Ich möchte gern irgendwie mehr ich sein

Samstagabend. Ich komme aus dem Kino. Ich habe A STAR IS BORN gesehen. Einer der mitreißensten und passioniertesten Musikfilme, den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Musik ist mal wieder der beste Beweis dafür, dass es möglich ist zu träumen. Träumen vom mehr sein als das was man vorgibt zu sein.

Wenn man aus dem tiefsten Inneren seiner selbst etwas machen möchte und sich irgendwie immer selbst im Weg steht, sollte man doch endlich mal ein Schritt zur Seite gehen und das was vorbei will endlich durchlassen.

Das Jahr ist fast vorbei und ich stehe immer noch da, wie zu Beginn des Jahres. Kleinlaut und unerhört im weitesten Sinne. Im Gepäck einen kleinen Blog und eine unberechenbare Schreibfeder. Sie lässt sich nicht steuern und noch weniger kontrollieren.

Bisher veröffentlichte Texte lesen sich wie ein Song in der Repeatfunktion eines CD Players. Immer und immer wieder das Gleiche. So schön die Melodie auch sein mag, aber bis zum erbrechen mag man ihn nicht hören, weil er zu schön ist um ihn kaputt zu spielen.

Ich sollte Stop drücken um das Schöne zu bewahren, damit er mir nicht aus den Ohren kommt.

Geplante Vorhaben dürfen sich nicht vom Ballast des Alltags runterziehen lassen. Weitergehen heißt das Stichwort.

Gestern ist Vergangenheit, Morgen ist ein Geheimnis und Heute ein Geschenk…

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Im Brummkreisel der Gedanken

Samstag, 25.08.2018

Eine Freundin sagte mal zu mir, ich soll einfach machen. Irgendwie machte ich dann auch irgendwas. Kein genauer Plan. Einfach vorwärts. Jetzt liege ich auf meinem Bett. Im Hintergrund grüßt die Nacht und deckt den Tag mit ihrer sternenbedeckten Decke zu. Meine Lieblingsplaylist strömt durch meine Gehörgänge und die Hitze, die momentan in Berlin zeltet, färbt mein Gemüt nicht fröhlich, sondern schon fast aggressiv!

Ich verfluche den Sommer! Ja, richtig gelesen, ich verfluche diesen Sommer mit seiner Sonne, seiner Hitze, den schweißverklebten Körpern, diesen überfröhlichen Sonnenanbetern …

Ich will endlich Herbst, dann weiß ich wieder was ich anziehen kann.

Der Herbst stimmt mich immer nachdenklich und glücklich zugleich. Ich kann dann mehr schreiben, weil mein Hirn dann wieder eine repräsentable Temperatur hat. Das Wetter ladet dann wieder dazu ein daheim zu bleiben, das Gedankenkonfetti aufzusammeln, zu sortieren und sorgfältig wie ein Puzzle zusammen zu legen.

Wie ein Brummkreisel drehen sich dieses Jahr meine Gedanken

Dieses einfach machen ist der beste Tipp, wenn man permanent hin und her überlegt, ob man jetzt nun das eine oder das andere machen soll… Planen verschafft Sicherheit, einfach machen Lebensfreude. Die vergangenen Jahre liefen planlos. Das einfach machen existierte nicht für mich. Wie ferngesteuert funktionierte ich. Nun bin ich an einen Punkt in meinem Leben angekommen, in dem ich die Segel in die Hand nehmen möchte. Einfach geplant machen. Mich an die Startlinie stellen und los laufen und dort ankommen, wo ich mich wohl fühle und bleibe will!

Montag, 27.08.2018

Der Kopf raucht. Kleine Gedankenpakete stapeln sich in meinem Hirn und wollen ausgeliefert werden. Stück für Stück liefere ich sie an die dazugehörigen Empfänger um den Kopf wieder frei zu bekommen. Der größte Teil der Lieferung ist bitte Mitte September ausgeliefert …. Danach folgen nur noch kleine Pakete.

Mir fehlt das Schreiben. So hat mich doch die Hitze daran gehindert. Machte mich müde und matt. Meine Schreibader versank in Lethargie. So langsam geht´s wieder voran.

