Hallo und Tschüss!

Hab ich da was verpasst oder ist es mittlerweile normal in der Online-Dating-Welt wahllos Menschen anzuschreiben, kurz ein paar Worte auszutauschen und dann wieder zu verschwinden? 2019 ist ja noch schlimmer als 2018!

Da klickt man sich durch Tinder, Bumble & Pickable – ja, gleich drei Apps – und schreibt ganz angenehm mit den Herren der Schöpfung … ja, da ist es dann auch schon passiert … weg sind sie. Ist das ein neuer Trend? Kurz schreiben und Tschüss? Sie lösen ja noch nicht mal das Match auf. Sie sind anwesend in Form ihres Bildes und einer Nachricht, die zwar eine Antwort möchte, aber keine Folgeantwort geben.

Nein, ich sage nichts falsches … oder … vielleicht doch … bei einem meinte ich, dass das Wetter ja jetzt wieder schöner wird … vielleicht mochte er keine Sonne und schrieb aus Protest nicht zurück? Ich habe keine Ahnung!

Die witzigsten sind die, die sich mit mir verabreden. Am Tag der Verabredung kommt eine Absage wegen Krankheit oder oder oder … dann kommt sowas wie nächste Woche schauen wir nach einem neuen Treffen.

Ja, dann ist die nächste Woche vorbei und der Chat hat ne Leichenstarre bekommen.

Online-Dating ist wie eine Hassliebe. Aus einem „Einmal und nie wieder“ wird ein „beim nächsten Mal wirds besser“. Widersprüche können das Leben und die Liebe liebenswert oder deprimierend machen. Beides liegt im Rahmen der Möglichkeit.

Nun,ich hab keine Lust auf Depri-Stimmung. Warum auch? Mein Selbstwertgefühl sinkt dabei ja nicht, aber mich nervt die fehlende Bereitschaft mal bis zum Ende zu kommunizieren. Vor allem wenn man Fragen stellt und Antworten haben möchte. Ich bin selbst manchmal nicht ganz unschuldig, wenn ich so verfahre, aber das ist bei mir dann meistens ein Bauchgefühl des negativen Gefühls der Person gegenüber, weil mir irgendwas nicht ganz koscher vorkommt.

So, bin ich jetzt eigentlich die Einzige der es so geht oder treffe ich hier beim Lesen auf Gleichgesinnte?

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NEW MUSIC | 01/19

Es ist April und so langsam verschwindet die Kälte und die Tage werden immer wärmer und meine Gehörgänge sind wieder aufnahmefähiger für neue Musik. Ich versinke in einem regelrechten Musikrausch! Meine Ohren und mein Herz schreit förmlich immer zu nach MUSIK! Demnach möchte ich meine Entdeckungen mit euch teilen.

Lea Porcelain – I AM OK

Liebe auf den ersten Ton und der Refrain ist so kraftvoll und animiert mich immer wieder bei jedem Hören mitzusingen.

Jade Bird – I Get No Joy

Stimme, Musik und sowieso. Ich war beim ersten Hören so hin und weg, dass ich unbedingt ins Album reinhören musste und schwups hatte ich es auf Spotify runtergeladen!

Billie Eilish – bad guy

Ich glaube jeder kennt sie und irgendwie kennt jeder einen Song von ihr. Was früher Britney Spears für mich war ist heute Billie für die Teenie-Generation der 10er Jahre. Die Videos sind halbe Kunst, keine offenherzige Bekleidung zur Präsentation der weibliche Geschlechtsmerkmale. Alles save. Billie ist ein unikat und hat Erfolg damit – sei ihr mehr als gegönnt.

Fil Bo Riva – Go Rilla

Ich bin ein Fan-Girl von ihm seit mir KILLER QUEEN um die Ohren geflogen ist. Nun endlich ist im März sein Debütalbum erschienen. Eine gefühlte Ewigkeit habe ich auf das Album gewartet und im Mai seh ich ihn dann endlich Live. Hört rein und verliebt euch genauso wie ich in seine Musik!

Hozier – Movement

Hozier ist zurück! Den kennt ihr doch noch oder? Take me to the Churchwar ein Hit. Lief ständig im Radio. Lange war es still um ihn und nun meldet er sich mit einem neuen Album zurück. Klingt genauso gut und wird auch diesemal in den Playlisten der Radiosender rauf und runter laufen!

