Problemzone Mann

Ich mag Männer. Ehrlich! Ich mag sie sogar mehr als Frauen. Sie sind viel gelassener im Umgang mit dem Alltag – liegt aber auch daran, weil wir uns Frauen für alles verantwortlich fühlen. Was freundschaftlich sehr gut funktioniert, verhielt sich in der Liebe wie ein Wettrennen zwischen kommen und gehen.

Ich dachte immer mein Übergewicht wäre meine Problemzone, doch im Laufe der Jahre entpuppte sich, in meiner heterosexuellen, doch recht modernen Lebensweise, die Spezies Mann zu meiner eigentlichen Problemzone. Sie waren irgendwie immer da und dann wieder nicht. Zwischen erster Liebe und Gelegenheitsdingsbums und es könnte Prinz Charming sein. Schwebte ich wie Tinkerbell hin und her.

Ich bin weder krass altmodisch oder noch unglaublich modern. Aber ich halte ehrlich gesagt nichts von der typischen Rollenverteilung zwischen Frau und Mann. Ich finde, wenn man sich zu einem gemeinsamen Essen verabredet, kann man auch getrennt zahlen. Macht man ja mit den Freundschaften auch so, warum muss das bei einem Date mit einem Mann anders sein? Ich nehme es weder persönlich oder habe das Anliegen so gut es geht mein Geld zu sparen. Ich erlebte es ein paar Mal, dass auch eine Einladung nichts zu bedeuten hat. Kann auch anders laufen, aber muss nicht.

Genauso verhält es sich mit in den Mantel helfen oder die Tür aufhalten. Ja, ich mag den klassischen Gentleman, aber auf der Suche nach einem Mann, ist das kein Kriterium. Wenn ein Mann das von sich aus immer macht, kann er das auch gerne weiter machen. Tut er das hingegen um einer Frau zu imponieren und legt beim zweiten Date ein anderes Verhalten wie beim ersten zu oder betreibt das in einer Beziehung überhaupt nicht mehr, soll er es doch bitte lassen. Das Rollenspiel der Täuschung des tatsächlichen Verhaltens, wirkt dann nur noch lächerlich. Kann ich aus persönlicher Erfahrung bestätigen. Beim ersten Date hielt ein Mann mir noch die Tür auf, beim zweiten Date eilte er voraus und ich stand da vor einer ungeöffneten Tür und meinen Mantel zog ich dann auch wieder allein an. Der erste Eindruck war also nicht der Beste.

Ganz schlimm erschienen mir auch immer die Exemplare, die die Einstellung vertraten, das Frauen sich doch in der Regel mit dem Haushalt beschäftigen sollten. Hallo 50er, kann ich da nur sagen. Die anfallenden Aufgaben des Alltags werden geteilt. Beide gehen in der Regel arbeiten und wie viel Sinn macht es bitte, wenn immer nur einer von beiden kocht oder den Haushalt dazu noch managt? Keinen. Es mag Frauen geben, die gern Heim und Herd an sich reißen, wie es Brain (aus Pinky und der Brain) mit der Weltherrschaft tat, aber auf Dauer werden sie genervt sein und fangen an zu meckern, das Mann nichts macht. Und wenn er was macht, wird er schlichtweg nur kritisiert und schmeißt das Handtuch, weil Frau der Meinung ist, er macht es nicht richtig, dass aber jeder eine eigene Herangehensweise und Vorstellung der Durchführung hat, bedenken die genervten Frauen selten. Typisch für die Generation unserer Eltern und Großeltern und eigentlich sollten wir daraus lernen und es anders machen. Muss ja nicht so sein, aber mir ist es in meinen 32 Jahren schon begegnet. Ich ertappte mich auch schon dabei.

