#THIRTYSOMETHING|2

Ich hab zu tun mit mir selbst. Bin beruflich den ganzen Tag von Menschen umgeben und kann nach Feierabend nicht auch noch Menschen um mich haben.

Mir wird das zu anstrengend. Hier Bedürfnisse abdecken und da ein offenes Ohr für Probleme haben.

Welches normale Herz hält das aus?

Ich brauche Zeit für mich. Für das Schreiben und dann noch für meine Freundschaften. Für meine Familie.

In der Gesellschaft läuft was schief und ich will was tun. Will auch demonstrieren, diskutieren und argumentieren. Einfach agieren.

Anfang 30, weiblich und Single. Fluch und Segen zugleich. Ich mag mich. Der Biederfrau bin ich ein Dorn im Auge. SORRY!

Männer gibt es wie Sand am Meer und dennoch spiel ich Tag ein Tag aus Aschenputtel. Hab keine weißen Tauben, die mir bei der Auswahl helfen.

Irgendwann werden meine Finger müde und brauchen eine Pause. Pause vom Auswählen. Gezwungenermaßen Entscheidungen zu treffen. Eine Entscheidung kann ich aber noch nicht treffen, weil die Auswahl für’n Arsch ist. Angebote wirken wie Restposten.

Mindesthaltsbarkeitsdatum überschritten. Schmeckt bitter und fühlt sich leer an.

Neue Angebote bitte!

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Florence & the Mashine

Am Donnerstag war es soweit. Endlich mal Florence Welsh mit Band live sehen. Die bezaubernde, leichtfüßige Fee der Musikwelt gastierte an diesem Abend in der Mercedes Benz Arena.

Video by carlos doll/youtube

Ich bin kein Fan von großen Hallen. Ich mag es eher klein, gemütlich & etwas süffig. Doch Florence holte uns an diesem regnerischen Tag in Berlin zu einer mit Liebe erfüllten Konzertnacht ab. Diese zauberhafte Frau, die wie eine Fee über die Bühne schwebte und …

Doch erstmal zum Support Act. Afrikanische Trommeln gepaart mit Eurodance-Trash. Meine Freundin und ich kamen aus dem „Oh Gott oh Gott“- Gefühl nicht raus. Mit dem Gefühl waren wir nicht allein. Auf manch anderen wirkten die Young Fathers beeindruckend. Nun gut. Bis auf das Schlagzeug kam der Rest vom Band. Ich steh solchen Acts immer sehr zwiespältig entgegen. Das war definitiv nicht unsere Musik. Dann lieber Eiffel 65 – Sorry!

Die Umbaupause dauerte und dauerte. Das Bühnenbild strahlte vor Holz. Alles war aus Holz. Ein Vintage-Traum aus Holz. Die optische Erscheinung von Florence strahlt nur so vor 60/70er Jahre Flair. Wie konnte man glauben, dass die Bühnendeko anders ausschauen würde?

Und dann gings los. Die Musiker ihrer Band betraten nach und nach die Bühne. Nahmen ihre Plätze ein. Und dann schwebte Florence aus dem Schattenreich der Holzdeko ins Licht der Scheinwerfer. Sie trägt ein umwerfendes Kleid. Ihre graziöse Silhouette bringt das Kleid ganz bezaubernd zur Geltung. Ich bin verliebt in ein Kleid.

Barfuß bewegt sie sich tänzelnd zum ersten Song June. Ihre Stimme ist kraftvoll, sie trifft die Töne punktgenau. Die Bühne ist ihr Minenfeld. Ein Minenfeld des Staunens. Wie eine Ballerina tritt sie anmutig auf jede Mine und es wird eine musikalische Feenstaub-Explosion ausgelöst.

Sie spielte viele bekannte Songs. Mir fehlten meine Lieblinge, aber man kann ja nicht alles vom erste Album spielen, wenn es noch mehr Alben gibt, die auch erwähnenswerte Songs beinhalten.

Irgendwann richtet sie ein paar Worte an die Besucher, an Berlin und zum Brexit. Sie bat um Liebe im Publikum. Um das wegstecken des Telefons und an dem heutigen Abend einen tollen Moment zu erschaffen.

