Hallo und Tschüss!

Hab ich da was verpasst oder ist es mittlerweile normal in der Online-Dating-Welt wahllos Menschen anzuschreiben, kurz ein paar Worte auszutauschen und dann wieder zu verschwinden? 2019 ist ja noch schlimmer als 2018!

Da klickt man sich durch Tinder, Bumble & Pickable – ja, gleich drei Apps – und schreibt ganz angenehm mit den Herren der Schöpfung … ja, da ist es dann auch schon passiert … weg sind sie. Ist das ein neuer Trend? Kurz schreiben und Tschüss? Sie lösen ja noch nicht mal das Match auf. Sie sind anwesend in Form ihres Bildes und einer Nachricht, die zwar eine Antwort möchte, aber keine Folgeantwort geben.

Nein, ich sage nichts falsches … oder … vielleicht doch … bei einem meinte ich, dass das Wetter ja jetzt wieder schöner wird … vielleicht mochte er keine Sonne und schrieb aus Protest nicht zurück? Ich habe keine Ahnung!

Die witzigsten sind die, die sich mit mir verabreden. Am Tag der Verabredung kommt eine Absage wegen Krankheit oder oder oder … dann kommt sowas wie nächste Woche schauen wir nach einem neuen Treffen.

Ja, dann ist die nächste Woche vorbei und der Chat hat ne Leichenstarre bekommen.

Online-Dating ist wie eine Hassliebe. Aus einem „Einmal und nie wieder“ wird ein „beim nächsten Mal wirds besser“. Widersprüche können das Leben und die Liebe liebenswert oder deprimierend machen. Beides liegt im Rahmen der Möglichkeit.

Nun,ich hab keine Lust auf Depri-Stimmung. Warum auch? Mein Selbstwertgefühl sinkt dabei ja nicht, aber mich nervt die fehlende Bereitschaft mal bis zum Ende zu kommunizieren. Vor allem wenn man Fragen stellt und Antworten haben möchte. Ich bin selbst manchmal nicht ganz unschuldig, wenn ich so verfahre, aber das ist bei mir dann meistens ein Bauchgefühl des negativen Gefühls der Person gegenüber, weil mir irgendwas nicht ganz koscher vorkommt.

So, bin ich jetzt eigentlich die Einzige der es so geht oder treffe ich hier beim Lesen auf Gleichgesinnte?

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Ich date jetzt anders

Ich betreibe schon seit Jahren Online-Dating. Mal mehr, mal weniger. Und immer wieder hab ich mich zu Dates hinreißen lassen, die am Ende ziemlich ernüchternd waren. Ich ging mit einer Erkenntnis nach Hause „das alle Männer gleich“ sind. Stimmt natürlich nicht. Sind alle anders, nur das Dating-Verhalten ähnelte sich oder Mann war der Meinung einem bestimmten Bild Mann entsprechen zu müssen, der mir aber zuwider war und ist.

Ich hab mir Biografien angehört. Erfolgsgekrönte Stories, Stories die Mitleid bei mir erzeugten und mein Helfer-Syndrom entzückten. Jedenfalls diverse Stories. Mein Lebenslauf ist für alle immer interessant gewesen, wenn ich erzählt habe, dass ich mal „Konzerte organisiert habe“ und wurde mit einem kritischen Blick beliebäugelt, wenn ich erzählte „das ich in der Pflege arbeite“.

Viele konnten nicht verstehen, wie man das eine aufgeben konnte und das andere machen kann. Ganz einfach, ich brauche eine sinnvolle Tätigkeit. Ich hab mal eine Bürotätigkeit ausgeübt, die sehr deprimierend war in ihrer Gesamtheit und mir so sinnlos erschien, dass ich 1000x lieber in der Pflege oder generell im Gesundheits- oder Sozialwesen arbeite. Warum ich keine Konzerte mehr organisiere? Weil es sich halt so ergeben hat, ich habe es halt an einem bestimmten Punkt nicht mehr weiter betrieben. Ja, Konzerte sind cool und im Vergleich zu Bürojob und Pflegetätigkeit viel cooler … aber jetzt komm ich ja doch vom Thema ab!

Meine Dates liefen in der Regel immer gleich ab. Irgendwas trinken, essen oder unternehmen. Lebenslauf runter labern und dann zum wesentlichen kommen oder vorher schon klären, was bei einer Sympathie in echt, anschließend passieren soll. Ich mag halt direkte Ehrlichkeit.

