Florence & the Mashine

Am Donnerstag war es soweit. Endlich mal Florence Welsh mit Band live sehen. Die bezaubernde, leichtfüßige Fee der Musikwelt gastierte an diesem Abend in der Mercedes Benz Arena.

Video by carlos doll/youtube

Ich bin kein Fan von großen Hallen. Ich mag es eher klein, gemütlich & etwas süffig. Doch Florence holte uns an diesem regnerischen Tag in Berlin zu einer mit Liebe erfüllten Konzertnacht ab. Diese zauberhafte Frau, die wie eine Fee über die Bühne schwebte und …

Doch erstmal zum Support Act. Afrikanische Trommeln gepaart mit Eurodance-Trash. Meine Freundin und ich kamen aus dem „Oh Gott oh Gott“- Gefühl nicht raus. Mit dem Gefühl waren wir nicht allein. Auf manch anderen wirkten die Young Fathers beeindruckend. Nun gut. Bis auf das Schlagzeug kam der Rest vom Band. Ich steh solchen Acts immer sehr zwiespältig entgegen. Das war definitiv nicht unsere Musik. Dann lieber Eiffel 65 – Sorry!

Die Umbaupause dauerte und dauerte. Das Bühnenbild strahlte vor Holz. Alles war aus Holz. Ein Vintage-Traum aus Holz. Die optische Erscheinung von Florence strahlt nur so vor 60/70er Jahre Flair. Wie konnte man glauben, dass die Bühnendeko anders ausschauen würde?

Und dann gings los. Die Musiker ihrer Band betraten nach und nach die Bühne. Nahmen ihre Plätze ein. Und dann schwebte Florence aus dem Schattenreich der Holzdeko ins Licht der Scheinwerfer. Sie trägt ein umwerfendes Kleid. Ihre graziöse Silhouette bringt das Kleid ganz bezaubernd zur Geltung. Ich bin verliebt in ein Kleid.

Barfuß bewegt sie sich tänzelnd zum ersten Song June. Ihre Stimme ist kraftvoll, sie trifft die Töne punktgenau. Die Bühne ist ihr Minenfeld. Ein Minenfeld des Staunens. Wie eine Ballerina tritt sie anmutig auf jede Mine und es wird eine musikalische Feenstaub-Explosion ausgelöst.

Sie spielte viele bekannte Songs. Mir fehlten meine Lieblinge, aber man kann ja nicht alles vom erste Album spielen, wenn es noch mehr Alben gibt, die auch erwähnenswerte Songs beinhalten.

Irgendwann richtet sie ein paar Worte an die Besucher, an Berlin und zum Brexit. Sie bat um Liebe im Publikum. Um das wegstecken des Telefons und an dem heutigen Abend einen tollen Moment zu erschaffen.

Wir tanzten, sprangen und sangen. Hoben unsere Arme in die Höhe und kurz hatte ich das Gefühl, dass Florence da auf der Bühne, wie eine Anführerin einer Sekte wirkt. Aber eher liebenswürdig, mit Feenstaub und unendlichen Liebesbotschaften an die Menschheit. Man kann sie nur packen und lieb haben. Sie rannte ums Publikum herum, hielt die Hände der ersten Reihen, verströmte Liebe und bekam dankende Fans.

Mein Herz erwärmte bei der Ansprache zum Song Patricia, den sie Patti Smith widmete. Wieder eine Patti-liebende. Danke dafür!

Florence absolvierte eine ONE-WOMAN-Tanzshow. Sie ist ein Bühnenmensch. Sie bewegt sich gekonnt, feminin und anmutig zu ihrer Musik. Und immer wieder dieses Kleid. Ich fühlte mich wie das kleine Mädchen aus ICH – EINFACH UNVERBESSERLICH, dass so verrückt nach Einhörnern ist. Jetzt suche ich nach einem Kleid, dass so ausschaut wie ihres.

Ein tolles Konzert. Ich könnte nur noch Florence & the Mashine hören!

Auch wenn sie, zum Leidwesen meiner Freundin, You’ve got the Love nicht spielte, kann ich absolut gar nichts an diesem Konzert kritisieren … na gut, vielleicht die Vorband …

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Band | #1: WHAT IF I DIE

Die Musik ist meine Heimat. Jedes Mal, wenn mir eine musikalische Entdeckung über den Weg läuft, erfreuen sich meine Gehörgänge und mein Herz. Ende Februar ereilte mich eine kleine Neuigkeit über ein neues Bandprojekt. Diese Band möchte ich euch ans Herz legen.

