Mal wieder ganz smoothy daten

Ich hatte letztens ein schönes Date. Ein wirklich schönes Date. Es war so richtig schön smoothy. Es war keins dieser Dates mit hohen Erwartungsansprüchen. Es war spontan. Es war gut.

Dates müssen nicht ausschließlich dafür dienen krampfhaft eine Suche nach diesem einen bestimmten Menschen zu beenden. Sie können auch einfach nur schön sein. Eine schöne Zeit…

Ok, langsam übertreibe ich es mit dem Wort schön!

Ich hab mein Mindset was Dates betrifft jetzt endlich geändert bekommen. Verkrampfte ich in den letzten Jahren noch an Erwartungen und permanentem Wunschdenken, gehe ich jetzt einfach los und freu mich über neue Bekanntschaften. Hab eine unterhaltsame und interessante Zeit oder denk mir Shit happens. Es ist alles möglich und kann alles daraus werden.

Es wird ja eh immer anders als man denkt. Auch wenn man beim Schreiben schon irgendwie abklärt, was gesucht und nicht gefunden werde möchte, kann man letztendlich die verbrachte Zeit und die Geschehnisse nur minimal lenken und wenden. Das ist das tolle an Spontanität.

Dann findest du dich auf einem Konzert zu zweit wieder. Unterhältst dich anregend und findest alles interessant und spannend. Und eh du dich versiehst hängst du an den Lippen deines Gegenübers und genießt diesen Moment. Es sind diese Momente, die in dein Leben stolpern und dich Lächeln lassen.

Alles kann, aber nichts muss. Es muss daraus nichts entstehen und du musst dich auch nicht festlegen wie es weitergeht. Es geht einzig und allein ums genießen. Nicht zuviel denken. Nicht wieder gleich die Zukunft vor Augen haben, sondern die Gegenwart und ein Date einfach mal Date sein lassen. Halt alles ganz smoothy.

Wie oft hängen wir in diesen verkrampften Dates fest. Denken uns wieder ein Date-Unfall. Wieder ein männlicher/weiblicher Reinfall aus Schwachsinnshausen. Diese Erwartungshaltung gepaart mit Hoffnung und dem Gedanken „das muss jetzt endlich mal was werden“ treibt uns eher an den Abgrund der Verzweiflung als in die Arme eines Menschen.

Mehr strahlen von innen. Du kannst das. Ich kann das. Wir können das. Wir sollten uns weniger Bilder von der Grumpy Cat anschauen als vielmehr Bilder von Doug the Pug.

Wenn man immer trotzig sein Gegenüber mit Nachrichten in die Hölle verbannen möchte und sich dann fragt warum man blockiert wurde, dann wird es Zeit für ein Upgrade deines Mindsets. Dein Gegenüber merkt sehr schnell, dass du ein gebranntes Kind bist. Das du viele enttäuschende Dates hattest und du zu Kurzschlussreaktionen neigst. Drei Tage ohne Antwort oder Reaktion erscheinen nur einem selbst sehr lang. Eine Arbeitswoche von 5 Tagen vergeht hingegen schneller. Was tut man da? Sich ablenken. Sich nicht zu sehr an der Hoffnung festkrallen.

Klar, ghosting und Konsorten sind nicht nett oder haben den Respekt nicht gepachtet, aber sind wir mal ehrlich. Jeder macht es irgendwann mal. Wenn nicht mit Dates, dann zumindest mit lapidaren Freundschaften, ehemalige Bekanntschaften aus dem Job oder sogar Familienmitglieder. Blut ist zwar dicker als Wasser, aber das ist auch schon alles.

Nun fragt sich der eine oder die andere: wie macht man das?

Wie hab ich das gemacht? Ich glaube, ich hatte halt von mir selbst und meinem Verhalten genug. Es war irgendwie gut, dass im letzten Jahr nicht soviel bei mir lief und ich eine Dating-Pause hatte. Ich weiß nicht, ob es für jeden sinnvoll ist eine längere Pause einzulegen, aber im Akkord von Date zu Date zu düsen bringt glaube ich nichts. Es ist auch sinnvoll Erwartungen und Hoffnungen in den Hintergrund zu stellen und sich einfach treiben zu lassen. Denn nur wenn wir uns in der Gegenwart eines Menschen fallen lassen können, können wir auch ankommen. Jede Bremse, jede Schranke sorgt eigentlich nur dafür, dass wir stehen bleiben und uns irgendwann gar nicht mehr trauen weiter zu gehen.