Wir tanzten, sprangen und sangen. Hoben unsere Arme in die Höhe und kurz hatte ich das Gefühl, dass Florence da auf der Bühne, wie eine Anführerin einer Sekte wirkt. Aber eher liebenswürdig, mit Feenstaub und unendlichen Liebesbotschaften an die Menschheit. Man kann sie nur packen und lieb haben. Sie rannte ums Publikum herum, hielt die Hände der ersten Reihen, verströmte Liebe und bekam dankende Fans.

Mein Herz erwärmte bei der Ansprache zum Song Patricia, den sie Patti Smith widmete. Wieder eine Patti-liebende. Danke dafür!

Florence absolvierte eine ONE-WOMAN-Tanzshow. Sie ist ein Bühnenmensch. Sie bewegt sich gekonnt, feminin und anmutig zu ihrer Musik. Und immer wieder dieses Kleid. Ich fühlte mich wie das kleine Mädchen aus ICH – EINFACH UNVERBESSERLICH, dass so verrückt nach Einhörnern ist. Jetzt suche ich nach einem Kleid, dass so ausschaut wie ihres.

Ein tolles Konzert. Ich könnte nur noch Florence & the Mashine hören!

Auch wenn sie, zum Leidwesen meiner Freundin, You’ve got the Love nicht spielte, kann ich absolut gar nichts an diesem Konzert kritisieren … na gut, vielleicht die Vorband …

Neugierig & Unerschrocken

Fast 3 Monate hat das Jahr schon geschafft. Es ist immer noch kalt, aber nicht mehr so kalt wie vor 6 Jahren. Da war ich um die Zeit in London und Paris und zurück in Berlin durchfluteten mich eisige Temperaturen.

Doch derzeit haben wir Aprilwetter mit einem Hauch Novemberwetter. Wohin soll das nur führen?

Aber ich mag nicht weiter vom Wetter reden. Es ist Samstag Vormittag. Mein Kopf brummt. Die Wirkung der Kopfschmerztablette mitten im Wirkungsprozess. Die Nacht war schlaflos, weil der gute alt Freund Vollmond mal nicht in einer Bar abhängt. Er hat sich raus getraut. Mal keinen Tropfen Alkohol zu sich genommen.

Terroranschlag in Neuseeland. Jeder twittert.

Und ich befinde mich in einer neuen Phase meines Lebens. Das hab ich letzte Woche so beschlossen. So einfach geht das.

Ich fühle mich durchflutet mit Unerschrockenheit und Neugierde. Das passiv gelebte 2018, hab ich hinter mir gelassen. Mehr aktiv sein und weniger passiv bleiben. Ein Mix aus alte Verhaltensweisen ablegen, hinterfragen und neues mit offenen Armen empfangen und lieb haben.

Ich entdecke gerade eine Menge neues für mich. Meine Denkweise wird analytischer. Ich hinterfrage meinen kleinen Kosmos. Was kann ich behalten und was will hinauswerfen. Immer weitergehen.

Ich habe jede Menge Münzen für mein Gedankenkarussell gesammelt und werfe mit Begeisterung zur jeder vollen Stunde eine Münze rein. Bewegender Fortschritt, statt schmollende Stagnation.

Ich date wieder. Ganz ohne Absichten. Nur aus Freude am Kennenlernen.

Demnächst probier ich mal was aus. Etwas, dass mit Selbstliebe zu tun hat.

Ich freu mich auf den Frühling. Auf meinen Urlaub Ende März besonders. Seele baumeln lassen ohne Reue.

