Adieu Pille & Co #2

Vor gut einem Jahr habe ich einen Beitrag veröffentlicht, in dem ich erzählt habe, dass ich keine Pille und dergleichen mehr nehme. Ich erzählte von Nebenwirkungen und monatlichen Begleiterscheinungen. Nach 15 Monaten ohne tagtägliches Hormone schlucken kann ich sagen mir geht es blendend!

Es gibt eigentlich nur einen Grund warum wir Frauen anfangen die Pille zu nehmen: Männer! Wenn wir Frauen die Pille nehmen, haben Männer einen Gästelistenplatz und können ungestört Höhlenforscher spielen. Wenn man ihnen diese Möglichkeit des Spielens wegnimmt, ist das Geschrei groß und ihre Libido geht zum Lachen in den Keller.

Gut, eigentlich wollen wir ja auch auf den Tag genau wissen, wann unsere Periode kommt und geht, sind vernarrt in unsere reine, pickelfreie Haut und Menstruationsschmerzen nehmen ab, aber letztendlich heißt der Beweggrund doch Mann und nicht anders. So war die Pille in den 60ern, noch ein Symbol für Selbstbestimmung, ist sie doch heutzutage Anlass für junge Mädchen, das erste mal zum/zur Frauenarzt/in zu gehen.

Die Aufklärung hierzu ist eher dürftig. Aufregung und fehlendes Wissen, lassen uns eine Entscheidung treffen, die wir später einmal bereuen könnten. Nur, weil wir uns wahrscheinlich nicht trauen zu fragen, ob die Pille auch schlechte Seiten hat und in wiefern sie sich negativ auf unseren Körper auswirkt. Ich hab selbst erlebt, dass Götter in weiß nur zu gerne sagen: „Lesen sie nicht zuviel im Beipackzettel!“ Als wenn die Erwähnung der Nebenwirkungen einer Floskel gleichen. Da könnte man auch frech sagen: „Augen auf bei der Berufswahl!“

Auch heute im Jahr 2019 gibt es viele Penisträger da draußen, die glauben, dass uns die Pille so gut tut, wie ein Obstkorb. Nur wenige wissen, warum mittlerweile immer mehr Frauen Pille & Co den Rücken zukehren. Was ist aus dem kleinen Wundermittel geworden? Es kratzt am Lack. Sie gerät immer mehr in Verruf.

Schaut man in den Beipackzettel und vertieft sich in die Nebenwirkungen, sollte man den kleinen Spermiumblocker gar nicht erst nehmen. Leider trifft das auf jedes Medikament zu. Es hat halt alles Vor- und Nachteile.

Doch was könnte jetzt eigentlich passieren?

Ist euch vielleicht schon mal aufgefallen, dass ihr auf den Tag genau einmal im Monat oder auch öfter Kopfschmerzen oder Migräne habt? Eure Gefühle Ping Pong spielen? Oder die Lust auf Sex immer weniger zum Vorschein kommt? Das könnte dann an Pille & Co liegen. Absetzen kann ich da nur raten. Natürlich weiß ich nicht, was sonst noch so los ist in eurem Leben und was euch aufs Gemüt schlägt, aber ich wette mit euch, das die kleine Babybremse der Auslöser dafür ist.

Mittlerweile ist es auch erwiesen, das Pille & Co ein Risiko für Thrombose, Gebärmutterhalskrebs, Depressionen und suizidale Gedanken, Bluthochdruck, Absenkung der Libido und und und sind. Ich muss nicht mal Quellen hierzu benennen, ihr findet unzählige Übereinstimmungen zu meinen genannten, wenn ihr Google fragt.

Das Thema mit den wiederkehrenden Pickeln wurmt viele Frauen, hat es mich am Anfang auch. Ich hab ewig herum experimentiert, wie ich die anhänglichen Biester los werde und hab nach ca. einem Jahr das Pickelproblem in den Griff bekommen. Werbung für Produkte werde ich jetzt nicht machen, aber die morgendliche und abendliche Reinigung des Gesichts ist unumgänglich, sowie 2x die Woche ein Gesichtspeeling und alle 2 Wochen eine Maske zu verwenden. Es dauert ein Weilchen, aber es lohnt sich. Zudem nimmt die Ernährung einen wichtigen Platz hierbei ein. Ich sag nur: verzichtet auf tierische Produkte und auf zuckerhaltige Getränke und Lebensmittel und ihr könnt den Pickeln und Mitessern Goodbye sagen.

Eure Libido wird sich auch bei euch bedanken, das ihr auf Hormonpräparate verzichtet. Man kann das gut mit einer tot geglaubten Orchidee vergleichen, die auf einmal wieder Blüten bekommt.

Die Stimmungskurve reguliert sich wieder und ihr fühlt euch wieder rundum wohl. Das einzig negative was bleibt wären die Menstruationsschmerzen. Gut, ich kann ja nicht für die Allgemeinheit sprechen, aber das was ich hier schreibe, hab ich schon so oft gehört, gesehen und gelesen, dass ich mich hierbei dann doch mal getrost aus dem Fenster lehnen kann.

Ja, mir geht es gut und das hier geht gegen Pille, Verhütungsring und wie sie nicht alle heißen.

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Go Healthy mit Intervallfasten

Vom Intervallfasten habe ich im vergangenen Jahr immer mal wieder etwas gehört und gelesen. Konnte mir bis dato aber nicht vorstellen auf mein geliebtes Frühstück zu verzichten. Schon allein, weil ich im Schichtdienst arbeite und Frühstück als die erste Mahlzeit für mich die wichtigste Mahlzeit des Tages ist. Doch dann ging es auf einmal doch.

Meine ausgeprägte Bibliomanie treibt mich regelmäßig in die Buchhandlung. Während ich so zwischen Romane, Krimis & Sachbücher entspannt durch die Regale spaziere, halte ich in der Abteilung Essen & Trinken. Und da liegen sie, die neuen Trends. Trends sind teuflisch, aber in unserer verkorksten Gesellschaft das Must-Have der Arbeiterklasse, weltweit hervorgerufen von den Celebrities. Sich an Trends zu klammern, wird uns selten merkwürdig vorkommen, da wir eine Konsumgesellschaft sind und so traurig es ist, davon Leben. Wir können einfach nicht anders, weil wir uns daran gewöhnt haben. Nur wenige erkennen das und kehren ihr den Rücken zu. Ich schweife gerade ab …

… wieder zurück zum wesentlichen. Ja, ich nahm ein Buch von Dr. med. Petra Bracht, zum Intervallfasten, zur Hand und kaufte es nicht. Ich schaute auf Spotify danach und siehe da man konnte sich das Buch auch dort anhören. Ich blätterte dennoch ein wenig durchs Buch um schon mal ein Gefühl dafür zu bekommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber schon einen Tag zuvor damit begonnen und wollte das eigentlich nur eine Woche mal ausprobieren. Während ich aber so in dem Buch blätterte, kam mir ganz schnell der Gedanke auf, dass könnte auch eine Umstellung fürs ganze Leben sein. Allein das Kapitel zu den Erkrankungen, die man dadurch nachweislich lindern kann bzw. sich in Luft auflösen, brachten meine Augen zum Leuchten und mein Gehirn auf Hochtouren.