Keep it smoothy!

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Ich date jetzt anders

Ich betreibe schon seit Jahren Online-Dating. Mal mehr, mal weniger. Und immer wieder hab ich mich zu Dates hinreißen lassen, die am Ende ziemlich ernüchternd waren. Ich ging mit einer Erkenntnis nach Hause „das alle Männer gleich“ sind. Stimmt natürlich nicht. Sind alle anders, nur das Dating-Verhalten ähnelte sich oder Mann war der Meinung einem bestimmten Bild Mann entsprechen zu müssen, der mir aber zuwider war und ist.

Ich hab mir Biografien angehört. Erfolgsgekrönte Stories, Stories die Mitleid bei mir erzeugten und mein Helfer-Syndrom entzückten. Jedenfalls diverse Stories. Mein Lebenslauf ist für alle immer interessant gewesen, wenn ich erzählt habe, dass ich mal „Konzerte organisiert habe“ und wurde mit einem kritischen Blick beliebäugelt, wenn ich erzählte „das ich in der Pflege arbeite“.

Viele konnten nicht verstehen, wie man das eine aufgeben konnte und das andere machen kann. Ganz einfach, ich brauche eine sinnvolle Tätigkeit. Ich hab mal eine Bürotätigkeit ausgeübt, die sehr deprimierend war in ihrer Gesamtheit und mir so sinnlos erschien, dass ich 1000x lieber in der Pflege oder generell im Gesundheits- oder Sozialwesen arbeite. Warum ich keine Konzerte mehr organisiere? Weil es sich halt so ergeben hat, ich habe es halt an einem bestimmten Punkt nicht mehr weiter betrieben. Ja, Konzerte sind cool und im Vergleich zu Bürojob und Pflegetätigkeit viel cooler … aber jetzt komm ich ja doch vom Thema ab!

Meine Dates liefen in der Regel immer gleich ab. Irgendwas trinken, essen oder unternehmen. Lebenslauf runter labern und dann zum wesentlichen kommen oder vorher schon klären, was bei einer Sympathie in echt, anschließend passieren soll. Ich mag halt direkte Ehrlichkeit.

Vor ein paar Jahren konnte ich die direkte Ehrlichkeit bei Männern noch mit Preisen auszeichnen. Ich will was festes oder ich will nur das Eine. Heutzutage kommt meistens der Spruch „ja, mal schauen“ … was soll das sein? Ein Mantra? Eine Meinung? Oder die Überlegung, was man am nächsten Tag essen will?

Dieses sich treiben lassen und schauen was geht, ist für mich eine typische Sonntagsbeschäftigung in Berlin, aber nicht die Vorgehensweise beim daten!

Der Knaller sind auch Männer, die eine Freundschaft Plus suchen. Hier wird Bequemlichkeit mit permanenter Verfügbarkeit von Sex gesucht. Also, ich hole jetzt mal tief Luft. Ich möchte keinen Sex mit Freunden. Freunde sind Freunde und Schnaps ist Schnaps. Freundschaft baut man über einen längeren Zeitraum auf und nicht innerhalb von ein paar Dates und dann immer wieder mit der Prämisse, wenn der Sex gut ist, sich doch öfter zu treffen, damit es natürlich einer Freundschaft Plus entspricht. Ich hole erneut Luft. Wenn der „erste“ Sex gut ist? Man kennt sich nicht und vor allem kennt man Vorlieben und den Körper des anderen nicht. Ein weiteres Treffen vom „ersten“ Sex abhängig zu machen ist bei Männern (die diesen Vorsatz leben) angesagt, wie abstruse Modetrends. Bescheiden daneben. Fast jeder 2. Mann mit dem ich geschrieben habe, hat das von sich gegeben.

Was hoch im Kurs steht, sind Emojis im Überfluss. Küsse, Herzen und Smileys. Ich verteile gerne Küsse und Herzen und Smileys. Entscheide aber selbst wann und bei wem. Mir schrieb mal jemand, dass ihm Frauen Mitte 20 Herzen und Co ganz selbstverständlich und viel schicken und das man mir anmerkt, dass ich ne Menge durch hab mit Männern. Ah ja, Herzen und Co im Übermaß repräsentieren also ein nicht gefrustetes Gemüt. Wie gesagt, dass entscheide ich selbst wann und bei wem.

