Mal wieder ganz smoothy daten

Ich hatte letztens ein schönes Date. Ein wirklich schönes Date. Es war so richtig schön smoothy. Es war keins dieser Dates mit hohen Erwartungsansprüchen. Es war spontan. Es war gut.

Dates müssen nicht ausschließlich dafür dienen krampfhaft eine Suche nach diesem einen bestimmten Menschen zu beenden. Sie können auch einfach nur schön sein. Eine schöne Zeit…

Ok, langsam übertreibe ich es mit dem Wort schön!

Ich hab mein Mindset was Dates betrifft jetzt endlich geändert bekommen. Verkrampfte ich in den letzten Jahren noch an Erwartungen und permanentem Wunschdenken, gehe ich jetzt einfach los und freu mich über neue Bekanntschaften. Hab eine unterhaltsame und interessante Zeit oder denk mir Shit happens. Es ist alles möglich und kann alles daraus werden.

Es wird ja eh immer anders als man denkt. Auch wenn man beim Schreiben schon irgendwie abklärt, was gesucht und nicht gefunden werde möchte, kann man letztendlich die verbrachte Zeit und die Geschehnisse nur minimal lenken und wenden. Das ist das tolle an Spontanität.

Dann findest du dich auf einem Konzert zu zweit wieder. Unterhältst dich anregend und findest alles interessant und spannend. Und eh du dich versiehst hängst du an den Lippen deines Gegenübers und genießt diesen Moment. Es sind diese Momente, die in dein Leben stolpern und dich Lächeln lassen.

Alles kann, aber nichts muss. Es muss daraus nichts entstehen und du musst dich auch nicht festlegen wie es weitergeht. Es geht einzig und allein ums genießen. Nicht zuviel denken. Nicht wieder gleich die Zukunft vor Augen haben, sondern die Gegenwart und ein Date einfach mal Date sein lassen. Halt alles ganz smoothy.

Wie oft hängen wir in diesen verkrampften Dates fest. Denken uns wieder ein Date-Unfall. Wieder ein männlicher/weiblicher Reinfall aus Schwachsinnshausen. Diese Erwartungshaltung gepaart mit Hoffnung und dem Gedanken „das muss jetzt endlich mal was werden“ treibt uns eher an den Abgrund der Verzweiflung als in die Arme eines Menschen.

Mehr strahlen von innen. Du kannst das. Ich kann das. Wir können das. Wir sollten uns weniger Bilder von der Grumpy Cat anschauen als vielmehr Bilder von Doug the Pug.

Wenn man immer trotzig sein Gegenüber mit Nachrichten in die Hölle verbannen möchte und sich dann fragt warum man blockiert wurde, dann wird es Zeit für ein Upgrade deines Mindsets. Dein Gegenüber merkt sehr schnell, dass du ein gebranntes Kind bist. Das du viele enttäuschende Dates hattest und du zu Kurzschlussreaktionen neigst. Drei Tage ohne Antwort oder Reaktion erscheinen nur einem selbst sehr lang. Eine Arbeitswoche von 5 Tagen vergeht hingegen schneller. Was tut man da? Sich ablenken. Sich nicht zu sehr an der Hoffnung festkrallen.

Klar, ghosting und Konsorten sind nicht nett oder haben den Respekt nicht gepachtet, aber sind wir mal ehrlich. Jeder macht es irgendwann mal. Wenn nicht mit Dates, dann zumindest mit lapidaren Freundschaften, ehemalige Bekanntschaften aus dem Job oder sogar Familienmitglieder. Blut ist zwar dicker als Wasser, aber das ist auch schon alles.

Nun fragt sich der eine oder die andere: wie macht man das?

Wie hab ich das gemacht? Ich glaube, ich hatte halt von mir selbst und meinem Verhalten genug. Es war irgendwie gut, dass im letzten Jahr nicht soviel bei mir lief und ich eine Dating-Pause hatte. Ich weiß nicht, ob es für jeden sinnvoll ist eine längere Pause einzulegen, aber im Akkord von Date zu Date zu düsen bringt glaube ich nichts. Es ist auch sinnvoll Erwartungen und Hoffnungen in den Hintergrund zu stellen und sich einfach treiben zu lassen. Denn nur wenn wir uns in der Gegenwart eines Menschen fallen lassen können, können wir auch ankommen. Jede Bremse, jede Schranke sorgt eigentlich nur dafür, dass wir stehen bleiben und uns irgendwann gar nicht mehr trauen weiter zu gehen.