Vor ein paar Jahren konnte ich die direkte Ehrlichkeit bei Männern noch mit Preisen auszeichnen. Ich will was festes oder ich will nur das Eine. Heutzutage kommt meistens der Spruch „ja, mal schauen“ … was soll das sein? Ein Mantra? Eine Meinung? Oder die Überlegung, was man am nächsten Tag essen will?

Dieses sich treiben lassen und schauen was geht, ist für mich eine typische Sonntagsbeschäftigung in Berlin, aber nicht die Vorgehensweise beim daten!

Der Knaller sind auch Männer, die eine Freundschaft Plus suchen. Hier wird Bequemlichkeit mit permanenter Verfügbarkeit von Sex gesucht. Also, ich hole jetzt mal tief Luft. Ich möchte keinen Sex mit Freunden. Freunde sind Freunde und Schnaps ist Schnaps. Freundschaft baut man über einen längeren Zeitraum auf und nicht innerhalb von ein paar Dates und dann immer wieder mit der Prämisse, wenn der Sex gut ist, sich doch öfter zu treffen, damit es natürlich einer Freundschaft Plus entspricht. Ich hole erneut Luft. Wenn der „erste“ Sex gut ist? Man kennt sich nicht und vor allem kennt man Vorlieben und den Körper des anderen nicht. Ein weiteres Treffen vom „ersten“ Sex abhängig zu machen ist bei Männern (die diesen Vorsatz leben) angesagt, wie abstruse Modetrends. Bescheiden daneben. Fast jeder 2. Mann mit dem ich geschrieben habe, hat das von sich gegeben.

Was hoch im Kurs steht, sind Emojis im Überfluss. Küsse, Herzen und Smileys. Ich verteile gerne Küsse und Herzen und Smileys. Entscheide aber selbst wann und bei wem. Mir schrieb mal jemand, dass ihm Frauen Mitte 20 Herzen und Co ganz selbstverständlich und viel schicken und das man mir anmerkt, dass ich ne Menge durch hab mit Männern. Ah ja, Herzen und Co im Übermaß repräsentieren also ein nicht gefrustetes Gemüt. Wie gesagt, dass entscheide ich selbst wann und bei wem.

Ich bin nicht gefrustet, mich regt nur das Verhalten von Männern auf. Wäre ich gefrustet, würde ich keine Männer mehr in mein Leben lassen. Frauen alleine zur Unterhaltung reichen mir nicht. Männer unterhalten mich noch mal ganz anders.

Männer die mir, in den letzten 3 Jahren, online begegnet sind sagen gleich, dass sie erstmal nur schauen wollen. Für eine lockere Geschichte wird guter „erster“ Sex vorausgesetzt, um sich dann wieder zu treffen. Quatsch mit Soße und ich lösche den Chat und den Kontakt.

Neue Strategie: Männer die mir so kommen, schreib ich, dass das Quatsch ist und verabschiede mich natürlich ganz förmlich in einem freundlichen Schreibton oder je nach persönlicher Stimmung mit einem gepflegten löschen. Mittlerweile habe ich mir einen feministischen Fragenkatalog erstellt den ich abfrage und schließe somit Sexisten, Rassisten (na gut die erkenne ich meistens schon eher) und Biedermänner aus. Egal ob für eine Lovestory a la Bernhard & Bianca oder ganz flüchtig für ein Abenteuer a la Rockstar & Groupie. Den lege ich hier natürlich nicht offen. Manche Bekanntschaften lesen meinen Blog.

Das schränkt die Möglichkeit des Datens online natürlich ein, aber selbst Aschenputtel wurde zum aussortieren verdonnert. Nur helfen mir keine weißen Täubchen dabei.

8 Orte an denen man Männer kennenlernt …

… nur ich irgendwie nicht. Ich verweilte überall und nirgendwo. Lächelte charmant, schaute mal verführerisch und manchmal glotzte ich wie ein Freak, dann blieb keiner stehen. Man(n) rannte eher vor mir weg, jedenfalls habe ich das so wahrgenommen. Doch wo kann man Männer kennen lernen? Eigentlich überall. Ich probierte 8 Orte aus und bin kläglich gescheitert.