Ich bin nicht gefrustet, mich regt nur das Verhalten von Männern auf. Wäre ich gefrustet, würde ich keine Männer mehr in mein Leben lassen. Frauen alleine zur Unterhaltung reichen mir nicht. Männer unterhalten mich noch mal ganz anders.

Männer die mir, in den letzten 3 Jahren, online begegnet sind sagen gleich, dass sie erstmal nur schauen wollen. Für eine lockere Geschichte wird guter „erster“ Sex vorausgesetzt, um sich dann wieder zu treffen. Quatsch mit Soße und ich lösche den Chat und den Kontakt.

Neue Strategie: Männer die mir so kommen, schreib ich, dass das Quatsch ist und verabschiede mich natürlich ganz förmlich in einem freundlichen Schreibton oder je nach persönlicher Stimmung mit einem gepflegten löschen. Mittlerweile habe ich mir einen feministischen Fragenkatalog erstellt den ich abfrage und schließe somit Sexisten, Rassisten (na gut die erkenne ich meistens schon eher) und Biedermänner aus. Egal ob für eine Lovestory a la Bernhard & Bianca oder ganz flüchtig für ein Abenteuer a la Rockstar & Groupie. Den lege ich hier natürlich nicht offen. Manche Bekanntschaften lesen meinen Blog.

Das schränkt die Möglichkeit des Datens online natürlich ein, aber selbst Aschenputtel wurde zum aussortieren verdonnert. Nur helfen mir keine weißen Täubchen dabei.

Warum Langzeit-Singles die bessere Partie sind

Als Langzeit-Single wird man oft als gefrustet, wählerisch und des Versagens beschuldigt. Ich bin der festen Überzeugung, wer gut alleine leben kann, der schafft das auch mit dem Zweisam sein.

Ich kann alleine sein.

Ich glaube das klappt ganz gut. Ich muss nicht permanent Nachrichten verschicken. Bedürftigkeit macht ja auch nur abhängig. Und selbst meine Mama sagt immer: „Kind, mach dich nicht von einem Mann (oder Freunde) abhängig!“.Weiß mich gut mit mir selbst zu beschäftigen und kann auch gut alleine auf Konzerte, ins Kino usw. gehen. Ich würde sagen ich lebe in einer glücklichen Beziehung mit mir selbst.

Ich bin nicht sonderbar oder gar ein Mängelexemplar.

Auch das möchte man mir gerne erzählen. Du bist ja zu wählerisch. Hmm, ja … geht klar! Ich weiß halt was ich will! Und wenn ich mich nicht gut aufgehoben fühle, dann geh ich wieder. Und wenn ich mich nicht mal ansatzweise in der Nähe meines Gegenübers wohlfühle, suche ich eh das Weite! Wenn das Herz nicht zu 100% voll und ganz fühlt – was soll ich denn bei dem Menschen noch verweilen. Unglücklich sein, ist ja auch schlecht fürs Herz.

Ich weiß, wer ich bin und was ich kann.

Ich kann aus dem Stegreif meine guten und schlechten Eigenschaften aufzählen. Ich hatte die Möglichkeit mich damit auseinanderzusetzen. Hatte genug Zeit um mich zu finden und befinde mich jetzt im Ruhemodus. Einsatzbereit, aber dennoch wartend … auf irgendwas.

Zeit mich zu verwirklichen.

Die Zeit mag ich hierbei sehr. Wer kann schon sagen: Ich habe viel Zeit für mich und meine Träume. Insbesondere beim verwirklichen von Träumen? Na ich:) Macherin zu sein wirkt auch beim daten interessanter als sich nur der Mittelmäßigkeit hinzugeben.

Im überstürzen bin ich schlecht.

Ich hab Erfahrungen gesammelt, die mich mit Einsichten, Ansichten und Brandspuren bereichert haben. Hab einiges erlebt. Ich spiele nicht Bienchen auf einer Blumenparty. Ich bin die Hummel, die sich im Sonnenlicht der Mittagssonne wärmt und das bunte treiben der Bienchen beobachtet.

Ich bin vollständig.

Dabei fühle ich mich schon manchmal wie eine Diva. Laufe ich Treppen hoch oder runter, laufe ich meistens in der Mitte. Keine gute Idee, insbesondere als Bewohnerin einer Großstadt. Aber meistens wähle ich die goldene Mitte. Das Leben ist mein Laufsteg, die Bühne und meine Power-Point-Präsentation. Ich muss nicht ständig Selfies von mir machen. Meine Optik verändert sich ja auch nicht innerhalb von 24h. Ich fühle mich vollständig mit mir und meinem Leben. Wegbegleiter können sich gerne dazugesellen.

