The Magician’s Daughter von Mama Kin

Mama Kin – Rescue

Auf Spotify gibt es eine Playlist, die ich unglaublich gerne höre. Der Song Rescue von Mama Kin hat es mir besonders angetan. Ich lauschte also mal in das dazugehörige Album rein und verliebte mich augenblicklich.

Mama Kin ist eine australische Singer/Songwriterin, die folklastige und melodische Musik macht. Sie benannte sich nach einem Song der Band Aerosmith. Das kann man überall im Netz lesen, wenn man sie googelt. Bisher hat sie nur zwei Alben veröffentlicht. 2010 erschien Beat and Holler und 2013 eben The Magican’s Daughter.

The Magican’s Daughter ist das Album, dass man gerne morgens nebenbei laufen lässt um in den Tag zu kommen. Es beginnt ganz smoothy mit Rescue. One Too Many wirkt belebender und die Müdigkeit schwebt zurück ins Traumland. Man möchte mitsingen und mittanzen. Mit Red Wood River verläuft es ähnlich. Lebendig und schwingend, wippt man im Takt. Bosom Of Our Bed holt einen dann wieder auf den Boden des Alltags und man bekommt kurzzeitig das Gefühl, sich wieder ins Bett zu legen, bevor Was It Worth It einen zur Kaffeemaschine treibt und die Sehnsucht nach Schlaf ins Nirgendwo katapultiert. Give Me A Reason groovt gut und man tänzelnd damit gut zur Haustür und auf geht’s in den Großstadtdschungel. Der Asphalt dient als Catwalk des Lebens und The Fire ist hierfür der beste Soundtrack. Kopf hoch, Brust raus und ein Fuß vor den anderen. The River As She Runs holt einen wieder runter, wenn man in der Tram oder ähnliches Platz nimmt. Ein Blick aus dem Fenster, die Straßen an einem vorbei rauschen und Gedanken in Seifenblasen stecken. Cherokee Boy unterstützt die Nachdenklichkeit und man dreht unaufhörlich Runden im Gedankenarussell bis I’ll Be Ready einen da wieder rausholt und man das Gefährt verlässt und in den Tag verschwindet.

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Januar 2019

Bis zum 25. Januar musste ich auf meine Platte des Monats warten! Ich lauschte in FERAL ROOTS rein und war blitzartig elektrisiert und unsagbar verschossen.

Rival Sons – Do your worst

Die Band aus Kalifornien veröffentlichte hier ein brachiales, wildes Ding von Platte. Schon der erste Song DO YOUR WORST kracht und hämmert sich in den Vordergrund und SUGAR ON THE BONE lehnt sich nicht mal ansatzweise wieder zurück. Ganz Old School kommt dann auch noch BACK IN THE WOODS dazu. Das klingt hier alles bisher nach gut gemachtem Old School Rock der Lehrmeister des 70s Rock. Die Kalifornier hauen einem ihre Musik nur so um die Ohren. Es kracht und kracht und kracht. Ob kleiner Club oder große Halle. Beides würde für dieses Album funktionieren. FERAL ROOTS, der Titel Song hört sich etwas sanfter und geschmeidiger an und ist nicht ganz so temperamentvoll, aber episch und voller Hingabe. TOO BAD klingt solide gut und das die Wurzeln der Band im Blues verankert zu sein scheinen kann man bei STOOD BY ME hören. IMPERIAL JOY ist wohl der schwächste Song des Albums und rettet sich für mich allein durch das Gitarren-Soli gegen Ende. Ganz balladesk geht es mit ALL DIRECTIONS weiter, der Song entwickelt sich ab der Mitte zur energiereichen Power-Ballade. END OF FOREVER scheint erst ins ungewisse zu laufen, gleitet aber mit der Zeit zu einer starken Rocknummer auf. Und dann ist da lertzte Song des Albums SHOOTING STARS. Er beginnt mit einem kraftvollen Gospel-Chor und paart sich gekonnt mit dem Gesang des Sängers Jay Buchanan, gekoppelt mit dem Rest der Band vollendet dieser Song ein richtig gutes Rock-Album. Ich bin begeistert und dankbar für den Januar noch ein Album gefunden zu haben. Ich merke es mir definitiv vor für meine Top 10 an Alben für 2019!