Gemüsetheke im Supermarkt

Ich spazierte, schlenderte und schlängelte zwischen Tomaten, Kohlrabi und Spargel. Männer waren da auch unterwegs, doch viel zu sehr damit beschäftigt, sich zwischen einer Gurke mit oder ohne Plastikverpackung zu entscheiden. In der heutigen Zeit eine wichtige Frage. Nachhaltigkeit vs. Klimawandel. Auch allgemein beschäftigen Männer sich eher damit, ihren Einkaufszettel abzuarbeiten, den sie höchstwahrscheinlich von ihrer Partnerin in die Hand gedrückt bekommen haben. Und Männer, die nur Alkohol im Einkaufswagen transportieren, lächlte ich nicht mal an, den wollte ich lieber eine Telefonnummer der anonymen Alkoholiker in die Hand drücken.

Buchhandlung

Zwischen verstaubten und alten Werken der Weltliteratur hatte ich es auch mal probiert. Ich glaube, ich hatte immer die falsche Buchhandlung. Thalia & Co fallen gleich weg. Da trifft man zwar auf Männer, aber da ist es ähnlich wie in der Gemüsetheke. Nur diesmal stellen sie sich die Frage: dieses oder jenes Buch? Auch dreimal um den Aufsteller laufen hat nichts gebracht. In kleineren Buchläden war ich auch, aber da war ich irgendwie immer zur falschen Zeit, weil mich dort Männer jenseits der 50 anlächelten. Ich drehte dann meistens eine „ich bin hoch interessiert an den alten Werken“ – Runde, ehe ich wieder hinausspazierte.

Kino

Ich weiß gar nicht, wer mir mal den Tipp mit dem Kino gegeben hat. Das war so ernüchternd, wie eine Party ohne Rauschzustand. Meiner einer hat ja kein Problem allein ins Kino zu gehen, aber auch Männer, die allein ins Kino gehen grüßen schon fast die 60! Irgendwann dachte ich mir, ich gehe halt immer zur falschen Zeit ins Kino. Unter der Woche ist es nicht ganz so voll wie am Wochenende. Also stiefelte ich am Wochenende ins Kino. Tze, Pustekuchen, dass sind die Family-Days. Nix mit einsamer Penisträger-Seele. Herrje!

Konzerte

Ich gehe gerne und relativ viel auf Konzerte und man könnte meinen, bei dem Schlummellicht und der Musik könnte was gehen. Hallo! Es ist dunkel und jeder konzentriert sich auf die Musik! Mit dem charmanten Barkeeper, der einem das Astra reicht, kommt ein kurzer Flirt zustande, aber nur bis zum nächsten Gast. Die einzigen Menschen, die auf einem Konzert knutschen und rummachen sind Pärchen. Und wie hemmungslos die sein können. Hab schon mal überlegt zu fragen, ob ich mitmachen darf, aber meistens sagte mir von der Optik sie oder er nicht zu. Große Männer, die sich vor mich drängeln, würde ich am liebsten killen, mit den will ich dann eh nicht mehr flirten. Die strafe ich meistens mit meinem „ich kill dich, wenn du dich nicht sofort woanders hinstellst!“-Blick. Also eigentlich wird auf Konzerten nur mein Aggressionspotenzial geschult …

Park

Sobald es wärmer ist, geht es raus an die frische Luft. Ab in die Parks von Berlin. Wer glaubt hier potenzielle Single-Männer zu finden muss schon in die offensive gehen. Das Buch, das man lesen wollte, sollte nur als Tarnung verwendet werden. Blick immer in einem Radius von 100 Meter umherschweifen lassen. Fernglas wäre übertrieben. Sonnenbrille aufsetzen und so tun als ob reicht total. Am besten Nähe Eingang mit Decke platzieren. Und los geht die Observierung. Mann mit Hund – müsste man erst das Herz des Hundes gewinnen. Für Katzenliebhaberinnen wäre das ein Reinfall. Männerclique im Anmarsch – die wollen spielen oder grillen, sind aber in der Überzahl, kann man also knicken. Mann mit Frau im Anmarsch – next please! Ein Mann alleine nähert sich dem Eingang – potentieller Kandidat, wenn er nicht schon verabredet ist. Irgendwann bin ich doch zu sehr mit lesen beschäftigt. Wenn ich denn mal vom Buch hochschaue, sehe ich dann nur noch Pärchen. Ernüchternd, wie ich finde.