Das Thema Verhütung ist ein wichtiges Thema und wird bei Männern gänzlich vergessen oder nur phasenweise praktiziert. Um Himmelswillen, ich will das nicht verallgemeinern, aber ich erzähle aus meinen Erfahrungen und den meiner Freundinnen! Und die Feststellung war die Gleiche: Verhütung ist ein unbeliebtes Thema bei Männern. Sie verlassen sich da meistens auf uns, denn Männer haben ja nur das Kondom als Verhütungsvariante und Frauen können auf viele Weisen verhüten. Wir, als Vulvainhaberinnen können uns Pillen einschmeißen, Verhütungsringe oder Spiralen einsetzen, können uns Hormonspritzen oder Hormonstäbchen verpassen lassen oder nehmen un-idealerweise gar nichts. Sobald wir gar nichts nehmen, bricht für Männer eine Welt zusammen. Wie du nimmst nichts? Ja, ich nehme nichts! Wir müssen Kondome verwenden. Als wenn Pille und Co vor Geschlechtskrankheiten schützen! Hallo! Es hakt doch gewaltig bei euch! Als wenn Penisträger vor Reinheit strotzen würden und nur wir Frauen die Höhle des Schreckens bewirten. Es gibt nicht nur Aids. Schon mal von HPV, Chlamydien und dergleichen gehört? Das bekommt Frau nicht vom Vibrator! Also wenn ihr wirklich imponieren wollt, dann doch gerne mit griffbereiten Kondomen. Ich glaube kaum, das Frau heutzutage noch glaubt, das ihr nur auf das eine aus seid – Nein, das man auf seine Gesundheit achtet, imponiert mehr als eine offen gehaltene Tür!

Also, Pseudo-Gentleman-Verhalten, veraltete Ansichten in punkto Rollenverteilung und Verhütungsansichten ruften bei mir meistens wieder ein Fluchtverhalten aus. Und da gab es noch mehr …

Kommen wir zum Klugscheißer & Sprücheklopfer. Der Klugscheißer glaubt er hätte das Wissen mit Löffeln gefressen, gibt es auch unter Frauen, kenne ich auch genug Beispiele. Der Sprücheklopfer bemerkt vor lauter Sprüchen nicht, wie dumm sein Verhalten ist und wie schnell ihm die Frauen wieder weglaufen. Den Klugscheißer interessiert die Meinung der Frau nicht wirklich, er überlegt sich insgeheim, sie wieder in die Stille zu labern. Anstatt zu hinterfragen, kontert er nur. So wurde ich meistens gekonnt wieder vergrault. Da hat man keine Freude am Diskutieren, da möchte man nur Kopfhörer aufsetzen und Musik hören. Einen Sprücheklopfer der besonderen Sorte begegnete mir im Herbst des vergangenen Jahres. Beim ersten Date dachte ich noch: gut der ist aufgeregt, da labert man halt ein wenig Müll. Doch Date Nummer 2 beendete ich schon nach gut 45 min. Mehr blöde Sprüche, permanentes beurteilen von Menschen um uns herum, sodass mir nichts anderes übrig blieb als ihm meine Meinung zu sagen und dann einfach nur noch das Weite zu suchen.

Wenn man das liest, könnte man sich fragen: Was date ich da immer? Da gab es genug normale. Ich begegnete ihnen nur meistens zum falschen Zeitpunkt, sodass nix daraus oder zumindest nix festes daraus wurde.

Ich bin gespannt was mir noch so über den Weg läuft …

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Real Single Life

Mit dem Single-Leben ist es wie mit einem Soloalbum in der Musik. Um dich herum die ganzen Bandalben, Compilations und Best of’s und dann bist da du – das Soloalbum!

Als Single bist du entweder erfolgreich dabei oder erfolgreich daneben. Soll bedeuten: Du singelst dich erfolgreich durch dein Leben, wenn du immer mal wieder was am Laufen hast, auch sonst ganz zufrieden mit deinem Leben bist und auf dein Umfeld zufrieden wirkst. Jackpot! Du weißt wer du bist und was du willst, aber so wie es läuft ist es auch ok, sollte sich mal was festes und vielleicht auch etwas, das bis zum Ende deiner Tage hält ergeben, dann wäre das ok. Bist du jedoch Single und hast das Gefühl nicht vollständig zu sein? Dann wird diese Phase deines Lebens, in der du auf dich allein gestellt bist erstmal eine der schwierigsten Phasen deines Lebens werden. Denn du musst zusehen wie du im Leben zurecht kommst. Denn davor wurden Entscheidungen im WIR getroffen. Alles wurde in einem WIR entschieden, wirklich alles! Am Anfang hast du einen Scherbenhaufen voller Entscheidungen für dich selbst zu treffen. Angefangen vom Lebensmitteleinkauf bis zur Urlaubsplanung. Du planst ab sofort, aber auch nur „erstmal“ für dich allein. Zumindest erscheint es irgendwie erstmal so …. Kann natürlich auch anders laufen!