Im Mai 2018 hatte ich ein Check-Up bei meinem Hausarzt. Der Bluttest war soweit in Ordnung bis auf den Cholesterinwert. Ich bekam ein Medikament verschrieben. Kurz zuvor teilte mir meine Gynäkologin mit, das ich eine Zellveränderung habe, die einer regelmäßigen Kontrolle bedarf. Also, zwei Gründe, die für das Intervallfasten sprechen. Probleme von Blutwerten & Co. sollen sich wohl wirklich nach ca. einem Jahr gänzlich auflösen.

Es gibt zum Intervallfasten zwei gängige Varianten. Die 16:8 und die 5:2 Variante. Ich habe mich für die 16:8 entschieden. Man fastet hierbei 16h und darf im Zeitraum von 8h Essen. Die 5:2 beinhaltet innerhalb von 7 Tagen 5 Tage zu Essen und 2 Tage zu Fasten.

Da ich mit oberflächlichen Wissen am Montag, den 21.01. startete, waren kleine Fehler natürlich vorprogrammiert. Ich las irgendwo mit Hilfe von Google, dass man Kaffee ohne Milch oder pflanzliche Milch, getrost trinken kann. Laut Fr. Dr. med. Petra Bracht, sollte man in den ersten 14 Tagen auf Kaffee gänzlich verzichten und am besten schon 10 Tage davor, bevor man mit dem Intervallfasten startet. Gut, ich würde sagen, das Kaffeethema beachte ich jetzt einfach mal nicht. Ich trinke nämlich 1-2 Tassen am Vormittag. Am Nachmittag verzichte ich mittlerweile gänzlich darauf.

Ich hatte mich dafür entschieden, weil es auch am besten zu meinem Schichtdienst passt von 20 Uhr bis 12 Uhr mittags zu fasten und im Zeitraum von 12 Uhr bis 20 Uhr zu Essen. Laut Buch ist das wohl die gängigste Methode, weil wir Nahrung wohl nur zwischen 12 Uhr mittags und 20 Uhr abends aufnehmen, damit sie zwischen 20 Uhr und 4 Uhr verwertet und die Ausscheidung zwischen 4 Uhr und 12 Uhr mittags ungestört ablaufen kann.

Zudem sollte man schon Vormittags gut 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee zu sich nehmen, weil somit der Organismus in der Ausscheidungsphase unterstützt wird. Und würde man die meiste Flüssigkeit erst zu den Mahlzeiten zu sich nehmen, werden Verdauungsvorgänge verlangsamt und der Körper benötigt dann noch mehr Zeit für die Verdauung. Insgesamt sollte die Flüssigkeitszufuhr gut 2,5 Liter pro Tag sein. Also in der Zeit in der man die Mahlzeiten zu sich nimmt nur noch knapp 500 ml. Habe ich frei ist das kein Problem. Auf Arbeit komme ich Vormittags kanpp auf 1-1,5 Liter. Also noch verbesserungswürdig.

Das Buch „Intervallfasten – Für ein langes Leben – schlank und gesund“ ist ehrlich gesagt nur etwas für Menschen, die sich gegen tierische Produkte und für eine pflanzliche Ernährungsweise begeistern können. Da es den Veganismus unterstützt. Es beinhaltet Rezepte und Bewegungsübungen … so jetzt werde ich mir das Buch wohl doch noch kaufen:)

Ich startete also am Montag und jetzt haben wir Sonntag. 16h zu fasten fällt mir nicht schwer. Es passiert öfter mal, das ich Vormittags auf Arbeit nicht zum Essen komme, weil es zu stressig ist und man ja mit der Arbeit fertig werden will. Fehler. Ich weiß. Aber Vorteil für das Fasten! Das Hungergefühl kann man mit regelmäßiger Flüssigkeitszufuhr gut regulieren. Ich verspüre auch ab 12 Uhr nicht gleich den Megahunger. Tag 1 war aber schon nicht ohne. Ich kam nämlich wirklich erst gegen 16 Uhr zur ersten Mahlzeit, die auch meine letzte Mahlzeit an dem Tag war, weil meine Augen vor Hunger dann so groß waren, das ich mehr aß als Platz in meinem Magen war. Uff. Fängt ja gut an.

Tag 2 lief dann unproblematischer, weil ich mit einem Apfel gegen eins startete und tatsächlich gut 2 Liter intus Wasser intus hatte und eine Fehler begann: ich trank ein großes Glas Apfelsaft. Zum Essen kam ich erst gegen 17 Uhr. Ich spazierte nach Arbeit nämlich noch ein wenig durch Berlin. Die Mahlzeit war diesmal wirklich kleiner, sodass ich gegen 19:30 Uhr noch eine Kleinigkeit zu mir nahm.

Ab Tag 3 lief es dann richtig gut. Ich kam zu zwei Mahlzeiten.

An Tag 4 brachte ich es zu zwei kleinen Mahlzeiten und einer großen.

Tag 5 und 6 verliefen ähnlich mit zwei normalen Mahlzeiten.

Heute an Tag 7 kann ich sagen, dass ich mir das Intervallfasten fürs ganze Leben gut vorstellen kann.

Auf Fleisch kann ich verzichten. Ich mag jede Gemüse- und Obstsorte. Und wenn meine Kuscheltierfigur abnimmt, ist das ein netter Nebeneffekt.

In ein paar Monaten, werde ich dann erst wieder berichten, dass ist ja hier kein Fasten-Blog:)

Meine Self-Care Methode

Die Achtsamkeit und Selbstoptimierung ist in aller Munde. Sie griffen vor ein paar Jahren um sich mit Hygge. Gefolgt von Lykke, Fika & Lagom. Dann gab es Malbücher für Erwachsene und das Tagebuch schreiben wurde wieder salonfähig. Ebenso der Buddhismus, die Meditation und Yoga sowieso.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich da so stand in der Buchhandlung zwischen den ganzen Ratgebern, die es so gut mit mir meinten. Sie riefen alle gleichzeitig und in meinem Kopf entstand ein durcheinander. Ein Wirrwarr fremder Fürsorge. In der Podcast-Welt lief es nicht besser. Sie sind überall – die Mindfulness-Gurus!

Ich kaufte in der Tat ein paar Bücher. Bücher übers Glücklich werden, übers wohlfühlen, über Selbstliebe und die Wertschätzung mit sich selbst.