Hören. Fühlen. Ins Herz schließen.

WHAT IF I DIE ist ein Berliner Zweimann Emo/Trambient Projekt. Bestehend aus zwei musikalischen Köpfen, die sonst in der Hardcore/EMO Szene beheimatet sind. Die beiden Herren streckten ihre Fühler weiter aus. Blickten über den Tellerrand hinaus. Verließen ihre herkömmliche Musik-Komfortzone. Sie schufen eine feine Musikperle, vollgepackt mit emotionalen und persönlichen Songs. Umhüllt von einem sanften Gitarren- und Synthesizer-Sound. Fast schwebend, kommt einem die Musik entgegen. Man darf gespannt sein auf das was da noch kommt und vor allem wie es Live dann umgesetzt wird …

I coughed Blood in the riverbed
After I saved myself
From from the floods that you pushed me in

aus dem Song Riverbed by WHAT IF I DIE

Die Band findet ihr bisher auf Instagram und Youtube.

8 Orte an denen man Männer kennenlernt …

… nur ich irgendwie nicht. Ich verweilte überall und nirgendwo. Lächelte charmant, schaute mal verführerisch und manchmal glotzte ich wie ein Freak, dann blieb keiner stehen. Man(n) rannte eher vor mir weg, jedenfalls habe ich das so wahrgenommen. Doch wo kann man Männer kennen lernen? Eigentlich überall. Ich probierte 8 Orte aus und bin kläglich gescheitert.

Gemüsetheke im Supermarkt

Ich spazierte, schlenderte und schlängelte zwischen Tomaten, Kohlrabi und Spargel. Männer waren da auch unterwegs, doch viel zu sehr damit beschäftigt, sich zwischen einer Gurke mit oder ohne Plastikverpackung zu entscheiden. In der heutigen Zeit eine wichtige Frage. Nachhaltigkeit vs. Klimawandel. Auch allgemein beschäftigen Männer sich eher damit, ihren Einkaufszettel abzuarbeiten, den sie höchstwahrscheinlich von ihrer Partnerin in die Hand gedrückt bekommen haben. Und Männer, die nur Alkohol im Einkaufswagen transportieren, lächlte ich nicht mal an, den wollte ich lieber eine Telefonnummer der anonymen Alkoholiker in die Hand drücken.

Buchhandlung

Zwischen verstaubten und alten Werken der Weltliteratur hatte ich es auch mal probiert. Ich glaube, ich hatte immer die falsche Buchhandlung. Thalia & Co fallen gleich weg. Da trifft man zwar auf Männer, aber da ist es ähnlich wie in der Gemüsetheke. Nur diesmal stellen sie sich die Frage: dieses oder jenes Buch? Auch dreimal um den Aufsteller laufen hat nichts gebracht. In kleineren Buchläden war ich auch, aber da war ich irgendwie immer zur falschen Zeit, weil mich dort Männer jenseits der 50 anlächelten. Ich drehte dann meistens eine „ich bin hoch interessiert an den alten Werken“ – Runde, ehe ich wieder hinausspazierte.

Kino

Ich weiß gar nicht, wer mir mal den Tipp mit dem Kino gegeben hat. Das war so ernüchternd, wie eine Party ohne Rauschzustand. Meiner einer hat ja kein Problem allein ins Kino zu gehen, aber auch Männer, die allein ins Kino gehen grüßen schon fast die 60! Irgendwann dachte ich mir, ich gehe halt immer zur falschen Zeit ins Kino. Unter der Woche ist es nicht ganz so voll wie am Wochenende. Also stiefelte ich am Wochenende ins Kino. Tze, Pustekuchen, dass sind die Family-Days. Nix mit einsamer Penisträger-Seele. Herrje!