Sich mit einem anderen Menschen vollständig zu fühlen, empfinde ich als eine orientierungslose Merkwürdigkeit des Menschen an sich. Ich hab mich nie vollständig mit einem zusätzlichen Menschen an der Hand gefühlt. Ich bin bisher auch mehr Single als liiert gewesen, aber selbst da hatte ich ja jemanden an meiner Seite, der mich unterhielt, zum Teil ähnlich dachte, ein paar Gemeinsamkeiten mit mir teilte und mit mir schlief. Ich war aber immer noch ich – ein Individuum! Ich würde auch sagen, die Misere mit dem einsam oder dem vollständig sein fühlen, begann damit als wir das erste Mal Sex hatten. Oder? Ohne ihn lief alles normal. Als wir anfingen miteinander Sex zu haben entglitt uns alles.

Es war für uns alle ein ganz besonderes Lebensereignis. In unserem jungen Dasein katapultierte sich dieses Ereignis zur Nummer eins aller bisher erlebten Dinge! Wir knutschten, liebten und hatten auf einmal eine Sehnsucht nach einem anderen Menschen, der das alles mit uns praktizierte. Irgendwann entstand aus Sehnsucht, und nachdem wir verlassen wurden oder verlassen haben, der Liebeskummer. Wir fühlten uns auf einmal einsam und auch auf eine absurde Art unvollständig. Dieses Gefühl – jedenfalls bin ich der Meinung – hat sich die Erinnerungsabteilung unseres Gehirns blöderweise gemerkt. Seit dem wirken wir, wenn wir allein irgendwo erscheinen, auf andere Menschen unvollständig. Sollten euch Menschen begegnen, die Single sind und zufrieden wirken, dann gehören die zu der ersten Gruppe, die ich weiter oben beschrieben habe. Die anderen, die untröstlich sind mit ihrer Situation, die kriegen irgendwie nichts so recht gebacken in ihrem Leben. Für sie ist das Allein sein eine Herausforderung an sich, der sie sich ungern stellen, denn dann müssten sie sich ja mit sich selbst beschäftigen – HOLY SHIT!

Ich übertreibe nicht, aber wie oft wurde ich privat oder beruflich gefragt, was ich eigentlich immer alles so mache, es kann ja nicht viel sein, weil ich ja Single bin! Ich kann mich sehr gut mit mir alleine beschäftigen, empfinde mein Singledasein nicht als einsam. Ich interessiere mich für eine Vielzahl von Dingen und Themen und ich gehe ja auch arbeiten!

Einsamkeit heißt doch, sich mit niemanden verbunden zu fühlen und niemanden zu haben. Wäre es nicht beleidigend, wenn ich meine Familie und Freunde hier ausschließen würde? Die würden sich doch fragen, warum ich mich dann überhaupt noch mit ihnen abgebe?

Einsamkeit und Allein sein, sind doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Wie High Heels und Turnschuhe. Wir verbinden beides oftmals mit den Menschen, die Single sind. Single sein ist eine andere Herausforderung als liiert zu sein. Die Liierten müssen mit noch einem Individuum in ihrer Nähe klar kommen. Mir kann keiner erzählen, dass sie nicht einen Teil von sich in den Hintergrund stellen um Platz für einen anderen Teil eines anderen Menschen zu schaffen. Man möge mich kreuzigen, wenn dies nicht stimmen mag. Dagegen spricht nichts, denn wie möge das Konstrukt Partnerschaft auch funktionieren, wenn man nicht den einen oder anderen Kompromiss eingeht. Das wäre wie, wenn wir gegen Wände laufen würden und nie checken: Da ist ne Wand und da geht es halt nicht durch.

Singles wird oft fehlende Kompromissbereitschaft unterstellt. Ich liebe Kompromisse, wenn sie sinnvoll sind. Wenn sie sich positiv auf das miteinander auswirken. Eine Beziehung, die nur auf Kompromisse beruht, sollte schnellstmöglich aufgelöst werden. Das ist wie auf heiße Herdplatten fassen und immer wieder vergessen, dass man sich im Umkehrschluss verbrennt. Ernsthaft, ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit Kompromissen, die erst ein wir ergeben, glücklich wird. Vor allem, wenn nur einer Kompromisse eingeht und der andere einen permanenten Nutzen daraus zieht. Was hat das noch mit Partnerschaft zu tun? Da will wohl eine/einer nicht allein sein!

