Weiblich, Single & Fabelhaft

Das ich Märchen mag, habe ich ja schon öfter erwähnt. Ich hab sie nie in Frage gestellt bis … ja bis jetzt! Also, ganz realistisch und in Zahlen gefasst bis letztes Jahr September. Ich bin mit dem Glauben aufgewachsen, dass es das Ziel einer jeden Frau ist vom Markt weg geheiratet zu werden. Ich habe das nie hinterfragt. Habe es hingenommen und krampfhaft versucht in mein Leben zu integrieren. Ich habe wie bekloppt ein Date nach dem anderen gehabt. Nur um mir mit Anfang 30 einreden zu lassen, dass mein Singlezustand mich merkwürdig und zu anspruchsvoll erscheinen lässt und für die Gesellschaft bin ich ohne Mann und Kind ein unvollständiges Exemplar.

Gerade die Älteren wollen mir das immer einreden. Sie wollen mir einreden ich brauche dies und ich brauche jenes. Sie sagen ich wäre nur glücklich und vor allem vollständig mit Mann und einem Kind. Nein, am besten 3-4 Kinder, da ich ja gern was zu tun habe. Bin ich eine Gebärmaschine? Ohne jetzt alle Frauen mit einer Heerschar von Kindern zu beleidigen, aber Geburten sind nicht ohne. Ich will ehrlich sein, ja ein Kinderwunsch ist vorhanden, aber ganz far far away irgendwo in der hintersten Ecke meines Gehirns. Ein Kinderwunsch ist für mich ein Gemeinschaftswunsch. Das bedarf einen männlichen Gegenpart. Ich liebe ja heterosexuell. Allein diesen Wunsch umzusetzen, steht für mich außer Frage. Bisher hat diesen Wunsch auch noch kein Mann aus dieser besagten Abstellkammer herausgeholt und mir bei einem romantischen Candle-Light-Dinner präsentiert. Der Wunsch setzt auch weiterhin Staub an. Manchmal sauge ich um ihn herum, wie mit einem Staubwedel um die Bücher in meinem Bücherregal.

Mein Freundeskreis und meine Eltern sind da etwas geschmeidiger. Die glauben zwar auch alle „das mich irgendwann einmal der Richtige“ aus meinem alleinigen Dasein befreien wird, hauen mir aber nicht ständig irgendwelche Sprüche um die Ohren. Ich mache auch kein Geheimnis daraus, dass ich flüchtigen Bekanntschaften nicht abgeneigt bin – bin ja keine Nonne. Lieber bete ich Aphrodite an als die heilige Maria.

Fakt ist, wir sind nicht unvollständig, weil wir Single sind. Und warum werden hierbei immer nur Frauen komisch angeschaut? Warum wirft man ledigen Männern keinen missbilligenden Blick zu? Wir Frauen werden immer ganz traurig angeschaut und dann kommt sowas wie „du Arme“ oder „der Richtige kommt schon noch“. Ledige Männer klopft man auf die Schulter und dann sagt man ihnen sowas wie „du musst dir halt noch richtig die Hörner abstoßen“. Ich glaube, ich spreche hier für viele Männer, dass das nicht der Wahrheit entspricht. Auch Männer haben bestimmte Vorstellungen von einer Frau an ihrer Seite. Oder?

Früher war Partnersuche viel einfacher. Ein Date. Bums. Verheiratet. Mir kann keiner erzählen, dass man sich früher Zeit gelassen hat mit der Partnerwahl. Man nehme die Scheidungsquote oder schaue sich die Unzufriedenheit in langjährigen Beziehungen an. Das spricht sicherlich nicht für jedes Paar, aber wie viele Trennungen von Elternpaaren aus meiner Schulzeit habe ich mit erlebt? So einige.

Mit Anfang 30 fühle ich mich viel wohler in meiner Haut als mit Anfang 20. Nur, leider muss ich mich wegen meiner Situation noch mehr rechtfertigen als mit 25. Da war man ja noch in seinen wilden Zeiten und bekam zu hören mit 30 wird alles anders. Damals durfte ich mir aber auch schon anhören „mit 30 nimmt dich keiner mehr“. Hmm, ich kann mich da ehrlich gesagt nicht beklagen. Angebot und Nachfrage stehen im Gleichgewicht. Und warum sagt man sowas, die Realität sieht wahrlich anders aus. Menschen jeden Alters suchen sich durch ihre Stadt nach einem passenden Gegenstück.

Ich lese derzeit ein interessantes Buch zu diesem Thema Singledasein und wie ok das eigentlich ist. Die Autorin nimmt alles auseinander … dazu irgendwann mal mehr.