Keep it smoothy!

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Richtungswechsel

Love, Sex & the City klingt wie die Kolumne von Carrie Bradshaw. Ihre hieß jedoch „Sex & the City“ wie die gleichnamige Serie, die uns sechs Staffeln und zwei Filme bescherte. Eine Serie die süchtig macht und doch irgendwie einen Blickwinkel an den Tag legt, der stutzig macht. Es ist nicht normal 10 Jahre hinter einem Mann her zu rennen und nach seiner Liebe zu betteln und dann wenn man mit ihm dann doch abgeschlossen hat auf einmal vor einem steht und sagt das du doch die Eine bist! Wer möchte denn bitte sowas? Carrie Bradshaw hat das auf eine ziemlich emotional, erdrückende Weise irgendwie gewollt. Ich hab daran kein Interesse.

Ich habe aber ein Interesse daran meinen Blog von Zeit zu Zeit weiterzuentwickeln. Die Kategorie HOW TO BE A SINGLE? mochte ich sehr, aber irgendwie kategorisierte sie das Single-Dasein. Dieses typische Single-Ding. Single sein ist befreiend und beklemmend zugleich. Man selbst genießt die Freiheit. Das Gefühl alles machen zu können was man will. Dieses Wechselbad der Gefühle, wenn einem das halbvolle Bett dann doch eher halbleer vorkommt und die Sehnsucht nach einem Menschen, der länger bleibt. Länger als das Frühstück am nächsten Morgen.

Die Kategorie funktionierte die letzten Monate ganz gut, doch irgendwie wollte es beim Schreiben, dann doch nicht mehr so richtig … naja … es passt halt nicht mehr. Mit der neuen Kategorie hab ich ein wenig mehr Spielraum. Ich werde weiterhin Single-Anekdoten von mir geben und auch weiterhin Einblicke abtippen, aber es gibt thematisch mehr Luft nach oben, kaum vorstellbar wenn man den Titel liest, aber es stimmt – wirklich:)

Es wird noch zynischer, ein ticken kritischer und unter Umständen humorvoller.

Nimm mich #3

Wir glühen. Sind durchgeschwitzt. Halten inne. Die Stimmen der Menschen da draußen in der Dunkelheit, sind das Hörspiel das im Hintergrund läuft. Zu dem leuchten der Laternen gesellt sich der helle Mond. Wir atmen tief ein und aus. Wir schauen uns an. Ich in deinen Armen. Ich immer noch auf dir.

Die Uhrzeiger rennen den Stunden hinterher. Es ist spät, aber uns kümmert es nicht. Unsere Küsse kennen keine Zeit. Dafür sehen wir uns zu selten. Bei jedem Treffen genießen wir uns mehr und mehr.

Dir geht es gut, wenn du bei mir bist, willst aber nie über Nacht bleiben. Und auch jetzt suchen deine Augen die Zeiger der tickenden Uhr. Als wenn du es eilig hättest. Es ist ok, wenn du gehst, aber nicht gleich.

Bleib doch noch – sage ich.

Ein Lächeln macht sich auf deinen Lippen bemerkbar. Du hältst mich weiter fest. Ziehst mich fest an dich und bedeckst mein Gesicht mit Küssen. Streichelst meinen Rücken.

Ob ich noch Lust hätte, flüsterst du mir ins Ohr. Ich bekomme Gänsehaut bei deinen Worten und küsse dich leidenschaftlich, was einem ja gilt.

Unser Liebesspiel wechselt ins Bett. Hier ist es weich und bequem. Der Schlaf ereilt mich halb. Meine Augenlider sinken langsam.

Ehe der Schlaf mich ereilt, überfällt mich deine Zunge. Dein Kopf versinkt zwischen meinen Beinen. Deine Küsse sind überall. Sanfte Küsse auf meinen Oberschenkeln. Mehr und mehr versinkt deine Zunge in mir. Jede Zelle meines Körpers spürt dich. Du weißt was mir gefällt. Ich kann mich einfach fallen lassen. Doch ich will mehr. Ich will dich wieder mit Haut und Haaren spüren.