Bar

Mich in ein Herz zu saufen, ist mir zuwider. Ich hab es daher auch nicht wirklich praktiziert.

Club

Bekanntschaften aus dem Club bleiben meistens nur für eine Nacht oder im Höchstfall für zwei. Ernsthafte Such-Absichten findet man hier nicht zwischen Cuba Libre und Schweißperlen. Lächelnde Männer bedeuten hier nur eins: das Weite suchen! Frauen sind da bestimmt nicht anders. Bevor man die Pforten eines Clubs überquert, sollte man genau wissen, was man will und wen man mitnehmen will.

Tinder & Co

Sind wir mal ehrlich, wir alle kennen die Geschichten ums Online-Dating. Sie stimmen alle. Ich zitiere hier gerne aus meinem Text „Adieu Online-Dating

WER LIEBE SUCHT, FINDET UNTERLEIBSSPIELE FÜR DIE SINNLOSIGKEIT. EINEN DIGITALEN GANGBANG OHNE KÖRPERFLÜSSIGKEITEN. SEELENFICKER, UNENTSCHLOSSENE ENTTÄUSCHTE UND UNBEFRIEDIGTE NARZISSTEN! EIN HOCH AUF DIE VIRTUELLE WELT. HIER BEKOMMEN SIE ZU HAUF DIE RESTPOSTEN DER REALITÄT! FEIN, SÄUBERLICH GESAMMELT IN EINEM SCHLECHT DESIGNTEN KATALOG.

Schreibt mir doch, wo man noch hingehen könnte. Kommt mir aber bitte nicht mit Dorffest!

Nachtrag vom 20.02.2019: Ich spreche hier nicht für alle Frauen, das sind meine Erfahrungen! Ist ja auch ein persönlicher Blog. Mir ist es so ergangen. Meine Singledasein mag ich mal mehr mal weniger. Singles lesen gern von Singles. Ich muss mich nicht als genervte Pute bezeichnen lassen:) Wem der Inhalt des Blogs nicht gefällt, sollte doch besser weiterklicken. Ich werde jetzt und in Zukunft nicht auf solche Kommentare eingehen, geschweige denn, sie genehmigen.

21 Things I Want in a LOVER

Ich hab schon oft zu hören bekommen, dass ich nicht weiß was ich von der Liebe will. Das ich Männern keine Chance gebe. Ich doch nach einem Date nicht weiß, was mir da für ein Mensch gegenüber sitzt und zu vorschnell wieder leb wohl sage. Ich mich zu sehr an kleinen Dingen aufhänge und sowieso und überhaupt. Innerlich muss ich dann immer Lächeln und denke mir: doch, ich weiß was ich will! Eigenschaften, die ich nicht zwingend notwendig finde, ich aber gerne bevorzuge und das ergibt einen Mann, der mir einfach noch nicht  begegnet ist.

Den größten Teil meiner 20er verbrachte ich mit dem daten von Männern. Ich ging los, unterhielt mich, trank Bier oder Wein, billig oder teuer, fragte und dachte nach, manchmal küsste ich und manchmal schlief ich mit ihnen. Die Intension war immer die gleiche: einen wohlgesonnenen Wegbegleiter zu finden. Einen Wegbegleiter, dem das Pferde stehlen nicht zu anstrengend ist, der auch niveauvoll Witze machen kann, einer der auch träumen kann, einer der Musik genauso vergöttert wie ich, einer der zu Büchern eine innige Freundschaft pflegt, einer der sich in Filmen und Serien genauso verliert wie ich … gut, zumindest eins davon wäre schön … einer der das Kind in sich hegt und pflegt und niemals zu Grabe trägt. Halt jemand, der mir die goldene Kugel vom Grund des tiefsten Brunnens zurückholt… Kein Prinz oder König, aber Manns genug um mit mir ein realistisches Märchen der wahrhaftigen Liebe zu führen.

Nur … begegnete mir so jemand nicht.

Twentysomethings können scheiße arrogant sein. Sie überschätzen sich. Sie sind überheblich und denken, die Welt liegt ihnen zu Füßen. Beitragsfrei, klappt das aber nicht. Sie brüsten sich mit beruflichen Erfolgen und bewegen sich im Tempo eines Raodrunners. Miiieeep, miiieeep. Jedesmal kotzte ich gedanklich in einen imaginären Mülleimer und musste auf dem Heimweg belustigt den Kopf schütteln.

