Ich bin Single!

Es war einmal ein kleines Mädchen, dass las für ihr Leben gern Märchen. Besonders das Märchen vom Froschkönig hat es ihr angetan. Die Vorstellung einen Frosch zu küssen und aus dem Nichts erscheint ein Prinz, der von einer bösen Hexe in einen Frosch verwandelt wurde und sein Dasein von nun an für immer als ein quakendes, glitschiges Wassertier zu verbringen – das wollte die kleine Ramona nicht und küsste nun fleißig Frösche (als kleines Mädchen küsste ich wirklich Frösche!) – doch ein Prinz kam nie. Die kleine Ramona verstand nicht wie ihr geschieht. Im Märchen war es doch so simpel, küsse den Frosch und dein herzersehnter Prinz wird dir erscheinen. Jahre lang suchte sie nach dem Fehler und musste mit jeder vergossenen Träne feststellen … Prinzen gibt es nur im Märchen …

Ich hatte Fuckbuddys, Seelenficker, Unentschlossene …

Irgendwie war es auch gut so, dass ich erkannte Prinzen gibt es nur im Märchen, denn sonst wären ja Märchen nicht Märchen. Ich lebe in einer Großstadt – Berlin – sie ist voll mit Singles und ich vergeudete meine 20er mit diesem Aberglauben einen Deckel, Prinzen, bessere Hälfte und dem ganzen Quatsch zu suchen. Wie viel mehr, hätte ich meine 20er genießen können, wenn mich diese alberne Suche nach Prinz Charming nicht so stark beeinflusst hätte. Wie oft weinte ich mir die Augen aus nur um dann wieder mein gebrochenes, vernarbtes Herz zu flicken, zusammen zu kleben und meinen Vorrat an Narbencreme aufzustocken.

In mein Bett verirrten sich Fuckbuddys, Seelenficker, Unentschlossene, Verlassene und was nicht noch alles mehr. Nicht jeder weckte in mir Hoffnung, denn nicht jedes Mal verspürte ich den Wunsch das daraus eine Beziehung wird. Ja, ich gestehe, Sex kann auch ohne Liebe gut sein. Ich könnte ein Buch mit meinen ganzen Erfahrungen schreiben, stattdessen erwähne ich es hier nur mal kurz am Rande.

Der Punkt ist der, dass die aktive Suche danach keinesfalls verwerflich ist, sie sollte aber nicht unser Leben insofern beeinflussen das wir noch launisch durch die Gegend stapfen, weil es halt nicht so lief wie wir es uns vorgestellt haben. Tief durchatmen. Kapitel beenden. Ein neues beginnen. Vorher die Krone zurechtrücken, das Spiegelbild anlächeln und auf geht’s!

Mit Anfang 30 jage ich nicht Prinzen nach. Die Gebrüder Grimm haben schließlich nicht meinen Lebenslauf geschrieben, Nicholas Sparks führt nicht Regie und Rosamunde Pilcher hat auch nichts produktives dazu beigetragen. Ich bin Produzentin, Drehbuchautorin und Regisseurin meines Lebens und eine Mischung aus Drama, Action, Romantik und Heimatfilm erscheint mir spannender als ein eintöniges Märchen…

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Die Liebe oder das immer gleiche Date-Verhalten in Frage stellen

Vor kurzem war ich auf einer Hochzeit von einem befreundeten Paar, dass sich nach über 10 Jahren Beziehung das Ja – Wort gegeben haben. Ich war die Trauzeugin der Braut. Ich war alleine da, aber um mich soll es in diesem Text nicht gehen. Vielmehr um die Liebe.