So gut sich das alles anfühlt, aber ich beende dein Einmannspiel zwischen meinen Beinen und zieh dich auf mich. Du wirkst etwas irritiert. Ich küsse dich leidenschaftlich und flüster dir ein bestimmendes ‚ich will dich in mir spüren‘ zu.

Im nächsten Moment lieben wir uns wieder. Mal sanft und langsam, dann wieder gierig und stürmisch.

Die Zeit vergeht und wir liegen erschöpft aufeinander. Streicheln und liebkosen uns und genießen die Nähe des jeweils anderen.

Du löst dich ganz sanft aus meinen Armen. Ich weiß du gehst jetzt wieder. Du ziehst dich an, schenkst mir ein Lächeln, beugst dich über mich und küsst mich zärtlich. Du flüsterst mir ein ‚bis zum nächsten Mal‘ entgegen. Du deckst mich zu, denn du willst nicht das ich friere. Streichelst mir noch sanft über den Kopf und verschwindest dann so unscheinbar, wie du gekommen bist.

Ich date jetzt anders

Ich betreibe schon seit Jahren Online-Dating. Mal mehr, mal weniger. Und immer wieder hab ich mich zu Dates hinreißen lassen, die am Ende ziemlich ernüchternd waren. Ich ging mit einer Erkenntnis nach Hause „das alle Männer gleich“ sind. Stimmt natürlich nicht. Sind alle anders, nur das Dating-Verhalten ähnelte sich oder Mann war der Meinung einem bestimmten Bild Mann entsprechen zu müssen, der mir aber zuwider war und ist.

Ich hab mir Biografien angehört. Erfolgsgekrönte Stories, Stories die Mitleid bei mir erzeugten und mein Helfer-Syndrom entzückten. Jedenfalls diverse Stories. Mein Lebenslauf ist für alle immer interessant gewesen, wenn ich erzählt habe, dass ich mal „Konzerte organisiert habe“ und wurde mit einem kritischen Blick beliebäugelt, wenn ich erzählte „das ich in der Pflege arbeite“.

Viele konnten nicht verstehen, wie man das eine aufgeben konnte und das andere machen kann. Ganz einfach, ich brauche eine sinnvolle Tätigkeit. Ich hab mal eine Bürotätigkeit ausgeübt, die sehr deprimierend war in ihrer Gesamtheit und mir so sinnlos erschien, dass ich 1000x lieber in der Pflege oder generell im Gesundheits- oder Sozialwesen arbeite. Warum ich keine Konzerte mehr organisiere? Weil es sich halt so ergeben hat, ich habe es halt an einem bestimmten Punkt nicht mehr weiter betrieben. Ja, Konzerte sind cool und im Vergleich zu Bürojob und Pflegetätigkeit viel cooler … aber jetzt komm ich ja doch vom Thema ab!

Meine Dates liefen in der Regel immer gleich ab. Irgendwas trinken, essen oder unternehmen. Lebenslauf runter labern und dann zum wesentlichen kommen oder vorher schon klären, was bei einer Sympathie in echt, anschließend passieren soll. Ich mag halt direkte Ehrlichkeit.

Vor ein paar Jahren konnte ich die direkte Ehrlichkeit bei Männern noch mit Preisen auszeichnen. Ich will was festes oder ich will nur das Eine. Heutzutage kommt meistens der Spruch „ja, mal schauen“ … was soll das sein? Ein Mantra? Eine Meinung? Oder die Überlegung, was man am nächsten Tag essen will?

Dieses sich treiben lassen und schauen was geht, ist für mich eine typische Sonntagsbeschäftigung in Berlin, aber nicht die Vorgehensweise beim daten!