Seit dem 08.12.2016 bin ich offiziell ein Thirtysomething. Und was soll ich sagen? Männer in den dreißigern haben auch nicht mehr alle Latten am Zaun. Männer in diesem Alter glauben doch tatsächlich, dass wir Frauen uns über die ganzen angesammelten Sicherheiten ihrer Existenz erfreuen. Das wir feucht werden, nur weil sie Chef in einer oder ihren eigenen Firma spielen dürfen. Schön, dass ihr ein kleines Königreich regieren dürft. Applaus, Applaus. Ein toller Meilenstein im Berufsleben, bringt privat in einer Beziehung aber nicht viel. Höchstens eine altmodische Rollenverteilung, wenn wir es zulassen.

Wie verhält es sich eigentlich mit Männern in den 40ern oder 50ern? Genießen die ihren Erfolg oder Misserfolg stillschweigend?

Mit knapp 33 Jahren komme ich mir manchmal noch wie eine 20jährige vor. Männer daten, gleicht immer noch einem Spiel. In meinem Fall dem Spiel Labyrinth. Ich schiebe mich von A nach B, von Ost nach West, von Arschloch zu Nerd. Das Schieben nimmt kein Ende. Schiebe ich mich Richtung Ausgang, rennt hinter mir schon der Drache und spuckt Feuer. Von links kommt dann noch das flatternde Gespenst daher und dann ist da noch die hübsche Fee, die mir so gar keinen Wunsch erfüllen mag. Ich bin gefangen auf dem Schlachtfeld der Unbarmherzigkeit. Halleluja! Das Flennen geht weiter …

Ich weiß, wo ich hin will, aber das Leben spielt mir einen Streich nach dem anderen und lässt mich zappeln. Zappeln am Haken der Hoffnung. Es lässt mich nicht los. In meinen Träumen flüstert mir jemand zu: ich solle weiterhin mutig und hoffnungsvoll bleiben. Ich solle nicht verzagen. Ich sei doch Optimistin! Optimistisch genug um nicht ans Aufgeben zu denken! Irgendwer wird mich suchen und finden. Zynisch gratuliere ich der Utopie.

Zu den 21 Dingen, die ich mir an einem Mann wünsche, bin ich aber immer noch nicht gekommen! Ja, was will ich denn nun für 21 Dinge von einem Penisträger?