Innerhalb weniger Monate hatte ich mir eine kleine Achtsamkeits- und Selbstoptimierungsbibliothek zusammengesammelt. Ich kaufte mir Unmengen von Kerzen, schlüpfte täglich in meine Hygge-Socken und zelebrierte diesen Moment mit warmen Kakao. Meine Wohnung versank in Kerzen. Egal welchen Raum man betrat, jeder badete im Kerzenmeer. Ich begab mich auf die Suche nach meinem inneren Monk und steckte dabei meine Nase in den Buddhismus. Ungläubig ging es weiter. Ich kaufte mir Malbücher und malte mich in die Entspannung. Wenn ich nicht malte, versuchte ich gehörte und gelesene Ratschläge zu verinnerlichen.

Das erste Mal in meinem Leben, war ich offen für Ratschläge von außen. Irgendwie bin ich dem Burnout dankbar, dass er mich ereilte und mich dazu bewegte etwas grundlegendes in meinem Leben zu ändern. Ich mutierte über die Jahre zu einem Monster des Multitaskings. Ein Zombie, der durch die Welten wandelt, auf der Suche nach … Ja, wonach eigentlich? Die Erschöpfung, würde ich jetzt aus der Ironie heraus sagen. Aber damals, war meine Divise „einfach machen“. Ums Suchen und Finden gings ja irgendwie nie, eher ums einfach machen. Hauptsache kein Stillstand.

Doch dann vor einem Jahr musste ich stehen bleiben und Inne halten. Ich brannte von Innen und musste irgendwie das Feuer löschen. Es half nicht einen Eimer Wasser über mich zu kippen. Ich hab es zwar nicht probiert, aber das man brennt, meint man ja eher im übertragenen Sinn. Aber die Idee mit dem Eimer Wasser begleitete mich noch ein paar Tage.

Nachdem ich ausprobierte, experimentierte und meine Gedankenwelt sortiert hatte, hinterfragte ich mich nochmals. Was hilft mir inne zu halten, was entspannt mich und was kann ich in meinen Alltag integrieren?

Vorab möchte ich euch noch was mitgeben. Auch wenn die zahlreichen Bücher zum Thema Achtsamkeit und Selbstoptimierung, wie ein Trend und hippes Ding wirken. Unsere Gesellschaft katapultierte sie in die Höhe, wie den Veganismus und den Minimalismus. Wir schlachten und reizen Dinge so lange aus, bis sie wie ein gut gefülltes Kondom im Müll landen. Achtsamkeit und Selbstoptimierung sind aber wichtig und sollten nicht im Müll landen. Als damals der Musiker Kurt Cobain starb. Starb auch der Grunge. Die Achtsamkeit und Selbstoptimierung würden nur sterben, würden wir sie nicht achten. Sie sind mehr als ein Trend oder ein Hilfeschrei deines inneren Schweinehundes. Sie sollten ein fester Bestandteil in unserem Leben einnehmen. Ihr müsst ja nicht alles umsetzen, aber mal einen Blick drauf werfen schadet nicht.

Wenn ich die ganzen Bücher so vor mir hinlege und jedes einzelne betrachte, wie ein Bild in einer Galerie, stelle ich fest: hier liegt eine Menge Geld! Auf den zweiten Blick stelle ich fest: ja, aber all diese Bücher schenkten mir hilfreiche Denkanstöße, die ich mir zu Herzen genommen habe. Sie haben mein Gehirn hin und her geschubst, wie ein Flummi der auf dem Asphalt auf und ab hüpft. Sie verpassten meinen Synapsen einen elektrischen Schock, der es in sich hatte. Ich reflektierte mit ihnen mich und mein handeln. Ich stellte alles in Frage. Nach und nach entwickelte ich einen mentalen Masterplan und den daraus resultierenden Businessplan, schickte ich ans Unsiversum. Naja, das Universum antwortete bis heute nicht, aber es läuft auch so ganz gut für mich.

Auch wenn man Selbstoptimierung mit noch mehr Stress verbindet, kann man aus ihr, wenn man sie in kleinen Etappen praktiziert, stressfrei nutzen. Gewohnheiten zu hinterfragen, ändern oder abzuschaffen, kann man auch im Tempo eines Faultiers praktizieren. Sich ein Faultier als Vorbild für die mentale Gesundheit zu nehmen, erschien mir mehr als sinnvoll. Tatsächlich stresste mich die Selbstoptimierung am Anfang so sehr, dass ich dachte HOLY SHIT! Das stresst ja noch mehr als der Stress auf Arbeit. Sie verfolgte mich, wie Fräulein Rottenmeier die alpensüchtige Heidi. Tue dies, tue jenes. Ich verbannte Fräulein Rottenmeier und ihren strengen Zeigefinger.

Flash, das Faultier aus Zoomania lässt sich von dem genervten Polizei-Hasen nicht aus der Ruhe bringen. Genau das, sollten wir mit der Selbstoptimierung betreiben. Step by step und zwischendurch wie ein Faultier chillen.

Der Perfektionismus bringt uns hier nicht weiter, wir sind Menschen und Menschen sind unvollkommen. Die kleinen Fehler und Makel machen uns ja erst so richtig liebenswert. Ich kann zumindest keine wirkliche Morgenroutine in mein Leben integrieren, weil ich im Schichtdienst arbeite. Mit der Abendroutine verhält es sich genauso. Yogasessions und Meditationsmomente alles schön und gut, aber wenn ich gegen 4 Uhr morgens aufstehe, bin ich froh mein Spiegelbild optimiert und noch eine Tasse Kaffee getrunken zu haben.

Was mach ich also stattdessen?

Ich kann tatsächlich entspannen, wenn ich in einem Malbuch Bilder farbenprächtig ausmale. Und das kam nicht erst mit dem Malbuch-Trend, sondern in meiner Schulzeit. Der Kunstunterricht fand bei mir damals meistens in den letzten Schulstunden des Tages statt. Quasi nach Mathe & Co. konnte ich hier immer gut runter kommen. Umso erfreuter war ich über diesen Trend.

Dann entspannt es mich zu lesen. Hörbücher helfen gut beim einschlafen, stressen mich aber wenn ich sie einfach nur so höre, dann müsste ich schon dazu malen. Nicht umsonst betreibe ich dieses Jahr eine Lese-Challenge: #50booksin2019. Klingt für einige nach Strees, ne? Nö, ist es nicht. Anstatt das mich Netflix & Co. berieselt, berieseln mich die Autoren der Bücher. Das hat natürlich den guten Effekt, dass die unterschiedlichen Schreibstile mir als Inspiration für mein ein-Buch-schreiben-Vorhaben dient.

Ich begann auch dieses Jahr mit dem Schreiben eines Tagebuchs. Ich befülle es mit Gedanken und der Kopf wird gleich etwas leichter, weil ich ihm etwas Ballast nehme. Ich schreibe aber nicht täglich, weil mein Kopf nicht täglich Ballast abwerfen muss. Aber immer dann, wenn ich es zur Hand nehme, erfüllt es seinen Zweck.