Der Knaller sind auch Männer, die eine Freundschaft Plus suchen. Hier wird Bequemlichkeit mit permanenter Verfügbarkeit von Sex gesucht. Also, ich hole jetzt mal tief Luft. Ich möchte keinen Sex mit Freunden. Freunde sind Freunde und Schnaps ist Schnaps. Freundschaft baut man über einen längeren Zeitraum auf und nicht innerhalb von ein paar Dates und dann immer wieder mit der Prämisse, wenn der Sex gut ist, sich doch öfter zu treffen, damit es natürlich einer Freundschaft Plus entspricht. Ich hole erneut Luft. Wenn der „erste“ Sex gut ist? Man kennt sich nicht und vor allem kennt man Vorlieben und den Körper des anderen nicht. Ein weiteres Treffen vom „ersten“ Sex abhängig zu machen ist bei Männern (die diesen Vorsatz leben) angesagt, wie abstruse Modetrends. Bescheiden daneben. Fast jeder 2. Mann mit dem ich geschrieben habe, hat das von sich gegeben.

Was hoch im Kurs steht, sind Emojis im Überfluss. Küsse, Herzen und Smileys. Ich verteile gerne Küsse und Herzen und Smileys. Entscheide aber selbst wann und bei wem. Mir schrieb mal jemand, dass ihm Frauen Mitte 20 Herzen und Co ganz selbstverständlich und viel schicken und das man mir anmerkt, dass ich ne Menge durch hab mit Männern. Ah ja, Herzen und Co im Übermaß repräsentieren also ein nicht gefrustetes Gemüt. Wie gesagt, dass entscheide ich selbst wann und bei wem.

Ich bin nicht gefrustet, mich regt nur das Verhalten von Männern auf. Wäre ich gefrustet, würde ich keine Männer mehr in mein Leben lassen. Frauen alleine zur Unterhaltung reichen mir nicht. Männer unterhalten mich noch mal ganz anders.

Männer die mir, in den letzten 3 Jahren, online begegnet sind sagen gleich, dass sie erstmal nur schauen wollen. Für eine lockere Geschichte wird guter „erster“ Sex vorausgesetzt, um sich dann wieder zu treffen. Quatsch mit Soße und ich lösche den Chat und den Kontakt.

Neue Strategie: Männer die mir so kommen, schreib ich, dass das Quatsch ist und verabschiede mich natürlich ganz förmlich in einem freundlichen Schreibton oder je nach persönlicher Stimmung mit einem gepflegten löschen. Mittlerweile habe ich mir einen feministischen Fragenkatalog erstellt den ich abfrage und schließe somit Sexisten, Rassisten (na gut die erkenne ich meistens schon eher) und Biedermänner aus. Egal ob für eine Lovestory a la Bernhard & Bianca oder ganz flüchtig für ein Abenteuer a la Rockstar & Groupie. Den lege ich hier natürlich nicht offen. Manche Bekanntschaften lesen meinen Blog.

Das schränkt die Möglichkeit des Datens online natürlich ein, aber selbst Aschenputtel wurde zum aussortieren verdonnert. Nur helfen mir keine weißen Täubchen dabei.

Nimm mich #2

Rückblick:
Zärtlich küsst und liebkost du meinen Hals. Ich genieße deine Wärme und deine Lippen auf mir. Sanft, aber bestimmend drehst du mich zu dir um. Ich wehre mich nicht, schaue in deine Augen, unsere Blicke wollen das Gleiche. Wir küssen uns leidenschaftlich und innig. Deine Hände wandern über meinen ganzen Körper. Ich setze mich auf’s Fensterbrett. Schlinge meine Beine um dich und ziehe dich so fest an mich, dass ich dich augenblicklich spüren will. Küsse und Berührungen werden intensiver . . .


. . . wie es weiter geht . . .

Nach und nach erlischt eine Kerze nach der anderen. Die Straßenlaternen erhellen den Raum. Weitere Lampen würden die Stimmung kippen. Wir, die verspielten Schatten der Nacht. Wir, die Liebenden der Großstadt.

Unsere Zungen spielen miteinander. Dein Körper strahlt glühende Wärme aus. Mir friert es dennoch. Hier auf dem Fensterbrett, bedeckt mit leichtem Stoff. Ich lasse langsam ab von dir und frage flüsternd, ob du mit mir ins Warme willst. Du schenkst mir ein Lächeln, hilfst mir vom Fensterbrett. ich drehe mich, schließe das Fenster und ziehe die Vorhänge zu.

Deine Hände lassen nicht ab von mir. Das Bett ist nah und dennoch hältst du mich hier am Fenster fest. Ziehst mich an dich. Deine Hände berühren mich sanft, sind überall. Du streichst mir die Haare aus dem Nacken, küsst ihn sanft. Deine Zunge wandert bis zu meinen Ohren. Du knabberst an ihnen. Mich überkommt Gänsehaut und Hunger. Hunger nach dir.