Ich bleibe dran…

Die schönste Erfahrung im Leben ist das älter werden

Ich habe mal gehört, dass man mit 30 erwachsen ist und das jetzt alles komplizierter wird. Der Alltag bekommt durch einen Job einen Kompass, der uns durch den Tag führt. Irgendwann kommen im Normalfall, so wie es uns die Gesellschaft einredet, ein PartnerIn und ein Kind dazu. Doch nicht jedes Leben verläuft normal.

Ich habe einen Job. Ich habe viele Interessen. Ich habe Freunde. Ich habe die Freiheit alles tun zu können was ich will. Kein Partner. Kein Kind oder Haustier. Ich könnte die Welt bereisen und tue es nicht. Ich lebe in Berlin. Ich hab mir sagen lassen, das Berlin eine der coolsten Städte der Welt ist – warum verreisen? Naja, so denke ich nicht wirklich, aber ich war schon reisen und andere Städte sind schön und entdeckungswürdig, aber ich bin mittlerweile so IN LOVE mit Berlin, das ich mich auf jeden Frühling, Sommer, Herbst und Winter mit ihr freue.

Die Freiheit alles tun zu können tut gut und stimmt einen nachdenklich zugleich. Ich frage mich, ob sich dieser Zustand irgendwann mal ändern wird und ich irgendwann Kompromisse eingehe, die alles verändern werden und ob es dann auch noch gut ist bzw. wird und überhaupt und sowieso. Und dann stelle ich fest, ich bin zwar 31 und führe hauptberuflich ein geregeltes Leben, aber als Nebentätigkeit bin ich Vagabund. Ich streife durchs Leben und beobachte das Geschehen von außen. Ganz still und unauffällig. Ich lebe mit der Welt und doch für mich.

Je älter ich werde umso gelassener werde ich. Meine Sinnessuche nach dem warum ist noch lange nicht abgeschlossen. Ich jage nicht mehr so nach dem Warum wie noch vor 5 Jahren. Ich suche immer noch leichtfüßig,  aber entspannt, weil ich weiß, dass das Abhetzen nur anstrengt und das die Findungssuche nicht schneller voran geht, als man erst glauben mag.

Das ist das schöne am Älter werden, man denkt sich viel öfter „erstmal abwarten und Tee trinken“.

Es gibt immer mal Momente, da möchte ich rennen so schnell ich kann und dann würde ich stehen bleiben und mich selbst ermahnen, nicht schon wieder so zu hetzen. Ich weiß doch, dass das Abhetzen sinnlos ist, Es wird sowieso passieren, wenn nicht jetzt dann irgendwann.