Soundperlen

Soundperlen begegnen uns ganz unverhofft. Du bist irgendwo in deiner Stadt bzw. einfach irgendwo und auf einmal nimmst du diesen Sound wahr. Leichtfüßig kommt er auf dich zu und strömt durch deine Gehörgänge direkt in dein Herz. Früher war ich viel und gerne in der Bibliothek und in Plattenläden unterwegs und immer waren es die Plattencover, die mich neugierig gemacht auf das was ich wohl fühlen werde. Ich hatte Plattencover und euch gebe ich Videos. Klicken, hören und fühlen …


Soundtrack einer Großstadt

Einsame Nächte und ein halbleeres Bett

Dramatischer Wermutstropfen

Virtuos und Galant

Wie eine Elfe auf LSD

Der beste Soundtrack für Sex

Dunkel & atmosphärisch

Single-Sound

Die Romantik im Herzen gepachtet

Eine Hymne auf die Natur

Alben 2018

Ein weiteres Musikjahr geht zu Ende und wie jedes Jahr sitze ich da und überlege, welche Alben mich dieses Jahr begleitet haben. Da ich sonst zu sehr ausschweifen würde, habe ich mich auf eine Top 10 festgelegt und sie hier ganz fein und säuberlich für euch niedergetippt, sowie eine Playlist auf Spotify aller Alben dieser Top 10 erstellt.



Kat Frankie – Bad Behaviour 

Bad Behaviour hat sich schon beim ersten hören in meinem Herzen verankert. Das wohl energetischste Album das die Wahlberlinerin Kat Frankie veröffentlicht hat. Bekannt ist sie eher als melancholische Singer/Songwriterin und sprengt mit Bad Behaviour sämtliche Weichen ihrer musikalischen Schaffenskunst.


The Decemberists – Once in my life

Das aktuelle Album „I’ll be your girl“ von den Decemberists ist ein wirklich guter Lauschgenuss geworden. Die Indie-Folker beschenkten uns mit einem durchweg hörbaren Album. Die Band beherrscht ihr Handwerk und schafft es immer wieder melodischen Pop mit emotionalen Balladen, gekoppelt mit energiereichen Folk-Rock zu verbinden.


Florence & The Mashine – Big God

Florence & the Mashine haben es geschafft ein Gefühl für Kunst in den Mainstream zu bringen. Kraftvolle Melodien, gute Texte und das gekonnte Spiel zwischen laut und leise. Vier veröffentlichte Alben und Florence hat immer noch etwas zu erzählen. High As Hope umgibt eine Schleier der Schwermut und Melancholie, aber deshalb ist es nicht weniger hörenswert oder liebenswürdiger als die vergangenen Alben der rothaarigen, eigensinnigen Schönheit …


Tash Sultana – Salvation

Auf Flow State von Tash Sultana habe ich sehnsuchtsvoll gewartet und wurde nicht enttäuscht. Es lief in meiner Heavy Rotatioon, wie schon die EP Notion, rauf und runter. Die zweite Australierin (ebenso Kat Frankie), die sich spielend leicht in meine Top 10 an Alben 2018 gespielt hat. Eine begandete Multiinstrumentalistin in spe! Ihre Musik versetzt einen regelrecht in einen Trancezustand – ein musikalischer LSD Trip der Extraklasse.


HONIG – Golden Circle

Honig war früher mal solo unterwegs und wurde mittlerweile zu einem noch hörenswerteren Bandprojekt. The last Thing the World needs – das neue Album schließt nun endlich den Kreis. Man hört eine Band mit jedem Song. Honig höre ich gern im Frühling und im Herbst, denn die kraftvollen Songs klingen für mich lebensbejahend und machen Lust auf was neues und die langsamen, gefühlvollen, melancholischen Schmankerl hören sich wunderbar im Herbst, aber wenn noch alle Blätter an den Bäumen sind und sich ihre Farbe verändert und die Sonnenstrahlen die Regenpfützen kitzeln, dann ist bei mir immer Honig-Time.


Fynn Kliemann schraubt und brettert eigentlich auf Youtube an allem möglichen herum. Umso interessanter wurde er für mich, nachdem er seinen ersten Song veröffentlicht hat und ein paar Monate später dann sein Album NIE. Echt, gefühlvoll, melodisch und die raue Stimme laden den Hörer ein, sich im musikalischen Kliemannsland (Kliemannsland gibts wirklich!) von Fynn umzuschauen, in seine Welt hinein zu fühlen und vor allem da zu bleiben…


Anna Calvi veröffentlichte dieses Jahr ihr neues Album HUNTER. Kennt man die bisherigen Alben der Virtuosin, wird man HUNTER lieben. Kraftvolle, emotionsgeladene Songs lassen dieses Werk strahlen. Hörenswert vom ersten bis zum letzten Ton. Männer mögen an einer Gitarre cool ausschauen, aber Anna Calvi strahlt vor Sexiness! Diese Dame emanzipiert die doch recht mit Männer übersäte Musiklandschaft!


