibt, er würde mich gerne auf die **** küssen und es könnte ja mehr sein … da würde ich gern mein Waffeleisen nehmen und es ihm um die Ohren hauen! Wenn ein Mann sich durch meine Texte über Sex und was weiß ich nicht animiert fühlt mir sowas zu schreiben, weil ich ja so versext erscheine, ist für mich ein typischer Mann! Ja, ich schreibe über Sex. Ja, ich mag Sex. Und? Ist das ein Grund mir so ungeniert versaut entgegen zu kommen? Nein! Und mir dann noch so blöde entgegen kommen, das ich ne Therapie brauche! Junge, nun ändere mal dein Waffelrezept! Achja, im übrigen betreibe ich Online-Dating schon seit meinen Teengerjahren … japp über 20 Jahre und ja auch ohne Computer und Smartphone habe ich Männer kennengelernt. Egal, ob online oder real, da war halt bisher noch nix dabei … die Welt geht davon nicht unter. Mein Opa hat die wahrhaftige Liebe erst mit 80 kennengelernt. Meine erste Liebe und die Geschichte meines Opas haben mich geprägt. Vor allem dieses ganz bestimmte Gefühl von damals halte ich in Ehren. Wenn mir irgendwann mal jemand begegnet, der genau dieses Gefühl von Sicherheit und Glückseligkeit wieder in mir auslöst, werde ich ihn nicht mehr los lassen, aber bis dahin erfreue ich mich an gelegentliche Vergnügungen. Was ist dein Problem? Ach, lassen wir das, dass würde ja doch nur in einer sinnlosen Belanglosigkeit enden ….

Ich freu mich auf den Mai!

Haters gonna hate

Mein Blog ist ein Gedankenkarussell. Kein Leitfaden. Ich bin kein Moralapostel. Manch einer findet das vielleicht doch. Meine Worte kommen mal so und mal so an. Die eine Seite fühlt sich verstanden, die andere Seite muss jedes einzelne Wort auf die Goldwaage legen. Einen damit aufziehen und über einen herfallen. Naja, dass spiegelt mir halt online – real erlebe ich das pausenlos – das typische Bild unserer Gesellschaft wieder.

Ich befinde mich mit meinem Blog noch in der Findungsphase. Ich bin im zweiten Jahr und teste was lesenswert sein könnte und was nicht. Und ja ich bin direkt und ja ich bin offen, aber ich allein entscheide wie offen und wie direkt! Ach ja, so mach ich das auch mit Kommentaren. Ich entscheide was online geht, dass hat nix mit Egoismus oder einer Sucht nach virtueller Anerkennung zu tun. Ich glaube, dass das bei den kommentierenden Personen eher mit dem Gefühl des beleidigt sein zu tun hat. Die Personen denken sich bestimmt: das ist nicht nett, meine Worte sind wichtig!

Dann ab in die Politik mit euch! Traut euch. Werdet Politiker, aber verschont mich und meinem kleinen Blog! Ich wüte auch nicht in anderen Kommentarboxen! Ich klick gern auf GEFÄLLT MIR, aber schreibe eher selten etwas. Nur selten, weil der Text mir nicht zwingend eine Frage entgegen donnert um sie auch zu beantworten. Wer real nicht gehört wird versucht es halt virtuell – in dem man den Schreibenden oder die Schreibende schlecht macht und die zu kennende Persönlichkeit versucht schlecht zu reden und des praktizierenden Widerspruchs bezichtigt.

Wenn ich von meinem Singledasein berichte, merke ich das ich mit meinen Gedankengängen nicht allein dastehe. Das man es widersprüchlich findet das ich einerseits Liebe suche, aber zu einer oder mehreren unverbindlichen Nächten auch ja sagen kann, versteht nicht jeder, aber unverstanden bleibe ich deshalb nicht. Jeder braucht Nähe. Körperliche Nähe. Streicheleinheiten… Muss ich das weiter ausführen? Ich glaube nicht. Das das nichts mit der Liebe an sich zu tun hat, weiß ich. Man nennt es Bedürfnisse stillen. Wer das nur in Kombination mit einem geliebten Menschen kann ist doch ok und nicht verwerflich, aber verurteilt die bitte nicht, die das nicht so praktizieren.