Konzerte

Ich gehe gerne und relativ viel auf Konzerte und man könnte meinen, bei dem Schlummellicht und der Musik könnte was gehen. Hallo! Es ist dunkel und jeder konzentriert sich auf die Musik! Mit dem charmanten Barkeeper, der einem das Astra reicht, kommt ein kurzer Flirt zustande, aber nur bis zum nächsten Gast. Die einzigen Menschen, die auf einem Konzert knutschen und rummachen sind Pärchen. Und wie hemmungslos die sein können. Hab schon mal überlegt zu fragen, ob ich mitmachen darf, aber meistens sagte mir von der Optik sie oder er nicht zu. Große Männer, die sich vor mich drängeln, würde ich am liebsten killen, mit den will ich dann eh nicht mehr flirten. Die strafe ich meistens mit meinem „ich kill dich, wenn du dich nicht sofort woanders hinstellst!“-Blick. Also eigentlich wird auf Konzerten nur mein Aggressionspotenzial geschult …

Park

Sobald es wärmer ist, geht es raus an die frische Luft. Ab in die Parks von Berlin. Wer glaubt hier potenzielle Single-Männer zu finden muss schon in die offensive gehen. Das Buch, das man lesen wollte, sollte nur als Tarnung verwendet werden. Blick immer in einem Radius von 100 Meter umherschweifen lassen. Fernglas wäre übertrieben. Sonnenbrille aufsetzen und so tun als ob reicht total. Am besten Nähe Eingang mit Decke platzieren. Und los geht die Observierung. Mann mit Hund – müsste man erst das Herz des Hundes gewinnen. Für Katzenliebhaberinnen wäre das ein Reinfall. Männerclique im Anmarsch – die wollen spielen oder grillen, sind aber in der Überzahl, kann man also knicken. Mann mit Frau im Anmarsch – next please! Ein Mann alleine nähert sich dem Eingang – potentieller Kandidat, wenn er nicht schon verabredet ist. Irgendwann bin ich doch zu sehr mit lesen beschäftigt. Wenn ich denn mal vom Buch hochschaue, sehe ich dann nur noch Pärchen. Ernüchternd, wie ich finde.

Bar

Mich in ein Herz zu saufen, ist mir zuwider. Ich hab es daher auch nicht wirklich praktiziert.

Club

Bekanntschaften aus dem Club bleiben meistens nur für eine Nacht oder im Höchstfall für zwei. Ernsthafte Such-Absichten findet man hier nicht zwischen Cuba Libre und Schweißperlen. Lächelnde Männer bedeuten hier nur eins: das Weite suchen! Frauen sind da bestimmt nicht anders. Bevor man die Pforten eines Clubs überquert, sollte man genau wissen, was man will und wen man mitnehmen will.

Tinder & Co

Sind wir mal ehrlich, wir alle kennen die Geschichten ums Online-Dating. Sie stimmen alle. Ich zitiere hier gerne aus meinem Text „Adieu Online-Dating

WER LIEBE SUCHT, FINDET UNTERLEIBSSPIELE FÜR DIE SINNLOSIGKEIT. EINEN DIGITALEN GANGBANG OHNE KÖRPERFLÜSSIGKEITEN. SEELENFICKER, UNENTSCHLOSSENE ENTTÄUSCHTE UND UNBEFRIEDIGTE NARZISSTEN! EIN HOCH AUF DIE VIRTUELLE WELT. HIER BEKOMMEN SIE ZU HAUF DIE RESTPOSTEN DER REALITÄT! FEIN, SÄUBERLICH GESAMMELT IN EINEM SCHLECHT DESIGNTEN KATALOG.

Schreibt mir doch, wo man noch hingehen könnte. Kommt mir aber bitte nicht mit Dorffest!

Nachtrag vom 20.02.2019: Ich spreche hier nicht für alle Frauen, das sind meine Erfahrungen! Ist ja auch ein persönlicher Blog. Mir ist es so ergangen. Meine Singledasein mag ich mal mehr mal weniger. Singles lesen gern von Singles. Ich muss mich nicht als genervte Pute bezeichnen lassen:) Wem der Inhalt des Blogs nicht gefällt, sollte doch besser weiterklicken. Ich werde jetzt und in Zukunft nicht auf solche Kommentare eingehen, geschweige denn, sie genehmigen.