Der Kompromissberg wird ja im Laufe einer Partnerschaft immer größer. Zusammenziehen und neue Erdenbürger produzieren. Ich frage mich, ob Paare bevor sie anfangen mehr von sich zu produzieren vorher mal über Erziehung & Co. nachgedacht bzw. gesprochen haben? Denn nicht wenige Paare gehen danach wieder getrennte Wege. Erstmal herauspressen und dann schauen wir weiter – wirkt auf mich, wie Hauptsache haben, weil das ja so ist in einer Partnerschaft. Irgendwann fängt man an zu produzieren. Das macht man ja so in unserer Gesellschaft. Zwiespältig finde ich auch die Aussage „erst ein Kind hat uns vollkommen gemacht“. Achso, verstehe. Die waren vorher zu zweit also auch unvollständig. Auf den kleinen Erdenbürger kommt ne Menge zu. Hörst du, du machst deine Eltern vollkommen! Wehe, du tust etwas, dass das Eltern-Kartenhaus zum einstürzen bringt …

Ich bin weder für das Single sein, aber auch nicht gegen die Partnerschaft. Ich wünsche mir einfach mehr Respekt für die individuelle Sichtweise und Lebensweise eines jeden Menschen. Bemitleidet weder die einen noch die anderen. Und vor allem schaut euch die Menschen in der Schublade Single oder Liiert an! Nur weil jemand Single ist, heißt es nicht, dass er/sie unglücklich ist und weil er/sie in einer Partnerschaft ist, heißt es nicht das er/sie glücklich ist. Mehr Respekt und Akzeptanz. Nicht das offensichtliche sollte das Urteil über einen Menschen bestimmen, vielmehr das Dahinter.

Nimm mich #1

Du schreibst mir, dass du bald Feierabend hast und dann zu mir kommst. Auf den Straßen leuchten schon die Laternen und die Nacht löst den Tag ab. Ich stehe am Fenster, hinter mir die Dunkelheit meiner Wohnung und ein paar brennende Kerzen, ein Glas Wein wärmt mich und die sehnsuchtsvollen Gedanken nach dir.

Außer einem Satinmantel trage ich nichts. Ich bekomme Gänsehaut, weil es draußen windig und kalt ist, aber mehr zu tragen macht keinen Sinn, denn wenn du kommst, möchte ich nicht das du dich unnötig damit beschäftigst mich auszuziehen. Ich sehne mich nach dir und deinen Berührungen. Zu lange haben wir uns nicht mehr gesehen und gefühlt. Die Erinnerungen an deine Berührungen und den Geschmack deiner Küsse schwinden mehr und mehr.

„Ich habe das was mir machen vermisst“

Ich lausche der Musik aus den Boxen und nippe an meinem Weinglas. Das wärmende Gefühl tut gut und der leichte Trancezustand des Alkohols macht mich willig für dich und deine Fantasien.

Ich höre die Geräusche eines drehenden Schlüssels an der Wohnungstür. Irgendwann gab ich dir den Zweitschlüssel für meine Wohnung – sicher für solche Momente. Du bist da. Ich drehe mich um und wir beide werfen uns verführerische Blicke zu. Du sagst, du willst noch duschen. Ich sage, dass ich hier stehen bleibe und auf dich warte.

Verträumt schaue ich in die Dunkelheit vor meinem Fenster. Die Straße erscheint so verlassen an diesem Montagabend. Keine lichtdurchfluteten Fenster erstrahlen in der Nachbarschaft. Mir ist als wäre ich die einzige, die in der Straße ihr erotisches Unwesen treibt.

Erneut nehme ich einen Schluck von dem Glas Wein. Das Wasser im Bad plätschert schon einige Zeit nicht mehr auf den Wannenboden. Die Tür öffnet sich und ich kann fühlen, wie du näher kommst.

Ich spüre deinen Atem an meiner Wange und deine warmen Hände auf meinen Hüften. Ich fühle deinen Körper. Deinen Atem. Du flüsterst mir ins Ohr, dass du das was wir machen vermisst hast und es elektrisiert meinen Körper und meine Lust auf dich. Deine Hände wandern unter den leichten Stoff der unsere Begierde von einander trennt.

Zärtlich küsst und liebkost du meinen Hals. Ich genieße deine Wärme und deine Lippen auf mir. Sanft, aber bestimmend drehst du mich zu dir um. Ich wehre mich nicht, schaue in deine Augen, unsere Blicke wollen das Gleiche. Wir küssen uns leidenschaftlich und innig. Deine Hände wandern über meinen ganzen Körper. Ich setze mich auf’s Fensterbrett. Schlinge meine Beine um dich und ziehe dich so fest an mich, dass ich dich augenblicklich spüren will. Küsse und Berührungen werden intensiver.