Ich sitze mit der Braut beim Friseur. Wie lassen uns für den Tag gerechte Frisuren verpassen. Die Braut schminkt sich normalerweise nicht, aber für den Tag der Hochzeit macht sie eine Ausnahme. Ich bin schon geschminkt. Ich war schon eher wach und habe mein Gesicht schon mit passenden Farben verziert. Wie sie da so sitzt auf dem Stuhl mit ihrer Frisur und ihrem einmaligen, schönen Make Up… Sie scheint so glücklich wie noch nie. Dieses Strahlen in ihren Augen und diese bodenständige Zufriedenheit …

Was ist das nur mit der Liebe? Klar, der Mensch ist zum allein sein nicht bestimmt, aber was ist wenn die Liebe auf sich warten lässt? Nicht jede Begegnung endet im Happy End. Happy Ends sind realativ. Das Leben ist kein Disney Film, sondern eine Doku und wir führen die Regie. Wir selbst sind ja für unser Glück verantwortlich – sagt uns alles und jeder. Da gehe ich voll und ganz mit – aber nicht jeder Glücksbote der unseren Weg kreuzt bringt auch Glück. Wir fallen, verletzen, reißen uns zusammen und stehen wieder auf, rücken unseren Stolz zurecht und gehen weiter. Mit der Hoffnung, beim nächsten Mal wird es besser. Aber was ist, wenn neben den absurden Glücksboten, das eigene Verhalten zum Fehlverhalten mutiert und du dich in einem Strudel der Endlosigkeit wiederfindest? Jedes Date hat den gleichen Ablauf, die gleichen Fragen, die gleiche Vorgehensweise… Da gibt es nicht wirklich Raum für die Liebe. Liebe ist leise. Ganz unscheinbar ist sie immer da, nur wir realisieren sie nicht, wenn sie uns schon auf die Füße tritt und schreit: „Hier bin ich!“

Ich versuche mich daran zu erinnern, wann ich diesen Tritt in den letzten Jahren mal verpasst bekommen habe. Blackout? Demenz? Ich tippe auf blinde Ignoranz. Ich glaube, wenn du einem bestimmten Verhaltensmuster folgst, wird die Sicht auf das Wesentliche getrübt. Ein Film in Endlosschleife. Eine Platte die auf Repeat läuft.

Wir halten uns mit Oberflächlichkeiten auf. Wenn es nicht gerade der fürchterliche Musikgeschmack ist, ist es der unkontrolliert, zusammengestellte Kleidungsstil. Wir suchen absichtlich nach offensichtlichen uns erscheinbaren Fehlern. Sind letztendlich nur frustriert und grübeln wieder mit einer bedingungslosen Leidenschaft warum das jetzt wieder nix war?!

… Hand in Hand verlassen die Beiden das Standesamt. Nun sind sie Eheleute, Mann und Frau, Herr und Frau. Ich erblicke Zufriedenheit. Wohlgesonnene Gesichter. Glückseligkeit.

Aber wie durchbricht man diesen Kreis? Außergewöhnliche Unternehmungen? Andere Fragen? Von den eigentlichen Typ-Vorlieben abweichen und mal jemanden daten, den man sonst nicht daten würde? Gibt es denn überhaupt einen Lösungsweg aus dieser Misere? Mehr Leichtigkeit würde für den Anfang schon helfen – denke ich …

Adieu Online-Dating

Ich nehme das Handy in die Hand. Gehe auf die Dating-App, die sich in meinem Menü befindet. Ich tippe auf die App. Lese flüchtig die Nachrichten, die sich im Postfach befinden. Keine Nachricht die mich erreicht hat, klingt weder interessant noch antwortungswürdig. Ich lösche alle. Unbeeindruckt schaue ich nach den Matches. Kein gematchter Volltrottel hat geantwortet. Ich gehe in die Einstellungen der App und lösche mein Profil. Zurück im Handy-Menü deinstalliere ich diesen Mist des modernen Datings. Ich habe wieder Speicherplatz. Die Zynikerin in mir applaudiert.

Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals im Jahr. Und jedes Mal fällt es mir einfacher. Jedes mal überkommt mich das gleiche Gefühl, wenn ich mich anmelde, binnen kürzester Zeit tümmeln sich die Besucher auf meinem Profil. Ich bin ein Rollmops im Haifischbecken. Eine Schneeflocke, die sich in den Sommer verirrt hat. Eine CD, die ausversehen ins Vinyl-Fach gestellt wurde. Zusammengefasst eine Romantikerin im schäbigen Bordell, umgeben von orientierungslosen Erdmännchen während der Paarungszeit.

Meine Eltern sind schuld. Die beiden lernten sich über eine Kontaktanzeige kennen. Die Eine schrieb jedesmal halbe Romane und der Andere kam gerade mal auf eine Seite. Mittlerweile sind sie seit über 30 Jahren verheiratet.

Heute gibt es zwar noch Briefpapier zu kaufen, wird aber nicht mehr benutzt. Tinder & Co. brachten es aus der Mode. Heute wischt man auf einem Smartphone nach links oder rechts. Die Richtung bestimmt die Zukunft. Nach rechts bedeutet Hoffnung auf irgendwas, nach Links einen Freifahrtschein ins Jenseits.

Wer Liebe sucht, findet Unterleibsspiele für die Sinnlosigkeit. Einen digitalen Gangbang ohne Körperflüssigkeiten. Seelenficker, unentschlossene Enttäuschte und unbefriedigte Narzissten! Ein Hoch auf die virtuelle Welt. Hier bekommen sie zu Hauf die Restposten der Realität! Fein, säuberlich gesammelt in einem schlecht designten Katalog.

Ich übertreibe? Nein. Ich bin Romantikerin der alten Zeit. Eine Prinzessin, die auf dem Schlossbalkon steht und auf Prinz Charming wartet oder einen bettelnden Spielmann – es könnte ja König Drosselbart sein.

Eine Lovestory, wie von Nicholas Sparks geschrieben und mit Johnny Depp und mir verfilmt. Im Hintergrund singt Etta James AT LAST. Ich will etwas, nach dem ich mich mit Haut und Haaren verzehre. Ich habe Durst nach wahrer Liebe. In einer Zeit in der alles vergänglich ist, wird meine Sehnsucht nach der Wahrhaftigkeit, revolutionär herbei geschrien und demonstrativ ausgesessen. Ich betrinke mich mit Tränen und überfresse mich mit Groschenromanen bis zur Bewusstlosigkeit. Ich betreibe eine einsame Sitzwache der Hoffnung, hoffentlich nicht bis zum Ende meiner Zeit!

Spätestens nächste Woche downloade ich wieder.

Die Liebe gleicht KEINEM Hollywoodstreifen

„Es ist nicht leicht, wirds nie sein, es wird schwer sein, wir werden jeden Tag hart daran arbeiten müssen, aber das will ich, weil ich dich will, ich will dich ganz und gar, für immer Dich und mich, an jedem Tag“

 – Noah, einer der Protagonisten aus dem Film

WIE EIN EINZIGER TAG nach einem Buch von Nicholas Sparks

Liebesfilme sind wie der in Sauerstoff getränkte Atemzug unserer Herzen. Sie erinnern uns an das schöne und liebenswerte einer Liebe oder dem bis ins Mark erschütternden Moment, wenn uns das Gefühl der Verliebtheit durchflutet.

Doch die Liebe ist in Berlin anders als in Hollywood. Hier steht nicht mitten in der Nacht Johnny Depp vor deiner Tür und hämmert mit seinen Fäusten die Restenergie des Tages aus sich heraus um dich unbedingt sehen und fühlen zu wollen. Nein, hier in der Berliner Realität passiert so etwas nicht. Hier wird die Liebe so schnell gelebt und beendet, wie ein Besäufnis in einer schäbigen Eckkneipe. Die Liebesbekenntnisse gleichen dem Wert eines 5 DM Stücks. Man ist schnell frustriert von dem Angebot der sich im realen und in der virtuellen Welt anbietet. Man muss Aschenputtel spielen – die guten ins Töpfchen und die schlechten ins Kröpfchen!