Das ich einen herberen Ton an den Tag lege, was die eine oder andere männliche Bekanntschaft betrifft ist normal. Ich geh ja nicht permanent happy durchs Leben und mach nur positive Erfahrungen. Aus manchen Erfahrungen mit Männern geht man gefrusteter heraus als bei manch anderer. Das hat ja nichts mit der Person an sich zu tun, sondern mit dem Verhalten! Ich halte es meistens allgemein, weil mir das beim Schreiben irgendwie einfacher fällt. Mir liegt ja nichts daran Hasstriaden auf einzelne Männer zu halten.

Scheiße, ein Widerspruch! Klar, benenne den einen Mann, damit wir uns nicht ALLE angesprochen fühlen, sondern nur die Person die es betrifft!

Kann ich, aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht wie lange ich die Kategorie HOW TO BE A SINGLE? noch befüllen werde. Ich verarbeite in der Kategorie Erfahrungen aus meinen Zwanzigern. Ja, der Erfahrungsschatz ist auch langsam aufgebraucht und ich, auch wenn ich Single bin, zufrieden. Ich lerne nur zu gerne neue Menschen und andere Gedanken kennen und wenn sich etwas daraus ergibt – warum nicht?

Liebe Damen, die ihr das hier liest, wurde euch auch schon mal gesagt, wer Online-Dating betreibt ist eine Schlampe? Das hab ich der Tage indirekt an den Kopf geworfen bekommen. Erfahrungen damit? Gerne in die Kommentar-Box damit. Ach ja, ich meine hierbei ausschließlich die Damen!!!

Ich schreibe diese Zeilen, weil ich mir und meinem Kopf mal Luft machen muss.

Mich erreichten Nachrichten und Kommentare von Männer, die mir genau das mitteilten. Ich würde eine Doppelmoral vertreten, scheinheilig sein und mich als jemand beschreiben, der offen für Kritik zu sein scheint (und die war nicht mal konstrunktiv, eher gefrustet, weil ich ihnen nicht das antwortete was sie hören wollten), aber nicht so agiere, wie sie es sich erhofften.

Ich bin in meinem zweiten Blogjahr und weiß, dass es hier genauso irre zugehen kann, wie außerhalb dieser vier virtuellen Wände, aber ehrlich gesagt werde ich in Zukunft alles unkommentiert löschen. Was soll ich mich mit frustrierten, sonderbaren Menschen beschäftigen, die nichts von der Impressumspflicht (die in Deutschland herrscht) halten und der Meinung sind nur weil ich hier über Sex schreibe mir mit annäherungsunwürdigen Buchstabenfirlefanz entgegen zu kommen, dann immerzu Blogbeiträge wie diesen zu schreiben?

Nö! Nervt mich schon allein, dass ich diesen merkwürdigen Erscheinungen einen eigenen Blogbeitrag widme!

Frohe Ostern.

Könnt ihr mir helfen?

Ich recherchiere gerade für meine nächste „Tabu-Edition“ und dafür bedarf es auch andere Meinungen. Es geht um das Thema: Beziehungsmodelle! Diverse-Dating-Apps sind gut um mit den Herren der Schöpfung, die mit ihrer Partnerin nicht monogam lieben, in Kontakt zu treten. Nur, verschieben sich immer wieder die Verabredungen, weil irgendwie gefühlt immer ein Weltuntergang dazwischen kommt! Wenn nichts dazwischen kommt, habe ich nach Ostern ein Treffen … aber ein Tag steht noch nicht fest, hmpf! Dann mag mir die Autorin eines Buches, dass ich zu meiner Recherche hinzugezogen habe, gern ein paar Fragen beantworten ….