31 Dinge, die ich mit 31 gelernt habe!

31 unnütze Fakten über mich und so …

  1. Wenn man ein Kind ist, ist das Leben einfacher: Keine Lebensphase ist so leicht und unbekümmert, wie die Kindheit. Alles was danach folgt gleicht einem Kampf mit dem Leben.
  2. Berlin ist eine Weltstadt: Klingt komisch, aber bis zu einem bestimmten Alter war mir das nicht bewusst, dass meine Heimatstadt eine Stadt von Welt ist – irgendwann fällt halt der Groschen.
  3. Vorbilder sind ein guter Lebweiser: Als Kind war es „Die kleine Hexe“ (Buch von Otfried Preußler), als Teenie „Buffy“ (Protagonistin aus der Serie Buffy- Im Bann der Dämonen), als Heranwachsende Janis Joplin (Musikerin, die die Hippie-Ära anführte und im Alter von 27 verstarb). Die kleine Hexe half mir mutiger zu werden. Buffy formte meinen Charakter und half mir ich selbst zu sein. Janis Joplin weckte die Lebenslust in mir und half mir eine Querdenkerin zu werden und nicht mit dem Strom zu schwimmen.
  4. Jungs sind gar nicht doof: In meinem Fall jetzt Männer sind, nun ja nicht doof, aber doch extrem unentschlossen und irgendwie unbeholfen, aber gut zu küssen und zu fühlen und so. Sie können tolle Gesprächspartner sein und ehrlich gesagt, die philosophischsten Abende hatte ich mit Männern.
  5. Die Teletubbies können sich fortpflanzen! Das lass ich mal so stehen.
  6. Als Kind noch stundenlang vorm Fernseher verbracht, frage ich mich jetzt manchmal, was ich mit dem Teil soll. TV schau ich schon ewig nicht mehr, aber Netflix & Co.
  7. Die alten, verstaubten Kinderbücher unbedingt aufheben und hegen und pflegen, man weiß nie welchem kleinen Erdenbürger man mal etwas vorlesen darf.
  8. Boxspringbetten sind der Himmel auf Erden.
  9. Alleine wohnen hat Vor- und Nachteile. Vorteil: Du kannst tun und lassen was du willst. Nachteil: Du machst alles alleine. Vom einkaufen übers putzen bis zum alleine einschlafen.
  10. Die Musik der Band The Smiths kann wirklich deprimierend auf das eigene Gemüt wirken.
  11. Man kann Katzen und Hunde gleichermaßen mögen. Lange dachte ich, ich wäre ein Hundetyp. Nur um mit 31 festzustellen, das Katzen genauso knuffig sein können. Ich bin dann mal Tierbisexuell.
  12. Alles im Leben ist vergänglich. Von Dingen bis Menschen. Was kommt, geht auch wieder.
  13. Werte und Normen haben an und für sich etwas gutes. Vor allem, wenn man eigene aufstellt.
  14. Wespen sind hässlich, angsteinflößend und doof. Nicht umsonst ergreife ich die Flucht vor ihnen.
  15. Alleine Reisen kann schön und deprimierend zugleich sein.
  16. Eltern haben nicht immer recht.
  17. Fleisch ist ungesund. Vor allem tierisches Eiweiß! Der Cholesterinspiegel feiert Flatrate-Partys und zahlt irgendwann einen hohen Preis in Form von Herzerkrankungen – ich bin mittlerweile Hobby-Veganerin.
  18. MusikerInnen werden überbewertet.
  19. Kompromisse schränken die eigene Freiheit ein. Ein Kompromiss sollte daher sorgfältig überlegt werden.
  20. Jeder sollte das Buch „Der kleine Prinz“ besitzen.
  21. Musik ist wie ein Tagebuch. Man kann durch sie blättern und mit einem bestimmten Song, werden bestimmte Momente unseres Lebens wieder aufgerufen.
  22. Online-Dating ist der größte Mist auf Erden.
  23. Ein Bücherregal voller ungelesener Bücher, gibt einem das Gefühl in einer Bibliothek zu wohnen.
  24. Man muss im Leben keine Drogen probiert haben, angeblich ballern sie zu krass und am Ende könnte uns der Tod erwarten.
  25. Küssen, Streicheleinheiten & Sex sind die schönste Nebensache der Welt!
  26. Ein Baby im Arm zu halten, lässt dich vieles klarer sehen. Du verstehst, warum dir das Leben geschenkt wurde.
  27. Das erste Kuscheltier, das du geschenkt bekommen hast, solltest du aufheben. So lebt das Kind in dir weiter.
  28. Ein gutes Make up lässt dich in den schlechten Zeiten deines Lebens gut aussehen und in den guten Zeiten noch schöner erstrahlen.
  29. Spaziergänge entlasten das Labyrinth der Gedanken.
  30. Es gibt Menschen, die haben Glück in der Liebe und es gibt Menschen die haben Pech.
  31. Die Familie kann man sich nicht aussuchen, jedoch seine Freunde und bei dieser Auswahl sollte man sehr sorgfältig sein.

Nostalgische Erinnerungen eines entwachsenden Twentysomethings

Ich liebe Musik. Vor allem Konzerte und die Menschen die Musik zum Leben erwecken. Die Künstler, die ihr Herz in einen Song stecken und ihn mit Gesang und instrumentaler Begleitung dekorieren, fand ich schon immer bewundernswert. Die Köpfe, die hinter all den märchenhaften Melodien und bewegenden Texten stehen.

Schon von klein auf begleitet mich die Musik. Sie ist mein Lebweiser. Der rote Faden in meinem Leben. Meine Therapie und der Anker im Alltag. Meine Genre übergreifende Sammlung von verschiedenen Tonträgern war Jahre lang mein ganzer Stolz. Bis ich sie gekillt habe. Was bleibt sind die Erinnerungen an die Zeiten, in denen ich vor dem Media Markt, in meiner damaligen Wohngegend, wartend da stand, bis die Pforten sich öffneten. Ein neue Platte in den Händen zu halten, sie an der Kasse zu bezahlen und zuhause im heimischen Player anzuhören, erinnert mich immer wieder an die unbeschwerten Jahre meiner Jugend (was für ein Kitsch).