  1. Meine Halsmuskeln brauchen Bewegung. Er darf also größer sein.
  2. Wenn ich einen Mann umarme, möchte ich nicht mich umarmen. Erklärt sich von selbst, was ich damit meine.
  3. Seine Lieblingshose sollte nicht die Jogginghose sein. Zumindest nicht dann, wenn er das traute Heim verlässt. Geschmack in Sachen Bekleidung setze ich voraus. Ein Karohemd zu einer Karohose, fällt schon mal durch. Genauso, eine Wollmütze als Kopfbedeckung im Sommer.
  4. Bartträger. Hipster-Bärte! Wer möchte schon von einem Staubwedel geleckt werden? Gegen Drei-Tage-Bärte ist nichts einzuwenden, die können sich ja schließlich die Reste der vergangenen Nacht mit einer Handbewegung wegwischen.
  5. Brillenträger. Ja, ich habe einen Fetisch für Brillenträger. Ja, aber nicht die 80er Jahre Brillen-Nerds oder die Professor Doktor Doktors. Eher der Rivers Cuomo-Style. Die Brille sollte den Charakter unterstreichen und nicht verunstalten.
  6. Wenn ich schon das Wort Fetisch in den Raum werfe, kann ich getrost den nächsten geistvollen Beitrag dazu abliefern: die Hände. Weder zu feminin noch zu maskulin. Ein gesundes Mittelmaß. Beispiel gefällig? Keanu Reeves. Der hat schöne Hände. Und jetzt googelt bestimmt jeder die Hände von Keanu Reeves:)
  7. Augen sind auch nicht zu unterschätzen. Nicht riesig, aber auch nicht winzig. In Kombination mit einem charmanten Lächeln, sollten meiner Meinung nach Augen freundlich und ein bisschen verträumt ihre Umwelt betrachten. Der angst-einflößende Blick von Klaus Kinski verschreckt nun wirklich alles und jeden.
  8. Intelligenz! Köpfchen gepaart mit Interesse. Männer mit einem gutem Allgemeinwissen und respektvoller Diskussionsfreudigkeit nehme ich nach einem Date gerne mit nach Hause.
  9. Andere Frauen können sich gern von Feuerwehrmännern retten oder vom Onkel Doc am ganzen Körper abtasten lassen, sich für einen Hausmeister oder einen Sachbearbeiter entscheiden. Ich nehme den kreativen Kopf! Kreativ tätig sein bringt meine Augen zum Leuchten, mein Herz zum Schmelzen und mein Unterleib zum beben.
  10. Politisch interessiert kann nicht schaden. Kann man heutzutage gut gebrauchen. Nur bitte nichts was sich jenseits von links befindet und die goldene Mitte verfehlt hat.
  11. Empfindest du Liebe als Freiheit? Schön! Komm gerne näher.
  12. Hast du Humor? Gern in schwarz und mit nem großen Löffel Sarkasmus abgeschmeckt? Wir kommen der Sache näher.
  13. Bist du ein bisschen spirituell? Du musst nicht Horoskope lesen oder eine Wahrsagerin um Rat fragen, aber gelegentlich mal „was wäre wenn“ – Fragen zu lassen.
  14. Riskierst du gerne mal Kopf und Kragen?
  15. Blühst du beruflich auf? Hast du Freude an dem was du machst? Hello!
  16. Kannst du auch mal ein Wochenende im Bett bleiben? Es gäbe Pancake-Frühstück und frisch gemahlenen Kaffee.
  17. Bist du experimentierfreudig? Leidenschaftlich? Mehr als 3x die Woche?
  18. Hast du nichts gegen knutschen an Bushaltestellen? Im strömenden Regen bei Gewitter? Im unbeleuchteten Hausflur? Unter Straßenlaternen? Im vollen Club?…
  19. Hast du eine Leidenschaft? Brennst du dafür? Komm noch ein Stückchen näher!
  20. Verlässlichkeit! Ehrlichkeit! Großzügigkeit! Steh zu deinem Wort und ich backe dir jedes Wochenende einen Schokokuchen:)
  21. Ich würde mich gern im Scheinwerferlicht deiner Aufmerksamkeit sonnen und wenn ich mich verbrenne, versorgst du mich mit Schutz-Lotion.

Und jetzt soll mir nochmal jemand sagen, ich wäre anspruchsvoll …

Ich bin Single!

Es war einmal ein kleines Mädchen, dass las für ihr Leben gern Märchen. Besonders das Märchen vom Froschkönig hat es ihr angetan. Die Vorstellung einen Frosch zu küssen und aus dem Nichts erscheint ein Prinz, der von einer bösen Hexe in einen Frosch verwandelt wurde und sein Dasein von nun an für immer als ein quakendes, glitschiges Wassertier zu verbringen – das wollte die kleine Ramona nicht und küsste nun fleißig Frösche (als kleines Mädchen küsste ich wirklich Frösche!) – doch ein Prinz kam nie. Die kleine Ramona verstand nicht wie ihr geschieht. Im Märchen war es doch so simpel, küsse den Frosch und dein herzersehnter Prinz wird dir erscheinen. Jahre lang suchte sie nach dem Fehler und musste mit jeder vergossenen Träne feststellen … Prinzen gibt es nur im Märchen …

Ich hatte Fuckbuddys, Seelenficker, Unentschlossene …

Irgendwie war es auch gut so, dass ich erkannte Prinzen gibt es nur im Märchen, denn sonst wären ja Märchen nicht Märchen. Ich lebe in einer Großstadt – Berlin – sie ist voll mit Singles und ich vergeudete meine 20er mit diesem Aberglauben einen Deckel, Prinzen, bessere Hälfte und dem ganzen Quatsch zu suchen. Wie viel mehr, hätte ich meine 20er genießen können, wenn mich diese alberne Suche nach Prinz Charming nicht so stark beeinflusst hätte. Wie oft weinte ich mir die Augen aus nur um dann wieder mein gebrochenes, vernarbtes Herz zu flicken, zusammen zu kleben und meinen Vorrat an Narbencreme aufzustocken.