Im Urlaub nicht bloggen. Renovieren, Menschen treffen und Lesen. Nicht mehr und nicht weniger. Buchidee vorantreiben …

Beale Street

GENRE: DRAMA
REGIE: BARRY JENKINS
DARSTELLER: STEPHAN JAMES, KIKI LAYNE, REGINA KING u.a.
DREHBUCH: BARRY JENKINS
KINOSTART: 07.03.2019
FSK: 12

Ich hatte jetzt den direkten Vergleich. Green Book und Beale Street waren für den diesjährigen Oscar in der Kategorie Film nominiert. Green Book gewann und Beale Street war ein heimlicher Favorit. Meine Meinung: Oh ja, ich kann verstehen warum man sich Beale Street als Gewinner gewünscht hätte. Er ist toll. Ein wertvoller Film und ja, Green Book fand ich auch toll, aber Beale Street hat mein Herz noch mehr erwärmt.

Gut, ich habe James Baldwins Buchvorlage dazu gelesen und mich unsterblich in seinen Schreibstil verliebt, aber Beale Street ist poetische Hommage an die Liebe!

Die Story spielt in Harlem in den 70ern. Tish und Fonny kennen sich seit Kindertagen. Sie werden älter und ein Liebespaar. Ihrer Liebe widerfährt eine tückische Zerreißprobe. Fonny wird beschuldigt eine Frau, aus Puerto Rico stammend, vergewaltigt zu haben. Fonny ist unschuldig. Es gibt genügend Beweise die seine Unschuld beweisen, dennoch muss er in Untersuchungshaft bleiben. Tish ist schwanger und Fonny wird dadurch bestärkt in der Haft durchzuhalten. Für Tish. Für das ungeborene Kind. Tish besucht Fonny regelmäßig. Tish’s Familie steht hinter den beiden, wo hingegen Fonny’s Familie, bis auf sein Vater, der Freude der kleinen Familie kritisch gegenüber steht…

Der Film ist reine Poesie. Ein Traum in Film. Ruhig und sanft. Viel Gefühl und zurecht eine Oscar-Nominierung wert.

Barry Jenkins hat es erneut geschafft, einen Film zu kreieren, der einen tief berührt. Man fühlt die Story von der ersten Minute an. James Baldwins Geschichte von Tish und Fonny ist filmisch gut umgesetzt und ich hätte mir sie nicht anders vorstellen können.

Prädikat Wertvoll.

FRAUEN VS. FRAUEN

Wir Frauen sind Meisterinnen im urteilen und verurteilen – über uns selbst. Und anderen Frauen. Wir klammern uns an die Ideale, die uns die Gesellschaft vorgaukelt. Wir lassen uns von Menschen aus unserem Umfeld stark beeinflussen. Wir waren selbst Teil von Cliquen während der Schulzeit. Wenn wir nicht den Coolen angehörten, schlossen wir uns zumindest irgendeiner anderen Clique an. Wir schlüpften so, ganz unscheinbar, in eine Schublade. Im Berufsleben wird es nicht besser. Wir verurteilen fleißig weiter.

Wir verurteilen uns für alles. Wenn es nicht gerade die Figur der Frau ist, die uns in der U-Bahn gegenüber sitzt, ist es die überschminkte Gesichtsfassade. Wir nörgeln, wir meckern und kommen aus der Spirale nicht raus. Wir vergleichen uns permanent mit anderen Frauen. Und warum das Ganze? Weil die Gesellschaft und insbesondere Männer uns zu Objekten machen. Frauen sind das schönere Geschlecht.

Wir sagen oft, dass wir wegen unserer guten Eigenschaften geliebt werden möchten, sind aber frustriert, wenn uns Männer nicht in einem neuen Kleidungsstück, dass wir günstig im Schlussverkauf ergattert haben, noch ansehnlicher finden als sonst. Auch wenn sich nicht alle Geschlechtsgenossinnen schminken oder akkurat in einem bestimmten Kleidungsstil in der Öffentlichkeit zur schau stellen. Nein, im Grunde wollen wir auch mal Komplimente für unserer Optik erhalten. Nicht ausschließlich, aber irgendwie oft genug, dass wir daran selber glauben. So wirklich recht machen können wir uns es nicht mal selber.