Voller Begeisterung beschloss ich Ende 2018 in 2019 mit dem Bullet Journaling zu starten. Ich kreiierte mir meinen Bullet Journal und führte in hoch motiviert in den ersten Januartagen. Nur um gut 2 Wochen später festzustellen: das BuJo funktioniert nicht für mich. Der Habbittracker verstaubt und bleibt von mir unbeachtet. Aber ein Versuch war es wert. Ich führe ihn jetzt einfach wie einen normalen Kalender und gut ist. Ich weiß für 2020, dass ich mir wieder einen ganz normalen Buchkalender holen werde.

Die Beste Entspannung und beste Möglichkeit den Kopf frei zu kriegen ist tatsächlich das spazieren gehen. Nicht nur das es entspannt, es inspiriert auch. In meinem Fall zum schreiben. Was will ich mehr?

Ich bin weder Monk, noch Yoga-Queen oder eine Meditations-Fee. Ich bin ein Bücherwurm, Ausmaltante, Gelegeheitsnetflixerin und spaziere nur zu gern durch meine Heimat Berlin. Hygge und dergleichen taten gut, konnten sich aber nicht bei mir durchsetzen. Ich bin halt eine eigenwilliges Wesen und bin bei der herkömmlichen Optimierungsschiene geblieben. Vom Alltag runter kommen und den Kopf frei haben für meine Vorhaben bis in die Ewigkeit zu schreiben. Allen anderen sei gesagt, macht bitte nur das was euch glücklich macht und stresst euch nicht mit der ganzen Selbstoptimierung anhand von Methoden die für eventuell nicht funktionieren und ihr sie nur des Trends wegen betreibt.

Das bringt nichts.

Die Geschichte von Burni und der Zukunft des Blogs

Nachdem die Buchverfilmung „EAT PRAY LOVE“ mit Julia Roberts ins Kino kam, flog gefühlt jeder nach Bali um sich zu finden und sich endlich zu lieben. Ich weiß noch, dass ich die Idee gut fand, irgendwo hinzu fahren um sich zu finden. Naja, in Bali war ich bis heute nie und gefunden habe ich mich trotzdem. Zu glauben, das man sich in seiner Pubertät findet, kann ich getrost verneinen. Als Teenie bist du mit deinen Hormonen beschäftigt, die dich tagtäglich wirbelsturmartig durcheinander bringen. Es mag Ausnahmen geben, aber selbst die bekommen im Laufe ihres Lebens einen Anflug sich selbst finden zu wollen. Ich glaube, manche Menschen finden sich tatsächlich schon sehr früh und es gibt die, die irgendwie ein Leben lang orientierungslos, wie handzahme Zombies umherirren.

Ich gehöre seit Februar 2018 zur Gruppe: ich glaube, ich habe mich sehr früh gefunden und wache dann irgendwann mit 31 auf und stelle fest – ich weiß nicht wer ich so richtig bin und was ich will, aber das was ich da seit Jahren mache, ist nicht das Richtige. Ein Besuch beim Arzt ergab die Diagnose Burnout. Das fand ich nur raus, weil ich den Zahlen-Buchstaben-Code, der auf dem Schriebs stand, googlte. Ich war geschockt. Geschockt von mir und dem straighten Bild, das ich über Jahre wie ein Kleidungsstück Tag ein Tag aus zum Schein getragen habe. Gut drei Tage lag ich im Bett, weinte und verzweifelte an mir selbst. Als ich am dritten Tag erwachte, las ich eine Nachricht von einer Freundin mit folgenden Worten: „Die neue Folge von Hotel Matze ist online und ich musste an dich denken!“

Hotel Matze ist ein Podcast mit Matze Hielscher. Er stellt interessante, gut recherchierte Fragen und sein gegenüber antwortet. Zusammen ergibt das einen sehr inspirierenden Podcast.

Die Folge, die meine Freundin meinte, war die vom 31.01.2018 mit Kim Frank. Kim Frank, einst Sänger der Band ECHT, einer der erfolgreichsten Teeniebands der späten 90er Jahre aus Deutschland, scheiterte selbst oft genug, stand wieder auf, rückte sein Selbstwertgefühl zurecht und machte weiter.

Ich hörte mir also die Folge an. Ich lag im Bett. Links von mir mein Handy auf dem die Folge lief und rechts Taschentücher zum Tränen trocknen, stets einsatzbereit. Es war ein einziger Satz, der mich dazu bewegte aufzustehen, meinen Notebook zu schnappen und mich an den Küchentisch zu setzen um zu schreiben.

„Wenn du dir sicher bist, das ist das Beste was ich machen konnte: Sei stolz auf dich, auch wenn es die letzte Scheiße ist. Sei stolz, dass du es fertig gemacht hast. Sei stolz drauf, dass du dich getraut hast es rauszutun.“ 

Kim Frank, Hotel Matze (31.01.2018)

Ich fand zum Schreiben zurück. Es sprudelte nur so. Ich schrieb und schrieb. Dieser Blog entstand, erst fütterte ich ihn mit Texten zu mir und meinem neuem Mitbewohner Burni. (Burni – Verniedlichung meiner Diagnose Burnout – ist nicht ausgezogen, er nahm die Form einer Pandafigur an und erinnert mich, stets einsatzbereit, an diese Zeit) Später über das Single sein.

Jetzt im Januar 2019 schreibe ich – bzw. will – über viele verschiedene Themen schreiben. Nach und nach füttere ich den Blog mit vielschichtigem Content. Dem Einen mag es zu viel an Themen sein, dem Anderen gefällt es ja vielleicht. Ich lese ja auf einem Blog auch nur Temen, die mich interessieren. Das bin aber ich. Ich interessiere mich für vieles und möchte auch darüber schreiben. Haltet mich für umtriebig, aber eine monotone bzw. monogame Schreibweise liegt mir nicht.

Letztes Jahr schrieb ich anfangs akribisch und dann wieder ganz wenig und dann gar nicht mehr. Ich las mir alte Beiträge durch und vieles klang gleich und in mir kam der Gedanke auf: Alles gleich. Wirkt langweilig. Ich will was ändern! Und so fing ich an Themen zu sammeln. Schnappte Gesprächsfetzen bei Unterhaltungen mit Freunden auf, Unterhaltungen in dien Öffis und überall wo ich war und hin ging. Ich weiß, dass auch dieses Jahr noch nichts zu 100% wirklich stimmig sein wird, aber selbst wenn ich 50% von dem umsetze, werde ich im Dezember – hoffentlich – sagen können: Joah, lief gut!