Doch was hat jetzt eigentlich dieses Licht der Erkenntnis zum aufleuchten gebracht – im September? Ich war auf einer Hochzeit. Ich war die Trauzeugin der Braut. Eine langjährige Freundin von mir hat geheiratet und ich durfte diesen Tag mit ihr zusammen von morgens bis abends erleben. Friseur, Trauung, Sektempfang und und und …

Und da zwischen den ganzen Schnapsgläsern, den Unterhaltungen, der Musik unserer Jugend und dem guten Essen, kam mir immer wieder diese Frage auf : Wäre das auch etwas für mich? Jetzt nicht das heiraten, dass kann ich mir vorstellen, aber diese Sache mit der monogamen Beziehung?

In den vergangenen zwei Jahren habe ich mir diese Frage öfter gestellt, aber nie laut. Den ich bin nur von monogamen Beziehungen umgeben, die alles merkwürdig finden, was nicht monogam ist. Oder man tobt sich halt länger aus, bevor man doch wie sie, endlich sesshaft wird.

An diesem Tag, wurde die Frage in meinem Kopf immer lauter und lauter und irgendwann beim vierten Malteser schrie sie mich förmlich an. Monogamie gibt es auch erst seit ein paar hundert Jahren. Aber irgendwie lange genug um uns glauben zu lassen, dass es das einzige Beziehungsmodell ist, das einen dauerhaften, gesicherten Platz in unserer Gesellschaft hat.

Ich will sie ja nicht schlecht reden, aber andere Modelle sollte man nicht auch ausschließen. Für fragwürdig oder unnatürlich erklären. Polygamie ist natürlicher als man denkt. Die Geschichte ist der der beste Beweis.

Vielleicht begegnet mir wirklich mal jemand, der diese Gedanken in mir erlischt oder diese sogar mit mir teilt. Beides wäre fulminant.

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#THIRTYSOMETHING|2

Ich hab zu tun mit mir selbst. Bin beruflich den ganzen Tag von Menschen umgeben und kann nach Feierabend nicht auch noch Menschen um mich haben.

Mir wird das zu anstrengend. Hier Bedürfnisse abdecken und da ein offenes Ohr für Probleme haben.

Welches normale Herz hält das aus?

Ich brauche Zeit für mich. Für das Schreiben und dann noch für meine Freundschaften. Für meine Familie.

In der Gesellschaft läuft was schief und ich will was tun. Will auch demonstrieren, diskutieren und argumentieren. Einfach agieren.

Anfang 30, weiblich und Single. Fluch und Segen zugleich. Ich mag mich. Der Biederfrau bin ich ein Dorn im Auge. SORRY!

Männer gibt es wie Sand am Meer und dennoch spiel ich Tag ein Tag aus Aschenputtel. Hab keine weißen Tauben, die mir bei der Auswahl helfen.

Irgendwann werden meine Finger müde und brauchen eine Pause. Pause vom Auswählen. Gezwungenermaßen Entscheidungen zu treffen. Eine Entscheidung kann ich aber noch nicht treffen, weil die Auswahl für’n Arsch ist. Angebote wirken wie Restposten.

Mindesthaltsbarkeitsdatum überschritten. Schmeckt bitter und fühlt sich leer an.

Neue Angebote bitte!

#THIRTYSOMETHING |1

Gedanken über ein geschmerztes Herz das in Tränen planscht.

Wie viel Schmerz hält das Herz eigentlich aus?

Mein Herz wurde das erste Mal gebrochen, da war ich 14. Der den ich wollte, wollte mich nicht. Ich weinte Tränenmeere. Der zweite war mein erster Freund. Nach 8 Monaten wollte er mich nicht mehr. Ich weinte Meere, Wasserfälle und dann wieder Meere.

Danach weinte ich keine Meere mehr. Ich weinte Pfützen und gelegentlich Seen.

Das ist wie laufen lernen. Wir laufen, fallen hin, verharren in einem kurzen Schockmoment, die Tränen schießen uns aus den Augen. Wir stehen wieder auf, rücken alles zurecht, wischen uns die Tränen weg und laufen weiter.

Mit dem Versagen in der Liebe verhält es sich ähnlich. Permanent scheinen wir in Tränen zu versinken, lernen darin zu schwimmen und anschließend schöpfen wir mit einem Eimer alles wieder frei, um dann wieder von vorne in Tränen zu versinken.

Beim ständigen versinken und schwimmen frage ich mich: wie viel hält mein Herz eigentlich aus?

Anscheinend eine Menge, soviel das ich mich wieder frage: wie hoch ist mein Tränenkontingent für Männer?