In mein Bett verirrten sich Fuckbuddys, Seelenficker, Unentschlossene, Verlassene und was nicht noch alles mehr. Nicht jeder weckte in mir Hoffnung, denn nicht jedes Mal verspürte ich den Wunsch das daraus eine Beziehung wird. Ja, ich gestehe, Sex kann auch ohne Liebe gut sein. Ich könnte ein Buch mit meinen ganzen Erfahrungen schreiben, stattdessen erwähne ich es hier nur mal kurz am Rande.

Der Punkt ist der, dass die aktive Suche danach keinesfalls verwerflich ist, sie sollte aber nicht unser Leben insofern beeinflussen das wir noch launisch durch die Gegend stapfen, weil es halt nicht so lief wie wir es uns vorgestellt haben. Tief durchatmen. Kapitel beenden. Ein neues beginnen. Vorher die Krone zurechtrücken, das Spiegelbild anlächeln und auf geht’s!

Mit Anfang 30 jage ich nicht Prinzen nach. Die Gebrüder Grimm haben schließlich nicht meinen Lebenslauf geschrieben, Nicholas Sparks führt nicht Regie und Rosamunde Pilcher hat auch nichts produktives dazu beigetragen. Ich bin Produzentin, Drehbuchautorin und Regisseurin meines Lebens und eine Mischung aus Drama, Action, Romantik und Heimatfilm erscheint mir spannender als ein eintöniges Märchen…

Die Liebe oder das immer gleiche Date-Verhalten in Frage stellen

Vor kurzem war ich auf einer Hochzeit von einem befreundeten Paar, dass sich nach über 10 Jahren Beziehung das Ja – Wort gegeben haben. Ich war die Trauzeugin der Braut. Ich war alleine da, aber um mich soll es in diesem Text nicht gehen. Vielmehr um die Liebe.

Ich sitze mit der Braut beim Friseur. Wie lassen uns für den Tag gerechte Frisuren verpassen. Die Braut schminkt sich normalerweise nicht, aber für den Tag der Hochzeit macht sie eine Ausnahme. Ich bin schon geschminkt. Ich war schon eher wach und habe mein Gesicht schon mit passenden Farben verziert. Wie sie da so sitzt auf dem Stuhl mit ihrer Frisur und ihrem einmaligen, schönen Make Up… Sie scheint so glücklich wie noch nie. Dieses Strahlen in ihren Augen und diese bodenständige Zufriedenheit …

Was ist das nur mit der Liebe? Klar, der Mensch ist zum allein sein nicht bestimmt, aber was ist wenn die Liebe auf sich warten lässt? Nicht jede Begegnung endet im Happy End. Happy Ends sind realativ. Das Leben ist kein Disney Film, sondern eine Doku und wir führen die Regie. Wir selbst sind ja für unser Glück verantwortlich – sagt uns alles und jeder. Da gehe ich voll und ganz mit – aber nicht jeder Glücksbote der unseren Weg kreuzt bringt auch Glück. Wir fallen, verletzen, reißen uns zusammen und stehen wieder auf, rücken unseren Stolz zurecht und gehen weiter. Mit der Hoffnung, beim nächsten Mal wird es besser. Aber was ist, wenn neben den absurden Glücksboten, das eigene Verhalten zum Fehlverhalten mutiert und du dich in einem Strudel der Endlosigkeit wiederfindest? Jedes Date hat den gleichen Ablauf, die gleichen Fragen, die gleiche Vorgehensweise… Da gibt es nicht wirklich Raum für die Liebe. Liebe ist leise. Ganz unscheinbar ist sie immer da, nur wir realisieren sie nicht, wenn sie uns schon auf die Füße tritt und schreit: „Hier bin ich!“

Ich versuche mich daran zu erinnern, wann ich diesen Tritt in den letzten Jahren mal verpasst bekommen habe. Blackout? Demenz? Ich tippe auf blinde Ignoranz. Ich glaube, wenn du einem bestimmten Verhaltensmuster folgst, wird die Sicht auf das Wesentliche getrübt. Ein Film in Endlosschleife. Eine Platte die auf Repeat läuft.