Ich saß also am Notebook und hab – mit den vorhanden Möglichkeiten – Layouts für Kategorien und Unterkategorien entworfen. Ich gebe zu für den Anfang ok, aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Laut Statistik wird auf meinem Blog die Kategorie „gedankenkarussell“ mit der Unterkategorie „open mind sunday“ und die Kategorie „großstadtmärchen“ mit den Unterkategorien „how to be a single?“ und „bedtime stories“ gern gelesen. Was mir zeigt, dass meine gedanklichen Ergüsse gepaart mit meinem Singledasein + erotische Kurzgeschichten zum Hauptcontent mutieren könnten. Also, die Kategorien „gedankenkarussell“ und „großstadtmärchen“ werden auch den Großteil der Beiträge einnehmen, jedoch wird es zwischendurch Beiträge über Musik, Literatur und Filme geben. Dafür gibt es die Kategorien: „lauschgift“, „lesestoff“ und „filmrausch“. Auch da wird es mit der Zeit Unterkategorien geben.

In der Zukunft kommen dann noch folgende Unterkategorien dazu:

  • zum „gedankenkarussell“ gesellt sich noch „I protest too much“ und „THE FUTURE IS FEMALE“ dazu
  • zum „filmrausch“ gesellt sich „trash me baby“
  • bisher sind ein paar Unterkategorien in der schwebe, steht aber bisher nichts fest um es zu präsentieren …

Bei den ganzen Kategorien und Unterkategorien fragt man sich, wie ich das alles mit Beiträgen füttern will … Tja ich sag mal so: Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Lösungsweg. Zeitmanagement und eine tägliche Schreibroutine sind schon mal ein guter Anfang. Ich bin hauptberuflich ja in einer komplett anderen Branche tätig und arbeite im Schichtdienst, sodass ich manchmal wirklich Tage dabei habe, an denen ich rein körperlich und mental ein wenig durch bin und mir dann einfach nur nach Me-Time ist. Wird schon!

Also sollte euch eine Kategorie ansprechen, dann klickt einfach auf die Lupe im Header und tada! Frei nach dem Motto: Suchen. Klicken. Lesen.

Realistische Vorsätze

Es ist der 6. Januar 2019 und sechs Tage hatte die Menschheit schon Zeit ihre guten, neu definierten Vorsätze umzusetzen. Ich für meinen Teil, halte hierbei den Ball flach und optimiere die Dinge, die letztes Jahr ganz gut geklappt haben und füge nur noch ein bisschen was dazu.

Da stellt sich einem ja die Frage: „Was hat denn letztes Jahr ganz gut geklappt?“ Na, auf die innere Stimme zu hören, die einem sagt STOP bis hierhin und nicht weiter. Halt öfter mal mehr wie ein Faultier zu gehen. Die Welt geht schließlich nicht unter. Wir sollten uns sowieso viel mehr loben als uns permanent zu tadeln. Weg von diesem: Wir können dies nicht, wir wollen das nicht und sowieso und überhaupt.

Ein Hoch auf die Müßigkeit!

Prösterchen

Neben der ganzen Entrümpelungsaktion, die ich zu einem 3/4 in 2018 betrieben habe, habe ich auch feststellen können, was nicht funktioniert und was dann ein wenig umstrukturiert werden muss das es funktioniert und natürlich neues hinzufügen.

  1. Ich bin und bleibe ein Sportmuffel, merke jedoch mit den Jahren, dass mich das nicht weiterbringt, wenn ich irgendwann morgens im Bett liege und nicht aufstehen kann, weil mich ein Bandscheibenvorfall eingeholt hat … na bravo – ich will anfangen mit schwimmen – war auch schon ein Vorsatz in 2018 – ja nun aber, Mona sonst wird das nix!
  2. Im letzten Quartal von 2018 hab ich wieder – Dank Fitzek – zum alt bewährten lesen eines Buches zurück gefunden. Zudem habe ich mir eine Leseecke eingerichtet, die auch aktiv genutzt wird! Ich spiele mit mir auch, aus Spaß an der Freude, jeden Monat: Ich will vier Bücher diesen Monat lesen – komme aber meistens nur auf zwei – das ist definitiv optimierungswürdig!
  3. Das ganze Jahr über habe ich mehr oder weniger diesen Blog mit geistigen Ergüssen gefüllt, kein wirklicher Plan, aber gefunzt hat es irgendwie. Kurz vor Ende 2018 habe ich angefangen einen Contentplan zu erstellen, den ich immer als erstes öffne bevor ich anfange zu schreiben. Er dient als Leitfaden und Inspiration, denn alle vorher überlegten Ideen füttern meine Schreiblust und nur ungern mag ich mich in eine Schublade stecken und nur über mein Innenleben schreiben. Mich interessieren so viele Themen! Für einige Blogbeiträge muss ich noch gehörig recherchieren, ehe ich in die Tasten haue. Aber der Rest über Musik, Bücher, Filme und mein Innenleben funktionieren wie auf Knopfdruck.
  4. Um durchgängig zu schreiben, Bedarf es einer Schreibroutine! Ich habe für mich festgestellt, dass ich immer eine bestimmte Playlist einschalte sobald ich Beiträge tippe. Funktioniert jedes Mal! Dann ist mir aufgefallen immer bestimmte Zeiten am Tag zu haben, wo ein kreativ-hoch vorhanden ist, dass ich sofern ich kann nutzen werde sowie täglich, auch ohne flow, zu schreiben. Last but not least: Spaziergänge an der frischen Luft. Kreativität kommt nicht vom Anstarren des Bildschirms. Kunst ist ja nichts anderes als Inspiration durch Andere/Eindrücke/Einflüsse etc.
  5. Gute Momente mit meinen Freunden schaffen. Weg vom Kaffee trinken und rein in vielschichtigeren Unternehmungen. Zum Beispiel Tagesausflüge, tanzen, Spätvorstellungen im Kino besuchen und und und…
  6. Dann ganz wichtig in 2019: Mein Buch. Die Story steht. Ich arbeite derzeit an den Charakteren und dann kann mir bitte jemand ne Million schenken inklusive Haus am See und dann hätte ich gern den Zeitumkehrer von Hermine aus J.K. Rowling’s Harry Potter. Zusätzlich hätte ich dann ganz gern noch den Transporter aus Raumschiff Enterprise den ich dann auch mit den Worten Beam me up, Scotty nutzen möchte um auch mal vom See weg zukommen, sonst fällt mir ja noch das Wasser auf den Kopf.
  7. Und die Liebe? Joah, bin da offen:) Mehr kann ich nicht dazu schreiben.
  8. Tagebuch schreiben: Ich hab ja immer mal wieder versucht Tagebuch zu schreiben und weil ich immer wollte, dass alles hübsch und vorzeigbar ausschauen sollte, bin ich in der Hinsicht immer gescheitert, aber wie aus dem nichts, wahrscheinlich weil ich doch mal laut darüber gesprochen habe, schreibe ich nun seit Jahresbeginn Tagebuch – in der Hoffnung, dass das ganze Jahr durch zu ziehen.
Tagebuch, 01/2019

9. Wer meine allerersten Blogbeiträge kennt, die hier mitllerweile nicht vorhanden sind, weiß das ich mit der Diagnose Burnout konfrontiert wurde und meine Diagnose liebevoll Burni genannt habe. Irgendwann wurde Burni ein Dekoelement in meiner Wohnung. Vom Mitbewohner zum kleinen goldenen Panda. Er erinnert mich immer wieder daran achtsam mit mir umzugehen und tief durchzuatmen. Zum Thema Achtsamkeit kommt noch mal ein Beitrag.