Berlinfilme

Berlin. Die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Mekka für hoffnungsvolle Seelen. Eine Stadt, in der alle viel zu hohe Erwartungen haben. Jeder will viel und gibt doch wenig. Berlin müsste längst im Burnout versinken, doch irgendwie hat sie einen integrierten Reboot-Schalter, der pünktlich um Mitternacht umgeschaltet wird und der Wahnsinn beginnt von Vorne.  Es gibt so viele Filme, in denen Berlin eine Rolle spielt und doch gibt es  nur eine handvoll Filme, die für mich meine Stadt, schon fast poetisch  verträumt widerspiegeln.


FUCKING BERLIN (2016)

Sonja zieht für ein Studium nach Berlin. Neue Freunde findet sie schnell und das Verlieben wartet auch schon im nächsten Park. Finanzielle Engpässe treibt Sonja in die Prostitution. Sie führt von nun an ein Doppelleben, dass jederzeit auffliegen könnte. FUCKING BERLIN zeigt ein aktuelles, realistisches Berlin. Schonungslos, wild, leidenschaftlich und hart. Ein Hauch von Zerbrechlichkeit legt sich wie ein Schleier über die gesamte Filmspielzeit. Ein vielversprechender Cast der die wahre Geschichte von Sonia Rossi’s Buch Fucking Berlin gut gespielt in Szene setzt.


OH BOY (2012)

Tom Schilling brilliert in diesem immer noch aktuellen, monumentalen Berlin Movie. Schilling spielt Niko, der seinen Führerschein verliert, dem die EC-Karte eingezogen wird und sein Leben mehr oder weniger zeitlos dahinlebt. Sein Vater dreht ihm den Geldhahn zu und den Preis für einen Kaffee versteht er in seiner finanziellen Bedürftigkeit auch nicht. Auf dem Pfad der Ziellosigkeit begegnen ihm sonderbare und doch irgendwie gewöhnliche Zeitgenossen. In S/W gehalten, fühlen wir jüngeren Berliner uns in dem Jazz untermalten Film heimisch.


3 Zimmer/Küche/Bad (2013)

Junge Menschen suchen nach einem passenden Lebens- und Liebesentwurf für die Zukunft. Die Geschichte spielt in den Szenebezirken der Hauptstadt. Tränen, Streit und Versöhnung wechseln sich, wie die unterschiedlichen WG- Kombinationen der Paare und einzelnen Mitstreiter ab. Begleitet wird das Szenario von guter Musik. Ein Film über unsere Generation, die kein Geld hat und auch keins verdienen wird. Sie wächst, indem sie schrumpft!


Der Himmel über Berlin (1987)

Ich liebe diesen Film. Eine Liebeserklärung an das Leben. Zwei Engel beobachten das Leben, insbesondere das in Berlin. Sie können sich nicht zeigen und auch nicht in die Leben der Menschen eingreifen. Ein Engel ist von der Empfindungswelt der Menschen so hingerissen, dass er seine Unsterblichkeit aufgeben möchte. Bruno Ganz verkörpert einen der Engel. Heute kam die Meldung, dass er verstorben ist. Möge er als Engel auf uns hinunter schauen.


Good Bye Lenin! (2003)

Die DDR lebt, obwohl die Mauer seit 8 Monaten nicht mehr steht. Alexander versucht für seine Mutter eine Welt aufrecht zu erhalten, die es nicht mehr gibt. Sie lag 8 Monate im Koma uns jetzt ist sie wach. Aufregung, soll wenn möglich vermieden werden. Nur der Fall der Mauer würde seiner Mutter den Todesstoß geben. Er sucht nach Spreewaldgurken, holt die alten DDR Möbel vom Sperrmüll zurück und setzt alle Hebel in Bewegung, dass seine Mutter von dem politischen Ereignis nichts mitbekommt. Witzig und charmant erzählt. Brühl erreichte mit diesem Film internationale Bekanntheit.


Lola rennt (1998)

Moritz Bleibtreu und Franka Potente spielen in diesem bekannten Actionthirller Manni und Lola. Manni vergisst einen Beutel mit 100.000 DM in der U-Bahn. Ihm bleiben 20 min bis sein Auftraggeber kommt. Lola hat 20 min um Manni aus der Patsche zu helfen. Lola rennt durch Berlin. 3 Läufe, 3 Handlungen … Wie wird es für die beiden ausgehen?