Alles schön und gut, aber was haltet ihr davon, wenn ihr mir helfen würdet? Und wie? – fragt ihr euch jetzt bestimmt!

Wer selbst keine Erfahrungen hat, könnte mir doch einfach schreiben, was er davon hält? Würde etwas anderes als Monogamie in Frage kommen? Wer Erfahrungen damit hat oder sogar Bekannte oder Freundschaften hat die nicht monogam leben … immer her damit?

Gerne verweise ich auf meinen Blogbeitrag „VERLOREN IM HOLLYWOOD-MÄRCHENWALD ODER WIE MAN ZWISCHENMENSCHLICHE NÄHE AUCH ANDERS KONSUMIEREN KANN“

Kommentiert gerne unten in der Kommentar-Box oder schreibt mir eine Email an ramonaluft.berlin[at]gmail.com

Es gibt zwar nichts zu gewinnen, aber ewige Dankbarkeit!

Danke!

Wenn aus Freundschaften Bekanntschaften werden

Freundschaften sind die kleine Familie, die man sich im Laufe seines Lebens zusammen sammelt. Egal, ob klein oder groß. Sie sind der zusätzliche Farbklecks, der ein Gemälde vollkommen macht. Sie denken und fühlen ähnlich oder inspirieren und fordern uns. Meistens sind sie eine Bereicherung im Leben. Unser Verhältnis zu ihnen gleicht einer innigen Liebesbeziehung nur ganz ohne Sex.

Das erste Gesetz der Freundschaft lautet, dass sie gepflegt werden muss. Das zweite lautet: Sei nachsichtig, wenn das erste verletzt wird.

– Voltaire –

Seit meiner Kindheit teile ich mit Freundschaften gute und schlechte Momente. Erinnerungswürdige Erlebnisse. Tiefsinnige Gespräche, die manchmal einen bitteren, manchmal einen wohlwollenden Nachgeschmack bei mir hinterließen. Jede Ära die zu Ende ging, sei es ein Schulwechsel bzw. das Ende der Schulzeit, Ausbildung oder der Start ins Berufsleben. Freundschaften kommen und gehen. Keine Freundschaft hielt ewig. Sie waren alle irgendwie intensiv für den Moment, für die Phase in der ich mich befand.

Mit 32 blicke ich auf viele Bekanntschaften zurück. Bekanntschaften, die mir gut getan haben und Bekanntschaften, die rein toxischer Natur waren. Doch alle hatten etwas gemeinsam: sie waren wichtig. Ich lernte mich besser kennen, weil ich mit der Zeit mitbekam, welchen Schlag Mensch ich um mich haben möchte. Auch wenn alle ein Intermezzo waren bzw. immer noch sind, gehe ich immer noch mit einem Grundvertrauen auf neue Bekanntschaften zu, weil ich es mag neue Menschen kennen zu lernen. Ich erkenne relativ schnell den Kern einer Begegnung und kann für mich einteilen, ob der Mensch sich in meinem Leben länger aufhält und sich ein freundschaftliches Verhältnis zwischen uns aufbaut oder nicht.

Man kennt das ja, man ist auf einer Home-Party eingeladen und trifft auf Freundes Freunde. Man unterhält sich gut, lacht viel und die Stimmung ist feucht-fröhlich, aber am nächsten Tag blickt man auf einen schönen Abend zurück. Nicht mehr und nicht weniger. Ein schöner Moment, der sich zu den anderen Momenten in deinem Erinnerungsvermögen gesellt und Platz nimmt.

Je kurzweiliger die Freundschaft bestand hatte, umso mehr musste ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass nicht nur die Liebe endlich ist, sondern auch das freundschaftliche Band zwischen zwei Menschen.