Burni

10. Veganismus & Nachhaltigkeit werden die großen Themen für mich dieses Jahr sein. Seit 02/2018 esse ich so gut wie keine tierischen Produkte mehr und fühl mich damit besser – auch schon deshalb, weil ich der Meinung bin Laktose-intolerant zu sein. Und tatsächlich hab ich auf einige Lebensmittel keinen Appetit mehr oder denke nur OHOHO mein Darm. Ich werde also tiefer in die Materie einsteigen und Rezepte ohne Ende testen. Punkto Nachhaltigkeit: Wenn ich eins hasse, dann den Müll wegzubringen. Beim einkaufen bin ich genervt von dem in Plastik verpackten Gemüse. Alles ist in Plastik verpackt und viel zu wenig davon ist recycelbar – gnervt ohne Ende, habe ich für mich beschlossen dem entgegen zu wirken und meinen Alltag nachhaltiger zu gestalten – der Klimawandel wird es mir Danken:)

Meine 10 realistischen Vorsätze …. Auf geht’s!

Wenn Freunde zu Kaffeetassen werden oder warum ich keine Kaffeetasse sein möchte!

Wie schön war es damals im Sandkasten. Ich baute mit meinen Freunden Burgen und drum herum ein Herscharr weiterer Förmchen. Ich verbrachte meine ganze Freizeit mit meinen Freunden. Ewig blieb ich als Kind auf dem Spielplatz, unterhielt mich mit ihnen über Themen die für ein junges Mädchen aus den 90ern nun mal wichtig waren: die doofen Jungs aus der Schule die einen vollkommen überflüssig hänselten, wie lange wird mein Tamagotchinoch leben, die Backstreet Boys, erste Gehversuche im Universum des Make Ups und so weiter und so fort…

Irgendwann kamen Brüste und der monatliche Zyklus aka Erdbeerwoche dazu. Die Kommunikation untereinander wurde komplizierter, weil wir nun zu kleinen Persönlichkeiten mit einem Dickschädel aus Stahl wurden. Neben der individuellen Sinnessuche, kopierten wir uns. Frisur, Kleidung, Gang und das Interesse für männliche Klassenkameraden. Wir stritten lautstark, denn das können weibliche Teenies richtig gut. Launenhaft wie wir nun mal waren, zickten wir uns regelmäßig an und gaben so Sätze wie „Mit dir will ich nichts mehr zu tun haben, Du bist nicht mehr meine Freundin oder Du bist doof“ von uns. Irgendwann, nachdem sich das Pubertier in uns beruhigt hat und wir wieder – natürlich im Rahmen unserer Teenagermöglichkeiten – klar dachten, entschuldigten wir uns, weinten und lachten wieder um die Wette und nichts und niemand konnte sich dann zwischen uns stellen … naja … bis zum nächsten total übertriebenen Teeniedrama.

Mit Anfang 20 stehen einer Freundschaft ganz andere Herausforderungen bevor. Die Interessen und der weitere Lebensweg unterscheiden sich. Wir entdecken die Welt mit unserem individuellen Blick auf die vielen Dinge, die das Leben zu bieten hat. Während die eine zu studieren anfängt und die andere den klassischen Weg geht und eine Ausbildung absolviert oder schon bereits mit beiden Beinen im Berufsleben steht, prasseln viele neue Sinneseindrücke und Erfahrungen auf eine Freundschaft ein. Zum einen trifft man neue Leute, die sich für die gleichen, neuen Interessen interessieren und zum anderen kann es passieren, dass deine Freundin aus Kindertagen weg zieht. Auf der einen Seite schmälert sich der alte Freundeskreis und der neue wächst, aber warum schwindet, obwohl wir so viele Jahre der Freundschaft hinter uns haben, auf einmal das Interesse? Wir werden erwachsen und entwickeln uns stetig weiter. Veränderungen gehören zum Leben dazu. Irgendwann gehen die Interessen auseinander. Aus meiner Teeniezeit überlebte eine Freundin und für diese durfte ich im September 2018 Trauzeugin sein. Doch warum hat sich diese eine Freundschaft gehalten und alle anderen scheiterten? Diese eine Freundin ist mein Lieblingsmensch. Sie macht nämlich etwas, dass viele Freundinnen vor ihr nicht taten! Sie übt gelegentlich Kritik und sagt nicht zu allem ja und Armen. Wir respektieren einander, haben Vertrauen und akzeptieren die kleinen, individuellen Merkwürdigkeiten des Anderen. Die Geminsamkeiten, die uns anfangs zusammen führten veränderten sich mittlerweile zu 2/3. Unsere Leben unterscheiden sich grundlegend. Während bei ihr Mann/Kind-Kombi beim Spiel des Lebens mitspielen, spiele ich noch „Küss-den-Frosch“. Es ist das Leben und dennoch haben wir immer noch uns und die vielen schönen Momente, die wir bisher miteinander erleben durften und auch noch zukünftig erleben werden.

Und der Rest? Der Rest – joah, ich würde sagen, man spielte unbewusst miteinander Tinder und wischte zielgerichtet nach Links. Freifahrtschein zum Friedhof der Kuscheltiere … äääh Freundschaften!