Sommer vorm Balkon (2005)

Zwei Freundinnen jenseits der Dreißig erleben einen Sommer, der versucht ihr Leben zu ändern. Die eine jobt in der Hauskrankenpflege und die andere ist arbeitslos und Mutter eines Sohnes. Beide lernen den gleichen Mann kennen. Mitgehen tut er aber nur mit einer von beiden. Ihr Leben bekommt eine Wendung als die einsame Mutter nach einer missglückten Partynacht wegen Alkoholmissbrauch in der Psychatrie landet und die andere sich um ihren Sohn kümmern muss. Danach verändert sich alles für die beiden. Mit Berliner Schnauze spielten sich die Protagonistinnen in mein Herz. Sehenswert, vor allem wenn man Prenzlberg mag.


Berlin Calling (2008)

Ich bin kein Fan von Paul Kalkbrenner, aber den Film mag ich sehr. So sehr, dass ich ihn hier aufliste. Ich verdrehe immer meine Augen, wenn jemand Elektro und Berlin in einem Satz verwendet. Berlin Calling ist sogar ein Film über Elektro und Berlin. Paul Kalkbrenner spielt einen jungen Mann, einen DJ, der nach einem üblen Drogentrip im Krankenhaus landet. Zur Therapie in einer Drogenklinik verdonnert, produziert er hier sein neues Album. Zwischen Rauschzuständen und elektronischen Beats brilliert Paul Kalkbrenner.


Berlin am Meer (2008)

Berlin am Meer ist ein Film den ich nur gut 2-3x gesehen habe, mir aber in bleibender Erinnerung blieb. Robert Stadlober spielt hier neben Anna Brüggemann die Hauptrolle. Ein DJ der zur Musikhochschule möchte. Sein Kumpel und DJ-Kollege auch. Anna Brüggemann, die als Schwester eines Mitbewohners einzieht und das Gefühlschaos nimmt seinen Lauf. Wie eine Sommerbriese schwebt dieses kleine Berliner Märchen in unsere Herzen.


Sonnenallee (1999)

Erwachsen werden in der DDR. Zwischen der Entscheidung zur NVA zu gehen, Musik der Rolling Stones und der ersten Liebe, erleben Mario und seine Kumpels ihr Leben am südlichen Ende der Sonnenallee. Der Film hält sich nicht zwingend an tatsächliche Geschehnisse aus der Zeit, sondern erzählt einfach und für jeden verständlich, wie es so ungefähr war. Damals in der DDR.


Gisbert zu Knyphausen

Noch viel Spaß mit deiner Zukunft
Ich will sehen, wie du an ihr zerbrichst
Ein herzloses Gedankenspiel
Ich weiß. Ich weiß. So nicht

Ich habe gehört, was du gesagt hast
Ich suche nur noch nach dem Weg zurück
Er muss hier irgendwo zu finden sein
Mein Los, mein Ziel, mein Glück

Bereust du deine Sehnsucht?
Du stehst blind in einer offenen Tür
Ich habe mein Herz ausgekugelt für dich
Wofür? Wofür? Wofür?

Die Pistolen sind im Anschlag
Denn eine bessere Waffe finde ich nicht
Lasst den Krieg in meinem Kopf beginnen
Hurra! Hurra! So nicht
So nicht, so nicht, so nicht

Bitte bleib hier
Bitte bleib hier
Bitte bleib hier
Sonst bist du weg

Bitte bleib hier
Bitte bleib hier
Bitte bleib hier
Sonst bist du weg

(Songtext: Hurra, Hurra ! So nicht vom Album Hurra, Hurra! So nicht)

Der hessische Musiker Gisbert zu Knyphausen, gastierte am 10.02.19 mit seiner Band im Berliner Kesselhaus. Gut 8 Jahre habe ich gebraucht um endlich mal ein Ticket zu kaufen…

Als Vorband spielten pünktlich ab 20 Uhr für 30 min die Yippie Yeahs, sie begleiteten Gisbert und seine Live-Band die ganze Tour über. Doch recht melancholische Texte, schmusig-poppig verpackt und irgendwie sehr provozierend dem Bandnamen gegenüber.