Liebe ist ja auch irgendwie, wie Laufen lernen. Wenn man fällt kommt ein kurzer Moment des Schocks, dann schießen einem die Tränen in die Augen und du stehst wieder auf, rückst alles zurecht. Du wischst dir die Tränen weg und gehst weiter.

Ich würde lieber vor Freude weinen. Aber irgendwie scheint das Kontingent hierfür nicht hoch genug zu sein. Oder vielleicht gehöre ich zu den Menschen, die lieber weinen, wenn das Herz schmerzt?

Ich könnte bis ins unendliche hierüber philosophieren, aber eine Lösung würde sich nicht vor mir auftürmen.

Ich werde immer weinen können, weil ich weinen will, wenn mir danach ist. Und dann werde ich wieder lachen, weil etwas lustiges passiert ist oder mir jemand etwas lustiges erzählt hat.

Das Herz schmerzt regelmäßig, mal mehr mal weniger. Geschundene Herzen fühlen intensiver. Weil sie mehr aushalten als Herzen die in Glückseligkeit getränkt wurden. Sie in geschenkter Liebe baden dürfen.

Weinen forever!

21 Things I Want in a LOVER

Ich hab schon oft zu hören bekommen, dass ich nicht weiß was ich von der Liebe will. Das ich Männern keine Chance gebe. Ich doch nach einem Date nicht weiß, was mir da für ein Mensch gegenüber sitzt und zu vorschnell wieder leb wohl sage. Ich mich zu sehr an kleinen Dingen aufhänge und sowieso und überhaupt. Innerlich muss ich dann immer Lächeln und denke mir: doch, ich weiß was ich will! Eigenschaften, die ich nicht zwingend notwendig finde, ich aber gerne bevorzuge und das ergibt einen Mann, der mir einfach noch nicht  begegnet ist.

Den größten Teil meiner 20er verbrachte ich mit dem daten von Männern. Ich ging los, unterhielt mich, trank Bier oder Wein, billig oder teuer, fragte und dachte nach, manchmal küsste ich und manchmal schlief ich mit ihnen. Die Intension war immer die gleiche: einen wohlgesonnenen Wegbegleiter zu finden. Einen Wegbegleiter, dem das Pferde stehlen nicht zu anstrengend ist, der auch niveauvoll Witze machen kann, einer der auch träumen kann, einer der Musik genauso vergöttert wie ich, einer der zu Büchern eine innige Freundschaft pflegt, einer der sich in Filmen und Serien genauso verliert wie ich … gut, zumindest eins davon wäre schön … einer der das Kind in sich hegt und pflegt und niemals zu Grabe trägt. Halt jemand, der mir die goldene Kugel vom Grund des tiefsten Brunnens zurückholt… Kein Prinz oder König, aber Manns genug um mit mir ein realistisches Märchen der wahrhaftigen Liebe zu führen.

Nur … begegnete mir so jemand nicht.

Twentysomethings können scheiße arrogant sein. Sie überschätzen sich. Sie sind überheblich und denken, die Welt liegt ihnen zu Füßen. Beitragsfrei, klappt das aber nicht. Sie brüsten sich mit beruflichen Erfolgen und bewegen sich im Tempo eines Raodrunners. Miiieeep, miiieeep. Jedesmal kotzte ich gedanklich in einen imaginären Mülleimer und musste auf dem Heimweg belustigt den Kopf schütteln.

Seit dem 08.12.2016 bin ich offiziell ein Thirtysomething. Und was soll ich sagen? Männer in den dreißigern haben auch nicht mehr alle Latten am Zaun. Männer in diesem Alter glauben doch tatsächlich, dass wir Frauen uns über die ganzen angesammelten Sicherheiten ihrer Existenz erfreuen. Das wir feucht werden, nur weil sie Chef in einer oder ihren eigenen Firma spielen dürfen. Schön, dass ihr ein kleines Königreich regieren dürft. Applaus, Applaus. Ein toller Meilenstein im Berufsleben, bringt privat in einer Beziehung aber nicht viel. Höchstens eine altmodische Rollenverteilung, wenn wir es zulassen.

Wie verhält es sich eigentlich mit Männern in den 40ern oder 50ern? Genießen die ihren Erfolg oder Misserfolg stillschweigend?