Nicht umsonst werden heute Unmengen von Selfies gemacht. Überall. Wenn wir uns geschminkt fotografieren erfreuen wir uns an den Komplimenten und auch wenn wir ungeschminkt sind erfreuen wir uns an Komplimenten, wie toll wir doch ohne Make Up aussehen und ja auch eigentlich gar keins brauchen. Ein Widerspruch an sich und wir sind selbst schuld. Es sollte einfach normal sein, sich geschminkt oder ungeschminkt wohl zu fühlen. Aber Make Up zu tragen oder halt nicht, sinnlose Rechtfertigungen dafür oder dagegen existieren ja immer noch. Ich habe Freundinnen die sich schminken und welche die sich nicht schminken. Ich habe noch keiner empfohlen sich nicht zu schminken oder mit dem schminken anzufangen. Wiederum denke ich mir, bei anderen Frauen die mir in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder sonst wo begegnen: Concealer könnte nicht schaden! Ich bin also selbst nicht besser. Und es ist schlimm. Ein permanenter Widerspruch den ich da vor mir hin und her präsentiere.

Verloren im Hollywood-Märchenwald oder wie man zwischenmenschliche Nähe auch anders konsumieren kann.

Ich liebe Märchen. Egal was passiert, es gibt immer ein Happy End. Da können Apfelstückchen verschluckt werden, jemand zu 100 Jahre Schlaf verdonnert werden, goldene Kugeln in den Brunnen fallen, vom bösen Wolf aufgefressen werden oder Kinder sich im Wald verirren und von einer kannibalischen Irren gefangen gehalten werden … EGAL! Am Ende sind immer alle glücklich.

Wo befindet sich nur dieser Ort? Da wo schlimmes passiert und am Ende alles gut wird. Man nennt ihn Märchenwald und dieser Märchenwald scheint wohl irgendwo in Hollywood, ganz unscheinbar, zu existieren. Hollywood, da wo immer die Sonne scheint. Da wo Filme am Fließband produziert werden und die Menschen anschließend in Scharen in die Kinos strömen.

Der Hollywood-Märchenwald.

Und dann stehst du an einer Haltestelle in Berlin oder sonst wo. Links neben dir eine alte Frau mit Hund. Rechts von dir ein Mann mit einer Bierpulle. Hinter dir zwei Kinder die sich streiten. Und vor dir hat gerade die Tram gehalten. Ganz ehrlich, das ist nicht der Hollywood-Märchenwald. Das ist die Realität. Der Mann wird auch noch morgen trinken, die Kinder sich weiter streiten und die alte Frau wird, um ihre Mobilität zu erhalten, auch morgen wieder mit ihrem Hund spazieren gehen.

Und ich? Stehe morgen auch wieder an der Haltestelle um zur Arbeit zu fahren.

An einem Stück Apfel hab ich mich auch schon mal verschluckt – ich musste mich selbst retten. Kein Prinz weit und breit. Ich habe mich schon oft an einer Nadel gestochen, hab gehofft sie wäre verflucht, wache dennoch jeden Tag ganz normal auf – hmmm. Frösche, also echte Frösche, hab ich auch geküsst, hab aber nie mit einer goldenen Kugel an einem Brunnen gespielt – vielleicht lag es daran, dass sich nie ein Frosch in einen Mann zurück verwandelt hat, muss ich noch nachholen. Ich glaube nämlich ganz fest daran, dass Frösche heimlich verzauberte Prinzen sind. Das denkt sich doch keiner aus?! Bei Spaziergängen im Wald, kam ich nie an einem Lebkuchenhaus vorbei – also bin ich auch keiner Kannibalen-Hexe begegnet, die mich hätte fressen können!

Der Hollywood-Märchenwald scheint ein schrecklich, schöner Ort zu sein. Neben verstörten Abenteuern, kann man feiern und lieben bis zum erbrechen. Nirgendwo anders geht das Lieben so einfach und schnell wie dort.

Mädchen trifft Junge und peng! Liebe! Und wir fangen an daran zu glauben, dass es so einfach geht. Die Realität sieht anders aus. Bunter. Man kann viel mehr machen als auf den Richtigen oder die Richtige zu warten oder nur nach der einen Person zu suchen, der/die einem die Erfüllung von Liebe verspricht. Die Person wird es auch ganz sicher geben, aber was ist, wenn man sich nach noch mehr sehnt. Eine Person, die einen gerne im Leben begleiten mag, ist man selbstverständlich dankbar und die Person ohne Zweifel ehrt und dennoch das Gefühl verspürt, dass es da mehr gibt.