Gegen 21 Uhr betritt Gisbert mit Band die Bühne. Wer die Texte von ihm kennt, weiß meistens sind sie tiefgründig und versinken in Melancholie. Der leise, aber präsente Gitarrensound, der sonst alleine auskam, wird nun von weiteren Instrumenten unterstützt und kann sich in Form eines Bandkollektivs durchaus sehen und vor allem hören lassen. Ein bunter Mix aus alt und neu. Song anderer Bandprojekte von Gisbert erfreuen ebenso das Publikum. Wenn ruhige Nummern gespielt wurden, verstummte sogar das Barpersonal und man hörte keine klirrenden Gläser. Keine ausschweifenden Gespräche im Publikum. Jeder schaute und lauschte nach Gisbert und seiner Musik. Das Kesselhaus erinnerte an diesem Abend an einen Besuch auf einer Ausstellung. Schweigend, beobachtend und die Kunst auf sich wirken lassen … Schön. Gerne wieder.

21 Things I Want in a LOVER

Ich hab schon oft zu hören bekommen, dass ich nicht weiß was ich von der Liebe will. Das ich Männern keine Chance gebe. Ich doch nach einem Date nicht weiß, was mir da für ein Mensch gegenüber sitzt und zu vorschnell wieder leb wohl sage. Ich mich zu sehr an kleinen Dingen aufhänge und sowieso und überhaupt. Innerlich muss ich dann immer Lächeln und denke mir: doch, ich weiß was ich will! Eigenschaften, die ich nicht zwingend notwendig finde, ich aber gerne bevorzuge und das ergibt einen Mann, der mir einfach noch nicht  begegnet ist.

Den größten Teil meiner 20er verbrachte ich mit dem daten von Männern. Ich ging los, unterhielt mich, trank Bier oder Wein, billig oder teuer, fragte und dachte nach, manchmal küsste ich und manchmal schlief ich mit ihnen. Die Intension war immer die gleiche: einen wohlgesonnenen Wegbegleiter zu finden. Einen Wegbegleiter, dem das Pferde stehlen nicht zu anstrengend ist, der auch niveauvoll Witze machen kann, einer der auch träumen kann, einer der Musik genauso vergöttert wie ich, einer der zu Büchern eine innige Freundschaft pflegt, einer der sich in Filmen und Serien genauso verliert wie ich … gut, zumindest eins davon wäre schön … einer der das Kind in sich hegt und pflegt und niemals zu Grabe trägt. Halt jemand, der mir die goldene Kugel vom Grund des tiefsten Brunnens zurückholt… Kein Prinz oder König, aber Manns genug um mit mir ein realistisches Märchen der wahrhaftigen Liebe zu führen.

Nur … begegnete mir so jemand nicht.

Twentysomethings können scheiße arrogant sein. Sie überschätzen sich. Sie sind überheblich und denken, die Welt liegt ihnen zu Füßen. Beitragsfrei, klappt das aber nicht. Sie brüsten sich mit beruflichen Erfolgen und bewegen sich im Tempo eines Raodrunners. Miiieeep, miiieeep. Jedesmal kotzte ich gedanklich in einen imaginären Mülleimer und musste auf dem Heimweg belustigt den Kopf schütteln.

Seit dem 08.12.2016 bin ich offiziell ein Thirtysomething. Und was soll ich sagen? Männer in den dreißigern haben auch nicht mehr alle Latten am Zaun. Männer in diesem Alter glauben doch tatsächlich, dass wir Frauen uns über die ganzen angesammelten Sicherheiten ihrer Existenz erfreuen. Das wir feucht werden, nur weil sie Chef in einer oder ihren eigenen Firma spielen dürfen. Schön, dass ihr ein kleines Königreich regieren dürft. Applaus, Applaus. Ein toller Meilenstein im Berufsleben, bringt privat in einer Beziehung aber nicht viel. Höchstens eine altmodische Rollenverteilung, wenn wir es zulassen.

Wie verhält es sich eigentlich mit Männern in den 40ern oder 50ern? Genießen die ihren Erfolg oder Misserfolg stillschweigend?