In meinen beginnenden Zwanzigern hab ich sogar mal was mit Musik gemacht. Ich habe Konzerte organisiert. Kleine, feine Konzerte in den kleinsten, abgeranzten Locations von Berlin. Ich war Bookerin für eine Band. Doch irgendwann verlief sich alles im Sand. Mit Musik hab ich nur noch soviel am Hut, dass ich auf Konzerte gehe und meinen Spotify Account täglich mit meinen Musikwünschen belästige. Rückblickend – gut 7 Jahre später – stelle ich fest, dass das die schönste Zeit in meinem bisherigen Leben war. Ich blicke mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück.

On the road mit drei sympathischen emotional poprocket Musikern!

Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich schon damals meinen eigenen Weg gegangen bin und jetzt gut 10 Jahre später weiß ich, dass man mit Mut zur Veränderung, diesen Weg weiter gehen kann, wenn nicht in die gleiche Richtung, aber jede Ausfahrt bringt eine neue Möglichkeit!

Adieu Pille & Co.

Ich habe die Pille genommen. Dann habe ich sie ein paar Jahre nicht mehr genommen, dann habe ich wieder damit angefangen und dann zu guter letzt hatte ich den Verhütungsring. Jetzt nehme ich schon seit gut 5 Monaten nichts mehr. Der Hormonhaushalt pendelt sich nach ca. 6 Monaten wieder ein – laut Gynäkologin! Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich mich nach 5 Monaten noch nicht eingependelt fühle.  

Alles fing damit an, dass ich mir die Frage gestellt habe: Warum nehme ich den Ring bzw. davor die Pille noch? Keine feste Partnerschaft hin oder her. So entstand auch ein unnötiger Kostenfaktor einmal im Quartal, der nicht mehr sein musste. Ich konnte die Uhr danach stellen, wann ich Migräne bekam. Einen Tag vor der Blutung! Da ich nicht die einzige in meinem Freundeskreis war, die anfing sich über die Nebenwirkungen der Pille Gedanken zu machen, weil auch da Symptomatiken auftraten, die in mir argwöhnische Denkprozesse auslösten. Ich hatte zuerst überlegt, von Ring auf Pille zurück zu wechseln, habe mich aber dann doch dazu entschlossen nichts mehr zu nehmen. Die meisten Verhütungsmittel sind verschreibungspflichtig und daher ist hier immer ein/e  GynäkologeIn zu konsultieren. Beim absetzen eines solchen Präparates auch. Ich hab es nicht gemacht. Das ist jetzt auch kein Verbrechen, wenn man es nicht macht, aber man sollte schon vorher mit dem Arzt darüber sprechen.

Seit Anfang Oktober 2017 bin ich also Ring-frei und die erste Zeit war die Hölle. Ich bin erst Ende November auf den Trichter gekommen, dass meine starken Stimmungsschwanken – die dafür verantwortlich waren, dass ich eine Urlaubsreise nach Rom cancelte – von dem Absetzen des Rings kamen und wahrscheinlich auch der Freifahrtschein für Burni waren. Alles nur Vermutungen, aber durchaus Möglichkeiten, die wenn man eins und eins zusammenzählt, wie die Faust aufs Auge passen.

Nach knapp 4 Monaten hatte ich das Gefühl, dass der Hormonschleier von mir fiel. Ich habe mich selbst wieder wahr genommen. Ich habe angefangen wieder auf meine innere Stimme zu hören. Ich wurde entspannter und gereizt bin ich nur noch selten. Trotz Stimmungsschwankungen in der ersten Zeit, kann ich nach 5 Monaten sagen das meine Stimmung sich weitestgehend eingependelt hat. Die Migräneattacken minimierten sich und viele Begleiterscheinungen, wie Muskelschmerzen, allgemeine Müdigkeit usw. entschwinden so langsam …

Es ist erschreckend, wie leichtfertig jungen Mädchen einfach so die Pille verschrieben wird. Im Wachstum. Der Körper hat seine Entwicklung noch nicht abgeschlossen und ich glaube, wenn man vorzeitig in diesen Prozess eingreift sind Spätfolgen vorprogrammierbar.

Ob nach einem halben Jahr (theoretisch ab Mai) alles wieder komplett normal ist, werde ich ja sehen, aber auch wenn dem nicht so … irgendwann kommt schon die Normalität in mir zurück.