Wo sind die Romantiker geblieben? Man lernt ja nur noch liebeshungrige Sonderlinge kennen. Zeit hat keiner mehr. Verbale Kommunikation findet so lange statt bis man Bettlaken sieht und fühlt. Manche Männer gleichen einem Spritzkuchen – außen süß und unwiderstehlich und im inneren befindet sich nichts als Luft.

Wie schön wäre es, wenn tatsächlich mal jemand das kitschige Niveau eines Liebesfilms erreicht und dich im Regen leidenschaftlich küsst! Liebe gleicht so selten dem was wir hoffen und uns wünschen. Der Zufall beschert uns mal das Glück, dass meistens wie der Sand in einer Sanduhr durch unsere Finger gleitet und dann stehen wir da, auf einem Berg Sand und hinterlassen Fußstapfen der Enttäuschung. Doch was nährt unseren Mut? Die Hoffnung. Hoffnung ist wie ein Lebenselixier. Nehmen wir einen Schluck, werden wir so unerschrocken der Liebe gegenüber, dass wir immer weiter gehen. Selten zurück blicken. Wir beseitigen die Trümmer mit unserem Mut und unserem Vertrauen, dass es irgendwann mal klappt…

Von sexuellen Missverständnissen und männlichen Fehlschlägen

Ich singel mich durchs Leben in einer Großstadt. Ob es mir in einer Kleinstadt anders ergangen wäre? Etwas, was ich nicht mehr erfahren werde. Da ich nicht wegen einem Studium (ich studiere ja nicht) woanders hinziehen werde, geschweige gewollt in eine Kleinstadt umziehen werde. Ich bleibe in Berlin. Meine Heimat und Herzensstadt.

Männer sind wie ein Glas Wasser. Man fängt an aus ihm zu trinken und fühlt sich erfrischend wohl und am Ende bleibt die Leere und der fade Geschmack! Ich bin keinesfalls liebesresistent, aber rückblickend frage ich mich manchmal, mit was für Exemplaren ich mich da verabredet habe. Man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Definitiv! Wenn da dieses aber nur nicht wäre …

Da gab es die beständigen Liebhaber, die eine Weile blieben und dann wieder einverständlich gingen, dann gab es die selbstbestimmten Liebhaber, die kamen und gingen wann sie wollten – Naja, von denen trennte ich mich ganz fix! Die unentschlossen Liebhaber ließen mich immer wie ein Fragezeichen stehen, weil bei ihnen immer ein Funken Hoffnung auf etwas festes im Raum stand. Zurück blieb ein zerfetztes Herz und ein wütendes Ich. Um die unentschlossenen mache ich mittlerweile einen großen Bogen. Sie gleichen einem Virus, der einen krank macht.

Wieviele Stunden ich schon in der Gemüseabteilung verbracht habe, in der Hoffnung, nach dem Apfel greift auch der Eine. Im Baumarkt hab ich es auch mal probiert, aber da halten sich in der Regel Herren jenseits der 35 auf. Wer schnell und unkompliziert mal eben kurzfristig Langeweile bekämpfen will, der gehe in eine Bar oder Club. Für mehr dienen diese Venues nicht. Selbst Konzerte gleichen einem Gral der Frustration. Dunkelheit und schubsende Zeitgenossen die nach alkoholischen Getränken gieren – als wäre die Bar ihr Messias. Der Parkaufenhalt, sobald die Temperaturen auf dem Thermometer wieder steigen, ist auch nicht zwingend die beste Option. Die Wiesen bestehen aus Pärchen, die den Platz wie Blumen einnehmen und die dazu passenden Kinder sind die Blütenstaub sammelnden Bienen. Die einzelnen Single Exemplare, vergraben sich einem dicken Wälzer und wirken nichtssuchend.