Mein eigenes Betriebssystem erhielt 2018 ein umfassendes Upgrade. Neben Wohnung, Job, Gesundheit bekamen auch meine Freundschaften ein Upgrade. Ich hab jetzt keine Liste erstellt, aber ich hab jede Verbindung unter die Lupe genommen und bei gemeinsamen Treffen, versucht mich von außen zu betrachten, wie ich mich verhalte und fühle. Meine eigener Horizont strebt immer und immer wieder nach Erweiterung und oftmals hatte ich bei einigen Freundschaften das Gefühl, man unterhält sich seit gut 3 Jahren über die gleichen Themen und trifft sich nur noch zum Kaffee trinken. Auch gedankliche Anstupser fanden keinen wirklichen Anklang. Ich wurde wortkarg und stimmte irgendwann nur noch durch Kopfnicken zu. Und wenn ich was gesagt habe, hatte ich dann auch noch zu spüren bekommen, dass ich was falsches oder verletzendes gesagt habe. Ich hab es dann irgendwann angesprochen. Das mit dem Gefühl nur verletzendes zu sagen und das ich mich sinnbildlich langsam wie eine Kaffeetasse fühle. Freundschaft ist mehr als Kaffee trinken und sich immer und immer wieder über den Job, der einen kein Spaß macht, über unfreundliche Bedienungen – kann ja auch nen schlechten Tag gehabt haben – und das alles nur noch stressig ist im Leben aufzuregen. Ich konnte einfach nicht mehr und empfand es der Freundschaft wegen wichtig zu sagen was ich denke und was Freundschaft für mich bedeutet! Freundschaft ist doch geprägt von gemeinsamen Unternehmungen, neuen Erfahrungen und und und, klar gibt es in jeder Freundschaft einen Hänger und einige Treffen lang wird nur Kaffee getrunken, weil es ja um die Gesellschaft an sich geht, aber irgendwann kommt doch die Lust wieder was anderes zu machen, naja, bei dieser Kombination lag ich falsch … mit dem Resultat: Kaffee trinken reicht aus und der Terminkalender und der eigene Problemhaushalt sind prall gefüllt.

Ich habe jetzt einen Kaffeevollautomaten und bestehende Freundschaften sollten mich bitte die nächsten 5 Jahre nicht fragen: „Wollen wir uns auf einen Kaffee treffen?“ – es sei denn mein Kaffeevollautomat darf uns den Kaffee spendieren.

Scherz bei Seite. Nur weil ich Single bin heißt es nicht, dass ich nicht weiß, was es heißt einen vollgepackten Tag zu haben mit Job, Kind & Mann. Das man mal Zeit für sich benötigt und auch andere Termine hat, aber hat man Freundschaften wirklich nur zum Kaffee trinken? Was haben wir nicht alles in unserer Kindheit angestellt oder die Zeit bevor sich der Alltag um 180° gewandelt hat? Nur um sich irgendwann nur noch zum Kaffee trinken zu treffen? Der schönen aufregenden Zeit ohne Alltagstrott hinterher zu schwelgen? Mir vermittelt man damit eher das Gefühl auf das alles eher verzichten zu wollen. Ich übertreibe? Vielleicht! Aber versteht ihr die Misere, die sich vor mir auftürmt? Die handvoll Freunde, die ich habe, sind mir ans Herz gewachsen, weil ich ich sein darf. Aber nach ein paar neuen Freundschaften, deren Alltag ein bisschen mehr Abenteuerlust zu lässt, werde ich 2019 Ausschau halten.

32! Wieder was gelernt!

Und wieder bin ich ein Jahr älter und ein Jahr weiser. Im Sommer habe ich einen Artikel veröffentlicht, der 31 Dinge beherbergt, die ich in 31 Jahren gelernt habe. So entsteht Stück für Stück … naja … man kann sagen, mein sogenannter Lebweiser.

Meine Denkweise hat sich dieses Jahr weiterentwickelt. Permanent begegneten mir dieses Jahr diverse Situationen oder Diskussionspunkte. Entweder regte ich mich über die altbewährten Ungerechtigkeiten dieser Welt auf, reagierte ein weiteres Jahr genervt über nicht vorhandene Prinzen und überzählige Rabauken (Warum eigentlich? Ich bin ja kein unglücklicher Single – ich bin ja nur dabei, mir einen Wegbegleiter anzuschaffen!) oder rollte mit den Augen, wenn mir Freundschaften von ihren First World Problems berichteten. Klar, die hat jeder und ich sowieso, Prinzen gibt´s nur im Märchen und ich allein werde keine Revolution anzetteln können und die Gesellschaft dazu bringen umzudenken, aber meine Antennen, waren dieses Jahr hierfür irgendwie empfindlicher als sonst. Alle sind irgendwie immer gestresst oder am laufenden Band beschäftigt! Das schlimmste kommt noch – ich wurde da irgendwie mit rein gezogen …

Jeden Tag betrinken wir uns mit dem Alltag. Leben wie ein Hamster. Wir essen, versuchen dabei krampfhaft unter der Woche alle gerade angesagten Nährstoffe und Superfoods zu uns zu nehmen, nur um am Wochenende dann wieder zu schlemmen – nicht jeder, aber einige von uns – oder? Wir bewegen uns zur Arbeit hin und wieder zurück nach Hause. Auf dem Heimweg werden Zwischenstopps wie Supermarkt, Fitnessstudio, Verabredungen mit Freunden oder was auch immer angelaufen und am Abend erfreuen wir uns über die vielen Schritte auf unserem Schrittzähler, der sich wie eine Armbanduhr tragen lässt. Am Wochende chillen wir dann doch wieder ganz cozy in unserem Onesie – die Woche war ja anstrengend genug. Wir schlafen nicht mehr so seelenruhig ein und durch – wie in der Kindheit – stattdessen befindet sich das Handy, Tablet bzw. oder Notebook in greifbarer Nähe, weil abends wird ja noch das Programm der hippen Streamingdienste runtergedudelt und im Kopf schwirrt schon die Terminübersicht für den morgigen Tag umher. Diese schöne, neue, digitale Welt erscheint mir doch irgendwie anstrengend, viel zu schnelllebig und ausgelutscht. Tag täglich bekommt unsere Umwelt ein Upgrade.  Muss das alles sein?

Das Entspannungsprogramm, wird neben der Hausarbeit, auf das Wochenende gelegt. Chai Latte in der einen Hand und den Staubsauger in der anderen Hand und es geht saugend zwischen Wäscheständer Richtung Couch – hach und jetzt entspannen – klingt wirklich sehr cozy! Zeitmanagement: 6! Setzen! Multitasking macht uns kaputt und treibt uns in die Arme von Tante Burnout!

Wie auf Knopfdruck, kommen die Skandinavier Hygge und Lagom um die Ecke – die Skandinavier scheinen die glücklichsten Menschen auf dieser Erde zu sein, die haben es voll drauf und Zimtschnecken können die auch backen. Das sind die zwei Vorzeigemodelle, wenn es um Achtsamkeit geht. Achtsamkeit wird 2018 in XXL Lettern geschrieben. Man schickt die Menschen am laufenden Band in die Buchhandlung oder sie verbrachten Stunden auf Amazon & Co. Wenn es nicht gerade Ratgeber sind, dann sind es Malbücher und Tagebücher – über das Comeback der Malbücher freue ich mich besonders, denn schon in der Schulzeit konnte sich mein pubertierendes Ich vollkommen entspannen und das funktioniert auch heute noch einwandfrei – doch nicht jeder Erwachsene kann mit dem ausmalen etwas anfangen. Die Malbücher können noch so gut auf individuelle Interessen (z.B. Harry Potter, Portraits oder florale Motive) abgestimmt sein, doch wenn man keine Entspannung beim ausmalen von kreativen Motiven findet, dann ist das so und das ist vollkommen in Ordnung. Du bist nicht merkwürdig oder unqualifiziert fürs ausmalen, dir liegt es halt einfach nicht! Weiter geht es mit dem Tagebuch schreiben. Unzählige Buchformvarianten türmen sich in der Buchhandlung. Jeden Tag ein Buch mit Anekdoten aus der Gedankenwelt füttern ist möglich und machbar, aber auch hier liegt das halt nicht jedem. Das ist vollkommen ok!