Serien, wie „Friends“ oder „How I met your mother“ schaute ich wahrscheinlich deshalb so gerne und oft, weil sie von langlebiger, treuer und wahrer Freundschaft handelten. Auf eine gewisse Art und Weise war ich immer neidisch auf Rachel (tolle Jobangebote) und erkannte mich in Ted permanent selbst wieder (On/Off Geschichten in der Liebe und das personifizierte Band der Freundschaft in der Clique). Die beiden Cliquen bewunderten viele und ich auch. Sie wohnten miteinander und haben diesen einen Treffpunkt, den sie immer anpeilen für ein freundschaftliches miteinander. Hier philosophieren sie über das Leben und die Liebe. Solche Freundschaften mag es in echt auch geben, dass weiß ich, aber für mich waren die Cliquen um Rachel und Ted immer eine andere Welt. Halt, weil mein Freundeskreis immer ein bunter Haufen von Kontakten war, der zusammen eine nicht definierbare chemische Reaktion ausgelöst hätte. Und ich genau wusste, dass manche Charaktere sich nicht verstanden hätten. Das ist heute zum Glück anders!

Eine weitere Serie, die ich abgöttisch liebe, mir aber ein total verschobenes Gefühl von Freundschaft und Liebe vermittelte, war „Sex & the City“. Die Serie vermittelte mir ein Bild von alternden Freundschaften, so dass ich Jahre lang dachte, dass meine Freundinnen und ich, mit den beginnenden 30ern, oft in Bars gehen und einen Cosmopolitan nach dem anderen Schlürfen werden. Wir uns berauschende Männergeschichten erzählen oder über Männer lästern werden. Wir oft die Nächte von Berlin unsicher machen und Jahr für Jahr gemeinsam verreisen und das anhand eines Fotos festhalten und uns im hohen Alter die Fotos anschauen und ganz nostalgisch in Erinnerungen schwelgen werden. Uns vom Leben treiben lassen…

Doch das sich das nie befürwortete, ist nicht die Schuld von Carrie, Samantha, Charlotte oder Miranda. Man kann hier niemandem die Schuld geben. Das ist das Leben von Freundinnen in einer Serie. In der Realität ist es meistens so, dass man Termine mit seinen Freundschaften machen muss, sobald der Berufsalltag sich im Leben breit gemacht hat. Spontanität wird fast gänzlich verbannt. Sobald eine Beziehung und Kinder hinzukommen redet man mehr vom „sich mal wieder treffen“ und eh man sich versieht, ziehen die Monate ins Land. Familienfeiern, Kindergeburtstage (nicht nur von den eigenen) und die Aufrechterhaltung einer auch weiter gut funktionierenden Partnerschaft, machen es einer Singlefreundin (wie mir) noch schwieriger, nicht das Gefühl vermittelt zu bekommen, nur noch die kleine Handtasche für berauschende Partynächte zu sein. Ein Accessoire, dass man ab und zu aus dem Kleiderschrank holt und sich daran erfreut das man sie hat.

Das ist halt so, wenn man Kinder hat. Das IST halt so.

Versteht mich nicht falsch, aber das Gefühl, das mir somit vermittelt wird ist wahrlich kein Gutes. Sätze wie „das ist halt so, wenn man Kinder hat“ oder „wenn du mal Kinder hast, wirst du das verstehen“ oder „diesen Monat sind so viele Familienfeiern, lass uns das Treffen auf nächsten Monat verschieben“ erreichen mich in den Letzten Jahren öfter. Was früher Absagen wegen Lappalien waren ist heutzutage der komplette Alltag. Die Tatsache, dass sich heutzutage immer noch ein Teil der Partnerschaft zurücknimmt und den ganzen Familienalltag plant und organisiert, hat auch vor meinen Freundschaften keinen halt gemacht. Einige von ihnen machen das wirklich gerne, andere sind davon schon irgendwie gefrustet, ändern aber auch nicht wirklich etwas an der bestehenden Alltagssituation (das ist zumindest mein Eindruck).