Mit knapp 33 Jahren komme ich mir manchmal noch wie eine 20jährige vor. Männer daten, gleicht immer noch einem Spiel. In meinem Fall dem Spiel Labyrinth. Ich schiebe mich von A nach B, von Ost nach West, von Arschloch zu Nerd. Das Schieben nimmt kein Ende. Schiebe ich mich Richtung Ausgang, rennt hinter mir schon der Drache und spuckt Feuer. Von links kommt dann noch das flatternde Gespenst daher und dann ist da noch die hübsche Fee, die mir so gar keinen Wunsch erfüllen mag. Ich bin gefangen auf dem Schlachtfeld der Unbarmherzigkeit. Halleluja! Das Flennen geht weiter …

Ich weiß, wo ich hin will, aber das Leben spielt mir einen Streich nach dem anderen und lässt mich zappeln. Zappeln am Haken der Hoffnung. Es lässt mich nicht los. In meinen Träumen flüstert mir jemand zu: ich solle weiterhin mutig und hoffnungsvoll bleiben. Ich solle nicht verzagen. Ich sei doch Optimistin! Optimistisch genug um nicht ans Aufgeben zu denken! Irgendwer wird mich suchen und finden. Zynisch gratuliere ich der Utopie.

Zu den 21 Dingen, die ich mir an einem Mann wünsche, bin ich aber immer noch nicht gekommen! Ja, was will ich denn nun für 21 Dinge von einem Penisträger?

  1. Meine Halsmuskeln brauchen Bewegung. Er darf also größer sein.
  2. Wenn ich einen Mann umarme, möchte ich nicht mich umarmen. Erklärt sich von selbst, was ich damit meine.
  3. Seine Lieblingshose sollte nicht die Jogginghose sein. Zumindest nicht dann, wenn er das traute Heim verlässt. Geschmack in Sachen Bekleidung setze ich voraus. Ein Karohemd zu einer Karohose, fällt schon mal durch. Genauso, eine Wollmütze als Kopfbedeckung im Sommer.
  4. Bartträger. Hipster-Bärte! Wer möchte schon von einem Staubwedel geleckt werden? Gegen Drei-Tage-Bärte ist nichts einzuwenden, die können sich ja schließlich die Reste der vergangenen Nacht mit einer Handbewegung wegwischen.
  5. Brillenträger. Ja, ich habe einen Fetisch für Brillenträger. Ja, aber nicht die 80er Jahre Brillen-Nerds oder die Professor Doktor Doktors. Eher der Rivers Cuomo-Style. Die Brille sollte den Charakter unterstreichen und nicht verunstalten.
  6. Wenn ich schon das Wort Fetisch in den Raum werfe, kann ich getrost den nächsten geistvollen Beitrag dazu abliefern: die Hände. Weder zu feminin noch zu maskulin. Ein gesundes Mittelmaß. Beispiel gefällig? Keanu Reeves. Der hat schöne Hände. Und jetzt googelt bestimmt jeder die Hände von Keanu Reeves:)
  7. Augen sind auch nicht zu unterschätzen. Nicht riesig, aber auch nicht winzig. In Kombination mit einem charmanten Lächeln, sollten meiner Meinung nach Augen freundlich und ein bisschen verträumt ihre Umwelt betrachten. Der angst-einflößende Blick von Klaus Kinski verschreckt nun wirklich alles und jeden.
  8. Intelligenz! Köpfchen gepaart mit Interesse. Männer mit einem gutem Allgemeinwissen und respektvoller Diskussionsfreudigkeit nehme ich nach einem Date gerne mit nach Hause.
  9. Andere Frauen können sich gern von Feuerwehrmännern retten oder vom Onkel Doc am ganzen Körper abtasten lassen, sich für einen Hausmeister oder einen Sachbearbeiter entscheiden. Ich nehme den kreativen Kopf! Kreativ tätig sein bringt meine Augen zum Leuchten, mein Herz zum Schmelzen und mein Unterleib zum beben.
  10. Politisch interessiert kann nicht schaden. Kann man heutzutage gut gebrauchen. Nur bitte nichts was sich jenseits von links befindet und die goldene Mitte verfehlt hat.
  11. Empfindest du Liebe als Freiheit? Schön! Komm gerne näher.
  12. Hast du Humor? Gern in schwarz und mit nem großen Löffel Sarkasmus abgeschmeckt? Wir kommen der Sache näher.
  13. Bist du ein bisschen spirituell? Du musst nicht Horoskope lesen oder eine Wahrsagerin um Rat fragen, aber gelegentlich mal „was wäre wenn“ – Fragen zu lassen.
  14. Riskierst du gerne mal Kopf und Kragen?
  15. Blühst du beruflich auf? Hast du Freude an dem was du machst? Hello!
  16. Kannst du auch mal ein Wochenende im Bett bleiben? Es gäbe Pancake-Frühstück und frisch gemahlenen Kaffee.
  17. Bist du experimentierfreudig? Leidenschaftlich? Mehr als 3x die Woche?
  18. Hast du nichts gegen knutschen an Bushaltestellen? Im strömenden Regen bei Gewitter? Im unbeleuchteten Hausflur? Unter Straßenlaternen? Im vollen Club?…
  19. Hast du eine Leidenschaft? Brennst du dafür? Komm noch ein Stückchen näher!
  20. Verlässlichkeit! Ehrlichkeit! Großzügigkeit! Steh zu deinem Wort und ich backe dir jedes Wochenende einen Schokokuchen:)
  21. Ich würde mich gern im Scheinwerferlicht deiner Aufmerksamkeit sonnen und wenn ich mich verbrenne, versorgst du mich mit Schutz-Lotion.