Wir lieben ja auch nicht nur Schokolade! Wir lieben ja auch Pommes und Mango-Lassi. Filme, Musik und Bücher. Warum nicht auch Menschen? Die Liebe zu den jeweiligen Menschen, in unserem Umfeld, unterscheidet sich ja auch. Die einen lieben wir im Bett und, die anderen lieben wir für ihre Musik oder dafür das sie mit uns Gemeinsamkeiten teilen oder wir mit ihnen gemeinsame Schicksale teilen …

Es gibt viele Formen der Liebe und Beziehungen die wir zu den Menschen pflegen. Es gibt die Mingles, die freie Liebe, es gibt die Monogamie, die Polyamorie, die Offene Beziehung, die Polygamie, die Beziehungsanarchie, die Polyandrie oder die Polygynie . Wer weiß was es nicht noch alles gibt und warum ist uns eigentlich nur die Monogamie bekannt? Warum werden andere Beziehungsmodelle nicht kommuniziert?

Mingle sein

Jeder der mal Single war oder ist und nichts gegen gelegentliche kleine Liebschaften hat, mit den er auch Freizeitaktivitäten betreibt, also prinzipiell freundschaftliches Verhältnis pflegt – ist ein Mingle. Man ist offiziell Single und hat da irgendwo zwischen schlafen, essen und arbeiten jemanden, der das halb gefüllte Bett komplettiert. An den Zustand kann man sich gewöhnen. Freunde mit gewissen Vorzügen, kann man auch dazu sagen. Irgendwie merkwürdig, aber auch logisch. Wir gehen ja auch nur in den Supermarkt, wenn wir Hunger haben oder im Kühlschrank die Leere mit Protestschildern anfängt zu demonstrieren.

Die freie Liebe

Lieben wen man will und wann man will … so ungefähr hab ich das beim Lesen verstanden. Hmm … klingt gut, aber so ein wenig Bindung und Beständigkeit hab ich dann doch ganz gerne.

Monogamie

Das populärste Beziehungsmodell überhaupt. Zwei Partner für die Ewigkeit. Happy End für die Ewigkeit … Monogamie ist was tolles, wenn man das kann nur ein Partner bis zum Rest seines Lebens. Ich frag mich manchmal, ob ich das so in der Form überhaupt noch für mich haben will. Ich mag ja Abwechslung, aber Beständigkeit auch …

Polyamorie

Liebesbeziehungen mit mehreren Menschen. Das klingt interessant, aber ob mein Herz teilbar ist wage ich zu bezweifeln. Wenn dann auch noch Kinder dazu kommen, verkompliziert sich das dann ja noch mehr, oder eta nicht?

Offene Beziehung

Ganz ehrlich, dass ist ein Beziehungsmodell, das ich mir am ehesten vorstellen kann. Eine Partnerschaft, dein Herz da wo es hingehört und gelegentlich, natürlich alles einvernehmlich und wissentlich vom Partner*in abgesegnet, andere Blumen bestäuben.

Polygamie

Vielehigkeit genannt. Mehrere Ehepartner*innen? Ich bin kein Tier. Das ist definitiv nichts für mich.

Beziehungsanarchie

Beziehungen führen nach den eigenen Wünschen und feststehende Normen und Werte einer Beziehung eher unbeachtet zu lassen, klingt für mich einfach nach einem privaten Modell, dass ein Paar für sich schließt. Seine eigenen Regeln schließt und praktiziert. Gesellschaftliche Werte und Normen sind ja auch die der Gesellschaft und nicht die eines Privathaushalts zweier liebenden Menschen …

Polyandrie

Eine Frau, die mehrere Ehemänner hat. Nein. Das muss in meiner Welt nicht sein.

Polygynie

Ein Mann, der mehrere Ehefrauen hat. Bin kein Mann. Für mich unwichtig.