Fortsetzung folgt …

Ich bin Single!

Es war einmal ein kleines Mädchen, dass las für ihr Leben gern Märchen. Besonders das Märchen vom Froschkönig hat es ihr angetan. Die Vorstellung einen Frosch zu küssen und aus dem Nichts erscheint ein Prinz, der von einer bösen Hexe in einen Frosch verwandelt wurde und sein Dasein von nun an für immer als ein quakendes, glitschiges Wassertier zu verbringen – das wollte die kleine Ramona nicht und küsste nun fleißig Frösche (als kleines Mädchen küsste ich wirklich Frösche!) – doch ein Prinz kam nie. Die kleine Ramona verstand nicht wie ihr geschieht. Im Märchen war es doch so simpel, küsse den Frosch und dein herzersehnter Prinz wird dir erscheinen. Jahre lang suchte sie nach dem Fehler und musste mit jeder vergossenen Träne feststellen … Prinzen gibt es nur im Märchen …

Ich hatte Fuckbuddys, Seelenficker, Unentschlossene …

Irgendwie war es auch gut so, dass ich erkannte Prinzen gibt es nur im Märchen, denn sonst wären ja Märchen nicht Märchen. Ich lebe in einer Großstadt – Berlin – sie ist voll mit Singles und ich vergeudete meine 20er mit diesem Aberglauben einen Deckel, Prinzen, bessere Hälfte und dem ganzen Quatsch zu suchen. Wie viel mehr, hätte ich meine 20er genießen können, wenn mich diese alberne Suche nach Prinz Charming nicht so stark beeinflusst hätte. Wie oft weinte ich mir die Augen aus nur um dann wieder mein gebrochenes, vernarbtes Herz zu flicken, zusammen zu kleben und meinen Vorrat an Narbencreme aufzustocken.

In mein Bett verirrten sich Fuckbuddys, Seelenficker, Unentschlossene, Verlassene und was nicht noch alles mehr. Nicht jeder weckte in mir Hoffnung, denn nicht jedes Mal verspürte ich den Wunsch das daraus eine Beziehung wird. Ja, ich gestehe, Sex kann auch ohne Liebe gut sein. Ich könnte ein Buch mit meinen ganzen Erfahrungen schreiben, stattdessen erwähne ich es hier nur mal kurz am Rande.

Der Punkt ist der, dass die aktive Suche danach keinesfalls verwerflich ist, sie sollte aber nicht unser Leben insofern beeinflussen das wir noch launisch durch die Gegend stapfen, weil es halt nicht so lief wie wir es uns vorgestellt haben. Tief durchatmen. Kapitel beenden. Ein neues beginnen. Vorher die Krone zurechtrücken, das Spiegelbild anlächeln und auf geht’s!

Mit Anfang 30 jage ich nicht Prinzen nach. Die Gebrüder Grimm haben schließlich nicht meinen Lebenslauf geschrieben, Nicholas Sparks führt nicht Regie und Rosamunde Pilcher hat auch nichts produktives dazu beigetragen. Ich bin Produzentin, Drehbuchautorin und Regisseurin meines Lebens und eine Mischung aus Drama, Action, Romantik und Heimatfilm erscheint mir spannender als ein eintöniges Märchen…

Die Liebe oder das immer gleiche Date-Verhalten in Frage stellen

Vor kurzem war ich auf einer Hochzeit von einem befreundeten Paar, dass sich nach über 10 Jahren Beziehung das Ja – Wort gegeben haben. Ich war die Trauzeugin der Braut. Ich war alleine da, aber um mich soll es in diesem Text nicht gehen. Vielmehr um die Liebe.