Und jetzt soll mir nochmal jemand sagen, ich wäre anspruchsvoll …

Problemzone Mann

Ich mag Männer. Ehrlich! Ich mag sie sogar mehr als Frauen. Sie sind viel gelassener im Umgang mit dem Alltag – liegt aber auch daran, weil wir uns Frauen für alles verantwortlich fühlen. Was freundschaftlich sehr gut funktioniert, verhielt sich in der Liebe wie ein Wettrennen zwischen kommen und gehen.

Ich dachte immer mein Übergewicht wäre meine Problemzone, doch im Laufe der Jahre entpuppte sich, in meiner heterosexuellen, doch recht modernen Lebensweise, die Spezies Mann zu meiner eigentlichen Problemzone. Sie waren irgendwie immer da und dann wieder nicht. Zwischen erster Liebe und Gelegenheitsdingsbums und es könnte Prinz Charming sein. Schwebte ich wie Tinkerbell hin und her.

Ich bin weder krass altmodisch oder noch unglaublich modern. Aber ich halte ehrlich gesagt nichts von der typischen Rollenverteilung zwischen Frau und Mann. Ich finde, wenn man sich zu einem gemeinsamen Essen verabredet, kann man auch getrennt zahlen. Macht man ja mit den Freundschaften auch so, warum muss das bei einem Date mit einem Mann anders sein? Ich nehme es weder persönlich oder habe das Anliegen so gut es geht mein Geld zu sparen. Ich erlebte es ein paar Mal, dass auch eine Einladung nichts zu bedeuten hat. Kann auch anders laufen, aber muss nicht.

Genauso verhält es sich mit in den Mantel helfen oder die Tür aufhalten. Ja, ich mag den klassischen Gentleman, aber auf der Suche nach einem Mann, ist das kein Kriterium. Wenn ein Mann das von sich aus immer macht, kann er das auch gerne weiter machen. Tut er das hingegen um einer Frau zu imponieren und legt beim zweiten Date ein anderes Verhalten wie beim ersten zu oder betreibt das in einer Beziehung überhaupt nicht mehr, soll er es doch bitte lassen. Das Rollenspiel der Täuschung des tatsächlichen Verhaltens, wirkt dann nur noch lächerlich. Kann ich aus persönlicher Erfahrung bestätigen. Beim ersten Date hielt ein Mann mir noch die Tür auf, beim zweiten Date eilte er voraus und ich stand da vor einer ungeöffneten Tür und meinen Mantel zog ich dann auch wieder allein an. Der erste Eindruck war also nicht der Beste.

Ganz schlimm erschienen mir auch immer die Exemplare, die die Einstellung vertraten, das Frauen sich doch in der Regel mit dem Haushalt beschäftigen sollten. Hallo 50er, kann ich da nur sagen. Die anfallenden Aufgaben des Alltags werden geteilt. Beide gehen in der Regel arbeiten und wie viel Sinn macht es bitte, wenn immer nur einer von beiden kocht oder den Haushalt dazu noch managt? Keinen. Es mag Frauen geben, die gern Heim und Herd an sich reißen, wie es Brain (aus Pinky und der Brain) mit der Weltherrschaft tat, aber auf Dauer werden sie genervt sein und fangen an zu meckern, das Mann nichts macht. Und wenn er was macht, wird er schlichtweg nur kritisiert und schmeißt das Handtuch, weil Frau der Meinung ist, er macht es nicht richtig, dass aber jeder eine eigene Herangehensweise und Vorstellung der Durchführung hat, bedenken die genervten Frauen selten. Typisch für die Generation unserer Eltern und Großeltern und eigentlich sollten wir daraus lernen und es anders machen. Muss ja nicht so sein, aber mir ist es in meinen 32 Jahren schon begegnet. Ich ertappte mich auch schon dabei.