Bisexualität und Homosexualität sind ja keine Beziehungsmodelle, sondern Lebensformen. Man liebt halt beide Geschlechter oder nur das eigene. Vollkommen legitim, wie ich finde.

Nix hier hier mit Märchenwald und Hollywood. Das Leben hinter der Kamera und weit weg vom Wald schaut ganz anders aus und wirkt dadurch auch ein wenig spannender als immer das selbe zu sehen und zu fühlen. Wer braucht schon die Utopie, wenn er eine bunte Realität haben kann?

Top 10 |Female Artists

Es gibt insgesamt eine handvoll Alben von weiblichen Künstlerinnen, die ich auch noch, aus dem FF, auf meinem Sterbebett aufzählen würde. Alle eine Perle für sich. Alle bedienen ein anderes Genre. Und jedes hat eine Bedeutung für mich.

Amy Winehouse – Back to Black (2006)

2006 wurde ich 20 und Back to Black bereicherte in diesem Jahr meine Plattensammlung. Ich begann in dem Jahr meine erste Ausbildung. Lernte viele neue Leute kennen und Amy schenkte mir irgendwie einen Soundtrack für mein bis dato noch schmerzendes Herz. Das sich nach der Trennung von meinem ersten Freund irgendwie nicht erholen wollte. Ein Album voll gepackt mit Schmerz, emotionalem Tiefgang und einer bewegenden Ehrlichkeit.

Dido – No Angel (1999)

Dieses Album habe ich mir erst knapp zwei Jahre nach dem eigentlichen erscheinen gekauft. Der Song HERE WITH ME kreiste knapp zwei Jahre in meinem Kopf umher. Als das Album erschien, liefen auf den Musiksendern der Nation überwiegend Videos von Britney & Co. Dido war da eine gesunde Abwechslung und ich verliebte mich promt in ihre Musik. Nicht all ihre Alben sind so gut wie NO ANGEL, aber hörenswert. Mein Gehör öffnete sich hierbei für TripHop und melancholischen Pop. Ich kannte ja nur Bubble Gum Pop. Ein ruhiges, poppiges, mit leichter Traurigkeit durchflutetes Album. Musik, die man an verregneten Sonntagen hört. Im Mai sehe ich sie endlich live und gespannt, ob die Magie der Alben auch live die gleiche Wirkung erzeugen.

Alanis Morissette – Jagged Little Pill (1995)

Das Video zu IRONIC suchtete ich 1996. Der Song, den auch heute noch jeder mitsingen kann. Zu den Song hab ich keine bestimmte Geschichte, aber ich kann sagen, dass der Song über die Jahre immer mehr an Bedeutung dazu gewonnen hat. Damals in den neunzigern verstand ich nicht worüber sie sang. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt auf die vierfach geklonte Alanis zu schauen. Ihr Album Jagged Little Pill kaufte ich mir gut 6 Jahre später. Mittlerweile ist es eins meiner Lieblingsalben. Es ist der Soundtrack, schon alleine wegen YOU OUGHTA KNOW, für den Zustand einer verlassenen Geliebten. Singer/Songwriter gepaart mit Alternative Rock und viel Mundharmonika.

Pink – Funhouse (2008)

FUNHOUSE von Pink hat sich hier irgendwie eingeschlichen, weil ich es nennenswert finde. Für mich ist es ihr bisher bestes Studioalbum. Nicht nur, weil ich sie mit diesem Album live sah. Jeder Song ist hörbar, nicht wie auf den anderen Alben. Da habe ich das Bedürfnis skip forward zu drücken. Thematisch geht es hier um die Trennung ihres Ehemanns, der ja mittlerweile wieder ihr Mann ist usw … Ob es am Trennungsschmerz lag, dass es so gut wurde? Vielleicht. Funhouse mag ich jedenfalls sehr und ich erinnere mich gern an das Konzert von 2009 zurück.