Mit knapp 33 Jahren komme ich mir manchmal noch wie eine 20jährige vor. Männer daten, gleicht immer noch einem Spiel. In meinem Fall dem Spiel Labyrinth. Ich schiebe mich von A nach B, von Ost nach West, von Arschloch zu Nerd. Das Schieben nimmt kein Ende. Schiebe ich mich Richtung Ausgang, rennt hinter mir schon der Drache und spuckt Feuer. Von links kommt dann noch das flatternde Gespenst daher und dann ist da noch die hübsche Fee, die mir so gar keinen Wunsch erfüllen mag. Ich bin gefangen auf dem Schlachtfeld der Unbarmherzigkeit. Halleluja! Das Flennen geht weiter …

Ich weiß, wo ich hin will, aber das Leben spielt mir einen Streich nach dem anderen und lässt mich zappeln. Zappeln am Haken der Hoffnung. Es lässt mich nicht los. In meinen Träumen flüstert mir jemand zu: ich solle weiterhin mutig und hoffnungsvoll bleiben. Ich solle nicht verzagen. Ich sei doch Optimistin! Optimistisch genug um nicht ans Aufgeben zu denken! Irgendwer wird mich suchen und finden. Zynisch gratuliere ich der Utopie.

Zu den 21 Dingen, die ich mir an einem Mann wünsche, bin ich aber immer noch nicht gekommen! Ja, was will ich denn nun für 21 Dinge von einem Penisträger?

  1. Meine Halsmuskeln brauchen Bewegung. Er darf also größer sein.
  2. Wenn ich einen Mann umarme, möchte ich nicht mich umarmen. Erklärt sich von selbst, was ich damit meine.
  3. Seine Lieblingshose sollte nicht die Jogginghose sein. Zumindest nicht dann, wenn er das traute Heim verlässt. Geschmack in Sachen Bekleidung setze ich voraus. Ein Karohemd zu einer Karohose, fällt schon mal durch. Genauso, eine Wollmütze als Kopfbedeckung im Sommer.
  4. Bartträger. Hipster-Bärte! Wer möchte schon von einem Staubwedel geleckt werden? Gegen Drei-Tage-Bärte ist nichts einzuwenden, die können sich ja schließlich die Reste der vergangenen Nacht mit einer Handbewegung wegwischen.
  5. Brillenträger. Ja, ich habe einen Fetisch für Brillenträger. Ja, aber nicht die 80er Jahre Brillen-Nerds oder die Professor Doktor Doktors. Eher der Rivers Cuomo-Style. Die Brille sollte den Charakter unterstreichen und nicht verunstalten.
  6. Wenn ich schon das Wort Fetisch in den Raum werfe, kann ich getrost den nächsten geistvollen Beitrag dazu abliefern: die Hände. Weder zu feminin noch zu maskulin. Ein gesundes Mittelmaß. Beispiel gefällig? Keanu Reeves. Der hat schöne Hände. Und jetzt googelt bestimmt jeder die Hände von Keanu Reeves:)
  7. Augen sind auch nicht zu unterschätzen. Nicht riesig, aber auch nicht winzig. In Kombination mit einem charmanten Lächeln, sollten meiner Meinung nach Augen freundlich und ein bisschen verträumt ihre Umwelt betrachten. Der angst-einflößende Blick von Klaus Kinski verschreckt nun wirklich alles und jeden.
  8. Intelligenz! Köpfchen gepaart mit Interesse. Männer mit einem gutem Allgemeinwissen und respektvoller Diskussionsfreudigkeit nehme ich nach einem Date gerne mit nach Hause.
  9. Andere Frauen können sich gern von Feuerwehrmännern retten oder vom Onkel Doc am ganzen Körper abtasten lassen, sich für einen Hausmeister oder einen Sachbearbeiter entscheiden. Ich nehme den kreativen Kopf! Kreativ tätig sein bringt meine Augen zum Leuchten, mein Herz zum Schmelzen und mein Unterleib zum beben.
  10. Politisch interessiert kann nicht schaden. Kann man heutzutage gut gebrauchen. Nur bitte nichts was sich jenseits von links befindet und die goldene Mitte verfehlt hat.
  11. Empfindest du Liebe als Freiheit? Schön! Komm gerne näher.
  12. Hast du Humor? Gern in schwarz und mit nem großen Löffel Sarkasmus abgeschmeckt? Wir kommen der Sache näher.
  13. Bist du ein bisschen spirituell? Du musst nicht Horoskope lesen oder eine Wahrsagerin um Rat fragen, aber gelegentlich mal „was wäre wenn“ – Fragen zu lassen.
  14. Riskierst du gerne mal Kopf und Kragen?
  15. Blühst du beruflich auf? Hast du Freude an dem was du machst? Hello!
  16. Kannst du auch mal ein Wochenende im Bett bleiben? Es gäbe Pancake-Frühstück und frisch gemahlenen Kaffee.
  17. Bist du experimentierfreudig? Leidenschaftlich? Mehr als 3x die Woche?
  18. Hast du nichts gegen knutschen an Bushaltestellen? Im strömenden Regen bei Gewitter? Im unbeleuchteten Hausflur? Unter Straßenlaternen? Im vollen Club?…
  19. Hast du eine Leidenschaft? Brennst du dafür? Komm noch ein Stückchen näher!
  20. Verlässlichkeit! Ehrlichkeit! Großzügigkeit! Steh zu deinem Wort und ich backe dir jedes Wochenende einen Schokokuchen:)
  21. Ich würde mich gern im Scheinwerferlicht deiner Aufmerksamkeit sonnen und wenn ich mich verbrenne, versorgst du mich mit Schutz-Lotion.