Und dann steh ich mittendrin und will, dass man die Freundschaft zu mir pflegt. Zurecht wie ich finde! Ich bin immer verständnisvoll und gegen kränkelnde Kinder kann ich nichts sagen. Auch nicht, wenn die Beziehung zum Partner*in wieder mehr Aufmerksamkeit benötigt. Das familiäre Festivitäten zu einer festen Partnerschaft mit Pflichterscheinung dazu gehören verstehe ich auch. Das der Berufsalltag auch nicht ohne ist und man sich ausgelaugt fühlt und dann doch lieber daheim bleiben möchte um runter zu kommen – verstehe ich nur zu gut! Dieses Leben mit all seinen benannten Faktoren ist kein Zuckerschlecken und das man allen und jedem gerecht werden will – eigentlich muss … ja das weiß ich und nur weil ich das meiste davon nicht habe, heißt das nicht, dass man mich wie ein kleines Kind aus dem Raum schickt, weil die Erwachsenen sich jetzt über Themen unterhalten möchten, die nur Erwachsene besprechen. Damit ist niemandem geholfen! Das ich bei der Erziehung mich nicht einmische ist logisch – außer mir fällt etwas unlogisches auf oder es dem Kind nicht zu gute kommt – denke ich mir zumindest erstmal so!

Irgendwann ist auch ein Punkt erreicht, da mag ich kein Verständnis mehr aufbringen. Nicht aus Frust oder Langeweile. Nein! Aus der Gerechtigkeit und dem Respekt heraus, den eine Freundschaft, wenn sie denn eine Freundschaft ist, zusteht! Wozu hat man Freunde, wenn sie keinen Raum mehr bekommen? Wozu hält man sie aufrecht – Gewohnheit? Und warum schaffen es andere und wir nicht?

Und dann passiert was passiert: aus Freundschaften werden Bekanntschaften! Man erzählt sich nicht mehr alles, nur noch das nötigste. Warum? Man ist so im eigenen Alltagstrott versunken, dass man das Erzählte bis zum nächsten Treffen wieder vergisst und sich wundert, was die Person beim letzten Plausch gemacht hat als man sein Herz ausgeschüttet hat – zugehört hat sie jedenfalls nicht, wenn sie die gleichen Fragen stellt, wie beim letzten Mal! Da hat man irgendwann keine Lust mehr sein Innenleben seinem Gegenüber anzuvertrauen.

Verständnis für Veränderungen im Leben unserer lieben Mitmenschen werden vorausgesetzt. Zuviel wie ich finde. Auch wenn Voltaire recht hat mit seinen Worten nachsichtig zu sein, konnte er damals noch nicht wissen, dass es mal sowas wie Whats App & Co geben würde. Viele Möglichkeiten mit den Liebsten zu kommunizieren. Viele Möglichkeiten zu sagen das man jemanden lieb hat und an ihn denkt und sich auf das nächste Treffen freut, auf die Zeit die man miteinander verbringen darf und das man nicht vergessen hat sich nochmal zu melden, nur das es gerade stressig ist und sobald das nächste freie Zeitfenster da ist, man sich meldet und die Zeit schenkt, die vorher gefehlt hat.

Ich hab mein eigenes Leben, denke aber immer an meine Freunde. Monat für Monat schaue ich, welche freien Tage ich ihnen für unsere gemeinsame Zeit schenken kann, weil sie mir wichtig sind und Teil meines Lebens sind. Es gibt Monate, die gleichen einer Flaute, was Treffen mit Freunden betrifft und dann gibt es Monate, in denen ich alle sehe.

Auch wenn ihre Liste von Prioritäten einen anderen Inhalt haben und ich oder andere Freundschaften nicht ganz oben stehen, weiß ich das ich auf dieser Liste stehe. Vielleicht weiter unten, aber wie heißt es so schön, der Gedanke zählt und heißt es nicht, dass es nicht um die Quantität sondern um die Qualität der Zwischenmenschlichkeit ankommt?