Haters gonna hate

Mein Blog ist ein Gedankenkarussell. Kein Leitfaden. Ich bin kein Moralapostel. Manch einer findet das vielleicht doch. Meine Worte kommen mal so und mal so an. Die eine Seite fühlt sich verstanden, die andere Seite muss jedes einzelne Wort auf die Goldwaage legen. Einen damit aufziehen und über einen herfallen. Naja, dass spiegelt mir halt online – real erlebe ich das pausenlos – das typische Bild unserer Gesellschaft wieder.

Ich befinde mich mit meinem Blog noch in der Findungsphase. Ich bin im zweiten Jahr und teste was lesenswert sein könnte und was nicht. Und ja ich bin direkt und ja ich bin offen, aber ich allein entscheide wie offen und wie direkt! Ach ja, so mach ich das auch mit Kommentaren. Ich entscheide was online geht, dass hat nix mit Egoismus oder einer Sucht nach virtueller Anerkennung zu tun. Ich glaube, dass das bei den kommentierenden Personen eher mit dem Gefühl des beleidigt sein zu tun hat. Die Personen denken sich bestimmt: das ist nicht nett, meine Worte sind wichtig!

Dann ab in die Politik mit euch! Traut euch. Werdet Politiker, aber verschont mich und meinem kleinen Blog! Ich wüte auch nicht in anderen Kommentarboxen! Ich klick gern auf GEFÄLLT MIR, aber schreibe eher selten etwas. Nur selten, weil der Text mir nicht zwingend eine Frage entgegen donnert um sie auch zu beantworten. Wer real nicht gehört wird versucht es halt virtuell – in dem man den Schreibenden oder die Schreibende schlecht macht und die zu kennende Persönlichkeit versucht schlecht zu reden und des praktizierenden Widerspruchs bezichtigt.

Wenn ich von meinem Singledasein berichte, merke ich das ich mit meinen Gedankengängen nicht allein dastehe. Das man es widersprüchlich findet das ich einerseits Liebe suche, aber zu einer oder mehreren unverbindlichen Nächten auch ja sagen kann, versteht nicht jeder, aber unverstanden bleibe ich deshalb nicht. Jeder braucht Nähe. Körperliche Nähe. Streicheleinheiten… Muss ich das weiter ausführen? Ich glaube nicht. Das das nichts mit der Liebe an sich zu tun hat, weiß ich. Man nennt es Bedürfnisse stillen. Wer das nur in Kombination mit einem geliebten Menschen kann ist doch ok und nicht verwerflich, aber verurteilt die bitte nicht, die das nicht so praktizieren.

Das ich einen herberen Ton an den Tag lege, was die eine oder andere männliche Bekanntschaft betrifft ist normal. Ich geh ja nicht permanent happy durchs Leben und mach nur positive Erfahrungen. Aus manchen Erfahrungen mit Männern geht man gefrusteter heraus als bei manch anderer. Das hat ja nichts mit der Person an sich zu tun, sondern mit dem Verhalten! Ich halte es meistens allgemein, weil mir das beim Schreiben irgendwie einfacher fällt. Mir liegt ja nichts daran Hasstriaden auf einzelne Männer zu halten.

Scheiße, ein Widerspruch! Klar, benenne den einen Mann, damit wir uns nicht ALLE angesprochen fühlen, sondern nur die Person die es betrifft!

Kann ich, aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht wie lange ich die Kategorie HOW TO BE A SINGLE? noch befüllen werde. Ich verarbeite in der Kategorie Erfahrungen aus meinen Zwanzigern. Ja, der Erfahrungsschatz ist auch langsam aufgebraucht und ich, auch wenn ich Single bin, zufrieden. Ich lerne nur zu gerne neue Menschen und andere Gedanken kennen und wenn sich etwas daraus ergibt – warum nicht?

Liebe Damen, die ihr das hier liest, wurde euch auch schon mal gesagt, wer Online-Dating betreibt ist eine Schlampe? Das hab ich der Tage indirekt an den Kopf geworfen bekommen. Erfahrungen damit? Gerne in die Kommentar-Box damit. Ach ja, ich meine hierbei ausschließlich die Damen!!!

Ich schreibe diese Zeilen, weil ich mir und meinem Kopf mal Luft machen muss.

Mich erreichten Nachrichten und Kommentare von Männer, die mir genau das mitteilten. Ich würde eine Doppelmoral vertreten, scheinheilig sein und mich als jemand beschreiben, der offen für Kritik zu sein scheint (und die war nicht mal konstrunktiv, eher gefrustet, weil ich ihnen nicht das antwortete was sie hören wollten), aber nicht so agiere, wie sie es sich erhofften.