Und jetzt soll mir nochmal jemand sagen, ich wäre anspruchsvoll …

Ich bin Single!

Es war einmal ein kleines Mädchen, dass las für ihr Leben gern Märchen. Besonders das Märchen vom Froschkönig hat es ihr angetan. Die Vorstellung einen Frosch zu küssen und aus dem Nichts erscheint ein Prinz, der von einer bösen Hexe in einen Frosch verwandelt wurde und sein Dasein von nun an für immer als ein quakendes, glitschiges Wassertier zu verbringen – das wollte die kleine Ramona nicht und küsste nun fleißig Frösche (als kleines Mädchen küsste ich wirklich Frösche!) – doch ein Prinz kam nie. Die kleine Ramona verstand nicht wie ihr geschieht. Im Märchen war es doch so simpel, küsse den Frosch und dein herzersehnter Prinz wird dir erscheinen. Jahre lang suchte sie nach dem Fehler und musste mit jeder vergossenen Träne feststellen … Prinzen gibt es nur im Märchen …

Ich hatte Fuckbuddys, Seelenficker, Unentschlossene …

Irgendwie war es auch gut so, dass ich erkannte Prinzen gibt es nur im Märchen, denn sonst wären ja Märchen nicht Märchen. Ich lebe in einer Großstadt – Berlin – sie ist voll mit Singles und ich vergeudete meine 20er mit diesem Aberglauben einen Deckel, Prinzen, bessere Hälfte und dem ganzen Quatsch zu suchen. Wie viel mehr, hätte ich meine 20er genießen können, wenn mich diese alberne Suche nach Prinz Charming nicht so stark beeinflusst hätte. Wie oft weinte ich mir die Augen aus nur um dann wieder mein gebrochenes, vernarbtes Herz zu flicken, zusammen zu kleben und meinen Vorrat an Narbencreme aufzustocken.

In mein Bett verirrten sich Fuckbuddys, Seelenficker, Unentschlossene, Verlassene und was nicht noch alles mehr. Nicht jeder weckte in mir Hoffnung, denn nicht jedes Mal verspürte ich den Wunsch das daraus eine Beziehung wird. Ja, ich gestehe, Sex kann auch ohne Liebe gut sein. Ich könnte ein Buch mit meinen ganzen Erfahrungen schreiben, stattdessen erwähne ich es hier nur mal kurz am Rande.

Der Punkt ist der, dass die aktive Suche danach keinesfalls verwerflich ist, sie sollte aber nicht unser Leben insofern beeinflussen das wir noch launisch durch die Gegend stapfen, weil es halt nicht so lief wie wir es uns vorgestellt haben. Tief durchatmen. Kapitel beenden. Ein neues beginnen. Vorher die Krone zurechtrücken, das Spiegelbild anlächeln und auf geht’s!

Mit Anfang 30 jage ich nicht Prinzen nach. Die Gebrüder Grimm haben schließlich nicht meinen Lebenslauf geschrieben, Nicholas Sparks führt nicht Regie und Rosamunde Pilcher hat auch nichts produktives dazu beigetragen. Ich bin Produzentin, Drehbuchautorin und Regisseurin meines Lebens und eine Mischung aus Drama, Action, Romantik und Heimatfilm erscheint mir spannender als ein eintöniges Märchen…