Dating-Apps hingegen sind praktisch, aber gleichen qualitativ einem Labyrinth vollgepackt mit Niveaulosigkeit und Primitivität, dass erst nach Stunden des Umherirrens etwas abwirft. Ob der Gewinn vielversprechend ist, zeigt sich in der Regel nach den ersten Sätzen.

Was ist mir dann beim daten aufgefallen? Meistens geht man dann abends etwas trinken oder essen. Vom abendlichen trinken gehen, kann ich nur abraten. Zu oft findet man sich dann in einer Situation wieder, die man so nicht geplant hat. Meistens in einem fremden Bett mit einer Erfahrung auf die man auch gern verzichtet hätte. Oder beflügelt mit neuem Selbstbewusstsein. Da bestehen keine Grenzen. Essen gehen kann ich nur empfehlen. Man lernt die kulinarischen Vorlieben und die Tischmanieren kennen. Aber am Ende stellt sich die Frage – wer zahlt? Als moderne Frau der Neuzeit, hab ich kein Problem damit selbst zu zahlen. Die Herren hingegen lassen sich in vier Typen des Bezahlens einordnen.

  • Typ 1: er zahlt aus Höflichkeit, weil er es von Haus aus so kennt. Achtung! Hier lässt sich schlecht einschätzen, ob es ein zweites Treffen geben wird. Da er immer höflich bleibt und kein Anschein von Desinteresse vermittelt.
  • Typ 2: er zahlt, weil er ein Ziel verfolgt. Nämlich dich noch am gleichen Abend ins Bett zu kriegen. Diese Herren der Schöpfung sind leicht zu durchschauen. Finger weg!
  • Typ 3: er zahlt, weil er dich wirklich sympathisch findet! Jackpot Baby! Knutschen zum Abschied erlaubt, aber nur in einer kleinen Dosis! Date Nummer 2 ist in der Regel garantiert.
  • Typ 4: ihr zahlt beide getrennt, er ist vielleicht unentschlossen oder du zu schnell mit der Geldbörse am Start. Dieser Typ Mann begegnete mir zu selten um ein abschließendes Urteil abzugeben.

Dann gibt es noch die Rubrik sexuelle Missverständnisse. Berauscht vom Date und gegenseitiger Sympathie passiert dann doch mal der eine oder andere One Night Stand. Hierbei muss vorher unbedingt geklärt werden, ob wirklich nur eine Nacht angedacht ist. Meine Erfahrungen der frühen zwanziger, waren da sehr lehrreich. Klar, man weiß ja in den seltensten Fällen wohin die Reise gehen soll, aber eine kurze Klärung ist hilfreich. Die Frage, ob man dann zum Frühstück bleibt erschließt sich von selbst – Nein!

Klar, es gibt des öfteren männliche Fehlschläge, aber selbst die haben ihre Daseinsberechtigung… Irgendwie. Wie soll man sonst heraus finden, was einem gefällt und was man eigentlich vom anderen Geschlecht erwartet.

Vom Singledasein und entscheidungsUNfreudigen Halunken!

Ich bin Single! Ich bekomme meistens das Gefühl vermittelt, ich sollte mich deswegen schlecht fühlen. Wenn um dich herum alle in einer Beziehung sind, heiraten, den Planeten mit neuen Erdlingen bereichern und du als Zuschauer daneben stehst, mag das zwar nicht der beste Blickwinkel mit Anfang 30 sein, aber es kann auch durchaus Vorteile mit sich bringen!

Berlin ist schließlich kein Märchenwald – gefüllt mit ehrbaren Prinzen –  sondern eine Großstadt mit entscheidungsUNfreudigen Halunken!