Ich bin in meinem zweiten Blogjahr und weiß, dass es hier genauso irre zugehen kann, wie außerhalb dieser vier virtuellen Wände, aber ehrlich gesagt werde ich in Zukunft alles unkommentiert löschen. Was soll ich mich mit frustrierten, sonderbaren Menschen beschäftigen, die nichts von der Impressumspflicht (die in Deutschland herrscht) halten und der Meinung sind nur weil ich hier über Sex schreibe mir mit annäherungsunwürdigen Buchstabenfirlefanz entgegen zu kommen, dann immerzu Blogbeiträge wie diesen zu schreiben?

Nö! Nervt mich schon allein, dass ich diesen merkwürdigen Erscheinungen einen eigenen Blogbeitrag widme!

Frohe Ostern.

Nimm mich #3

Wir glühen. Sind durchgeschwitzt. Halten inne. Die Stimmen der Menschen da draußen in der Dunkelheit, sind das Hörspiel das im Hintergrund läuft. Zu dem leuchten der Laternen gesellt sich der helle Mond. Wir atmen tief ein und aus. Wir schauen uns an. Ich in deinen Armen. Ich immer noch auf dir.

Die Uhrzeiger rennen den Stunden hinterher. Es ist spät, aber uns kümmert es nicht. Unsere Küsse kennen keine Zeit. Dafür sehen wir uns zu selten. Bei jedem Treffen genießen wir uns mehr und mehr.

Dir geht es gut, wenn du bei mir bist, willst aber nie über Nacht bleiben. Und auch jetzt suchen deine Augen die Zeiger der tickenden Uhr. Als wenn du es eilig hättest. Es ist ok, wenn du gehst, aber nicht gleich.

Bleib doch noch – sage ich.

Ein Lächeln macht sich auf deinen Lippen bemerkbar. Du hältst mich weiter fest. Ziehst mich fest an dich und bedeckst mein Gesicht mit Küssen. Streichelst meinen Rücken.

Ob ich noch Lust hätte, flüsterst du mir ins Ohr. Ich bekomme Gänsehaut bei deinen Worten und küsse dich leidenschaftlich, was einem ja gilt.

Unser Liebesspiel wechselt ins Bett. Hier ist es weich und bequem. Der Schlaf ereilt mich halb. Meine Augenlider sinken langsam.

Ehe der Schlaf mich ereilt, überfällt mich deine Zunge. Dein Kopf versinkt zwischen meinen Beinen. Deine Küsse sind überall. Sanfte Küsse auf meinen Oberschenkeln. Mehr und mehr versinkt deine Zunge in mir. Jede Zelle meines Körpers spürt dich. Du weißt was mir gefällt. Ich kann mich einfach fallen lassen. Doch ich will mehr. Ich will dich wieder mit Haut und Haaren spüren.

So gut sich das alles anfühlt, aber ich beende dein Einmannspiel zwischen meinen Beinen und zieh dich auf mich. Du wirkst etwas irritiert. Ich küsse dich leidenschaftlich und flüster dir ein bestimmendes ‚ich will dich in mir spüren‘ zu.

Im nächsten Moment lieben wir uns wieder. Mal sanft und langsam, dann wieder gierig und stürmisch.

Die Zeit vergeht und wir liegen erschöpft aufeinander. Streicheln und liebkosen uns und genießen die Nähe des jeweils anderen.

Du löst dich ganz sanft aus meinen Armen. Ich weiß du gehst jetzt wieder. Du ziehst dich an, schenkst mir ein Lächeln, beugst dich über mich und küsst mich zärtlich. Du flüsterst mir ein ‚bis zum nächsten Mal‘ entgegen. Du deckst mich zu, denn du willst nicht das ich friere. Streichelst mir noch sanft über den Kopf und verschwindest dann so unscheinbar, wie du gekommen bist.

Könnt ihr mir helfen?

Ich recherchiere gerade für meine nächste „Tabu-Edition“ und dafür bedarf es auch andere Meinungen. Es geht um das Thema: Beziehungsmodelle! Diverse-Dating-Apps sind gut um mit den Herren der Schöpfung, die mit ihrer Partnerin nicht monogam lieben, in Kontakt zu treten. Nur, verschieben sich immer wieder die Verabredungen, weil irgendwie gefühlt immer ein Weltuntergang dazwischen kommt! Wenn nichts dazwischen kommt, habe ich nach Ostern ein Treffen … aber ein Tag steht noch nicht fest, hmpf! Dann mag mir die Autorin eines Buches, dass ich zu meiner Recherche hinzugezogen habe, gern ein paar Fragen beantworten ….