TLC – CrazySexyCool (1994)

WATERFALLS, ebenfalls ein Video, das ich rauf und runter schaute. Das HipHop Trio von Übersee machte mehr Schlagzeilen als Geld mit ihrer Musik. Jeder Erfolg rief einen Schatten hervor. Erst Jahre später führte ich mir dieses Album zu Gemüte. Es ist für mich eins der besten HipHop/RnB/ Soul Alben von Frauen aus den 90ern. Ich mag es sehr, höre es immer wieder Mal und realisiere, dass TLC eigentlich eine der ersten weiblichen Girlgroups waren.

Tori Amos – Little Earthquakes (1992)

Tori Amos gehört zu den weiblichen Solo-Künstlerinnen überhaupt. Über Alanis Morissette kam ich auch zu Tori Amos. Little Earthquakes, ihr Debütalbum, mochte ich hierbei besonders. Es erschien 1992 und entdeckte es erst über 10 Jahre später für mich . Leider gibt es kein wirklich brauchbares Video von GIRL meinem Lieblingssong auf der Platte. Daher das komplette Album. Immer wenn ich Tori Amos höre, will ich mit dem Klavierspielen anfangen. Und denke und schreibe dennoch nur davon. Ich finde ihren Sound einzigartig. Sie ist eine Singer/Songwriterin mit einem Klavier.

Janis Joplin – Pearl (1971)

Ich liebe Janis Joplin und mehr brauch ich gar nicht sagen. Naja, vielleicht doch ein bisschen. Die gute sah aus wie ein Hippie, war ein Beatnik im Herzen und lebte das Leben eines Rockstars. Sex, Drugs & R’n’R! Starb jung, weil sie exzessiv lebte. Ihre Musik unverwechselbar und einmalig. Blues, Rock, ein bisschen Folk – Janis bediente jede Musikrichtung. Pearl wurde zu ihren Lebzeiten nicht ganz fertig, weil die ihr überraschender Tod dem Release zuvor kam. Es wurde dennoch veröffentlicht und macht sie somit zur Legende. Janis ist für mich eine der wichtigsten Frauen in meinem Leben. Ich glaube es gibt keine Künstlerin von der ich mehr als 5 Biografien gelesen habe und keine mit der ich mich im Herzen so verbunden fühle wie sie.

Patti Smith – Horses (1975)

Auf Patti Smith wurde ich vor knapp 10 Jahren aufmerksam. Ich hörte Horses auf einer Homeparty und war hin und weg. Sie wird als Godmother of Punk betitelt, schreibt tolle Bücher – allen voran JUST KIDS, ihre Bio – hat live auch jetzt mit über 70 immer noch Präsenz und nicht an Glanz verloren. Horses wirkt wie ein Gedichtband einer jungen rebellischen Frau, den man sich auch ins Bücherregal stellen kann.

Cat Power – Wanderer (2018)

Neben THE GREATEST mag ich WANDERER von Cat Power. Ein Album das gehört werden sollte, weil es ein musikalisches, zeitgenössisches, feministisches Manifest ist. Musikalisch findet man Cat zwischen Alternative Country, Folk, Pop, Rock und begleitet wird die Musik von ihrer unvergleichlichen Stimme. Der Hit des Albums ist ganz klar Woman mit Lana Del Ray im Backround. Ein Soundtrack für uns junge Frauen …

Lady Gaga – Joanne (2016)

Lady Gaga, manch einer mag sie, manch einer hasst sie. Ich mag sie. Sie ist wohl unter den ganzen jüngeren Künstlerinnen meiner Generation die einzige die an einen vergleichbaren Status wie Madonna rankommt. Mit ihrem 2016er Album hat sie es geschafft, dass ich mir das Album angehört und immer wieder anhören könnte. Eine handgemachte Platte. Nicht ganz soviel gefühlter Eurodance Trash wie auf den Vorgängern. Eine Frau mit einer kraftvollen Stimme. Eine Künstlerin der Neuzeit. Eine Ikone, die auch auf der Leinwand – A Star Is Born – eine umwerfende Performance abliefert. Preise mit Shallow – dem Titelsong des Filmsoundtracks – einheimste und doch irgendwie in jedem von uns Sympathie weckt.