Ich will dich – flüstere ich dir ins Ohr.

Ich drehe mich um. Eine Hand greift nach deinem Nacken, die andere wandert an deinem Rücken abwärts. Die Musik läuft immer noch und ich küsse dich leidenschaftlich. Unsere Zungen spielen wieder ein unendliches Spiel der Gier. Wir bewegen uns zum Takt der Musik. Richtung Couch. Flüsternd frage ich, was du mit mir machen willst. Ein Blick, keine Worte.

Du setzt dich hin. Nimmst meine Hand und bittest mich, mich auf dich zu setzen. Ich lächle. Komme näher. Setze mich auf dich. Tiefe Blicke die Funken schlagen. Unkontrollierte Küsse. Heiß und innig. Wir bewegen uns im Takt der Lust.

Du packst mich an den Hüften, versuchst mich zu lenken. Doch ich bestimme heute das Tempo. Ich will dich – flüstere ich dir ins Ohr. Lehn dich zurück Geliebter. Genieße die Berührungen. Mich auf dich.

Auf der Straße rauschen die Autos nur so an uns vorbei. Ihr Echo verstummt. Die letzte Kerze erlischt. Die Straßenlaternen schimmern hell durchs Fenster. Unsere Umrisse zeichnen Schatten . Schatten die miteinander an den Wänden im Hintergrund spielen. Ein Liebesspiel.

Die Leidenschaft hat Besitz von uns ergriffen. Bewegungen werden intensiver. Unsere Körper brennen vor nicht endender Wärme. Wir bedecken uns mit Küsse. Immerwährende Zungenspiele …

Fortsetzung folgt…

8 Orte an denen man Männer kennenlernt …

… nur ich irgendwie nicht. Ich verweilte überall und nirgendwo. Lächelte charmant, schaute mal verführerisch und manchmal glotzte ich wie ein Freak, dann blieb keiner stehen. Man(n) rannte eher vor mir weg, jedenfalls habe ich das so wahrgenommen. Doch wo kann man Männer kennen lernen? Eigentlich überall. Ich probierte 8 Orte aus und bin kläglich gescheitert.

Gemüsetheke im Supermarkt

Ich spazierte, schlenderte und schlängelte zwischen Tomaten, Kohlrabi und Spargel. Männer waren da auch unterwegs, doch viel zu sehr damit beschäftigt, sich zwischen einer Gurke mit oder ohne Plastikverpackung zu entscheiden. In der heutigen Zeit eine wichtige Frage. Nachhaltigkeit vs. Klimawandel. Auch allgemein beschäftigen Männer sich eher damit, ihren Einkaufszettel abzuarbeiten, den sie höchstwahrscheinlich von ihrer Partnerin in die Hand gedrückt bekommen haben. Und Männer, die nur Alkohol im Einkaufswagen transportieren, lächlte ich nicht mal an, den wollte ich lieber eine Telefonnummer der anonymen Alkoholiker in die Hand drücken.

Buchhandlung

Zwischen verstaubten und alten Werken der Weltliteratur hatte ich es auch mal probiert. Ich glaube, ich hatte immer die falsche Buchhandlung. Thalia & Co fallen gleich weg. Da trifft man zwar auf Männer, aber da ist es ähnlich wie in der Gemüsetheke. Nur diesmal stellen sie sich die Frage: dieses oder jenes Buch? Auch dreimal um den Aufsteller laufen hat nichts gebracht. In kleineren Buchläden war ich auch, aber da war ich irgendwie immer zur falschen Zeit, weil mich dort Männer jenseits der 50 anlächelten. Ich drehte dann meistens eine „ich bin hoch interessiert an den alten Werken“ – Runde, ehe ich wieder hinausspazierte.

Kino

Ich weiß gar nicht, wer mir mal den Tipp mit dem Kino gegeben hat. Das war so ernüchternd, wie eine Party ohne Rauschzustand. Meiner einer hat ja kein Problem allein ins Kino zu gehen, aber auch Männer, die allein ins Kino gehen grüßen schon fast die 60! Irgendwann dachte ich mir, ich gehe halt immer zur falschen Zeit ins Kino. Unter der Woche ist es nicht ganz so voll wie am Wochenende. Also stiefelte ich am Wochenende ins Kino. Tze, Pustekuchen, dass sind die Family-Days. Nix mit einsamer Penisträger-Seele. Herrje!