Ich sitze mit der Braut beim Friseur. Wie lassen uns für den Tag gerechte Frisuren verpassen. Die Braut schminkt sich normalerweise nicht, aber für den Tag der Hochzeit macht sie eine Ausnahme. Ich bin schon geschminkt. Ich war schon eher wach und habe mein Gesicht schon mit passenden Farben verziert. Wie sie da so sitzt auf dem Stuhl mit ihrer Frisur und ihrem einmaligen, schönen Make Up… Sie scheint so glücklich wie noch nie. Dieses Strahlen in ihren Augen und diese bodenständige Zufriedenheit …

Was ist das nur mit der Liebe? Klar, der Mensch ist zum allein sein nicht bestimmt, aber was ist wenn die Liebe auf sich warten lässt? Nicht jede Begegnung endet im Happy End. Happy Ends sind realativ. Das Leben ist kein Disney Film, sondern eine Doku und wir führen die Regie. Wir selbst sind ja für unser Glück verantwortlich – sagt uns alles und jeder. Da gehe ich voll und ganz mit – aber nicht jeder Glücksbote der unseren Weg kreuzt bringt auch Glück. Wir fallen, verletzen, reißen uns zusammen und stehen wieder auf, rücken unseren Stolz zurecht und gehen weiter. Mit der Hoffnung, beim nächsten Mal wird es besser. Aber was ist, wenn neben den absurden Glücksboten, das eigene Verhalten zum Fehlverhalten mutiert und du dich in einem Strudel der Endlosigkeit wiederfindest? Jedes Date hat den gleichen Ablauf, die gleichen Fragen, die gleiche Vorgehensweise… Da gibt es nicht wirklich Raum für die Liebe. Liebe ist leise. Ganz unscheinbar ist sie immer da, nur wir realisieren sie nicht, wenn sie uns schon auf die Füße tritt und schreit: „Hier bin ich!“

Ich versuche mich daran zu erinnern, wann ich diesen Tritt in den letzten Jahren mal verpasst bekommen habe. Blackout? Demenz? Ich tippe auf blinde Ignoranz. Ich glaube, wenn du einem bestimmten Verhaltensmuster folgst, wird die Sicht auf das Wesentliche getrübt. Ein Film in Endlosschleife. Eine Platte die auf Repeat läuft.

Wir halten uns mit Oberflächlichkeiten auf. Wenn es nicht gerade der fürchterliche Musikgeschmack ist, ist es der unkontrolliert, zusammengestellte Kleidungsstil. Wir suchen absichtlich nach offensichtlichen uns erscheinbaren Fehlern. Sind letztendlich nur frustriert und grübeln wieder mit einer bedingungslosen Leidenschaft warum das jetzt wieder nix war?!

… Hand in Hand verlassen die Beiden das Standesamt. Nun sind sie Eheleute, Mann und Frau, Herr und Frau. Ich erblicke Zufriedenheit. Wohlgesonnene Gesichter. Glückseligkeit.

Aber wie durchbricht man diesen Kreis? Außergewöhnliche Unternehmungen? Andere Fragen? Von den eigentlichen Typ-Vorlieben abweichen und mal jemanden daten, den man sonst nicht daten würde? Gibt es denn überhaupt einen Lösungsweg aus dieser Misere? Mehr Leichtigkeit würde für den Anfang schon helfen – denke ich …

Adieu Online-Dating

Ich nehme das Handy in die Hand. Gehe auf die Dating-App, die sich in meinem Menü befindet. Ich tippe auf die App. Lese flüchtig die Nachrichten, die sich im Postfach befinden. Keine Nachricht die mich erreicht hat, klingt weder interessant noch antwortungswürdig. Ich lösche alle. Unbeeindruckt schaue ich nach den Matches. Kein gematchter Volltrottel hat geantwortet. Ich gehe in die Einstellungen der App und lösche mein Profil. Zurück im Handy-Menü deinstalliere ich diesen Mist des modernen Datings. Ich habe wieder Speicherplatz. Die Zynikerin in mir applaudiert.

Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals im Jahr. Und jedes Mal fällt es mir einfacher. Jedes mal überkommt mich das gleiche Gefühl, wenn ich mich anmelde, binnen kürzester Zeit tümmeln sich die Besucher auf meinem Profil. Ich bin ein Rollmops im Haifischbecken. Eine Schneeflocke, die sich in den Sommer verirrt hat. Eine CD, die ausversehen ins Vinyl-Fach gestellt wurde. Zusammengefasst eine Romantikerin im schäbigen Bordell, umgeben von orientierungslosen Erdmännchen während der Paarungszeit.

Meine Eltern sind schuld. Die beiden lernten sich über eine Kontaktanzeige kennen. Die Eine schrieb jedesmal halbe Romane und der Andere kam gerade mal auf eine Seite. Mittlerweile sind sie seit über 30 Jahren verheiratet.