Alles schön und gut, aber was haltet ihr davon, wenn ihr mir helfen würdet? Und wie? – fragt ihr euch jetzt bestimmt!

Wer selbst keine Erfahrungen hat, könnte mir doch einfach schreiben, was er davon hält? Würde etwas anderes als Monogamie in Frage kommen? Wer Erfahrungen damit hat oder sogar Bekannte oder Freundschaften hat die nicht monogam leben … immer her damit?

Gerne verweise ich auf meinen Blogbeitrag „VERLOREN IM HOLLYWOOD-MÄRCHENWALD ODER WIE MAN ZWISCHENMENSCHLICHE NÄHE AUCH ANDERS KONSUMIEREN KANN“

Kommentiert gerne unten in der Kommentar-Box oder schreibt mir eine Email an ramonaluft.berlin[at]gmail.com

Es gibt zwar nichts zu gewinnen, aber ewige Dankbarkeit!

Danke!

GHOSTING & Co – Nachrichten ins Leere! Wir müssen wieder mehr miteinander kommunizieren als uns zu konsumieren

Zwei Menschen lernen sich kennen. Sie haben Dates. Kommen sich näher. Treffen sich regelmäßiger. Sie verstehen sich gut. Es könnte mehr sein als eine Affäre. Auch wenn sie sich nicht sehen, schicken sie sich Kurznachrichten. Sagen einander das sie sich mögen und die Zeit die sie miteinander verbringen unendlich erscheint. Die Wochen vergehen. Plötzlich, wie aus dem Nichts meldet sich einer nicht mehr. Versendete Nachrichten nehmen Platz im Wartesaal der Leere. Keine Antwort. Die Fragezeichen summieren sich und die anfängliche Verliebtheit schwindet mehr und mehr. Irgendwann werden keine Nachrichten mehr versendet, denn Geister können nicht antworten.

Das Geister doch antworten können beweist uns Patrick Swayze in „Ghost – Nachricht von Sam“. Doch kann man Sam nicht mit den Geistern aus der wahren Welt vergleichen. Männer und Frauen zugleich. Anfängliches Interesse verschwindet wie eine Flasche im Leergutautomaten.

In Zeiten des Online-Datings wird es immer schwieriger sein Gegenüber zu durchschauen. Haben die flüchtigen Berührungen etwas zu bedeuten? Sollen die verschenkten Komplimente mir nur imponieren? Küssen wir für den Frieden oder für die Liebe? Haben WIR einfach nur Spaß oder DU allein?

Was betreiben wir da eigentlich mit uns und den Menschen um uns herum? Je nach Lust und Laune melden wir uns. Die eine Bekanntschaft halten wir uns warm auf der Ersatzbank, die andere wird blockiert und landet somit auf dem Dating-Friedhof. Ein Friedhof auf dem Zombies aus ihrem Grab entsteigen und genauso verkorkst durch die Dating-Landschaft spazieren wie die, die die Zombies erschaffen haben. Könnten wir uns mal bitte auf das besinnen das zählt wenn sich zwei Menschen begegnen: KOMMUNIKATION!

Man könnte sich jetzt fragen: Was will sie denn? Wir kommunizieren doch miteinander! Nein, wir konsumieren! Das ist ein Unterschied! Das was wir da betreiben ist Recherche am Gegenüber um einschätzen zu können, was die Person von einem möchte. Der typische Small Talk und immer ganz flirty dabei. Das Internet ist unsere Realität. Wir die Digital Natives, die Millennials, die die Babyboomer belächeln. Die Generation WHY (beziehungsweise die Generation Z), die auf die Straße geht und demonstriert, die Missstände beim Namen nennt, öffentlich kritisiert und den Generationen der vergangenen Zeit gepflegt den Mittelfinger zeigen kann ist dennoch verkorkst.

Liebe wirkt wie ein Weltwunder und Sex ist so einfach zu bekommen, wie das Brot im Supermarkt.