Die Abteilungen Lebenshilfe, Hobby, Ratgeber und Gesundheit beanspruchen mittlerweile einen großen Raum in der Buchhandlung für sich. Auch auf Amazon & Co findest du unzählige Achtsamkeitswerke und -Ausführungen. Auch auf Youtube gibt es zu den Themen unzählige Videos mit gut gemeinten Ratschlägen. Da könnte man meinen, dass der Mensch doch schon viel achtsamer mit sich selbst sein sollte. Eine weitere Fehleinschätzung.

Das Problem, bei der Umsetzung dieser Lebensphilosophien und Ratschlägen sind wir selbst, wir konsumieren und konsumieren. Uns fällt es immer schwerer zu genießen und bewusst zu konsumieren. Und dann die vielen Vorschläge achtsamer zu leben. Das führt kurz oder lang einfach nur zu selbstinszinierten Stress, obwohl wir doch achtsamer zu uns selbst sein wollten? Hier das Hygge-Buch und da ein Malbuch und obendrein noch täglich Tagebuch schreiben …. AAAAAAA! Halleluja! Gesegnet sei die Achtsamkeit.

Man kann das alles machen und noch viel mehr. Zu welcher Erkenntnis bin ich dabei gekommen? Mein Wohnraum ist so hyggelig wie noch nie, keiner kann sagen, dass es bei mir nicht gemütlich ist, aber wenn ich ehrlich bin, bei mir war es schon immer gemütlich. Gelegentlich male ich in Malbüchern und Tagebuch hab ich nie geschrieben. Ich hab es nie gebacken bekommen um mich hinzusetzen und meine vielen Gedanken in ein leeres Buch zu schreiben. Dafür ist mein Handy meistens lautlos und Streamingdienste à la Netflix und so versuche ich konsequent im konsumieren zu reduzieren. Ich bin täglich am üben, denn das bloggen ist mir wichtig, aber anscheinend war es dieses Jahr noch nicht wichtig genug um mir den einen oder anderen Serienmarathon zu klemmen um an meiner Routine des täglichen Schreibens zu arbeiten.

Von nichts kommt nichts! Hab ich gemerkt. Danke lieber, kleiner, innerer Schweinehund. Jetzt hast du mir es aber so richtig gegeben!!!

Ich stelle also fest, dass ich weiter schreiben möchte. Und was sonst noch – Mona? Ich hab das Jahr gut analysieren können, was bei mir schief lief und arbeite nun an einer gechillten Selbstoptimierung. Zwar möchte ich das nicht im Tempo eines Faultiers machen, aber sich gelegentlich wie ein Faultier zu bewegen tut gut!

Auch mein Umfeld hab ich unter die Lupe genommen. Mit meiner Wohnung und meinem Job habe ich begonnen. Ich hab einfach einige Möbelstücke umgestellt und die Wände neu bemalt. Habe in meiner alten Dienststelle gekündigt und woanders neu angefangen. Sehr gute Entscheidung. Auch wenn ich erst ein wenig stolpern musste – bei dieser Erkenntnis. Ja… Doch ich bin zufrieden. Weiter ging es mit den Menschen in meinem Umfeld. Das erste Mal in meinem Leben, habe ich meine bestehenden Freundschaften in Frage gestellt. Puh, das schreibt sich einfacher als es war, aber kennt ihr das, wenn manche Kontakte in eurem Umfeld seit Jahren bestehen, aber die Qualität dieser Verbindung nicht mehr gut ist? Ich habe mich getraut und gesagt was ich denke. Die Antworten haben mich überrascht. Tatsächlich hatte ich mehrere Jahre ein anderes Bild von der Intensität und Verbundenheit zu manchen Freundschaften. Und was habe ich getan? Die Konsequenz daraus gezogen!

Freunde zu haben ist für mich ein Luxusgut und ich habe Zeit und mein Herz in jede einzelne Verbindung investiert (ich weiß nicht, wie ich das sonst in Worte packen soll). Keine Ahnung, wie das rüberkommt, aber meine Freunde sind meine zusammen gesammelte Familie. Und wenn ich das Gefühl habe, das man sich nicht mehr traut ehrlich seine Meinung zu sagen, die Wertschätzung füreinander und das Interesse verloren gegangen sind … Ja … Ist es dann nicht besser diese Verbindung, nicht der gesammelten Jahre wegen bzw. der Gewohnheit wegen, weiterziehen zu lassen? Das habe ich getan. Denn was fange ich mit Telefonnummern an, die ich nicht mehr antippen werde? Ist ja nicht wie mit der Nummer meines Hausarztes. Die wähle ich ja wirklich mal an.

Ich weiß damit bin ich einen sehr radikalen Schritt gegangen und manch einer würde das mehr als fraglich finden, aber ich möchte gerne ich selbst sein und laut denken dürfen, wenn ich mich mit Menschen treffe und unterhalte, die ich als meine Freunde bezeichne. Punkt. Dem ist jetzt auch nichts mehr hinzufügen.

Möbel, Job & Menschen entrümpelt (klingt immer noch hart) nun kann es weitergehen – denn ich möchte weitergehen!

Und wie gehe ich jetzt weiter? Und was wird sich hier jetzt ändern?

Um meiner eigenen Selbstoptimierung näher zu kommen habe ich meinen eigenen Kalender mit Hilfe eines Bullet Journals erstellt und individuell auf meine Bedürfnisse gestaltet. Ich habe ihn doch recht minimalistisch gehalten. Er ähnelt meinem diesjährigen Kalender mit ein paar Extras. Was das genau ist und so weiter erfahrt ihr in der Verlinkung. Weiter geht es mit der Routine bezüglich meiner Kreativität. Hierfür muss ich mich einfach jeden Tag an den Notebook setzen oder die WordPress App auf meinen Handy anklicken und schreiben. Egal, ob ich gerade dafür in der Stimmung bin oder nicht. Was noch? Ein Contentplan. Check – der ist erledigt!

Ich habe mir tatsächlich einen Plan gemacht, Ideen gesammelt und Themenschwerpunkte festgelegt. Mich beschäftigt und interessiert viel und das möchte ich hier gerne alles mit einbringen.

Wenn ihr bis hierhin gelesen habt, hoffe ich auch weiterhin auf eure Unterstützung und Freude am Lesen meiner Beiträge. Danke. Amen.