Also, ich die Langzeit-Single-Lady in spe habe keine Beziehungen, nur um nicht mehr allein zu sein. Ich weiß, das ich wertvoll bin, worauf ich verzichten kann, worauf nicht und wie ich dafür einstehen kann. Mit mir muss man nicht permanent Gassi gehen, ich lache auch über 08/15 Witze und brauche keinen Nachrichtenüberschuss via WhatsApp. Darum suche ich mir nur Menschen aus, die verstehen (wollen) und ähnlich ticken – kurz: die mir meine Zeit wert sind.

Die Liebe oder das immer gleiche Date-Verhalten in Frage stellen

Vor kurzem war ich auf einer Hochzeit von einem befreundeten Paar, dass sich nach über 10 Jahren Beziehung das Ja – Wort gegeben haben. Ich war die Trauzeugin der Braut. Ich war alleine da, aber um mich soll es in diesem Text nicht gehen. Vielmehr um die Liebe.

Ich sitze mit der Braut beim Friseur. Wie lassen uns für den Tag gerechte Frisuren verpassen. Die Braut schminkt sich normalerweise nicht, aber für den Tag der Hochzeit macht sie eine Ausnahme. Ich bin schon geschminkt. Ich war schon eher wach und habe mein Gesicht schon mit passenden Farben verziert. Wie sie da so sitzt auf dem Stuhl mit ihrer Frisur und ihrem einmaligen, schönen Make Up… Sie scheint so glücklich wie noch nie. Dieses Strahlen in ihren Augen und diese bodenständige Zufriedenheit …

Was ist das nur mit der Liebe? Klar, der Mensch ist zum allein sein nicht bestimmt, aber was ist wenn die Liebe auf sich warten lässt? Nicht jede Begegnung endet im Happy End. Happy Ends sind realativ. Das Leben ist kein Disney Film, sondern eine Doku und wir führen die Regie. Wir selbst sind ja für unser Glück verantwortlich – sagt uns alles und jeder. Da gehe ich voll und ganz mit – aber nicht jeder Glücksbote der unseren Weg kreuzt bringt auch Glück. Wir fallen, verletzen, reißen uns zusammen und stehen wieder auf, rücken unseren Stolz zurecht und gehen weiter. Mit der Hoffnung, beim nächsten Mal wird es besser. Aber was ist, wenn neben den absurden Glücksboten, das eigene Verhalten zum Fehlverhalten mutiert und du dich in einem Strudel der Endlosigkeit wiederfindest? Jedes Date hat den gleichen Ablauf, die gleichen Fragen, die gleiche Vorgehensweise… Da gibt es nicht wirklich Raum für die Liebe. Liebe ist leise. Ganz unscheinbar ist sie immer da, nur wir realisieren sie nicht, wenn sie uns schon auf die Füße tritt und schreit: „Hier bin ich!“

Ich versuche mich daran zu erinnern, wann ich diesen Tritt in den letzten Jahren mal verpasst bekommen habe. Blackout? Demenz? Ich tippe auf blinde Ignoranz. Ich glaube, wenn du einem bestimmten Verhaltensmuster folgst, wird die Sicht auf das Wesentliche getrübt. Ein Film in Endlosschleife. Eine Platte die auf Repeat läuft.

Wir halten uns mit Oberflächlichkeiten auf. Wenn es nicht gerade der fürchterliche Musikgeschmack ist, ist es der unkontrolliert, zusammengestellte Kleidungsstil. Wir suchen absichtlich nach offensichtlichen uns erscheinbaren Fehlern. Sind letztendlich nur frustriert und grübeln wieder mit einer bedingungslosen Leidenschaft warum das jetzt wieder nix war?!

… Hand in Hand verlassen die Beiden das Standesamt. Nun sind sie Eheleute, Mann und Frau, Herr und Frau. Ich erblicke Zufriedenheit. Wohlgesonnene Gesichter. Glückseligkeit.

Aber wie durchbricht man diesen Kreis? Außergewöhnliche Unternehmungen? Andere Fragen? Von den eigentlichen Typ-Vorlieben abweichen und mal jemanden daten, den man sonst nicht daten würde? Gibt es denn überhaupt einen Lösungsweg aus dieser Misere? Mehr Leichtigkeit würde für den Anfang schon helfen – denke ich …