Heute gibt es zwar noch Briefpapier zu kaufen, wird aber nicht mehr benutzt. Tinder & Co. brachten es aus der Mode. Heute wischt man auf einem Smartphone nach links oder rechts. Die Richtung bestimmt die Zukunft. Nach rechts bedeutet Hoffnung auf irgendwas, nach Links einen Freifahrtschein ins Jenseits.

Wer Liebe sucht, findet Unterleibsspiele für die Sinnlosigkeit. Einen digitalen Gangbang ohne Körperflüssigkeiten. Seelenficker, unentschlossene Enttäuschte und unbefriedigte Narzissten! Ein Hoch auf die virtuelle Welt. Hier bekommen sie zu Hauf die Restposten der Realität! Fein, säuberlich gesammelt in einem schlecht designten Katalog.

Ich übertreibe? Nein. Ich bin Romantikerin der alten Zeit. Eine Prinzessin, die auf dem Schlossbalkon steht und auf Prinz Charming wartet oder einen bettelnden Spielmann – es könnte ja König Drosselbart sein.

Eine Lovestory, wie von Nicholas Sparks geschrieben und mit Johnny Depp und mir verfilmt. Im Hintergrund singt Etta James AT LAST. Ich will etwas, nach dem ich mich mit Haut und Haaren verzehre. Ich habe Durst nach wahrer Liebe. In einer Zeit in der alles vergänglich ist, wird meine Sehnsucht nach der Wahrhaftigkeit, revolutionär herbei geschrien und demonstrativ ausgesessen. Ich betrinke mich mit Tränen und überfresse mich mit Groschenromanen bis zur Bewusstlosigkeit. Ich betreibe eine einsame Sitzwache der Hoffnung, hoffentlich nicht bis zum Ende meiner Zeit!

Spätestens nächste Woche downloade ich wieder.

Die Liebe gleicht KEINEM Hollywoodstreifen

„Es ist nicht leicht, wirds nie sein, es wird schwer sein, wir werden jeden Tag hart daran arbeiten müssen, aber das will ich, weil ich dich will, ich will dich ganz und gar, für immer Dich und mich, an jedem Tag“

 – Noah, einer der Protagonisten aus dem Film

WIE EIN EINZIGER TAG nach einem Buch von Nicholas Sparks

Liebesfilme sind wie der in Sauerstoff getränkte Atemzug unserer Herzen. Sie erinnern uns an das schöne und liebenswerte einer Liebe oder dem bis ins Mark erschütternden Moment, wenn uns das Gefühl der Verliebtheit durchflutet.

Doch die Liebe ist in Berlin anders als in Hollywood. Hier steht nicht mitten in der Nacht Johnny Depp vor deiner Tür und hämmert mit seinen Fäusten die Restenergie des Tages aus sich heraus um dich unbedingt sehen und fühlen zu wollen. Nein, hier in der Berliner Realität passiert so etwas nicht. Hier wird die Liebe so schnell gelebt und beendet, wie ein Besäufnis in einer schäbigen Eckkneipe. Die Liebesbekenntnisse gleichen dem Wert eines 5 DM Stücks. Man ist schnell frustriert von dem Angebot der sich im realen und in der virtuellen Welt anbietet. Man muss Aschenputtel spielen – die guten ins Töpfchen und die schlechten ins Kröpfchen!

Wo sind die Romantiker geblieben? Man lernt ja nur noch liebeshungrige Sonderlinge kennen. Zeit hat keiner mehr. Verbale Kommunikation findet so lange statt bis man Bettlaken sieht und fühlt. Manche Männer gleichen einem Spritzkuchen – außen süß und unwiderstehlich und im inneren befindet sich nichts als Luft.

Wie schön wäre es, wenn tatsächlich mal jemand das kitschige Niveau eines Liebesfilms erreicht und dich im Regen leidenschaftlich küsst! Liebe gleicht so selten dem was wir hoffen und uns wünschen. Der Zufall beschert uns mal das Glück, dass meistens wie der Sand in einer Sanduhr durch unsere Finger gleitet und dann stehen wir da, auf einem Berg Sand und hinterlassen Fußstapfen der Enttäuschung. Doch was nährt unseren Mut? Die Hoffnung. Hoffnung ist wie ein Lebenselixier. Nehmen wir einen Schluck, werden wir so unerschrocken der Liebe gegenüber, dass wir immer weiter gehen. Selten zurück blicken. Wir beseitigen die Trümmer mit unserem Mut und unserem Vertrauen, dass es irgendwann mal klappt…