Wir halten uns mit Oberflächlichkeiten auf. Wenn es nicht gerade der fürchterliche Musikgeschmack ist, ist es der unkontrolliert, zusammengestellte Kleidungsstil. Wir suchen absichtlich nach offensichtlichen uns erscheinbaren Fehlern. Sind letztendlich nur frustriert und grübeln wieder mit einer bedingungslosen Leidenschaft warum das jetzt wieder nix war?!

… Hand in Hand verlassen die Beiden das Standesamt. Nun sind sie Eheleute, Mann und Frau, Herr und Frau. Ich erblicke Zufriedenheit. Wohlgesonnene Gesichter. Glückseligkeit.

Aber wie durchbricht man diesen Kreis? Außergewöhnliche Unternehmungen? Andere Fragen? Von den eigentlichen Typ-Vorlieben abweichen und mal jemanden daten, den man sonst nicht daten würde? Gibt es denn überhaupt einen Lösungsweg aus dieser Misere? Mehr Leichtigkeit würde für den Anfang schon helfen – denke ich …

Adieu Online-Dating

Ich nehme das Handy in die Hand. Gehe auf die Dating-App, die sich in meinem Menü befindet. Ich tippe auf die App. Lese flüchtig die Nachrichten, die sich im Postfach befinden. Keine Nachricht die mich erreicht hat, klingt weder interessant noch antwortungswürdig. Ich lösche alle. Unbeeindruckt schaue ich nach den Matches. Kein gematchter Volltrottel hat geantwortet. Ich gehe in die Einstellungen der App und lösche mein Profil. Zurück im Handy-Menü deinstalliere ich diesen Mist des modernen Datings. Ich habe wieder Speicherplatz. Die Zynikerin in mir applaudiert.

Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals im Jahr. Und jedes Mal fällt es mir einfacher. Jedes mal überkommt mich das gleiche Gefühl, wenn ich mich anmelde, binnen kürzester Zeit tümmeln sich die Besucher auf meinem Profil. Ich bin ein Rollmops im Haifischbecken. Eine Schneeflocke, die sich in den Sommer verirrt hat. Eine CD, die ausversehen ins Vinyl-Fach gestellt wurde. Zusammengefasst eine Romantikerin im schäbigen Bordell, umgeben von orientierungslosen Erdmännchen während der Paarungszeit.

Meine Eltern sind schuld. Die beiden lernten sich über eine Kontaktanzeige kennen. Die Eine schrieb jedesmal halbe Romane und der Andere kam gerade mal auf eine Seite. Mittlerweile sind sie seit über 30 Jahren verheiratet.

Heute gibt es zwar noch Briefpapier zu kaufen, wird aber nicht mehr benutzt. Tinder & Co. brachten es aus der Mode. Heute wischt man auf einem Smartphone nach links oder rechts. Die Richtung bestimmt die Zukunft. Nach rechts bedeutet Hoffnung auf irgendwas, nach Links einen Freifahrtschein ins Jenseits.

Wer Liebe sucht, findet Unterleibsspiele für die Sinnlosigkeit. Einen digitalen Gangbang ohne Körperflüssigkeiten. Seelenficker, unentschlossene Enttäuschte und unbefriedigte Narzissten! Ein Hoch auf die virtuelle Welt. Hier bekommen sie zu Hauf die Restposten der Realität! Fein, säuberlich gesammelt in einem schlecht designten Katalog.

Ich übertreibe? Nein. Ich bin Romantikerin der alten Zeit. Eine Prinzessin, die auf dem Schlossbalkon steht und auf Prinz Charming wartet oder einen bettelnden Spielmann – es könnte ja König Drosselbart sein.

Eine Lovestory, wie von Nicholas Sparks geschrieben und mit Johnny Depp und mir verfilmt. Im Hintergrund singt Etta James AT LAST. Ich will etwas, nach dem ich mich mit Haut und Haaren verzehre. Ich habe Durst nach wahrer Liebe. In einer Zeit in der alles vergänglich ist, wird meine Sehnsucht nach der Wahrhaftigkeit, revolutionär herbei geschrien und demonstrativ ausgesessen. Ich betrinke mich mit Tränen und überfresse mich mit Groschenromanen bis zur Bewusstlosigkeit. Ich betreibe eine einsame Sitzwache der Hoffnung, hoffentlich nicht bis zum Ende meiner Zeit!

Spätestens nächste Woche downloade ich wieder.