Durand Jones & the Indications beleben den Soul der 60er zu neuem Leben. Die vergangenen Soul-Legenden haben sie gut studiert und können sich mit ihrer 2018er Version der Seelenmusik blicken lassen. Hier hört man keinen billigen Abklatsch, sondern wahre Könner. Ein Album, was ehesten Spaß macht auf Vinyl gehört zu werden. Ich möchte sofort meinen Plattenspieler aus dem Keller holen und mir eine vorzeigbare Vinyl-Sammlung zulegen!


The Gardener & the Tree sind der Exportschlager aus der Schweiz und haben Deutschland dieses Jahr so richtig für sich erobern können. Ihr Album 69591,Laxå lief immer und immer wieder, meine Kopfhörer glühten vor Sucht. Die Musikrichtung bewegt sich zwischen Folk und Folk-Rock. Leidenschaftlich und kraftvoll wird gesungen und hingebungsvoll wird den Instrumenten Leben eingehaucht.


Cat Power und ihr diesjähriges Wanderer Album bilden das Schlusslicht meiner diesjährigen Top 10. Ich bin sehr spät zu einer verlässlichen Hörerin dieser großartigen Künstlerin geworden. Der Song The Greatest packte mich und Cat gehörte von nun an zum festen Ensemble meiner kleinen Musikwelt. Wanderer verstreut mit jedem Ton Atmosphäre. Cat ist eine Meisterin der minimalistischen Töne. Egal ob Klavier oder Gitarre. Ihr verträumter Folk/Blues Sound findet leichtfüßig jeden Weg in die Gehörgänge derer, die ohne wenn und aber sich ihrer Musik und ihren textlichen Botschaften öffnen.


Playlist auf Spotify

Anbei die Playlist zu meiner Top 10 an Alben 2018. Ich bin gespannt was 2019 musikalisch so zu bieten hat. Wie schaut es bei euch aus? Was hat euch 2018 gefallen?

Nostalgische Erinnerungen eines entwachsenden Twentysomethings

Ich liebe Musik. Vor allem Konzerte und die Menschen die Musik zum Leben erwecken. Die Künstler, die ihr Herz in einen Song stecken und ihn mit Gesang und instrumentaler Begleitung dekorieren, fand ich schon immer bewundernswert. Die Köpfe, die hinter all den märchenhaften Melodien und bewegenden Texten stehen.

Schon von klein auf begleitet mich die Musik. Sie ist mein Lebweiser. Der rote Faden in meinem Leben. Meine Therapie und der Anker im Alltag. Meine Genre übergreifende Sammlung von verschiedenen Tonträgern war Jahre lang mein ganzer Stolz. Bis ich sie gekillt habe. Was bleibt sind die Erinnerungen an die Zeiten, in denen ich vor dem Media Markt, in meiner damaligen Wohngegend, wartend da stand, bis die Pforten sich öffneten. Ein neue Platte in den Händen zu halten, sie an der Kasse zu bezahlen und zuhause im heimischen Player anzuhören, erinnert mich immer wieder an die unbeschwerten Jahre meiner Jugend (was für ein Kitsch).

In meinen beginnenden Zwanzigern hab ich sogar mal was mit Musik gemacht. Ich habe Konzerte organisiert. Kleine, feine Konzerte in den kleinsten, abgeranzten Locations von Berlin. Ich war Bookerin für eine Band. Doch irgendwann verlief sich alles im Sand. Mit Musik hab ich nur noch soviel am Hut, dass ich auf Konzerte gehe und meinen Spotify Account täglich mit meinen Musikwünschen belästige. Rückblickend – gut 7 Jahre später – stelle ich fest, dass das die schönste Zeit in meinem bisherigen Leben war. Ich blicke mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück.

On the road mit drei sympathischen emotional poprocket Musikern!

Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich schon damals meinen eigenen Weg gegangen bin und jetzt gut 10 Jahre später weiß ich, dass man mit Mut zur Veränderung, diesen Weg weiter gehen kann, wenn nicht in die gleiche Richtung, aber jede Ausfahrt bringt eine neue Möglichkeit!