Konzerte

Ich gehe gerne und relativ viel auf Konzerte und man könnte meinen, bei dem Schlummellicht und der Musik könnte was gehen. Hallo! Es ist dunkel und jeder konzentriert sich auf die Musik! Mit dem charmanten Barkeeper, der einem das Astra reicht, kommt ein kurzer Flirt zustande, aber nur bis zum nächsten Gast. Die einzigen Menschen, die auf einem Konzert knutschen und rummachen sind Pärchen. Und wie hemmungslos die sein können. Hab schon mal überlegt zu fragen, ob ich mitmachen darf, aber meistens sagte mir von der Optik sie oder er nicht zu. Große Männer, die sich vor mich drängeln, würde ich am liebsten killen, mit den will ich dann eh nicht mehr flirten. Die strafe ich meistens mit meinem „ich kill dich, wenn du dich nicht sofort woanders hinstellst!“-Blick. Also eigentlich wird auf Konzerten nur mein Aggressionspotenzial geschult …

Park

Sobald es wärmer ist, geht es raus an die frische Luft. Ab in die Parks von Berlin. Wer glaubt hier potenzielle Single-Männer zu finden muss schon in die offensive gehen. Das Buch, das man lesen wollte, sollte nur als Tarnung verwendet werden. Blick immer in einem Radius von 100 Meter umherschweifen lassen. Fernglas wäre übertrieben. Sonnenbrille aufsetzen und so tun als ob reicht total. Am besten Nähe Eingang mit Decke platzieren. Und los geht die Observierung. Mann mit Hund – müsste man erst das Herz des Hundes gewinnen. Für Katzenliebhaberinnen wäre das ein Reinfall. Männerclique im Anmarsch – die wollen spielen oder grillen, sind aber in der Überzahl, kann man also knicken. Mann mit Frau im Anmarsch – next please! Ein Mann alleine nähert sich dem Eingang – potentieller Kandidat, wenn er nicht schon verabredet ist. Irgendwann bin ich doch zu sehr mit lesen beschäftigt. Wenn ich denn mal vom Buch hochschaue, sehe ich dann nur noch Pärchen. Ernüchternd, wie ich finde.

Bar

Mich in ein Herz zu saufen, ist mir zuwider. Ich hab es daher auch nicht wirklich praktiziert.

Club

Bekanntschaften aus dem Club bleiben meistens nur für eine Nacht oder im Höchstfall für zwei. Ernsthafte Such-Absichten findet man hier nicht zwischen Cuba Libre und Schweißperlen. Lächelnde Männer bedeuten hier nur eins: das Weite suchen! Frauen sind da bestimmt nicht anders. Bevor man die Pforten eines Clubs überquert, sollte man genau wissen, was man will und wen man mitnehmen will.

Tinder & Co

Sind wir mal ehrlich, wir alle kennen die Geschichten ums Online-Dating. Sie stimmen alle. Ich zitiere hier gerne aus meinem Text „Adieu Online-Dating

WER LIEBE SUCHT, FINDET UNTERLEIBSSPIELE FÜR DIE SINNLOSIGKEIT. EINEN DIGITALEN GANGBANG OHNE KÖRPERFLÜSSIGKEITEN. SEELENFICKER, UNENTSCHLOSSENE ENTTÄUSCHTE UND UNBEFRIEDIGTE NARZISSTEN! EIN HOCH AUF DIE VIRTUELLE WELT. HIER BEKOMMEN SIE ZU HAUF DIE RESTPOSTEN DER REALITÄT! FEIN, SÄUBERLICH GESAMMELT IN EINEM SCHLECHT DESIGNTEN KATALOG.

Schreibt mir doch, wo man noch hingehen könnte. Kommt mir aber bitte nicht mit Dorffest!