Unsere Generation ist eine der kommunikationsfreudigsten Genrationen. Wir haben so viele Möglichkeiten mit anderen in Kontakt zu treten. Beruflich, wie privat schweben wir in einer Kontaktblase der Leichtigkeit. Andererseits können diese vielen Möglichkeiten von allem, einen auch erdrücken und dann sehnen wir uns nach etwas mehr Tiefe, mehr Beständigkeit und mehr Zuverlässigkeit. Diese Phase der Zeit, in der wir Leben, erscheint mir fast wie die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Nur das die Menschen damals alles verloren haben und sich alles wieder aufbauen mussten. Sie wollten wieder etwas besitzen, sie sehnten sich nach Stabilität und nach klaren Verhältnissen. Heutzutage können wir uns sowas nicht mehr wirklich vorstellen. Nur die Erzählungen älterer Generationen holt uns von Zeit zu Zeit auf den Boden der Tatsachen zurück – bis zum nächsten digitalen Fortschritt!

Wir sind keinesfalls beziehungsunfähig! Doch die Schnelllebigkeit, der unaufhaltsame Fortschritt und der gesellschaftliche Druck blockieren uns und das natürliche Bedürfnis sich binden zu wollen. Wir haben Kontakte, aber selten mit der Tiefe und Wahrhaftigkeit, die uns die Hollywood Studios versuchen zu verkaufen.

Wenn wir Online sind, sind wir auch irgendwie in der Realität, weil wir ja permanent Online sind. Selten Offline und vollkommen greifbar. Seit über 10 Jahren gehören soziale Netzwerke zu unserem Leben. Was mit MySpace und StudiVZ begann, stagniert gerade mit Facebook, Instagram, Twitter & Co. Anfänglich haben wir in sozialen Netzwerken unsere realen Kontakte eingesammelt und Dinge die wir mögen in einer digitalen Wolke abgespeichert. Uns daran erfreut und so wie es war für gut befunden.

Neben Netzwerken, Freunde wieder finden und die Präsentation vom Musikgeschmack fingen wir auch an nach der Liebe zu suchen. Während die Kontakte, die man real kennen lernte immer weniger wurden, tummelten sich online immer mehr potenzielle Frösche zum Küssen. Es fing mit chatten bei Spinchat und Konsorten an. Wochenlang schreiben und Fotos austauschen und nun wischen wir Fotos nach links oder rechts auf Tinder. Gefällt dem Betrachter*in das was er/sie sieht, folgt eine Konversation und relativ schnell ein Treffen.

Dann findet man sich im Datinggeschehen wieder. Wo hingegen früher – also wirklich früher, so richtig früher – eine Verabredung reichte um zu wissen, ob man den Mann oder die Frau vom Fleck weg heiraten will, verhält es sich heute ganz anders. Da können sich in einem Menschleben um die 100 Dates ansammeln, die Lippen wund geküsst werden und die Bettwäsche in einem nie endenden Waschvorgang vor sich hin waschen.

Wir sammeln unbewusst und irgendwann wird das Sammeln zum konsumieren. Wir konsumieren Menschen! Bei Kaffee und Brot versteh ich das, aber Menschen? Ab wann geriet das eigentlich aus dem Ruder?

Das Dating 2.0 oder haben wir schon 3.0 oder sogar 4.0? Keine Ahnung. Auf jeden Fall ist das heute verrückter und merkwürdiger denn je. Während vor ein paar Jahren Ehrlichkeit und Offenheit das oberste Gebot waren mit Sätzen wie „ich suche etwas festes“ oder „ich will nur das eine“, werden wir heute hingegen mit „mal schauen, wenn es passt“ oder „ich suche eine Freundschaft+“ in die Ratlosigkeit gedatet.

Sex hat heute nur noch selten eine Bedeutung in der Phase des Kennenlernens. Die an den Haaren herbei gezogenen Dating-Regeln à la „nicht beim ersten Date miteinander schlafen“ oder „erst drei Tage nach dem Date melden“ fanden und finden keinen Anklang oder wurden und werden geschmeidig ignoriert. Wir machen das worauf wir Lust haben, ohne über die Konsequenzen unseres Handelns noch einmal gründlich nachzudenken oder wirklich zu wissen was wir wollen!

Wir wollen Nähe, Beständigkeit, Wärme und obendrein den besten Sex, den Adam und Eva abliefern können. Das gleiche gilt natürlich auch für Adam & Adam oder Eva & Eva oder oder.