Das Thema Verhütung ist ein wichtiges Thema und wird bei Männern gänzlich vergessen oder nur phasenweise praktiziert. Um Himmelswillen, ich will das nicht verallgemeinern, aber ich erzähle aus meinen Erfahrungen und den meiner Freundinnen! Und die Feststellung war die Gleiche: Verhütung ist ein unbeliebtes Thema bei Männern. Sie verlassen sich da meistens auf uns, denn Männer haben ja nur das Kondom als Verhütungsvariante und Frauen können auf viele Weisen verhüten. Wir, als Vulvainhaberinnen können uns Pillen einschmeißen, Verhütungsringe oder Spiralen einsetzen, können uns Hormonspritzen oder Hormonstäbchen verpassen lassen oder nehmen un-idealerweise gar nichts. Sobald wir gar nichts nehmen, bricht für Männer eine Welt zusammen. Wie du nimmst nichts? Ja, ich nehme nichts! Wir müssen Kondome verwenden. Als wenn Pille und Co vor Geschlechtskrankheiten schützen! Hallo! Es hakt doch gewaltig bei euch! Als wenn Penisträger vor Reinheit strotzen würden und nur wir Frauen die Höhle des Schreckens bewirten. Es gibt nicht nur Aids. Schon mal von HPV, Chlamydien und dergleichen gehört? Das bekommt Frau nicht vom Vibrator! Also wenn ihr wirklich imponieren wollt, dann doch gerne mit griffbereiten Kondomen. Ich glaube kaum, das Frau heutzutage noch glaubt, das ihr nur auf das eine aus seid – Nein, das man auf seine Gesundheit achtet, imponiert mehr als eine offen gehaltene Tür!

Also, Pseudo-Gentleman-Verhalten, veraltete Ansichten in punkto Rollenverteilung und Verhütungsansichten ruften bei mir meistens wieder ein Fluchtverhalten aus. Und da gab es noch mehr …

Kommen wir zum Klugscheißer & Sprücheklopfer. Der Klugscheißer glaubt er hätte das Wissen mit Löffeln gefressen, gibt es auch unter Frauen, kenne ich auch genug Beispiele. Der Sprücheklopfer bemerkt vor lauter Sprüchen nicht, wie dumm sein Verhalten ist und wie schnell ihm die Frauen wieder weglaufen. Den Klugscheißer interessiert die Meinung der Frau nicht wirklich, er überlegt sich insgeheim, sie wieder in die Stille zu labern. Anstatt zu hinterfragen, kontert er nur. So wurde ich meistens gekonnt wieder vergrault. Da hat man keine Freude am Diskutieren, da möchte man nur Kopfhörer aufsetzen und Musik hören. Einen Sprücheklopfer der besonderen Sorte begegnete mir im Herbst des vergangenen Jahres. Beim ersten Date dachte ich noch: gut der ist aufgeregt, da labert man halt ein wenig Müll. Doch Date Nummer 2 beendete ich schon nach gut 45 min. Mehr blöde Sprüche, permanentes beurteilen von Menschen um uns herum, sodass mir nichts anderes übrig blieb als ihm meine Meinung zu sagen und dann einfach nur noch das Weite zu suchen.

Wenn man das liest, könnte man sich fragen: Was date ich da immer? Da gab es genug normale. Ich begegnete ihnen nur meistens zum falschen Zeitpunkt, sodass nix daraus oder zumindest nix festes daraus wurde.

Ich bin gespannt was mir noch so über den Weg läuft …

Real Single Life

Mit dem Single-Leben ist es wie mit einem Soloalbum in der Musik. Um dich herum die ganzen Bandalben, Compilations und Best of’s und dann bist da du – das Soloalbum!

Als Single bist du entweder erfolgreich dabei oder erfolgreich daneben. Soll bedeuten: Du singelst dich erfolgreich durch dein Leben, wenn du immer mal wieder was am Laufen hast, auch sonst ganz zufrieden mit deinem Leben bist und auf dein Umfeld zufrieden wirkst. Jackpot! Du weißt wer du bist und was du willst, aber so wie es läuft ist es auch ok, sollte sich mal was festes und vielleicht auch etwas, das bis zum Ende deiner Tage hält ergeben, dann wäre das ok. Bist du jedoch Single und hast das Gefühl nicht vollständig zu sein? Dann wird diese Phase deines Lebens, in der du auf dich allein gestellt bist erstmal eine der schwierigsten Phasen deines Lebens werden. Denn du musst zusehen wie du im Leben zurecht kommst. Denn davor wurden Entscheidungen im WIR getroffen. Alles wurde in einem WIR entschieden, wirklich alles! Am Anfang hast du einen Scherbenhaufen voller Entscheidungen für dich selbst zu treffen. Angefangen vom Lebensmitteleinkauf bis zur Urlaubsplanung. Du planst ab sofort, aber auch nur „erstmal“ für dich allein. Zumindest erscheint es irgendwie erstmal so …. Kann natürlich auch anders laufen!