Nachtrag vom 20.02.2019: Ich spreche hier nicht für alle Frauen, das sind meine Erfahrungen! Ist ja auch ein persönlicher Blog. Mir ist es so ergangen. Meine Singledasein mag ich mal mehr mal weniger. Singles lesen gern von Singles. Ich muss mich nicht als genervte Pute bezeichnen lassen:) Wem der Inhalt des Blogs nicht gefällt, sollte doch besser weiterklicken. Ich werde jetzt und in Zukunft nicht auf solche Kommentare eingehen, geschweige denn, sie genehmigen.

HPV + PAP IIID

Ein Jahr lang beschäftigte mich etwas, dass man sich in der Öffentlichkeit nicht traut zu sagen. Etwas, das nicht mal eben zwischen Kaffee und Kuchen erzählt wird. Etwas, dass einen – durch mangelndes Wissen – in Verruf bringt. Etwas, dass andere falsch über dich denken lässt. Du wirst mit Vorurteilen konfrontiert, denn ich hatte HPV und mein PAP Abstrich lautete III D.

Drehen wir die Zeit zurück. Es ist Februar 2018 und ich bekomme einen Anruf aus der Praxis meiner Frauenärztin.

„Frau Luft, Sie haben einen kontrollbedürftigen Befund. Sie müssten in 3 Monaten wieder zur Kontrolle vorbei kommen.“

„Einen kontrollbedürftigen Befund? Ja, und was ist kontrollbedürftig?“

„Das müssten Sie mit der Fr.Dr. persönlich besprechen, dass kann ich Ihnen nicht am Telefon sagen.“

Zwei Stunden später saß ich bei meiner Frauenärztin im Behandlungszimmer. Noch nie wurde ich angerufen, geschweige das bei mir irgendwas nicht Ordnung war. Das was bei mir so kontrollbedürftig war und immer noch ist, ist mein PAP Abstrich. Der Abstrich war damals PAP IIID und als wenn das nicht schon reichen würde, gab es HPV als Hauptgewinn dazu. HPV hab ich es zu verdanken, dass meine Zellen sich an meinem Gebärmutterhals verändert haben. Da saß ich nun – HPV und einem „eventuell“ mal entstehenden Gebärmutterhalskrebs. Zwei Wochen zuvor saß ich beim Hausarzt mit der Diagnose Burnout. Ich fand mein Jahr 2017 schon scheiße und irgendwie fühlte es sich ganz stark danach an, dass 2018 auch nicht besser werden sollte.

Das folgende Video hab ich auf Youtube entdeckt und finde, dass es HPV sehr gut erklärt, aber für nähere und ausführlichere Informationen bitte ärztliches Fachpersonal konsultieren und nicht Pseudo-Doktor Google befragen.


Humane Papillomviren (HPV) bilden eine Gruppe von DNA-Viren, die in mittlerweile mehr als 100 verschiedene Typen eingeteilt werden. (…) Sie infizieren Epithelzellen der Haut und verschiedener Schleimhäute und können bei den infizierten Zellen ein unkontrolliertes tumorartiges Wachstum hervorrufen. Diese Tumoren sind meist gutartig und führen zur Warzenbildung an der betroffenen Haut- oder Schleimhautstelle (dem Ort der Infektion). (…) Einige HPV-Typen können jedoch auch bösartige Veränderungen hervorrufen, insbesondere Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) bei Frauen.

Quelle: Wikipedia

HPV. Was ist HPV? 31 und diesbezüglich unwissend. 2018 ist das schon peinlich. Ich weiß, wie das Social Media Space so funktioniert und kenne HPV nicht. Natürlich hörte ich nicht auf meine Frauenärztin und googelte wie ein Bekloppte. Das es sich dabei um ein Virus handelt und keine klassische Geschlechtskrankheit ist. Eine Kontaktinfektion, der auch areale um das Kondom herum als Infektionsquelle dienen können. Das sie größtenteils beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird, hatte sie mir schon gesagt. Ich überlegte krampfhaft, wann ich mal ungeschützten Verkehr hatte. Als Single achte ich ja akribisch und stets penibel auf Verhütung. Nach 3 Wochen grübeln kam ich dem Rätsel auf die Schliche. Die Male ohne Kondom konnte ich an einer – nicht mal vollen – Hand abzählen.