Wir sind nicht scheu mit unseren Worten und landen auch oft im Sexting. Während die weniger intelligente Liga der Männlichkeit Dickpics verschickt und viele Frauen ein verschobenes Bild von Weiblichkeit anerzogen bekommt und darauf ausgerichtet ist dem Mann und generell der Außenwelt zu gefallen, prallen antike und aktuelle Weltansichten permanent aufeinander. Dinge die Frau oder Mann machen sollen um zu gefallen und heiratswürdig zu erscheinen gepaart mit junger Arroganz und Überheblichkeit katapultieren wir uns dahin, wo wir nie ankommen, nämlich ins irgendwo und wofür? Ja, wofür eigentlich? Mit Liebe und ankommen hat das nichts zu tun. Eher mit einem Wettbewerb der Sinnlosigkeit und Befriedigung des eigenen Egos.

Wir betreiben stattdessen Ghosting, Benching, Breadcrumbing, Submariningund Casparing. Von allem ein bisschen gut dosiert!

Statt uns bei jedem Date zu fragen WAS WÄRE WENN und es könnte ja noch etwas besseres kommen, wäre es doch genau jetzt an der Zeit, bei der ganzen Schnelllebigkeit, im Herzen eines anderen Menschen wieder so etwas wie Stabilität zu finden. So etwas wie Heimat. Wir sind alle beziehungsfähig! Wir haben Freunde. Wir verstehen uns mit Kollegen*innen. Wir hören mache Bands und Künstler schon seit mehr als 10 Jahren. Wir strahlen, wenn wir König der Löwen sehen. Wir haben ein Lieblingskneipe oder zumindest eine Lokalität in der wir uns gerne mit unseren Kontakten treffen. All das sind Indizien dafür, dass wir beziehungsfähig sind. Zu all diesen Dingen haben wir eine Bindung! Wir haben sie ganz bewusst oder unbewusst in unser Herz geschlossen und sie mit unserem Alltag kompatibel werden lassen.

Es liegt an uns und wie wir den Menschen begegnen. Doch sollten wir immer genau hinhören und das aufmerksam. Und auch wenn es bei einer Nacht bleibt oder die Begierde nur einen Sommer oder einen Winter lang hält. Wir sollten den Menschen mit mehr Tiefe betrachten und nicht nur Nutzen aus der Bekanntschaft ziehen. Wir sollten ehrlich kommunizieren und sagen wenn wir kein Interesse mehr oder generell haben. Nicht hirnlos Ersatzbänke füllen mit Mitspieler, die eh nie wirklich auf das Spielfeld dürfen. Wir sollten uns vor Augen halten was das alles mit uns macht und wohin das eigentlich führt.

Weniger Idiotie, mehr Philosophie!

Wenn aus Freundschaften Bekanntschaften werden

Freundschaften sind die kleine Familie, die man sich im Laufe seines Lebens zusammen sammelt. Egal, ob klein oder groß. Sie sind der zusätzliche Farbklecks, der ein Gemälde vollkommen macht. Sie denken und fühlen ähnlich oder inspirieren und fordern uns. Meistens sind sie eine Bereicherung im Leben. Unser Verhältnis zu ihnen gleicht einer innigen Liebesbeziehung nur ganz ohne Sex.

Das erste Gesetz der Freundschaft lautet, dass sie gepflegt werden muss. Das zweite lautet: Sei nachsichtig, wenn das erste verletzt wird.

– Voltaire –

Seit meiner Kindheit teile ich mit Freundschaften gute und schlechte Momente. Erinnerungswürdige Erlebnisse. Tiefsinnige Gespräche, die manchmal einen bitteren, manchmal einen wohlwollenden Nachgeschmack bei mir hinterließen. Jede Ära die zu Ende ging, sei es ein Schulwechsel bzw. das Ende der Schulzeit, Ausbildung oder der Start ins Berufsleben. Freundschaften kommen und gehen. Keine Freundschaft hielt ewig. Sie waren alle irgendwie intensiv für den Moment, für die Phase in der ich mich befand.

Mit 32 blicke ich auf viele Bekanntschaften zurück. Bekanntschaften, die mir gut getan haben und Bekanntschaften, die rein toxischer Natur waren. Doch alle hatten etwas gemeinsam: sie waren wichtig. Ich lernte mich besser kennen, weil ich mit der Zeit mitbekam, welchen Schlag Mensch ich um mich haben möchte. Auch wenn alle ein Intermezzo waren bzw. immer noch sind, gehe ich immer noch mit einem Grundvertrauen auf neue Bekanntschaften zu, weil ich es mag neue Menschen kennen zu lernen. Ich erkenne relativ schnell den Kern einer Begegnung und kann für mich einteilen, ob der Mensch sich in meinem Leben länger aufhält und sich ein freundschaftliches Verhältnis zwischen uns aufbaut oder nicht.