Sich mit einem anderen Menschen vollständig zu fühlen, empfinde ich als eine orientierungslose Merkwürdigkeit des Menschen an sich. Ich hab mich nie vollständig mit einem zusätzlichen Menschen an der Hand gefühlt. Ich bin bisher auch mehr Single als liiert gewesen, aber selbst da hatte ich ja jemanden an meiner Seite, der mich unterhielt, zum Teil ähnlich dachte, ein paar Gemeinsamkeiten mit mir teilte und mit mir schlief. Ich war aber immer noch ich – ein Individuum! Ich würde auch sagen, die Misere mit dem einsam oder dem vollständig sein fühlen, begann damit als wir das erste Mal Sex hatten. Oder? Ohne ihn lief alles normal. Als wir anfingen miteinander Sex zu haben entglitt uns alles.

Es war für uns alle ein ganz besonderes Lebensereignis. In unserem jungen Dasein katapultierte sich dieses Ereignis zur Nummer eins aller bisher erlebten Dinge! Wir knutschten, liebten und hatten auf einmal eine Sehnsucht nach einem anderen Menschen, der das alles mit uns praktizierte. Irgendwann entstand aus Sehnsucht, und nachdem wir verlassen wurden oder verlassen haben, der Liebeskummer. Wir fühlten uns auf einmal einsam und auch auf eine absurde Art unvollständig. Dieses Gefühl – jedenfalls bin ich der Meinung – hat sich die Erinnerungsabteilung unseres Gehirns blöderweise gemerkt. Seit dem wirken wir, wenn wir allein irgendwo erscheinen, auf andere Menschen unvollständig. Sollten euch Menschen begegnen, die Single sind und zufrieden wirken, dann gehören die zu der ersten Gruppe, die ich weiter oben beschrieben habe. Die anderen, die untröstlich sind mit ihrer Situation, die kriegen irgendwie nichts so recht gebacken in ihrem Leben. Für sie ist das Allein sein eine Herausforderung an sich, der sie sich ungern stellen, denn dann müssten sie sich ja mit sich selbst beschäftigen – HOLY SHIT!

Ich übertreibe nicht, aber wie oft wurde ich privat oder beruflich gefragt, was ich eigentlich immer alles so mache, es kann ja nicht viel sein, weil ich ja Single bin! Ich kann mich sehr gut mit mir alleine beschäftigen, empfinde mein Singledasein nicht als einsam. Ich interessiere mich für eine Vielzahl von Dingen und Themen und ich gehe ja auch arbeiten!

Einsamkeit heißt doch, sich mit niemanden verbunden zu fühlen und niemanden zu haben. Wäre es nicht beleidigend, wenn ich meine Familie und Freunde hier ausschließen würde? Die würden sich doch fragen, warum ich mich dann überhaupt noch mit ihnen abgebe?

Einsamkeit und Allein sein, sind doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Wie High Heels und Turnschuhe. Wir verbinden beides oftmals mit den Menschen, die Single sind. Single sein ist eine andere Herausforderung als liiert zu sein. Die Liierten müssen mit noch einem Individuum in ihrer Nähe klar kommen. Mir kann keiner erzählen, dass sie nicht einen Teil von sich in den Hintergrund stellen um Platz für einen anderen Teil eines anderen Menschen zu schaffen. Man möge mich kreuzigen, wenn dies nicht stimmen mag. Dagegen spricht nichts, denn wie möge das Konstrukt Partnerschaft auch funktionieren, wenn man nicht den einen oder anderen Kompromiss eingeht. Das wäre wie, wenn wir gegen Wände laufen würden und nie checken: Da ist ne Wand und da geht es halt nicht durch.

Singles wird oft fehlende Kompromissbereitschaft unterstellt. Ich liebe Kompromisse, wenn sie sinnvoll sind. Wenn sie sich positiv auf das miteinander auswirken. Eine Beziehung, die nur auf Kompromisse beruht, sollte schnellstmöglich aufgelöst werden. Das ist wie auf heiße Herdplatten fassen und immer wieder vergessen, dass man sich im Umkehrschluss verbrennt. Ernsthaft, ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit Kompromissen, die erst ein wir ergeben, glücklich wird. Vor allem, wenn nur einer Kompromisse eingeht und der andere einen permanenten Nutzen daraus zieht. Was hat das noch mit Partnerschaft zu tun? Da will wohl eine/einer nicht allein sein!