Das ganze grübeln und nachforschen, hat mich halb verrückt gemacht. Kurz bevor ich die Schwelle des Wahnsinns betreten konnte, packte mich dann letztendlich doch die Vernunft. Ich nahm meinen Kopf mit all seinen Gedanken und schüttelte ihn kräftig durch, trank einen über den Durst und sagte mir: SHIT HAPPENS.

Das Jahr zog sich dahin und ich musste alle 3 Monate zum Abstrich.

Der nächste Termin war im April’18. Befund: HPV positiv und PAP IIID

Juli’18. Meine Frauenärztin besprach mit mir wie es weitergeht. Nach ca. 1 Jahr mit diesem Befund, soll eine Biopsie erfolgen. [Wikipedia: Biopsie ist ein chirurgischer Eingriff zur Entnahme und Untersuchung einer kleinen Menge von Gewebe aus einem lebenden Organismus. Das entnommene Gewebe (das Bioptat) wird vom Pathologen unter dem Mikroskop untersucht.] Befund: HPV positiv und PAP IIID.

Oktober’18. Befund: HPV positiv und PAP IIID. Ich vereinbarte einen Termin für die Biopsie.

Januar’19. Jährliche Kontrolle und Biopsie.

Zwei Wochen später hatte ich meine Befundbesprechung. Ich hatte mich auf ein weiteres Jahr HPV eingestellt und das der PAP Abstrich nicht besser werden sollte. Es sollte anders kommen. Das entnommene Gewebe war soweit unauffällig, aber weiterhin kontrollbedürftig mit PAP II. Der HPV Nachweis war negativ! Ich glaube, ich habe mich genauso gefreut, wie Frauen deren Schwangerschaftstest positiv ausfällt.

Auch wenn es sich bei meinem Befund nicht um Krebs handelte, drückte die Thematik das ganze Jahr auf mein Gemüt und mein Selbstbewusstsein. Ich schämte mich für etwas, für das ich mich eigentlich nicht schämen sollte. Knapp 80 % der Frauen infizieren sich mal mit HPV. Es ist wie mit einer Erkältung. Das hat nichts mit ausschweifender Promiskuität zu tun, denn das denken die meisten Menschen, die davon hören. Sie bumst mit zu vielen verschiedenen Männern. Du kannst auch in einer Partnerschaft sein und HPV bumst dich. Männer sind oft die Überträger. Und dann beginnt das Ping Pong Spiel. Kondome schützen nur zu 50%. Die Zahl der Ansteckungen würde aber bei einer kontinuierlichen Benutzung schrumpfen. Es kann also jeden treffen. Bis zum 14 Lebensjahr können sich Mädchen und Jungen impfen lassen. Liebe Eltern, lasst eure Kinder impfen. Meine Generation hatte Pech.

Und wie verhielt es sich mit Männern?

Neben Scham und schwindenden Selbstbewusstsein, war die Erwähnung von HPV in Gegenwart von Männern das Topping! Männer sind hierbei noch unwissender als Frauen. Während von Freundinnen Beileidsbekundungen kamen, gingen Männer die mir begegneten mit dem Thema um als hätte man die Pest. Ich fing an nicht mehr zu daten. Ich glaube, ich hatte das erste Mal in meinem Leben das Gefühl, ehrlich zu sein ist keine Tugend. Aber stillschweigend einfach lieben kann ich nicht. Es hat auch nicht mit „das ist meine private Sache“ zu tun. Geschlechtskrankheiten kann und sollte man nicht privatisieren. So ernähren sich Tabu Themen. Über sie redet man nur mit vorgehaltener Hand.

Wir wollen immer alles wissen. Und dennoch schauen wir oft weg, weil unsere normale, kleine Welt sonst aus den Fugen gerät. Das Leben ist nicht nur toll, es hat auch Wendungen und Kehrseiten. Tabus gilt es zu brechen, damit wir Menschen Ängste und Scham ablegen oder offener damit umgehen. Lasst euch niemals einreden, dass man über bestimmte Themen nicht redet. Lasst euch kein schlechtes Gewissen einreden.

Auch wenn ich noch HPV positiv wäre, hätte ich diesen Beitrag geschrieben. Vielleicht etwas anders, aber ich hätte darüber geschrieben. Denn ein Jahr habe ich schon geschwiegen, es sollte kein zweites Jahr daraus werden.