Man kennt das ja, man ist auf einer Home-Party eingeladen und trifft auf Freundes Freunde. Man unterhält sich gut, lacht viel und die Stimmung ist feucht-fröhlich, aber am nächsten Tag blickt man auf einen schönen Abend zurück. Nicht mehr und nicht weniger. Ein schöner Moment, der sich zu den anderen Momenten in deinem Erinnerungsvermögen gesellt und Platz nimmt.

Je kurzweiliger die Freundschaft bestand hatte, umso mehr musste ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass nicht nur die Liebe endlich ist, sondern auch das freundschaftliche Band zwischen zwei Menschen.

Serien, wie „Friends“ oder „How I met your mother“ schaute ich wahrscheinlich deshalb so gerne und oft, weil sie von langlebiger, treuer und wahrer Freundschaft handelten. Auf eine gewisse Art und Weise war ich immer neidisch auf Rachel (tolle Jobangebote) und erkannte mich in Ted permanent selbst wieder (On/Off Geschichten in der Liebe und das personifizierte Band der Freundschaft in der Clique). Die beiden Cliquen bewunderten viele und ich auch. Sie wohnten miteinander und haben diesen einen Treffpunkt, den sie immer anpeilen für ein freundschaftliches miteinander. Hier philosophieren sie über das Leben und die Liebe. Solche Freundschaften mag es in echt auch geben, dass weiß ich, aber für mich waren die Cliquen um Rachel und Ted immer eine andere Welt. Halt, weil mein Freundeskreis immer ein bunter Haufen von Kontakten war, der zusammen eine nicht definierbare chemische Reaktion ausgelöst hätte. Und ich genau wusste, dass manche Charaktere sich nicht verstanden hätten. Das ist heute zum Glück anders!

Eine weitere Serie, die ich abgöttisch liebe, mir aber ein total verschobenes Gefühl von Freundschaft und Liebe vermittelte, war „Sex & the City“. Die Serie vermittelte mir ein Bild von alternden Freundschaften, so dass ich Jahre lang dachte, dass meine Freundinnen und ich, mit den beginnenden 30ern, oft in Bars gehen und einen Cosmopolitan nach dem anderen Schlürfen werden. Wir uns berauschende Männergeschichten erzählen oder über Männer lästern werden. Wir oft die Nächte von Berlin unsicher machen und Jahr für Jahr gemeinsam verreisen und das anhand eines Fotos festhalten und uns im hohen Alter die Fotos anschauen und ganz nostalgisch in Erinnerungen schwelgen werden. Uns vom Leben treiben lassen…

Doch das sich das nie befürwortete, ist nicht die Schuld von Carrie, Samantha, Charlotte oder Miranda. Man kann hier niemandem die Schuld geben. Das ist das Leben von Freundinnen in einer Serie. In der Realität ist es meistens so, dass man Termine mit seinen Freundschaften machen muss, sobald der Berufsalltag sich im Leben breit gemacht hat. Spontanität wird fast gänzlich verbannt. Sobald eine Beziehung und Kinder hinzukommen redet man mehr vom „sich mal wieder treffen“ und eh man sich versieht, ziehen die Monate ins Land. Familienfeiern, Kindergeburtstage (nicht nur von den eigenen) und die Aufrechterhaltung einer auch weiter gut funktionierenden Partnerschaft, machen es einer Singlefreundin (wie mir) noch schwieriger, nicht das Gefühl vermittelt zu bekommen, nur noch die kleine Handtasche für berauschende Partynächte zu sein. Ein Accessoire, dass man ab und zu aus dem Kleiderschrank holt und sich daran erfreut das man sie hat.

Das ist halt so, wenn man Kinder hat. Das IST halt so.