„Du findest schon noch deinen Deckel!“, „Irgendwann kommt der Richtige!“, „So hübsch und Single?“ – die Kette der Kommentare die mich regelmäßig erreichen, könnte ewig so weiter gehen.  Vermehrt darf man sich auch anhören „man sei doch nicht so anspruchsvoll“! Klar! Mal ernsthaft, würde ich mit 31 immer noch die Männer daten die ich mit 21 gedatet habe, dann würde ich gar keine Verabredung mehr annehmen wollen. Durch jahrelanges daten, lernt man das männliche Geschlecht gut kennen. Und ich hab hierbei einiges gelernt: 1.) man muss viele Frösche küssen, denn 2.) Berlin ist eine Großstadt und kein Märchenwald – Männer kommen nicht auf einem weißen Schimmel angeritten, sondern mit der Tram und 3.) Männer sind entscheidungsUNfreudige Halunken! Männer wissen mit Anfang 20 genauso wenig, wie mit Anfang 30. Ich hab ja Verständnis, wenn man beruflich erstmal Fuß fassen möchte und nur eine nebenbei Geschichte haben möchte – aber ernstlich Männer mit spätestens 35 sollte doch allmählich mal mit dem Nebenbeigebumse Schluss sein, oder?

Wenn wir Frauen nicht wissen was wir wollen, dann wissen Männer ehrlich gesagt gar nichts!

Ich frag mich dann immer in welchem Männerkatalog meine Freundinnen geblättert haben. Ein paar Dates und dann fanden sie sich in einer neuen Beziehung wieder! Mein Männerkatalog war beim durchblättern bisher eher enttäuschend. Wenn ich einen Mann gesucht habe, der sich eine Zukunft mit einer Frau aufbauen möchte, begegneten mir Exemplare wie „ich lass es auf mich zukommen“ oder „ich weiß nicht, ich hab mich da noch nicht festgelegt“ oder „ich hab gerade eine langjährige Beziehung hinter mir und will erstmal keine Beziehung, aber wenn sich was ergibt auch gut“ – ich frage mich, warum man uns Frauen hinterher sagt wir wüssten nicht was wir wollen? Wenn wir Frauen nicht wissen was wir wollen, dann wissen Männer ehrlich gesagt gar nichts!

Ich bin auch nicht mehr frustriert wie mit 28. Mit 31 kann ich nur noch so denken, entweder er kommt oder  er kommt nicht mehr. Ich date trotzdem fleißig weiter und erfreue mich an der Gesellschaft von abenteuerlustigen Sexgefährten, Schmusis* und philosophischen Weltverbesserern. Die Hoffnung noch einmal die Liebe zu finden, habe ich nicht aufgegeben, aber das Jagen danach reizt mich nicht mehr. Wie gesagt entweder er kommt oder er kommt nicht!

Das Singleleben hat durchaus Vorteile:

  • kontinuierliche Weiterentwicklung der Persönlichkeit
  • man hat das Bett für sich alleine
  • Rasieren ist kein muss
  • Knutschen wen man will
  • man gibt sich Mühe beim Sex
  • keine Schwiegereltern
  • keine Pärchenabende
  • keine Trennungen – als Single bleibt einem das halt erspart
  • keine Kompromisse beim TV schauen
  • den Ansporn was aus mir zu machen
  • Kochkreationen müssen nicht aufgegessen werden
  • kein Musikkonflikt

Singlesein sein heißt nicht gleich Einsamkeit! Viele Menschen glauben, nur zu zweit ist man vollständig, erfüllt und glücklich – Bullshit! Wer glaubt nur mit Partner als vollständig zu gelten, scheint von sich selbst nicht sehr viel zu halten und sollte dringend mal alleine sein für einige Zeit. Eine Partnerschaft ist wie ein Unternehmen mit zwei Chefs. Beide leisten und verdienen gleich. Ein für- und miteinander. Eine Partnerschaft macht ja auch keinen Sinn, wenn der Eine gibt und der Andere nicht. Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er sein Leben gestalten will – man sollte seine Lebensauffassung nur nicht anderen aufdrücken wollen.


*Schmusis = Männer, die einem Teddybär ähneln