Der Kompromissberg wird ja im Laufe einer Partnerschaft immer größer. Zusammenziehen und neue Erdenbürger produzieren. Ich frage mich, ob Paare bevor sie anfangen mehr von sich zu produzieren vorher mal über Erziehung & Co. nachgedacht bzw. gesprochen haben? Denn nicht wenige Paare gehen danach wieder getrennte Wege. Erstmal herauspressen und dann schauen wir weiter – wirkt auf mich, wie Hauptsache haben, weil das ja so ist in einer Partnerschaft. Irgendwann fängt man an zu produzieren. Das macht man ja so in unserer Gesellschaft. Zwiespältig finde ich auch die Aussage „erst ein Kind hat uns vollkommen gemacht“. Achso, verstehe. Die waren vorher zu zweit also auch unvollständig. Auf den kleinen Erdenbürger kommt ne Menge zu. Hörst du, du machst deine Eltern vollkommen! Wehe, du tust etwas, dass das Eltern-Kartenhaus zum einstürzen bringt …

Ich bin weder für das Single sein, aber auch nicht gegen die Partnerschaft. Ich wünsche mir einfach mehr Respekt für die individuelle Sichtweise und Lebensweise eines jeden Menschen. Bemitleidet weder die einen noch die anderen. Und vor allem schaut euch die Menschen in der Schublade Single oder Liiert an! Nur weil jemand Single ist, heißt es nicht, dass er/sie unglücklich ist und weil er/sie in einer Partnerschaft ist, heißt es nicht das er/sie glücklich ist. Mehr Respekt und Akzeptanz. Nicht das offensichtliche sollte das Urteil über einen Menschen bestimmen, vielmehr das Dahinter.

Ich bin Single!

Es war einmal ein kleines Mädchen, dass las für ihr Leben gern Märchen. Besonders das Märchen vom Froschkönig hat es ihr angetan. Die Vorstellung einen Frosch zu küssen und aus dem Nichts erscheint ein Prinz, der von einer bösen Hexe in einen Frosch verwandelt wurde und sein Dasein von nun an für immer als ein quakendes, glitschiges Wassertier zu verbringen – das wollte die kleine Ramona nicht und küsste nun fleißig Frösche (als kleines Mädchen küsste ich wirklich Frösche!) – doch ein Prinz kam nie. Die kleine Ramona verstand nicht wie ihr geschieht. Im Märchen war es doch so simpel, küsse den Frosch und dein herzersehnter Prinz wird dir erscheinen. Jahre lang suchte sie nach dem Fehler und musste mit jeder vergossenen Träne feststellen … Prinzen gibt es nur im Märchen …

Ich hatte Fuckbuddys, Seelenficker, Unentschlossene …

Irgendwie war es auch gut so, dass ich erkannte Prinzen gibt es nur im Märchen, denn sonst wären ja Märchen nicht Märchen. Ich lebe in einer Großstadt – Berlin – sie ist voll mit Singles und ich vergeudete meine 20er mit diesem Aberglauben einen Deckel, Prinzen, bessere Hälfte und dem ganzen Quatsch zu suchen. Wie viel mehr, hätte ich meine 20er genießen können, wenn mich diese alberne Suche nach Prinz Charming nicht so stark beeinflusst hätte. Wie oft weinte ich mir die Augen aus nur um dann wieder mein gebrochenes, vernarbtes Herz zu flicken, zusammen zu kleben und meinen Vorrat an Narbencreme aufzustocken.

In mein Bett verirrten sich Fuckbuddys, Seelenficker, Unentschlossene, Verlassene und was nicht noch alles mehr. Nicht jeder weckte in mir Hoffnung, denn nicht jedes Mal verspürte ich den Wunsch das daraus eine Beziehung wird. Ja, ich gestehe, Sex kann auch ohne Liebe gut sein. Ich könnte ein Buch mit meinen ganzen Erfahrungen schreiben, stattdessen erwähne ich es hier nur mal kurz am Rande.

Der Punkt ist der, dass die aktive Suche danach keinesfalls verwerflich ist, sie sollte aber nicht unser Leben insofern beeinflussen das wir noch launisch durch die Gegend stapfen, weil es halt nicht so lief wie wir es uns vorgestellt haben. Tief durchatmen. Kapitel beenden. Ein neues beginnen. Vorher die Krone zurechtrücken, das Spiegelbild anlächeln und auf geht’s!

Mit Anfang 30 jage ich nicht Prinzen nach. Die Gebrüder Grimm haben schließlich nicht meinen Lebenslauf geschrieben, Nicholas Sparks führt nicht Regie und Rosamunde Pilcher hat auch nichts produktives dazu beigetragen. Ich bin Produzentin, Drehbuchautorin und Regisseurin meines Lebens und eine Mischung aus Drama, Action, Romantik und Heimatfilm erscheint mir spannender als ein eintöniges Märchen…