Versteht mich nicht falsch, aber das Gefühl, das mir somit vermittelt wird ist wahrlich kein Gutes. Sätze wie „das ist halt so, wenn man Kinder hat“ oder „wenn du mal Kinder hast, wirst du das verstehen“ oder „diesen Monat sind so viele Familienfeiern, lass uns das Treffen auf nächsten Monat verschieben“ erreichen mich in den Letzten Jahren öfter. Was früher Absagen wegen Lappalien waren ist heutzutage der komplette Alltag. Die Tatsache, dass sich heutzutage immer noch ein Teil der Partnerschaft zurücknimmt und den ganzen Familienalltag plant und organisiert, hat auch vor meinen Freundschaften keinen halt gemacht. Einige von ihnen machen das wirklich gerne, andere sind davon schon irgendwie gefrustet, ändern aber auch nicht wirklich etwas an der bestehenden Alltagssituation (das ist zumindest mein Eindruck).

Und dann steh ich mittendrin und will, dass man die Freundschaft zu mir pflegt. Zurecht wie ich finde! Ich bin immer verständnisvoll und gegen kränkelnde Kinder kann ich nichts sagen. Auch nicht, wenn die Beziehung zum Partner*in wieder mehr Aufmerksamkeit benötigt. Das familiäre Festivitäten zu einer festen Partnerschaft mit Pflichterscheinung dazu gehören verstehe ich auch. Das der Berufsalltag auch nicht ohne ist und man sich ausgelaugt fühlt und dann doch lieber daheim bleiben möchte um runter zu kommen – verstehe ich nur zu gut! Dieses Leben mit all seinen benannten Faktoren ist kein Zuckerschlecken und das man allen und jedem gerecht werden will – eigentlich muss … ja das weiß ich und nur weil ich das meiste davon nicht habe, heißt das nicht, dass man mich wie ein kleines Kind aus dem Raum schickt, weil die Erwachsenen sich jetzt über Themen unterhalten möchten, die nur Erwachsene besprechen. Damit ist niemandem geholfen! Das ich bei der Erziehung mich nicht einmische ist logisch – außer mir fällt etwas unlogisches auf oder es dem Kind nicht zu gute kommt – denke ich mir zumindest erstmal so!

Irgendwann ist auch ein Punkt erreicht, da mag ich kein Verständnis mehr aufbringen. Nicht aus Frust oder Langeweile. Nein! Aus der Gerechtigkeit und dem Respekt heraus, den eine Freundschaft, wenn sie denn eine Freundschaft ist, zusteht! Wozu hat man Freunde, wenn sie keinen Raum mehr bekommen? Wozu hält man sie aufrecht – Gewohnheit? Und warum schaffen es andere und wir nicht?

Und dann passiert was passiert: aus Freundschaften werden Bekanntschaften! Man erzählt sich nicht mehr alles, nur noch das nötigste. Warum? Man ist so im eigenen Alltagstrott versunken, dass man das Erzählte bis zum nächsten Treffen wieder vergisst und sich wundert, was die Person beim letzten Plausch gemacht hat als man sein Herz ausgeschüttet hat – zugehört hat sie jedenfalls nicht, wenn sie die gleichen Fragen stellt, wie beim letzten Mal! Da hat man irgendwann keine Lust mehr sein Innenleben seinem Gegenüber anzuvertrauen.

Verständnis für Veränderungen im Leben unserer lieben Mitmenschen werden vorausgesetzt. Zuviel wie ich finde. Auch wenn Voltaire recht hat mit seinen Worten nachsichtig zu sein, konnte er damals noch nicht wissen, dass es mal sowas wie Whats App & Co geben würde. Viele Möglichkeiten mit den Liebsten zu kommunizieren. Viele Möglichkeiten zu sagen das man jemanden lieb hat und an ihn denkt und sich auf das nächste Treffen freut, auf die Zeit die man miteinander verbringen darf und das man nicht vergessen hat sich nochmal zu melden, nur das es gerade stressig ist und sobald das nächste freie Zeitfenster da ist, man sich meldet und die Zeit schenkt, die vorher gefehlt hat.

Ich hab mein eigenes Leben, denke aber immer an meine Freunde. Monat für Monat schaue ich, welche freien Tage ich ihnen für unsere gemeinsame Zeit schenken kann, weil sie mir wichtig sind und Teil meines Lebens sind. Es gibt Monate, die gleichen einer Flaute, was Treffen mit Freunden betrifft und dann gibt es Monate, in denen ich alle sehe.

Auch wenn ihre Liste von Prioritäten einen anderen Inhalt haben und ich oder andere Freundschaften nicht ganz oben stehen, weiß ich das ich auf dieser Liste stehe. Vielleicht weiter unten, aber wie heißt es so schön, der Gedanke zählt und heißt es nicht, dass es nicht um die Quantität sondern um die Qualität der Zwischenmenschlichkeit ankommt?